Ausländer werden bei der Wohnungssuche diskriminiert

SDA

9.6.2019 - 09:05

Wie eine Studie des Bundes zeigt, hängt der Erfolg bei der Wohnungssuche nicht selten vom Nachnamen ab.
Bild: Keystone/Christian Beutler (Symbolbild)

Eine Studie des Bundes zeigt, dass Ausländer bei der Wochnungssuche diskriminiert werden. Die Wahrscheinlichkeit für eine Wohnungsbesichtigung hängt allzu oft mit dem Nachnamen zusammen.

In der Schweiz werden Ausländer laut einer Studie des Bundes wegen ihres Namens bei der Wohnungssuche diskriminiert. Die Untersuchung im Auftrag des Bundesamts für Wohnungswesen (BWO) kommt zum Schluss, dass die Wahrscheinlichkeit, eine Wohnung besichtigen zu dürfen, steigt oder sinkt, abhängig davon, mit welchem Namen ein Bewerbungstext gezeichnet ist, wie der «SonntagsBlick» berichtet.

Eine Forschungsgruppe der Universitäten Genf, Neuenburg und Lausanne hatte zwischen März und Oktober 2018 über 11'000 Anfragen für Wohnungsbesichtigungen verschickt. Sie meldeten sich auf reale Wohnungsanzeigen in der ganzen Schweiz und zeichneten die einen Bewerbungen mit typisch einheimischen Namen, die anderen mit Namen, die auf eine Herkunft aus Deutschland, Frankreich, Italien, dem Kosovo und der Türkei schliessen lassen.

«Personen mit einem kosovarischen oder türkischen Namen haben eine deutlich geringere Chance, zu einer Wohnungsbesichtigung eingeladen zu werden», schreiben die Autoren. Besonders gross ist das Handicap für Menschen mit dem «falschen» Namen, wenn sie sich für eine sehr günstige Wohnung eines privaten Vermieters interessieren: Bei solchen Objekten ist ihre positive Antwortrate fast zehn Prozentpunkte tiefer als für Personen mit Schweizer Namen.


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