«Die Einhaltung ist schlicht nicht kontrollierbar»

lpe

18.10.2021

Des skieurs portant des masques de protection profitent de skier sur une piste du domaine skiable valaisan pendant la crise du Coronavirus (Covid-19) le samedi 28 novembre 2020 a Verbier. La Suisse est actuellement sous pression europeenne autour de l'ouverture des stations de ski. La France va instaurer un isolement de sept jours pour ses citoyens qui tenteront d'aller skier a l'etranger pendant les Fetes. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)
Zertifikatspflicht statt Maskenpflicht wie letzten Winter: Dies gilt bereits in den Skigebieten in Österreich und Italien, wird die Schweiz nachziehen? (Archivbild)
Keystone

Wirrwarr um die Zertifikatspflicht auf den Schweizer Skiliften: Während die einen Skiorte sich die Regelung selbst auferlegen, warnen andere Skigebiete vor unverhältnismässigem Aufwand.

lpe

18.10.2021

Österreich hat es bereits vor einem Monat beschlossen: Wer diesen Winter mit Ski oder Snowboard Linien in den Schnee ziehen will, kann das nur mit dem Nachweis, geimpft, genesen oder getestet zu sein. Nicht nur in Hotels und Restaurants, sondern auch auf den Liften gilt Zertifikatspflicht. Auch Italien setzt auf das Zertifikat im Wintersport.  

In Deutschland ist die Regelung in vielen Bundesländern bisher an die Inzidenz geknüpft: Ist diese höher als 35, dürfen nur Geimpfte, Genesene oder Getestete die Bergbahnen benutzen.

«Wir brauchen Planungssicherheit»

Und in der Schweiz? Während die Saison immer näher rückt, klärt der Bund weiterhin ab. Vertreterinnen und Vertreter der Tourismusbranche machen Druck. «Wir brauchen Planungssicherheit», sagt Mario Bislin, CEO der Bergbahnen Flumserberg zur NZZ. «Schliesslich wollen wir unseren Gästen möglichst konkret sagen, wie sie sich auf und neben der Piste verhalten sollen.»



Eigene Schritte eingeleitet hat man auf den Fideriser Heubergen im Kanton Graubünden: Ende August hat man bekannt gegeben, dass man auch im Winter auf eine umfassende Zertifikatspflicht setzen wird – um die Planungssicherheit für Gäste und Mitarbeiter herzustellen, wie Geschäftsleiter Henrik Vetsch den Entscheid gegenüber der NZZ begründet.

Es sei einfacher, die Kontrolle des Covid-Zertifikats einmal bei Eingang des Wintersportgebiets durchzuführen, anstatt jeweils in den Hotels und Gastrobetrieben.

Einhaltung der Zertifikatspflicht «nicht kontrollierbar»

Den Fideriser Heubergen kommt jedoch zugute, dass sie nur über einen Zugang zum Skigebiet verfügen, der von der Mehrheit der Gäste passiert wird.

Dies ist an anderen Orten jedoch nicht der Fall: Die Wintersportlerinnen und Wintersportler können direkt von den Ferienunterkünften, von Strassen oder Wanderwegen auf die Pisten gelangen.

So auch auf den Flumserbergen: Jeden Tag wären 20 bis 30 Angestellte nötig, um die zehn Zugangspunkte zum Skigebiet zu kontrollieren, rechnet Mario Bislin vor. «Die Einhaltung der Zertifikatspflicht ist schlicht nicht kontrollierbar».

Bislin: Letzte Saison beweist – Masken reichen aus

Es sei auch widersprüchlich, dass im oft eng besetzten öV, der von vielen Wintersportlern zur Anreise genutzt wird, ein 3G-Nachweis kein Thema sei, man aber über eine Zertifikatspflicht für Aktivitäten an der frischen Luft diskutiere.

Die Betreiber hätten in der Saison 2020/21 zudem bewiesen, dass sie ihren Gästen ein sicheres Wintervergnügen garantieren können. «Entgegen allen Befürchtungen wurde kein Skiort in der Schweiz zum Hotspot», sagt Bislin.