Nachfolge von Vitus Huonder

Domherren sollen heute einen neuen Churer Bischof wählen

cz, sda

23.11.2020 - 09:36

Peter Buercher, Apostolischer Administrator des Bistum Chur, aufgenommen im Bischoeflichen Schloss, am Donnerstag, 6. Juni 2019, in Chur. Peter Buercher leitet das Bistum nach dem Ruecktritt von Bischof Vitus Huonder. Er soll auch dessen Nachfolge einleiten. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)
Peter Buercher leitet das Bistum Chur übergangsmässig nach dem Ruecktritt von Bischof Vitus Huonder.
Bild: Keystone/Gian Ehrenzeller

Erhält das Bistum Chur einen neuen Bischof? Die Domherren sollen heute zu einer geheimen Sitzung zusammentreten. Zuletzt konnte auch Übergangsbischof Peter Bürcher keine Ruhe in das konfliktreiche Bistsum bringen.

Die Domherren des Churer Domkapitels dürften heute Montag einen neuen Bischof für das Bistum Chur wählen, schreibt das katholische Medienzentrum auf seiner Website Kath.ch unter Berufung auf eine «sichere Quelle». Auf Anfrage keinen Kommentar dazu abgeben wollte am Sonntag der Medienbeauftragte des Bistums Chur.

Zunächst hatte am Sonntag der «Tages-Anzeiger» berichtet, dass sich am Montag die 22 Domherren in Chur versammeln werden, um einen neuen Bischofs zu wählen. Kath.ch bestätigte dies und berief sich dabei am Sonntag auf eine «sichere Quelle».

Laut Angaben von Kath.ch stehen auf einer Liste sieben Namen als mögliche Bischöfe: der Offizial Joseph Bonnemain, der Luzerner Pfarrer Ruedi Beck, der Horgener Pfarrer Adrian Lüchinger, der Richterswiler Pfarrer Mario Pinggera, der Abt von Einsiedeln, Urban Federer, der Abt von Disentis, Vigeli Monn, und der Ex-Abt von Hauterive, Mauro-Giuseppe Lepori.

Übergangslösung seit über einem Jahr

Der neue Bischof würde die Nachfolge von Bischof Vitus Huonder antreten. Huonder hatte sich im Mai 2019 nach fast zwölf Jahren im Amt verabschiedet. In der Folge kam es zu einer Übergangslösung an der Spitze des Bistums.

Der Papst ernannte den damals 73-jährigen Oberwalliser Peter Bürcher zum Apostolischen Administrator, bis eine definitive Lösung für die Huonder-Nachfolge getroffen ist. Bürcher ging damals nach eigenen Angaben von einer Amtszeit von ein «paar Monaten» aus.

Bischof Vitus Huonder waehrend der Gedenkfeier 600 Jahre Niklaus von Fluee, Bruder Klaus, am Samstag, 19. August 2017, in Flueeli-Ranft. (KEYSTONE/Alexandra Wey)...
Umstrittene Figur: Der zurückgetretene Bischuof Vitus Huonder, hier während einer Gedenkfeier im Jahr 2017. 
Bild: Keystone/Alexandra Wey

Seit Jahrzehnten bestehen im Bistum Konflikte zwischen konservativen und fortschrittlichen Kreisen. Auch unter Bürcher kam das Bistum nicht zur Ruhe. Ausdruck dieser Konflikte war auch der Entscheid Bürchers im März dieses Jahres Martin Kopp per sofort als Generalvikar der Urschweiz aus dem Amt zu entfernen.

Kopp verhielt sich in den Augen Bürchers nicht weisungsgemäss. Kopp hatte sich zur Bischofsnachfolge im Bistum Chur öffentlich geäussert und damit gegen eine interne Regel verstossen, hiess es vom Bistum. Rund 3900 Personen wandten sich in der Folge in einer Petition an Bürcher gegen die Absetzung Kopps.

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