Bundesrat will Studium für Bauern

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23.4.2019

Einsatz einer Drohne bei der Schädlingsbekämpfung: Nur rund jeder Fünfte, der heute eine Ausbildung im Landwirtschaftsbereich abschliesst, kann eine bestandene Berufs- oder gar Meisterprüfung vorweisen.
Bild: Keystone

Pläne des Bundesrats, die Ausbildungsanforderungen für Bauern zu verschärfen, stossen auf vielen Seiten auf Widerstand. Der Bauernverband warnt vor einem Nachwuchsproblem.

Wenn es nach dem Willen des Bundesrats geht, sollen Bauern in Zukunft nur noch Geld vom Staat erhalten, wenn sie einen Fachausweis der höheren Berufsbildung vorweisen können. Wie der «Blick» berichtet, ist diese Anforderung Teil der Agrarpolitik 22+. Konkret sollen angehende Bauern künftig zwei bis drei Semester Betriebswirtschaft studieren, um Anspruch auf Direktzahlungen zu haben. Heute reicht dafür der Abschluss einer zwei- oder dreijährigen Lehre.



«Die Herausforderungen in der Betriebsführung werden auch für Bäuerinnen und Bauern immer komplexer», heisst es aus dem Bundesamt für Landwirtschaft zur Begründung. Markus Ritter, Präsident des Schweizer Bauernverbands und CVP-Nationalrat, befürchtet ein massives Nachwuchsproblem, sollten die Anforderungen Realität werden: «[Für ein Studium] reichen bei vielen die schulischen Leistungen einfach nicht aus.»

Auch sämtliche Parteien halten die Pläne des Bundesrats für nicht gangbar. Das letzte Wort wird der Bundesrat haben. Agrarminister Guy Parmelin, der selbst Landwirt mit bestandener Berufsprüfung ist, wird sich angesichts der Kritik von vielen Seiten wohl davor hüten, die Verschärfung der Anforderungen durchzustieren.

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