Safer Space Das sind die Regeln für Männer, die am Frauenstreik teilnehmen

phi

14.6.2024

Ein Bild vom Frauenstreik am 14. Juni 2023 in Zürich.
Ein Bild vom Frauenstreik am 14. Juni 2023 in Zürich.
KEYSTONE

Wenn heute Schweizer Frauen für ihre Rechte demonstrieren, werden sich auch heterosexuelle Männer solidarisch zeigen wollen. Diese müssen allerdings ein paar Regeln beachten – und sich vor allem zurücknehmen.

phi

14.6.2024

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Heute findet in der Schweiz der Frauenstreik statt.
  • Wie sich heterosexuelle Männer dabei verhalten sollen, die sich solidarisch zeigen wollen, beleuchtet eine Autorin des Vereins das Lamm.
  • Betroffene können Protestierende im Vorfeld oder auch am heutigen Tag unterstützen: Sie sollen nachfragen, aber sich dafür hüten, bei den Veranstaltungen zu dominieren.

Wie können Männer sich am Frauenstreik solidarisch zeigen? Dürfen sie mit demonstrieren? Die Veranstalter der Proteste in Basel, Bern und Zürich verweisen auf eine entsprechende Diskussion im vergangenen Jahr, die der Verein das Lamm, aufgegriffen hat. Der Titel des Artikels lautet: «Nicht deine Demo».

Demnach hätten «Cis-Männer» verschiedene Möglichkeiten, sich zu engagieren: «Leistet Care-Arbeit, übernehmt die Arbeitsschicht eure*r Kolleg*in, engagiert euch in der Soli-Gruppe, räumt auf, fragt FINTA in eurem Umfeld, wie ihr sie unterstützen könnt und bleibt ansonsten im Hintergrund.» FINTA steht dabei für «Frauen, inter, non-binäre, trans und agender Personen».

Und wie sieht es beim Frauenstreik selbst aus? «Eine mögliche Lösung kann mit dem Stichwort safer space zusammengefasst werden», schreibt «das Lamm»: Dieser sichere Ort soll Diskriminierten die Möglichkeit geben, unter sich zu sein, ohne Diskriminierung oder Gewalt fürchten zu müssen.

«Ihr nehmt euch den Platz, den ihr wollt»

Das könne heissen, dass queere Menschen lieber ohne Personen demonstrierten, die cis-hetero seien. Derlei Regeln führten aber auch zu Komplikationen: «Beispiel können trans oder non-binäre Personen Ablehnung erfahren, wenn sie als (cis) männlich gelesen werden.»

Ob jemand auf einer Demonstration geduldet wird, sollte eigentlich vom Verhalten einer Person abhängen, doch es könne sein, dass diese schlechte Gefühle verbreite, auch wenn sie tolerant und offen sind. Das sei mitunter den Erfahrungen mit sexualisierter Gewalt gemacht, die Demonstrierende erlebt hätten. 

Aufregen dürften Cis-Männer sich dann nicht, denn sie «dominieren gewöhnlicherweise den öffentlichen Raum, ob durch Lautstärke, Auftreten oder Menge». Die Autorin schreibt deutlich: «Ihr nehmt euch den Platz, den ihr wollt.» In der Gruppe sei der Effekt noch stärker – und das könne «FINTA ihren Platz» nehmen.

Deshalb sollten Cis-Männer sich vor allem zurückhalten. «Ihr lauft mit einer solchen Selbstverständlichkeit durch die Welt und merkt gar nicht, was für ein Privileg das ist», ruft die Autorin in Erinnerung und rät: «Fragt doch einfach ‹Wie kann ich euch unterstützen?›, und akzeptiert die Antwort.»


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