Unruhestifter?

Urteil im Prozess gegen Schweizer Fotografen in Hongkong erwartet

AFP/tpfi

12.11.2020

Der Schweizer Fotograf Marc Progin musste am Mittwoch in Hongkong vor Gericht erscheinen: Dem 74-Jährigen wird öffentliche Unruhestiftung und Mithilfe bei einem Angriff auf einen chinesischen Bürger vorgeworfen.
Bild: Keystone/EPA/Jerome Favre 

Im Prozess gegen einen Schweizer Fotografen in Hongkong wegen des Vorwurfs der Beihilfe zur öffentlichen Unruhestiftung wird am Freitag voraussichtlich das Urteil fallen. Dem 75-jährigen Marc Progin, der seit 1976 in Hongkong lebt, droht bis zu ein Jahr Haft.

Der Schweizer soll im Oktober vergangenen Jahres während der Proteste von Demokratie-Aktivisten einem Festland-Chinesen absichtlich die Tür vor der Nase verschlossen haben.

Filmaufnahmen zeigten, wie der Chinese, ein Mitarbeiter von JP Morgan, vor dem Gebäude der Bank den Protestierenden zurief: «Wir sind alle Chinesen!» Kurz bevor der Mann von einem vermummten Demonstranten angegriffen wird, schliesst Progin die Tür der Bank. Seine Anwälte argumentieren, er habe dies nur getan, um besser fotografieren zu können. Im vergangenen Jahr hatte es in Hongkong monatelang beispiellose Massenproteste gegen den zunehmenden Einfluss Pekings gegeben.

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