Das kommt jetzt auf Paare in Fernbeziehung zu

Von Lia Pescatore

4.12.2021

Ein Paar kuesst sich nach dem Abbau des doppelten Grenzzauns zwischen Kreuzlingen in der Schweiz und Konstanz in Deutschland, am Freitag, 15. Mai 2020, in Kreuzlingen. Der doppelte Zaun war errichtet worden, um die Abstaende wegen der Coronavirus-Pandemie zu gewaehrleisten. Er faellt mit den heutigen Lockerungen im Grenzverkehr. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)
Ein Grenzzaun wird an der Grenze zwischen Deutschland und der Schweiz zwar nicht mehr aufgebaut: Doch die Einreise-Einschränkungen der beiden Länder erschweren grenzüberschreitende Beziehungen.
KEYSTONE (Archivbild)

Die Schweiz wird Hochrisikogebiet und verschärft die Corona-Regeln: Für Paare, die eine Fernbeziehung zwischen Deutschland und der Schweiz führen, wird die gemeinsame Zeit umständlicher – und teurer. 

Von Lia Pescatore

4.12.2021

Ab Samstag gelten neue Einreisebestimmungen in der Schweiz: Zwar entfällt die Quarantänepflicht für Personen aus Hochrisikogebieten, jedoch verschärft der Bundesrat das Testregime neu für alle Einreisenden. Dies hat Gesundheitsminister Alain Berset gestern Freitag verkündet.

Das kann gerade für Personen, die eine Fernbeziehung zwischen der Schweiz und Deutschland führen, teuer werden – teilweise werden die Besuche fast unmöglich –, denn auch Deutschland verschärft die Regeln für die Einreise aus der Schweiz ab Sonntag. Ein Szenario: 

Die Schweizerin Melanie ist in einer Fernbeziehung mit Tim, der in Deutschland wohnt. Jedes Wochenende treffen sie sich entweder in der Schweiz oder in Deutschland.

Das müssen die beiden ab heute beachten:

Das gilt für ihn

Tim lebt in Köln

Ab Samstag muss Tim bei der Einreise in die Schweiz neben dem ausgefüllten Einreiseformular einen negativen PCR-Test vorweisen. Doch dies ist nicht alles: Ein zweiter Test (PCR oder Antigen) ist nach vier bis sieben Tagen obligatorisch. Es macht dabei keinen Unterschied, wenn Tim genesen oder geimpft ist.

Beide Tests muss Tim aus der eigenen Tasche bezahlen. Bleibt Tim jedoch nur fürs Wochenende, könnte er diesen zweiten Test umgehen.

Ab Sonntag gilt die Schweiz für Deutschland als Hochrisikogebiet: Bleibt Tim ab dann länger als 72 Stunden in der Schweiz, muss er sich bei seiner Rückreise auf jeden Fall anmelden. Mehr Einschränkungen kommen zudem auf ihn zu, wenn er ungeimpft ist (siehe Punkt: Tim ist ungeimpft).

Tim lebt in Konstanz

In diesem Fall kann Tim ohne Probleme in die Schweiz einreisen. Denn für Personen aus den Grenzregionen der benachbarten Länder der Schweiz gelten Sonderregelungen.

Als deutsche Grenzregionen gelten die Bundesländer Baden-Württemberg und Bayern.

Bei der Rückreise gilt aber auch: Bleibt er länger als 72 Stunden, muss er sich in Deutschland anmelden. Mühsamer wird es, wenn er ungeimpft ist: 

Tim ist ungeimpft

Da Deutschland die Schweiz ab Sonntag zum Hochrisikogebiet erklärt, muss Tim in Deutschland in Quarantäne, wenn er sich länger als 72 Stunden in der Schweiz aufhält – für einen Wochenendtrip würde es also knapp reichen. Tim muss dann aber bei der Rückkehr nach Deutschland einen negativen PCR-Test vorweisen.

Tim ist zudem kein EU-Bürger

Wenn Tim ungeimpft ist, könnte dies zum Problem werden: Im Falle, dass Deutschland vonseiten der Schweiz zum Hochrisikogebiet erklärt würde, dürfte er nicht mehr in die Schweiz einreisen, um seine Freundin zu besuchen. 

Das gilt für sie

Melanie ist geimpft oder genesen

Für Melanie ändert sich nichts bei der Einreise nach Deutschland. Bleibt sie weniger lang als 72 Stunden in Deutschland, muss sie sich nicht einmal mit einem Einreiseformular anmelden: Für den Besuch enger Verwandter, wo auch Lebenspartner eingenommen sind, gilt hier eine Sonderregelung.

Würde die Schweiz von Deutschland zum Beispiel wegen der Vermeldung von vielen Omikron-Fällen zum Virusvariantengebiet erklärt, dann wäre Melanie jedoch zur Vorweisung eines negativen PCR-Tests sowie zur Einreisequarantäne verpflichtet.

Bei der Rückreise in die Schweiz muss Melanie das Einreiseformular sowie den ersten Corona-Test (PCR) direkt beim Grenzübertritt sowie den zweiten Test (PCR oder Antigen) nach vier bis sieben Tagen vorweisen. Die Kosten muss auch sie selbst übernehmen.

Melanie ist ungeimpft

Da sie ihren Lebenspartner besucht, darf Melanie für höchstens drei Tage in Deutschland bleiben, ohne in Quarantäne gehen zu müssen und ohne sich anzumelden

Sie muss bei der Einreise einen negativen PCR-Test vorweisen.