«Ich warte, dass dieser bizarre Alptraum ein Ende hat»

lmy/uri/SDA

3.11.2021

Alain Berset: «Jede Impfung zählt»

Alain Berset: «Jede Impfung zählt»

In der nationalen Impfwoche unter dem Motto «Gemeinsam aus der Pandemie» wollen Bund und Kantone möglichst viele Menschen von den gesamtgesellschaftlichen Vorteilen der Impfung überzeugen. Informieren sollen auch Inserate und Konzerte. «Mit 150 Impfungen kann 1 Hospitalisierung auf der Intensivstation vermieden werden», sagte Bundesrat Alain Berset. Er meint deshalb auch, dass sich der finanzielle Aufwand für diese Impfoffensive lohne.

03.11.2021

Ein Impfdorf am Zürcher HB und Konzerte mit Stress und Stefanie Heinzmann: Bund und Kantone gehen mit Zuversicht in die nationale Impfwoche – und betonen: «Jede zusätzlich Impfung ist ein Erfolg.»

lmy/uri/SDA

3.11.2021

Kommende Woche startet in der Schweiz eine Impfwoche. «Das ist eine gute Sache», sagte Gesundheitsminister Alain Berset. Die Impfquote sei noch nicht hoch genug, um die Corona-Massnahmen zu lockern. «Ein zusätzlicher Effort vor dem Winter ist nötig».



Einige würden sich fragen, ob sich der Aufwand lohne. Für Berset ist klar: «Wir sind tief überzeugt: Es lohnt sich. Jede Impfung zählt.» Er rechnete vor, dass mit 150 Impfungen eine Einlieferung eines Infizierten auf eine Intensivstation verhindert werden könne.

«Jede zusätzliche Impfung ist ein Erfolg», betonten Berset wie auch Bundespräsident Guy Parmelin, GDK-Präsident Lukas Engelberger und die Zürcher Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli, die am Mittwoch gemeinsam vor die Medien traten.

Gemeinsam aus der Krise

Mit der Impfwoche wollen «wir wirklich noch einen Schritt vorwärts machen». Mit der Impfoffensive werde ein «last call» gemacht. Gemeinsam aus der Krise gelte für alle, sagte Berset auch an die Adresse der Medien.

Bundespräsident Guy Parmelin ergänzte, mit der Impfwoche solle in erster Linie informiert werden. Das Virus zu besiegen sei im Interesse der gesamten Gesellschaft. Die Überzeugungsarbeit sei harte Arbeit, aber sie lohne sich. Mit der Impfwoche würden auch Geimpfte die Gelegenheit haben, ihre Frage beantwortet zu bekommen.

Laut GDK-Präsident Lukas Leuenberger läuft die Planung der Impfwoche noch. «Wir sind kurzfristig unterwegs und schauen, was möglich ist». Es sei verfrüht, jetzt Zahlen zu Kosten und Aufwand zu nennen.

Anstrengungen verstärken

Die Zürcher Regierungsrätin Natalie Rickli ergänzte, dass jeder Kanton entscheiden könne, was sinnvoll und machbar sei. «Die Kantone können aus einer Palette von Vorschlägen des Bundes auswählen und Massnahmen ergreifen, die auf die Bedürfnisse der jeweiligen Kantone zugeschnitten sind.»

Derzeit sei auch in ihrem Kanton das Impftempo derzeit tief. «Der Aufwand, Ungeimpfte zu überzeugen, ist sehr gross geworden.» Dennoch gehe es darum, «jetzt noch einmal Vollgas» zu geben und die Anstrengungen zu verstärken – auch vor dem Hintergrund der steigenden Infektionszahlen und der kälteren Jahreszeit. «Wir müssen verhindern, dass die Spitäler und das Personal wieder überlastet werden.»

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  • 14.54 Uhr
    Ende der Medienkonferenz

    Es gibt keine weiteren Fragen, die Medienkonferenz ist damit beendet. Wir schliessen unseren Live-Ticker und bedanken uns für die Aufmerksamkeit.

  • 14.49 Uhr
    Einladung nach Zürich

    «Wir sehen uns oft in diesem Jahr», sagt GDK-Präsident Lukas Engelberger auf die Frage, warum auf dem Podium Regierungsräte aus den Musterschüler-Kantonen sässen und nicht solche aus Kantonen mit einer tieferen Impfquote. Man sei sich einig, dass die Impfung der Weg aus der Krise sei und ziehe am gleichen Strick.

