Chef der Bündner Bergbahnen stemmt sich gegen Terrassen-Schliessung

gbi

26.2.2021

Skifahrer mit Schutzmaske und Bergpanorama, aufgenommen am Samstag, 26. Dezember 2020, im Skigebiet Flims Laax Falera, in Falera. Die Buendner Skigebiete bleiben trotz Coronavirus geoeffnet, allerdings mit reduzierter Transportkapazitaet. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)
Skifahrer im Skigebiet Flims Laax Falera. 
Bild: Keystone/Gian Ehrenzeller

Graubünden hat im Streit um die geöffneten Restaurant-Terrassen in den Skigebieten eingelenkt. Alles gut also? Nein, denn die Pistenbetreiber wollen am Wochenende nochmals den Gehorsam verweigern. 

Anders als in der Innerschweiz schien der Terrassen-Streit in Graubünden eigentlich geklärt: Ab heute Freitagabend müssen die Restaurants in den Wintersportgebieten ihre Aussensitzplätze wegräumen, so hat es die Bündner Regierung am Mittwoch angeordnet. Chur hat damit nach langem Widerstand dem Druck aus Bern nachgegeben.

Doch der Terrassen-Streit ist eben doch nicht zu Ende: Martin Hug, Präsident der Bergbahnen Graubünden, kündigt an: Man werde die «bewährten Schutzkonzepte» bis zum letzten Tag der Hochsaison durchsetzen – das heisst bis und mit kommendem Sonntag. «Wir hoffen, dass die Regierung uns dies zugestehen kann», sagt Hug im Gespräch mit Radio Südostschweiz. Am 1. März aber würden die Terrassen geräumt.

«Neben der Spur»

Für den Schliessungsbefehl des Bundesrats – respektive aus Chur – hat Hug keinerlei Verständnis: Dieser sei, «gesundheitspolitisch betrachtet, vollkommen neben der Spur», findet Hug. In seinen Augen sei es etwa widersprüchlich, dass der Bundesrat gleichzeitig wieder Treffen von bis zu 15 Personen im Freien erlaubt.



Ausserdem seien die Terrassen in den Bündner Skigebieten während der vergangenen acht Wochen geöffnet gewesen, ohne dass es zu einer Häufung von Infektionsfällen gekommen wäre.

Tatsächlich hatte die Bündner Regierung den Wintersportgebieten ebenfalls am Mittwoch den Betrieb bis zum Ende der regulären Saison genehmigt. Die Erfahrungen der vergangenen Monate hätten keine negativen Folgen durch die offenen Skigebiete gezeigt, betonte die Regierung. Die Pistenbetreiber hätten ihre Aufgaben wahrgenommen und dazu beigetragen, dass Ansammlungen von Personen weitgehend vermieden worden seien. «Da dürfte man doch erwarten, dass diese Daten und Fakten zur Kenntnis genommen werden», findet der Bergbahn-Chef.

Vom Einlenken der Kantonsregierung ist er enttäuscht: «Es macht mir Mühe, dass die Bündner Regierung nicht den Mut und die Kraft hatte, dem Druck von Bern länger zu widerstehen.» Er habe dem zuständigen Volkswirtschaftsdirektor Marcus Caduff mitgeteilt, dass die Bergbahnen die Terrassen erst am Sonntagabend schliessen werden.

Polizei für Einhaltung der Terrassen-Regelung zuständig

Der Kanton dagegen hält an der Schliessung per Freitagabend fest. «Restaurants in Skigebieten dürfen ab heute Freitagabend keine Sitzgelegenheiten oder Tische zur Konsumation von Take-away-Angeboten in den Aussenbereichen von Restaurants (Terrassen) in Skigebieten mehr anbieten», teilt ein Sprecher der Kommunikationsstelle Coronavirus auf Anfrage von «blue News» mit.

Und was passiert bei Nicht-Einhaltung? Dazu heisst es beim Kanton, die Gemeinden und die Kantonspolizei seien für die Kontrollen zur Einhaltung dieser Regelung zuständig.

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