Finden Sie eine Lösung mit der EU, Herr Cassis? «Wenn ich Harry Potter wäre, dann ...»

red./SDA

8.12.2021

Der frischgewählte Bundespräsident appelliert an den Zusammenhalt

Der frischgewählte Bundespräsident appelliert an den Zusammenhalt

Aussenminister Ignazio Cassis ist von der vereinigten Bundesversammlung zum Bundespräsidenten für das Jahr 2022 gewählt worden. In seiner Rede appellierte er an den Zusammenhalt der Bevölkerung. «Wir lassen uns durch Corona nicht spalten.»

08.12.2021

Mit 156 Stimmen hat die Vereinigte Bundesversammlung Ignazio Cassis zum Bundespräsidenten für das Jahr 2022 gewählt. In seiner Rede rief er zum Zusammenhalt und zum Engagement für die Schweiz auf.

red./SDA

8.12.2021

Der frisch gewählte Bundespräsident für das Jahr 2022 hat in seiner Antrittsrede am Mittwoch die Vielfalt der Schweiz betont. Diese sei ein grosser Reichtum und schaffe Ideenreichtum, so Ignazio Cassis. 

Die Krise zeige Verletzlichkeit auf, sagte der Tessiner zunächst. Aber gerade in einer Zeit der Verletzlichkeit und einer drohenden Polarisierung, «müssen wir uns darauf besinnen, was uns verbindet, was den nationalen Zusammenhang ausmacht». Jede Krise helfe auch, sich selber besser zu verstehen und auf andere zuzugehen.

«Wir wissen es gut, unsere Kohäsion ist eine permanente Herausforderung», sagte Cassis in Anspielung an die unterschiedlichen Sprachen, Kulturen und Religionen im Land. «Aber diese Herausforderung ist unser Motor, unsere Raison d'être.» Diese Pluralität sei kein Luxus, aber ein «grosser Reichtum», sagte Cassis. Vielfalt schaffe Ideenreichtum, durch Pluralität entstehe Innovation. Es sei kein Zufall, dass die Schweiz eines der innovativsten Länder sei, sagte der Tessiner.

Was für das Individuum gelte, gelte auch für das Land. Vielfalt erfordere Energie, Engagement, Frustrationstoleranz. Aber auch die Fähigkeit, sich immer wieder in die Haut des anderen zu versetzen und bereit zu sein, auf etwas zu verzichten. «Damit sich auch das Gegenüber bewegt.»

«In Achtung der Vielfalt zu leben – das ist ein ständiger Willensakt der Schweiz», sagte der Bundespräsident 2022.

Ignazio Cassis hat als neuer Bundespräsident 156 Stimmen erhalten. So schnitten seine Vorgänger*innen der letzten 10 Jahre ab:

  • Amtsjahr 2021: Guy Parmelin (SVP) erhält bei der Wahl zum Bundespräsidenten 188 Stimmen
  • 2020: Simonetta Sommaruga (SP), 186 Stimmen
  • 2019: Ueli Maurer (SVP), 201 Stimmen
  • 2018: Alain Berset (SP), 190 Stimmen
  • 2017: Doris Leuthard (CVP), 188 Stimmen
  • 2016: Johann N. Schneider-Ammann (FDP), 196 Stimmen
  • 2015: Simonetta Sommaruga (SPD), 181 Stimmen
  • 2014: Didier Burkhalter (FDP), 183 Stimmen
  • 2013: Ueli Maurer (SVP), 148 Stimmen
  • 2012: Eveline Widmer-Schlumpf (BDP), 174 Stimmen
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  • Liveticker beendet
  • 15.13 Uhr
    Medienkonferenz beendet

    Damit ist die kurze Fragerunde mit Ignazio Cassis bereits wieder vorbei.

  • 15.11 Uhr
    Gute Beziehung zu Alain Berset

    Sein Stellvertreter als Bundespräsident werde nächstes Jahr Gesundheitsminister Alain Berset sein. Zusammen würden sie den Weg weitergehen. Es sei für einen Arzt einfacher, eine Pandemie zu managen als für einen Politiker.

    Der Bundesrat diskutiere aus verschiedenen Blickwinkeln, jeder bringe seine Ansicht ein. Bundesrat Berset habe an dieser Stelle nicht immer seine eigene Meinung vertreten, aber immer jene des Gremiums. Er habe immer eine gute Beziehung zu Alain Berset gehabt und hoffe, dass dies weiterhin der Fall sei.

  • 15.03 Uhr
    Schwierige Europa-Politik

    «Wenn ich Harry Potter wäre, könnte ich Ihnen eine Antwort geben», entgegnet Cassis auf die Frage nach der Zukunft der Europa-Politik. Es sei ein schwieriges Problem mit vielen Dimensionen, und ganz verschiedene Exponenten mischten mit. Man müsse zusammenarbeiten, um eine Lösung zu finden.