    Auch die Ostschweizer Kantone machten mit an der Impfwoche, ergänzt Natalie Rickli. Sie lädt auch alle ein, sich am Hauptbahnhof in Zürich impfen zu lassen, ihr Kanton könne hier vielleicht einen Mehrwert leisten.

  • 14.46 Uhr 
    Wie gross ist der Aufwand der Antikörper-Tests?

    Engelberger sagt, die Tests würden selbstverständlich einen zusätzlichen Aufwand für die Kantone bedeuten. «Ich gehe aber nicht davon aus, dass das besonders schwerwiegend sein wird. Ich denke, dass wir das handhaben können.»

  • 14.45 Uhr
    Krise ist noch nicht vorüber

    Ist die Impfwoche als letzter Aufruf des Bundesrats zu verstehen? «Das würde ich nicht so sagen», antwortet Parmelin. Diese Woche sei aber sehr wichtig, um das Bewusstsein in der Bevölkerung zu fördern, dass die Krise noch nicht vorüber sei. «Wir müssen zeigen, dass die Impfung für Sie selber und für das Allgemeinwohl wichtig ist.»

  • 14.43 Uhr 
    Wer muss für Auffrischungs-Impfung zahlen?

    Masserey sagt, die Kosten würden für alle jene übernommen, die eine Auffrischungs-Impfung benötigen, gemäss der Impfempfehlung.

  • 14.42 Uhr
    Ab wann kann die Impfwoche als Erfolg gelten?

    Berset nennt keine Zahl wie viele Impfungen die Aktion bringen soll und wiederholt: «Jede Impfung zählt!». Auch hätte man vor ein paar Wochen noch nicht wissen können, dass Bund und Kantone nun noch so viel Energie aufbringen würden, um mehr Impfungen zu erreichen.

  • 14.41 Uhr
    Verschiedene Musikstile

    Bei der Auswahl der Künstler*innen und der Orte sei die Frage gewesen, wer verfügbar sei, so Michael Beer. Man habe auch verschiedene Musikstile berücksichtigt und verschiedene Sprachen. Die Impforte seien nach verschiedenen Kriterien ausgewählt worden, etwa nach dem Impfpotenzial.

  • 14.37 Uhr 
    Was unternehmen die Kantone nun?

    Engelberger sagt, in Basel werde man die Offerte heute nach Bern schicken. Es sei aber zu früh, jetzt bereits Zahlen zu nennen. Bislang hätten 13 Kantone ihre Vorschläge eingereicht – es kämen nun etwa 44 Impfmobile dazu. Man schaue jetzt, was Wirkung zeige und versuche möglichst viele Leute zu erreichen. 

  • 14.35 Uhr
    Nach der Impfwoche weiterschauen

    Was ist der nächste Schritt, wenn die Impfunwilligen in der Impfwoche nicht reagieren? Der Bundesrat beobachte die Entwicklung der Pandemie regelmässig, antwortet Parmelin. Man wolle eine Überlastung des Gesundheitssystems verhindern, aber auch erneute Schliessungen. Man mache diese Impfwoche mit der Hoffnung auf positive Resultate, danach werde man weiter schauen.

  • 14.33 Uhr
    Untergräbt die Zertifikat-Vereinfachung die Impf-Anstrengungen? 

    «Ich glaube nicht», sagt Berset. Wenn auch serologische Tests anerkannt würden, sei das eine gute Lösung. Man habe immer verschiedene Lösungen in der Pandemie angestrebt. Die Impfwoche sei hier eben ein weiterer Schritt nach vorn.

  • 14.32 Uhr
    Impfwoche als letzter Aufruf

    Das Ziel sei nicht mehr, die Impfunwilligen zu schützen, sondern eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern. Die Impfwoche sei ein «last call», so Berset.

    «Jede Impfung ist ein Erfolg im Kampf für das Allgemeinwohl», ergänzt Parmelin. Aber auch bei den Geimpften gäbe es offene Frage, etwa nach einer dritten Impfung. Auch diese sollen im Rahmen der Impfwoche beantwortet werden.

  • 14.28 Uhr 
    Die Fragerunde beginnt

    Eine Journalistin will wissen, wie die Ziele der Impfwoche aussehen. «Das Ziel ist folgendes», sagt Berset: «Jede zusätzliche Impfung ist ein Erfolg.» Die Impfungen in der Schweiz seien zwar freiwillig, aber man wolle mit der Aktion mehr Impfungen erreichen.

