«Im Schnee statt an Tischen» — auch Graubünden schliesst Aussenbereiche

toko/sda

25.2.2021

Wintersportler machen Pause im Restaurant Weissfluhjoch auf Parsenn, im Skigebiet Davos Klosters, am Freitag, 20. Februar 2015, in Davos. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller) ..Ski enthusiasts take a break at the mountain restaurant Weissfluhjoch Parsenn, in the Davos Klosters Ski resort, on Friday, February 20, 2015, in Davos, Switzerland. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)
Graubünden schliesst seine Restaurantterrassen nun doch.
KEYSTONE/Gian Ehrenzeller (Symbolbild)

Zwar schliesst nun auch Graubünden seine Restaurantterrassen — vom Bundesratsentscheid zeigt man sich jedoch schwer enttäuscht. Schliesslich sei es gelungen, die Infektionszahlen durch die kantonale Teststrategie einzudämmen.

Dass der gestrige Bundesratsentscheid heftige Reaktionen hervorrufen würde, war schon im Vorfeld abzusehen. Besonders der Streit um die Aussenbereiche in Gastro-Betrieben erhitzt die Gemüter. «Es ist klar, dass mit dem heutigen Entscheid Terrassen geschlossen sein müssen», sagte Berset am Mittwoch.

Besonders zerknirscht zeigt man sich in Graubünden. Im Wintersportkanton mit seinen vielen Skigebieten ist die Terrassenfrage alles andere als unerheblich. Schon im Januar lockerte die Kantonsregierung die Bestimmungen, obwohl sie das eigentlich nicht durfte.

Zwar wird man die Restaurantterassen nun doch schliessen, allerdings nur äusserst widerwillig.



Teststrategie nicht gewürdigt

Die Bergbahnen in Graubünden würden am Freitag informiert, dass bei den Take-away-Angeboten in den Skigebieten die Terrassen wieder geräumt werden müssten, sagte Regierungsrat Peter Peyer (SP) schliesslich am Mittwoch in Chur in einer ersten Reaktion auf die Bundesratsbeschlüsse. Skitouristen würden nun wieder unkontrolliert im Schnee sitzen, statt kontrolliert an Tischen.

Peter Peyer, Regierungsrat Kt. Graubuenden, auf dem Weg zu einem Austausch mit Bundesrat Alain Berset und der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK), am Donnerstag, 20. August 2020 vor dem Bernerhof in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)
Zeigt sich enttäuscht von den Bundesratsbeschlüssen: Regierungsrat Peter Peyer.
KEYSTONE/Anthony Anex (Archivbild)

Der Kantonsregierung fällt es laut Peyer nicht leicht, positive Signale des Bundesrates zu erkennen. Den Bündnern missfällt insbesondere, dass die Landesregierung die kantonale Teststrategie nicht würdigte. «Wir sind in Graubünden auf einem guten Weg. Der Bundesrat hätte mutiger entscheiden können», betonte Peyer.

Die Fallzahlen im Kanton würden seit Anfang Februar sinken. Die Wirtschaft brauche deutlich mehr Perspektiven, sagte Regierungsrat Marcus Caduff (CVP). Die positiven Aspekte der Bündner Teststrategie seien jedoch unberücksichtigt geblieben.



«Poltern bringt jetzt nichts mehr»

In anderen Kantonen fallen die Reaktionen nicht so heftig aus wie in Graubünden. Allerdings wissen die Bündner immerhin die Mehrheit der Kantone hinter sich.

So hätte sich die Bernische Regierung ebenso «vorsichtige Anpassungen in der Gastronomie» gewünscht und auch im Wallis hätte man die Aussenbereiche bereits zu gerne am 1. März geöffnet.

Die Reaktion der Wirte fiel erwartungsgemäss ablehnend aus. So hätte sich Franz Sepp Caluori, Präsident von Gastro Graubünden, mehr Mut vom Bundesrat erwartet. «Statt uns die Terrassen zu schliessen», so Caluori, «hätte die Landesregierung auch veranlassen können, dass die Terrassen in den Wintersportgebieten der anderen Kantone geöffnet werden dürfen», sagte der oberste Bündner Wirt gegenüber «Südostschweiz».

Aber auch er räumt ein: «Poltern bringt jetzt nichts mehr. Wir Wirte müssen uns nun auf die Wiedereröffnungen vorbereiten.»

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