Strukturwandel

Pandemie wirkt als Weckruf für Schweizer Spitäler

SDA/gbi

23.11.2020 - 09:00

Nora Tschanz, Gruppenleiterin Pflege betreut einen Covid Patienten in der Isolationsstation des Universitaetsspital USZ, fotografiert am 19. November 2020 in Zuerich. (KEYSTONE/Christian Beutler)
Ein Covid-Patient  wird in der Isolationsstation des Universitätsspital Zürich behandelt (Symbolbild)
Keystone/Christian Beutler

Die Covid-19-Pandemie kostet die Schweizer Spitäler 1,7 bis 2,6 Milliarden Franken. Eine Untersuchung von 45 Akutspitäler zeigt nun: Drei Viertel sind nicht profitabel genug. Die Branche beschleunigt darum den Strukturwandel.

Die Wirtschaftsprüfungs- und Unternehmensberatung PwC hat am Montag ihre Studie «Schweizer Spitäler: So gesund waren die Finanzen 2019» veröffentlicht. Die PwC-Experten untersuchten dafür 45 Spitäler und zwölf Psychiatrien.

Unter die Lupe nahmen sie dabei auch die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie. Demnach erwarten die Finanzchefs 2020 wesentliche Umsatzeinbussen. Das ist Folge der Kapazitätsbereitstellung für Covid-19-Patienten, Sicherheitsmassnahmen und zusätzlicher Anschaffungen.



Weil bereits vor der Pandemie viele Institutionen keine ausreichende Marge zur nachhaltigen Finanzierung ihrer Investitionen erwirtschaften konnten, beschleunigt der Coronavirus-Einbruch den Strukturwandel. Leistungen mehrerer Spitäler wurden bereits in zukunftsträchtigere Strukturen überführt, stationäre Leistungen an weniger Standorten konzentriert. Zentral dabei war die Umnutzung stationärer Flächen für ambulante Leistungen.

Ambulante Strukturen auf dem Vormarsch

Als vor diesem Hintergrund überraschend bezeichnet PwC das 2,1-prozentige Wachstum des stationären Bereichs im vergangenen Jahr. Langfristig erwartet das Unternehmen indes eine Stagnation und eine weitere Verlagerung in die ambulante Behandlung.

Dabei sind neue ambulante Strukturen auf dem Vormarsch. Spitäler definieren sich immer weniger über ihren Bettenturm sondern über ihre Rolle als Gesundheitsdienstleister.

Weiter an Bedeutung gewinnen auch Digitalisierung und Telemedizin. Hier tätigen viele Leistungserbringer beträchtliche Investitionen. Im Gegenzug ergab sich dadurch eine hohe Akzeptanz digitaler Angebote in der Coronavirus-Pandemie.

Angesichts des prophezeiten Milliardenverlusts passten viele Kliniken ihre Prozesse an. Für PwC zeigt das, dass der Weckruf angekommen ist. PwC legte die Spitalstudie zum neunten Mal in Folge vor.

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