    Regierungsraetin Natalie Rickli, Vorsteherin der Gesundheitsdirektion des Kantons Zuerich, zweite-rechts, spricht an der Seite von Regierungsrat Lukas Engelberger, Praesident der Gesundheitsdirektorenkonferenz (GDK), Bundesrat Alain Berset, Bundespraesient Guy Parmelin, und Vizekanzler Andre Simonazzi, Bundesratssprecher, von links, an einer Medienkonferenz ueber die Impfoffensive zur Coronavirus-Pandemie, am Mittwoch, 3. November 2021, im Medienzentrum Bundeshaus in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)
    Lukas Engelberger, Alain Berset, Guy Parmelin, Natalie Rickli und Vizekanzler André Simonazzi.
    KEYSTONE
  • 14.27 Uhr
    Beitrag zur Bewältigung der Pandemie

    «Wer sich impfen lässt, übernimmt auch Verantwortung gegenüber den Ungeimpften», so Rickli. Sie hofft, dass in der kommenden Woche viele Menschen beraten und impfen lassen, um ihren Beitrag zur Pandemiebewältigung zu leiste. 

  • 14.26 Uhr
    Impfdorf im Zürcher HB

    Im Zürcher Hauptbahnhof soll ein Impfdorf aufgebaut werden, in dem Bewohner aller Kantone willkommen sind, führt Rickli weiter aus. Auch wird es eine «lange Nacht der Impfung» geben, an der man sich bis Mitternacht impfen lassen kann. Auch Ärzte und Apotheker werden eingebunden, sie stünden gerade bei skeptischen Personen sehr wichtig.

  • 14.23 Uhr
    Appenzellerin im Impftram

    «Wo die Impfquote hoch ist, gibt es weniger Ansteckungen», betont Natalie Rickli. Es sei wichtig, diese vor dem Beginn der kalten Jahreszeit noch weiter zu steigern. In ihrem Kanton Zürich seien 76 Prozent der Personen über 12 geimpft, über eine Million.

    Auch die mobilen Angebote wie das Impftram seien ein grosser Erfolg. So sei eine Frau aus Appenzell-Ausserrhoden extra nach Zürich gekommen, um sich dort impfen zu lasse, weil sie mit dem Tram schöne Kindheitserinnerungen verbindet.

    Regierungsraetin Natalie Rickli, Vorsteherin der Gesundheitsdirektion des Kantons Zuerich, spricht an einer Medienkonferenz ueber die Impfoffensive zur Coronavirus-Pandemie, am Mittwoch, 3. November 2021, im Medienzentrum Bundeshaus in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)
    Regierungsrätin Natalie Rickli, Vorsteherin der Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich, spricht auf der Medienkonferenz.
    Bild: Keystone
  • 14.21 Uhr
    «Wir wollen diese Chance jetzt nutzen»

    «Jede Impfung zählt», betont auch Engelberger. Der Nutzen jeder einzelnen Impfung stehe im Vordergrund. Gründe, die gegen das Impfangebot sprechen, fallen ihm keine ein.

    Alle Kantone beteiligen sich an der Impfwoche, die Angebote seien überall ein bisschen anders. Sie gehen mit Impf- und Informationsangeboten in die Fläche, in die Gemeinden, um näher zu den Leuten zu kommen. «Sie werden die Impfung auf eine neue Art und Weise und auf neuen Kanälen wahrnehmen können», verspricht Engelberger. «Wir wollen diese Chance jetzt nutzen.»

  • 14.18 Uhr
    Zeit vor dem Winter

    «Wir sind aber noch nicht am Ziel», betont Engelberger. Zu viele Personen stünden noch im Risiko, das Potential für eine hohe Belastung des Gesundheitswesens sei immer noch da. Nach den Sommerferien sei die Situation schwierig gewesen, und auch jetzt stiegen die Zahlen erneut. «Wir müssen und wir wollen mehr machen«, so Engelberger. «Noch haben wir Zeit.» Man könne noch eine Impfquote erreichen, mit der die Schweiz sicher durch den Winter komme.

  • 14.16 Uhr
    Einzigartige Kampagne

    Die Schweiz habe dieses Jahr eine einzigartige Impfkampagne gefahren, führt Lukas Engelberger aus. Diese laufe seit Anfang Jahr in allen Kantonen mit Hochdruck. Dafür bedankt sich Engelberger bei allen, die mitgearbeitet haben.

