Nach Trump-Drohung UN-Chef verteidigt WHO und kündigt Untersuchung an

dpa/twei

8.4.2020

UN-Generalsekretär António Guterres hat sich zur WHO bekannt und so Flagge gegen US-Präsident Trump gezeigt. (Archivbild)
UN-Generalsekretär António Guterres hat sich zur WHO bekannt und so Flagge gegen US-Präsident Trump gezeigt. (Archivbild)
Bild: Keystone

Nach der Drohung von Donald Trump gegenüber der WHO hat sich der UN-Generalsekretär António Guterres eingeschaltet. Er plädierte dafür, die WHO nach Kräften im Kampf gegen die Corona-Pandemie zu unterstützen.

Nach Kritik von US-Präsident Donald Trump hat UN-Generalsekretär António Guterres die Arbeit der Weltgesundheitsorganisation WHO in der Corona-Krise verteidigt. Zugleich stellte er aber auch eine Untersuchung zu späterer Zeit in Aussicht. «Es ist meine Überzeugung, dass die WHO unterstützt werden muss, denn sie ist absolut notwendig für die Anstrengungen der Welt, den Kampf gegen Covid-19 zu gewinnen», sagte Guterres laut Mitteilung am Mittwoch in New York. Die tausenden Mitarbeiter der WHO, die zuvor unter anderem bereits äußerst erfolgreich gegen Ebola gekämpft hätten, setzten sich nun an vorderster Front gegen die Ausbreitung des Virus ein.

Trump hatte der in Genf ansässigen wichtigsten Sonderorganisation der Vereinten Nationen im Gesundheitsbereich zuvor mit einem Stopp von Beitragszahlungen gedroht. Die WHO habe es in der Coronavirus-Pandemie «wirklich vermasselt». Sie sei unter anderem zu sehr auf China ausgerichtet und habe den USA zu Beginn der Krise falsche Empfehlungen gegeben.

Untersuchung später, jetzt «Zeit für Einheit»

«Dieses Virus hat es zu unseren Lebzeiten noch nicht gegeben und wir müssen darauf eine noch nie dagewesene Antwort geben», sagte UN-Chef Guterres. «Natürlich ist es unter solchen Bedingungen möglich, dass dieselben Fakten von verschiedenen Einheiten verschieden interpretiert worden sind.»

Eine Untersuchung zu späterer Zeit sei sinnvoll, sagte Guterres weiter. «Wenn wir diese Epidemie endlich hinter uns haben, muss es eine Zeit geben, ausführlich zurückzuschauen, um zu verstehen, wie so eine Krankheit entstehen und sich so schnell verheerend um die Welt verbreiten konnte, und wie alle Beteiligten auf die Krise reagiert haben.» Jetzt sei allerdings erstmal «Zeit für Einheit, für eine solidarische Zusammenarbeit der internationalen Gemeinschaft, um dieses Virus und seine erschütternden Konsequenzen zu stoppen».

Bilder des Tages

Zurück zur Startseite