Patzer in Rede

Biden macht Schweiz zum Nato-Beitrittskandidaten

dpa/tgab

30.6.2022 - 21:34

MADRID, SPAIN - JUNE 30: US President Joe Biden holds his press conference at the NATO Summit on June 30, 2022 in Madrid, Spain. During the summit in Madrid, on June 30 NATO leaders will make the historic decision whether to increase the number of high-readiness troops above 300,000 to face the Russian threat.  (Photo by Denis Doyle/Getty Images)
US-Präsident Joe Biden bei seiner Pressekonferenz während des Nato-Gipfels am 30. Juni 2022.
Denis Doyle/Getty Images

Die sehr auf ihre Neutralität bedachte Schweiz ist beim Nato-Gipfel in Madrid kurzzeitig zum Beitrittskandidaten für das Militärbündnis geworden.

dpa/tgab

30.6.2022 - 21:34

US-Präsident Joe Biden hat die Schweiz mit Schweden verwechselt – ein Irrtum, den die Amerikaner häufiger begehen. Und das kam so: Biden schilderte bei einer Pressekonferenz am Donnerstag, wie es zu der historischen Entscheidung gekommen war, Finnland und Schweden in die Nato aufzunehmen. 

Er sagte: Der finnische Präsident Sauli Niinistö habe vorgeschlagen, «die Regierungschefin der Schweiz wegen ihrer Beitrittsbestrebungen anzurufen», sagte Biden. Der US-Präsident bemerkte seinen Versprecher sofort. «Die Schweiz, mein Gott ... Ich habe offensichtlich wirklich sehr grosse Lust, die Nato zu erweitern», scherzte er und fügte hinzu, er habe natürlich «Schweden» sagen wollen.

Finnland und Schweden hatten nach Jahrzehnten der Bündnisneutralität angesichts des russischen Angriffskrieges in der Ukraine mit dieser Tradition gebrochen und sich um Aufnahme in die Nato bemüht. Ein Beitritt der Schweiz gilt hingegen als diplomatische Science-Fiction.

Biden ist seit Langem für seine Versprecher von kleineren Missgeschicken bis hin zu waschechten verbalen Entgleisungen bekannt.

dpa/tgab