Brite löst Welle neuer Covid-Fälle aus – jetzt wird breit getestet

SDA/uri

12.1.2021 - 16:20

Skifahrer mit Schutzmaske verlassen die Wengernalpbahn auf der Kleinen Schweidegg am 8. Januar 2021, im Skigebiet Jungfrau Wengen.
Keystone

Im Berner Wintersportort Wengen breitet sich die britische Mutation des Coronavirus offenbar rasant aus. Innert kurzer Zeit haben sich schon 70 Personen angesteckt. Jetzt soll vermehrt getestet werden.

Der Kanton Bern will die Testkapazitäten im Corona-Hotspot Wengen erhöhen. Das kündigte die Gesundheitsdirektion am Dienstag in einem Brief an die Bevölkerung und die Gäste des Wintersportorts an.

«Lassen Sie sich testen, auch wenn Sie nur sehr geringe Anzeichen von Covid-19-Symptomen aufweisen», heisst es in dem Schreiben. «Sie können sich auch ohne Symptome testen lassen.» Zudem solle man sich vor einer allfälligen Abreise aus Wengen unbedingt einem Test unterziehen.

Die breitere Testung werde den Behörden helfen, einzuschätzen, wie weit das Virus in Wengen verbreitet sei. Wenn nötig könnten die Behörden dann zusätzliche Massnahmen ergreifen, beispielsweise weitere gezielte Testaktionen oder eine Schliessung des Skigebiets.

Kanton stellt Mannschaft für Sondereinsatz zusammen

Wie «20 Minuten» berichtet, wird für das umfassende Testen derzeit im Schnelltestzentrum in Belp eine Mannschaft für den Sondereinsatz zusammengestellt. Laut einer anonymen Quelle soll Personal rekrutiert werden, das täglich nach Wengen transportiert werde, «um dort die Bevölkerung möglichst flächendeckend zu testen».

Wie Gundekar Giebel, Sprecher der Gesundheitsdirektion Kanton Bern, zu «20 Minuten» sagte, wolle man dafür die Infrastruktur des Weltcupzelts nutzen. Hier sollten durch zwölf Mitarbeiter aus Bern künftig bis zu 80 Tests pro Stunde vorgenommen werden. Unterstützung käme dafür auch von der Gemeinde Lauterbrunnen. 

Der Kanton Bern hatte am Montag die Lauberhornrennen kurzfristig abgesagt, weil die Fallzahlen in Wengen zuletzt stark zunahmen und es auch Ansteckungen im Umfeld der Organisatoren gab.

Laut den Angaben vom Dienstag gab es in Wengen im letzten Oktober die allerersten Covid-19-Fälle. Mitte Dezember lag die Zahl bei zehn, seither ist sie innert kürzester Zeit auf 70 gestiegen.

28 Fälle in einem Hotel

28 der positiven Fälle wurden über den Jahreswechsel in einem einzigen Hotel registriert. Einer der Gäste war ein britischer Tourist, der später positiv auf die neue Virusvariante getestet wurde. Im weiteren Verlauf sei es zu vielen Übertragungen unter dem Hotelpersonal gekommen, schreibt der Kanton Bern.

Auch andere Menschen in Wengen seien betroffen. Bei bisher sechs Personen sei die mutierte Variante nachgewiesen worden, weitere Bestätigungen stünden noch aus. «Aufgrund der Abklärungen durch das kantonale Contact Tracing ist davon auszugehen, dass sich die meisten oder sogar alle positiven Fälle mit der Variante B.1.1.7 infiziert haben», heisst es in der Mitteilung des Kantons.

Die Ansteckungsketten seien noch nicht unterbrochen, schreibt die Gesundheitsdirektion. Laufend kämen neue Fälle dazu. 

Hotel ist geschlossen

Bevölkerung und Gäste seien aufgerufen, die Hygiene- und Schutzmassnahme weiterhin strikt einzuhalten. Auch seien die physischen sozialen Kontakte auf das absolute Minimum zu reduzieren. «Bleiben Sie wann immer möglich zuhause», heisst es in dem Schreiben.

Ein Wengener Hotel ist wegen Corona-Fällen geschlossen worden, wie es auf dessen Website heisst. Trotz Sicherheitsmassnahmen hätten sich einige Angestellte angesteckt. In der Folge habe das Management zusammen mit den Lokalbehörden beschlossen, den Betrieb vom 10. bis zum 20. Januar zu schliessen.

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