Untersuchung

Das tragen die Reichen zum Wohlstand der Schweiz bei

uri

28.11.2019

Die Reichen tragen laut einer Untersuchung stark zum Wohlstand der Schweiz bei. (Symbolbild)

Im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung leben nirgendwo so viele Millionäre wie in der Schweiz. In einer Studie wurde nun ihr Beitrag am Wohlstand des Landes untersucht.

Auf die Einwohnerzahl umgerechnet, gibt es in keinem Land der Welt mehr Millionäre als in der Schweiz. Über eine halbe Million Haushalte fallen hierzulande in diese Kategorie, in absoluten Zahlen liegen nur die USA (14,7 Millionen Millionäre), China (1,3 Millionen) und Japan (1,1 Millionen) vor der Schweiz, zeigen Zahlen der Boston Consulting Group.

Christian Frey, Stellvertretender Leiter Finanzen und Steuern bei Economiesuisse und Assistent an der Universität Luzern, hat nun ausgerechnet, wie gross der Beitrag der Millionäre für den Wohlstand der Schweiz ist. Wie SRF berichtet, zeigen die Zahlen seiner Untersuchung, dass die Reichen überproportional zum finanziellen Wohl des Landes beitragen.

Ein Prozent bezahlt 24 Prozent der Einkommenssteuern

Gründe hierfür sind laut Frey vor allem das progressive Steuersystem der Schweiz und die die AHV. So würden die einkommensstärksten ein Prozent der Bevölkerung zwar 11 Prozent aller Einkommen erzielen, aber «24 Prozent der Einkommenssteuern» bezahlen.

In Freys Studie, die ein «Gesamtbild aller Einkommenssteuern» zeichne, werde dieser Befund sogar noch deutlicher, wenn es um die reichsten zehn Prozent der Schweizer Haushalte gehe, denn diese würden über 50 Prozent der öffentlichen Ausgaben bezahlen. Darunter fielen etwa die Aufwendungen für Schulen, Spitäler, Strassen und Züge.

AHV als «Reichensteuer»

Auch leiste diese Gruppe einen sehr grossen Beitrag an die AHV, die so zu einer Reichensteuer werde, wie Frey meint. Beispielsweise zahle eine Person, die im Jahr eine Million Franken verdiene, jährlich 42'000 Franken in die AHV ein. Wer dagegen lediglich 50'000 Franken im Jahr verdiene, habe hier lediglich 2'100 Franken zu entrichten. Die Rente falle später dagegen bei beiden Zahlern gleich aus.

Nicht untersucht hat Frey laut SRF die Vermögenssteuern, weil diese nicht auf Bundesebene erhoben werden. Da diese jedoch noch progressiver ausgestaltet seien als andere Steuern, würden die Reichsten auch hier den grössten Teil an den jährlich eingenommenen sieben Milliarden Vermögenssteuern entrichten, so der Volkswirtschaftler.

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