Niederlande

Krawalle bei Protesten gegen Corona-Massnahmen

dpa/jka

25.1.2021 - 08:51

Um die schnelle Verbreitung der Corona-Mutationen zu stoppen, haben die Niederlande eine Ausgangssperre verhängt. Das kommt nicht überall gut an – in einigen Städten kam es zu heftigen Zusammenstössen mit der Polizei.

Am Samstagabend ist in den Niederlanden erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie eine Ausgangssperre in Kraft getreten. Die Bürgerinnen und Bürger müssen von 21 Uhr bis 4.30 Uhr in ihren Wohnungen bleiben. Verstösse werden mit Geldbussen von 95 Euro bestraft.

Die verschärften Massnahmen haben in mehreren Städten Krawalle ausgelöst. Kurz vor Beginn der Ausgangssperre um 21 Uhr am Sonntag kam es nach Angaben der niederländischen Polizei in etwa zehn Städten zu Ausschreitungen. Beamte wurden mit Feuerwerkskörpern und Steinen angegriffen.

In Den Haag wurden Autos in Brand gesteckt. Unruhen wurden unter anderem auch aus Tilburg, Enschede, Venlo, Roermond, Breda, Arnheim und Apeldoorn gemeldet. In der südöstlichen Provinz Limburg an der deutschen Grenze wurde die Militärpolizei zu Hilfe gerufen. In Enschede griffen Randalierer ein Krankenhaus mit Steinwürfen an.

Aufruf in den sozialen Medien

Erst gegen Mitternacht kehrte nach Mitteilungen der Einsatzkräfte an den meisten Orten Ruhe ein. Mehr als 200 Personen wurden landesweit festgenommen.

Zu den Krawallen aufgerufen wurde in den sozialen Medien. Politiker verurteilten die Gewalt. Dies habe nichts mit legitimen politischen Demonstrationen zu tun, erklärte Justizminister Ferd Grapperhaus. «Das ist schlicht kriminelles Verhalten.»

Zuvor hatte die Polizei bereits in Amsterdam und Eindhoven mit Wasserwerfern verbotene Demonstrationen beendet. Hunderte Demonstrantinnen und Demonstranten hatten nach Polizeiangaben gegen die Corona-Massnahmen protestiert und die Polizei mit Feuerwerkskörpern und Steinwürfen angegriffen. In Eindhoven wurden Geschäfte geplündert und Brände gelegt.

Corona-Testzentrum in Brand gesetzt

In Amsterdam ging die Polizei mit Pferden, Hunden und Schlagstöcken gegen die Demonstranten vor. Allein in Amsterdam gab es etwa 170 Festnahmen. In Eindhoven wurden mehr als 30 Menschen festgenommen.

Bereits am Abend zuvor hatte es in der Kleinstadt Urk nördlich von Amsterdam Krawalle gegeben. Dort hatten Jugendliche nach Polizeiangaben ein Corona-Testzentrum des Gesundheitsamtes in Brand gesteckt.

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dpa/jka