  • 14.14 Uhr
    Jede Impfung zählt

    «Der Aufwand lohnt sich, davon sind wir tief überzeugt», betont Berset. Jede Impfung zähle. Die Kosten für die Impfwoche seien gleich hoch wie zwei Wochen Testen. Die Impfwoche sei ein sehr gutes Angebot an alle, sich mit der Impfung auseinanderzusetzen. Nur mit Solidarität werde man die Pandemie überwinden können, und jede Impfung bringe das Land diesem Ziel näher.

  • 14.12 Uhr
    Gemeinsame Anstrengung

    Gesundheitsminister Alain Berset geht konkreter auf die Impfwoche und die aktuellen Massnahmen ein. Die Anzahl Neuimpfungen sinke, die Zahlen jedoch stiegen. Darum sei man sich einig, dass man vor dem Winter eine zusätzliche Anstrengung leisten müsse.

    Bund, Kantone, Gemeinden und Verbände treten gemeinsam auf in der Impfwoche. Der Bund stellt dafür 100 Millionen Franken zur Verfügung. Die Kantone hätten noch bis heute Abend Zeit, um Vorschläge einzureichen, bisher seien viele gute Ideen eingegangen. Die Infos dazu gibt es auf Impfwoche.ch.

  • 14.09 Uhr
    «Auch ich werde immer ungeduldiger mit dieser Pandemie»

    Der Bundesrat sei überzeugt, dass noch viele von der Impfung überzeugt werden können, darum stehe man auch hinter der Impfwoche. «Auch ich werde immer ungeduldiger mit dieser Pandemie», gibt Parmelin zu. Er wolle sich wieder mit anderen Themen beschäftigen, er wolle, dass dieser «bizarre Alptraum» endlich ein Ende haben.

  • 14.07 Uhr
    Freiheitsangebot, nicht Strafe

    Der Bundesrat habe die Aufgabe, die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen. Ein wichtiger Pfeiler dabei sei die Impfstrategie, ebenso das Covid-Zertifikat. «Es handelt sich dabei nicht um eine Strafe, sondern um ein Freiheitsangebot», so Parmelin. Alle hätten die Möglichkeit, diesen Freiraum zu nutzen, indem sie sich impfen liessen. «Der Bundesrat hat Entscheide im Interesse der Mehrheit der Gesellschaft getroffen», betont Parmelin. Auch das Gesundheitssystem müsse geschützt werden.

  • 14.05 Uhr
    «Wir alle haben langsam genug»

    Bundespräsident Guy Parmelin eröffnet die Medienkonferenz. Man wolle die nationale Impfwoche und die damit verbundenen Massnahmen vorstellen. Der Pandemie soll so bald wie nur möglich ein Ende gesetzt werden. Dafür sei auch die Annahme des Covid-Gesetzes Ende November nötig. «Wir alle haben langsam genug», betont Parmelin.

Die Ausgangslage

Die epidemische Situation hat sich in den letzten zwei Wochen verschlechtert, die Zahl der Neuansteckungen liegt bei fast 2000 pro Tag. Nun steht die nationale Impfwoche an, mit der die Impfquote weiter erhöht werden soll. Sie ist Teil der Impfoffensive.

Ab 14 Uhr informieren Bund und Kantone über die Impfoffensive. Bundespräsident Guy Parmelin und Gesundheitsminister Alain Berset treten gemeinsam mit der Gesundheitsdirektorin von Zürich, Natalie Rickli, und ihrem Basler Kollegen Lukas Engelberger vor die Medien.

An der Medienkonferenz nehmen teil:

  • Bundespräsident Guy Parmelin, Vorsteher Eidgenössisches Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF)
  • Bundesrat Alain Berset, Vorsteher Eidgenössisches Departement des Innern (EDI)
  • Regierungsrat Lukas Engelberger, Präsident der Gesundheitsdirektorenkonferenz (GDK), Gesundheitsdirektor des Kantons Basel-Stadt
  • Regierungsrätin Natalie Rickli, Vorsteherin der Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich
Bundespraesident Guy Parmelin, links, Vorsteher Eidgenoessisches Departement fuer Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) und Bundesrat Alain Berset, Vorsteher Eidgenoessisches Departement des Innern (EDI) anlaesslich einer Medienkonferenz ueber die neusten Entscheide des Bundesrates zur Ausweitung des Corona-Zertifikates, am Mittwoch, 8. September 2021, in Bern. (KEYSTONE/Marcel Bieri)
Guy Parmelin und Alain Berset treten heute vor die Medien.
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