Terrassen-Streit

Innerschweizer Kantone legen sich mit dem Bund an

SDA/tjb

25.2.2021 - 15:36

Die Tische sollen bleiben: Obwalden und andere Kantonen wollen die Restaurants in den Skigebieten offen halten. (Archivbild)
Die Tische sollen bleiben: Obwalden und andere Kantonen wollen die Restaurants in den Skigebieten offen halten. (Archivbild)
Keystone

Mehrere Innerschweizer Kantone widersetzen sich der Anweisung aus Bern und lassen Restaurant-Terrasse in ihren Skigebieten vorerst offen. Man wolle bisherige positive Erfahrungen erläutern, begründen sie ihre Haltung.

Die Terrassen in den Skigebieten von Nid- und Obwalden, Uri und Schwyz bleiben offen. SRF zitiert Angaben des Schwyzer Regierungsrats Andreas Barraud, wonach auch Glarus und Tessin diese Haltung teilen. 

Damit wagen die Kantone den offenen Konflikt mit dem Bund in der Frage. Dieser hat mehrfach angemahnt, dass die Terrassen ausnahmslos zu schliessen sei. Die Zentralschweizer Gesundheitsdirektoren haben sich stattdessen darauf verständigt, nochmals das Gespräch mit Bundesrat Alain Berset zu suchen.

Der Kanton Nidwalden habe bezüglich den Ski-Terrassen noch keinen abschliessenden Entscheid gefällt, sagt die Nidwaldner Gesundheitsdirektorin Michèle Blöchliger (SVP) auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit. An der aktuellen Situation ändere sich daher vorerst nichts. Dieses Vorgehen sei mit den anderen Zentralschweizer Kantonen abgesprochen.

Kantonse sammeln «wertvolle Erkenntnisse»

Das heisst, die Terrassen in den Skigebieten bleiben vorderhand offen. Weil man an einer guten Zusammenarbeit interessiert sei, und weil man dem Bundesrat die bisher positiven Erfahrungen zu den geöffneten Skiterrassen erläutern wolle, habe man sich geeinigt, nochmals das Gespräch mit Gesundheitsminister Berset zu suchen.

Daraus könnten womöglich wertvolle Erkenntnisse für die nachfolgende Öffnung von Restaurant-Terrassen in der ganzen Schweiz abgeleitet werden, hält Blöchliger fest. Die bisherigen Erfahrungen hätten gezeigt, dass die Abstände um den Takeaway-Bereich in Skigebieten besser eingehalten werden können, wenn draussen Sitzgelegenheiten mit klaren Regeln zur Verfügung stehen.

Auch Obwalden, Schwyz und Uri halten auf Anfrage fest, dass noch kein abschliessender Entscheid über das weitere Vorgehen in der Sache gefallen sei. Damit halten auch sie die Terrassen vorerst offen.

Speziell ist die Lage im Kanton Uri, dessen grösstes Skigebiet in Andermatt in den Kanton Graubünden reicht. Die Bündner Regierung hatte nach dem Entscheid des Bundesrats vom Mittwoch entschieden, dass die Terrassen in den Skigebieten wieder gesperrt werden müssen.

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