Erster Klimastreik seit Beginn der Pandemie

sda/toko

4.9.2020 - 20:14

Mehr Klimaschutz forderten am Freitag mehr als 1000 Personen an einer Kundgebung in Zürich.
KEYSTONE/ALEXANDRA WEY

Erstmals seit Beginn der Covid-19-Pandemie hat die Klimastreikbewegung in der Schweiz für den Freitagnachmittag wieder zu grösseren Kundgebungen aufgerufen. Tausende demonstrierten in 18 Städten.

Erstmals seit Beginn der Covid-19-Pandemie ist die Klimastreik-Bewegung am späteren Freitagnachmittag wieder auf die Strasse gegangen. Kundgebungen fanden in 18 Schweizer Städten statt. Die Bewegung fühlt sich von der Politik im Stich gelassen.

Die Klimastreik-Organisation erklärte im Vorfeld, die Menschen hätten «ein berechtigtes Interesse daran, auf einem bewohnbaren Planeten eine Zukunft zu haben». Das sei aber nicht gehört worden. "In der Politik wurden wir von Rechts beschimpft und belächelt, von den linken Parteien benutzt und belogen", hiess es in einer Mitteilung.

Nach den Demonstrationen vom Freitag folgen Ende September Aktionen des gewaltfreien und massenhaften zivilen Ungehorsams. Damit wollen die Klimastreikenden «endlich ernst genommen werden». Dazu arbeiteten die verschiedenen Klimabewegungen wie Collective Climate Justice, Extinction Rebellion, Climatestrike und Collectif Break Free zum ersten Mal zusammen.

In Zürich mehr als 1000 Menschen

In Zürich beteiligten sich mehr als 1000 Personen an einer bewilligten Kundgebung vom Helvetiaplatz via Limmatquai zur Stadthausanlage. In Uster im Kanton Zürich streikten rund 100 Personen für das Klima.

Neben der üblichen Forderung nach Klimaschutzmassnahmen wie einer raschen Senkung der CO2-Emissionen wurde in Zürich auch dazu aufgerufen, an der nationalen Aktionswoche in Bern teilzunehmen, die vom 20. bis 25. September stattfindet. Gleichzeitig findet in der Bundesstadt die letzte Woche der Herbstsession von National- und Ständerat statt.

Aufregung um Ferrari

Die friedliche Stimmung  in Zürich wird nur einmal gestört, wie der «Tages-Anzeiger» (kostenpflichtiger Inhalt) berichtet. Ein Lenker habe sich mit seinem Ferrari zwischen den  Protestierenden und Polizeiautos hindurch gequetscht, zum Missfallen der allermeisten Anwesenden. 

Der Ferrari-Lenker sei schliesslich unter den «Climate Justice Now»-Rufen der Demonstranten davon gerollt.

In Basel nahmen rund 500 Personen an der Kundgebung teil. Die zumeist jungen Demonstrantinnen und Demonstranten zogen friedlich - mit Schutzmasken und laut Parolen skandierend - vom Münsterplatz zum Messeplatz. Die Demonstration war bewilligt.

Erneut waren dem Aufruf hauptsächlich Schülerinnen und Schüler gefolgt, die sich um 14.00 Uhr auf dem Münsterplatz versammelten. «Ich bin traurig und wütend, weil die Mächtigen der Welt nichts gegen die Klima-Krise unternehmen», sagte eine Aktivistin bei der Eröffnungsrede der Demonstration.

«Nachtzüge statt Billigflüge»

Rund 600 Menschen von jung bis alt gingen am Freitagnachmittag auch in Bern für eine nachhaltige und klimagerechte Zukunft auf die Strasse. Fast alle trugen eine Schutzmaske. Auf ihren Plakaten standen die gleichen Forderungen wie vor der Corona-Pandemie: «Nachtzüge statt Billigflüge» und «Klimaschutz macht Kinder froh und Erwachsene ebenso».

In Lausanne mobilisierte die Klimakundgebung rund 800 vor allem junge Menschen. Die Demonstranten trafen sich um 14.00 Uhr am Bahnhof und marschierten dann friedlich ins Stadtzentrum. Sie skandierten Rufe wie etwa: «Wir sind heisser, heisser, heisser als das Klima». Fast alle Teilnehmer trugen eine Gesichtsmaske, wie es von den Organisatoren wegen des Coronavirus vorgeschrieben wurde.

In Genf demonstrierten rund 600 Menschen. Sie zogen vom Bahnhof Cornavin über die Mont-Blanc-Brücke in den Stadtteil Plainpalais.

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