Einkaufstourismus aus der Schweiz wegen Corona fast halbiert

sob

6.11.2020 - 04:54

Ein Man steht mit vollen Einkaufstaschen an der Tramstation der Linie 8 vom Zoll und dem deutschen Einkaufszentrum Rhein Center in Richtung Basel. (Symbolbild)
Keystone

Schnell über die Grenze nach Deutschland zum Einkaufen? Was derzeit trotz Corona für viele Schweizer noch möglich wäre, verliert rasant an Bedeutung. Seit Mitte Oktober ist der Umsatz von 25 auf 15 Millionen Franken pro Woche geschrumpft.

Billig einkaufen in Deutschland gehört für viele Schweizer zum normalen Alltag. Die zweite Corona-Welle hat diese Gewohnheit seit Anfang November aber massiv gebremst.

Das zeigen Daten des Projekts Monitoring Consumption Switzerland der Universität St. Gallen (HSG), wie der «Tages-Anzeiger» schreibt. Die Wissenschaftler werten dafür Zahlungsdaten von Debitkarten aus – unter anderem danach, wie oft sie im Ausland eingesetzt werden. Gaben Schweizerinnen und Schweizer in der Woche vom 12. bis zum 19. Oktober noch 25 Millionen Franken mit Debitkarten in Deutschland aus, waren es in der Woche darauf nur noch 17 und eine später noch 15 Millionen Franken.

Viele kennen die Regeln nicht

Die behördlichen Anordnungen würden zwar den meisten, die üblicherweise nach Deutschland zum Einkaufen fahren, dies weiterhin erlauben. Denn es bestehen zahlreiche Ausnahmen, unter anderem für den Einkaufstourismus im Bundesland Baden-Württemberg.

So ist die Einreise ohne Quarantäne für Schweizer aus den beiden Appenzell, St. Gallen, dem Thurgau, Schaffhausen, Zürich, dem Aargau, den beiden Basel, dem Jura und Solothurn weiter möglich, solange sie weniger als einen Tag im Land bleiben. Aus diesen Kantonen dürften die allermeisten Schweizer Einkaufstouristen in Deutschland stammen.

Verschiedene Gründe

Matthias Fengler, Ökonometrie-Professor an der HSG und am Debitkartenprojekt beteiligt, sieht mehrere mögliche Erklärungen. «Zuerst sehen wir auch innerhalb der Schweiz generell eine Reduktion von Mobilität. Genau wie deshalb der Konsum in den Schweizer Innenstädten zurückgeht, mag dies auch auf den Einkaufstourismus Auswirkungen haben.»



Zudem würden die Freizeitaktivitäten ganz allgemein reduziert: «Ein Ausflug nach Deutschland ist doch weit mehr als nur ein normaler Supermarkteinkauf.»

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