  • 15.01 Uhr
    Zugang zu Staatschefs

    Als Aussenminister habe er oft keinen Zugang zu den Staatschefs von anderen Ländern – als Bundespräsident hingegen schon. Das könne für seine Arbeit durchaus von Vorteil sein, meint Cassis.

  • 14.57 Uhr
    Zufrieden mit Stimmenzahl

    Nur 156 Parlamentarier stimmten für Cassis – ist das auch ein Abstrafen etwa für die Europapolitik? Das glaubt Cassis nicht, mit der Zahl der Stimmen ist er zufrieden. Es sei im Durchschnitt der letzten Jahre, und er hoffe, dass am Ende des Jahres auch jene zufrieden sei, die nicht für ihn gestimmt hätten.

  • 14.56 Uhr
    Eine Sitzung in der romanischen Schweiz

    In seinem Präsidialjahr wolle er sich umso mehr um Minderheiten in der Schweiz kümmern, wie er es schon bei seinem Antrittsbesuch versprochen hatte. Er wolle sich auf die Schweiz konzentrieren, nicht auf die Welt. So sollen etwa zwei Sitzungen des Bundesrats «extra muros» stattfinden, eine davon in der romantsch sprechenden Schweiz.

  • 14.53 Uhr
    Wie weiter in der Pandemie?

    Mit einigen Minuten Verspätung stellt sich Ignazio Cassis den Fragen der Medienschaffenden. Die grosse Frage momentan sei, wie es mit der Pandemie weitergehe, sagt er. Darum habe er sich bei seiner Rede auf dieses Problem konzentriert.

  • 13.01 Uhr
    Medienkonferenz am Nachmittag

    Um 14.45 Uhr wird Cassis eine Medienkonferenz abhalten. Auch diese werden wir im Ticker begleiten.

    Der neu gewaehlte Bundespraesident Ignazio Cassis, rechts, und der neu gewaehlte Vizepraesident Alain Berset erhalten Applaus nach ihrer Wahl, waehrend der Wintersession der Eidgenoessischen Raete, am Mittwoch, 8. Dezember 2021, im Nationalrat in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)
    Der neu gewählte Bundespraesident Ignazio Cassis (rechts) und der neu gewählte Vizepräsident Alain Berset. 
    KEYSTONE
  • 12.40 Uhr
    Mit 158 Stimmen wurde Alain Berset zum Vize gewählt

    Der Gesundheitsminister Alain Berset wird im kommenden Jahr als Cassis' Vize agieren. Doch auch Viola Amherd erhielt Stimmen: und zwar 26.

  • 12.22 Uhr
    Gefeiert wird noch nicht – es wird weitergewählt

    Nun entscheidet die Bundesversammlung, wer das Amt des Vize-Präsidenten einnehmen wird.

  • 12.19 Uhr
    Die Stimmenzähler kehren zurück

    Nationalratspräsidentin Irène Kälin ergreift das Wort. 197 gültige Stimmzettel gingen ein, von diesen entfielen 156 Stimmen auf Ignazio Cassis. Er ist der neue Bundespräsident.

  • 12.14 Uhr
    Ehemaliger FDP-Präsident Fulvio Pelli ist anwesend

    Der langjährige Perteifreund aus dem Tessin Fulvio Pelli lässt sich den grossen Moment von Cassis nicht entgehen. Er sitzt auf der Zuschauertribüne. Er wird wohl in Erinnerungen schwelgen. Zwischen 1995 und 2014 sass er selber für die FDP im Nationalrat.

  • 12:09 Uhr
    Die Stimmung ist ausgelassen

    Ein Blick in den Ratssaal des Bundeshauses. Die Vereinigte Bundesversammlung wählt derzeit den Präsidenten für das Jahr 2022.

    aru
  • 12.07 Uhr
    Stimmzettel werden eingesammelt

    Derzeit werden die Wahlzettel eingesammelt. Anschliessend folgt die Auszählung. Zu einer Überraschung dürfte es nicht kommen. Cassis ist gesetzt: Doch wie viele Stimmen wird er erhalten? Immerhin sind seine Beliebtheitswerte eher tief.

  • 12.06 Uhr
    Es wird festlich

    Dass gleich etwas Festliches passieren wird, davon zeugen auch die zahlreichen Blumen-Bouquets, die immer wieder hinter verschiedenen Stühlen und Tischen hervorgucken.

  • 12.04 Uhr
    Das Gedränge im Ratssaal startet

    Die sonst eher wenig besuchten Pressetribünen füllen sich mit Medienvertretern. Auch die Besucherränge sind gut besucht.

  • 12 Uhr
    Irène Kälin startet die Sitzung

    Und gleich kommt es zur Wahl des Bundespräsidenten. Alle Fraktionen schlagen Cassis vor.