274 Neuinfektionen — 1000er-Grenze für Grossveranstaltungen fällt 

Agenturen/red

12.8.2020 - 21:45

Grossveranstaltungen mit über 1000 Personen sind ab Anfang Oktober wieder möglich — unter strengen Auflagen. Unterdessen meldet das BAG 274 Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Die Ereignisse des Tages im Überblick.

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Mittwoch 274 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus innerhalb eines Tages gemeldet worden. Am Dienstag waren es 187, am Montag 105, am Sonntag 152 und am Samstag 182 gewesen.

Letztmals waren dem BAG Ende April an einem einzigen Tag so viele bestätigte Neuinfektionen gemeldet worden. Damals war die Kurve am Abflachen, bis sie Anfang Juni mit rund 100 bestätigten Fällen pro Woche den Tiefstpunkt erreichte.

Seither steigen die positiven Fälle wieder an und befinden sich zur Zeit bei etwas über 1000 pro Woche. Auf dem Höhepunkt der ersten Welle hatte es pro Woche über 7000 positive Testresultate gegeben.

Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga mahnte am Mittwochnachmittag vor den Medien in Bern: «Jede Lockerung der Corona-Regeln bringt mehr Verantwortung.» Der Anstieg der Fallzahlen zeige: «Wir müssen vorsichtig bleiben.» Weniger dramatisch gab sich Gesundheitsminister Alain Berset. «Es gibt immer diese Schwankungen», sagte er. Die Situation sei unter Kontrolle. «Die Zahlen explodieren nicht.»

1000er-Grenze fällt

Grossveranstaltungen mit über 1000 Personen sind ab Anfang Oktober unter strengen Auflagen wieder möglich. Sport- und Kultur-Veranstalter sind nun laut Bundesrat und Kantonen in der Pflicht, erneute Einschränkungen möglichst zu verhindern. Die Lockerung wird mehrheitlich begrüsst.

Der Bundesrat hat das Verbot, das bis Ende August gilt, am Mittwoch um einen Monat bis Ende September verlängert. Damit will er den Kantonen mehr Zeit geben, um das Bewilligungsregime vorzubereiten und allenfalls die Kapazitäten für das Contact Tracing zu erhöhen.

Neben der Anwendung von "strengen" Schutzmassnahmen müssen die Veranstalter in den Bereichen Sport, Kultur und Religion vorgängig eine Bewilligung des jeweiligen Kantons einholen. Dazu will der Bund mit den Kantonen in den nächsten zwei Wochen einheitliche Kriterien erarbeiten.

«Gewisse Rückkehr zur Normalität»

Die Lockerung nach rund sieben Monaten sei kein Freipass, warnte Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga vor den Bundeshausmedien. Sie nahm sowohl Vereine und Sportligen sowie auch Match- und Messebesucher gleichermassen in die Pflicht.

Mit der Lockerung will der Bundesrat nach sechs Monaten Pandemie eine «gewisse Rückkehr zur Normalität» ermöglichen, wie Gesundheitsminister Alain Berset erklärte. Man müsse einen Weg finden, um mit dem Virus zu leben.

Weiter hat der Bundesrat am Mittwoch eine Maskentragpflicht in Flugzeugen ab Mitte August beschlossen. Und er beantragte dem Parlament weitere Nachkredite in der Höhe von 700 Millionen Franken zur Eindämmung der Corona-Krise. Die Arbeitslosenversicherung will der Bundesrat mit bis zu 14,2 Milliarden Franken stützen.


Die Ereignisse des Tages im Überblick: 

Das Wichtigste in Kürze:

  • Das deutsche Robert-Koch-Institut hat eine Kommunikationspanne eingeräumt. Es gehe nicht davon aus, dass ein Impfstoff schon im Herbst verfügbar sein wird.
  • Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder hat wegen einer Panne mit Corona-Tests einen geplanten Besuch an der Nordsee abgesat.
  • Der Flughafen Zürich leidet weiterhin am geringen Passagieraufkommen durch die Coronavirus-Pandemie.
  • Der Bundesrat informiert über seinen Entscheid, Grossanlässe ab Oktober wieder zu erlauben — Die 1000er-Grenze fällt.
  • Das BAG hat für die Schweiz und in Liechtenstein innert 24 Stunden 274 neue Ansteckungen registriert und einen Todesfall.
  • Der Luzerner Uhren- und Schmuckverkäufer Bucherer will weltweit 370 Jobs streichen – rund 220 davon in der Schweiz. 
  • Erste Länder haben bereits Interesse an Russlands Corona-Impfstoff «Sputnik V» bekundet – dem ersten zugelassenen weltweit.

21.52 Uhr: Wir beenden den Live-Ticker am Mittwoch

21.45 Uhr: London korrigiert Zahl der Corona-Toten um mehr als 5000 nach unten

Das britische Gesundheitsministerium hat die Zahl der Corona-Toten für England um mehr als 5000 nach unten korrigiert. Grund dafür sei, dass Todesfälle bei positiv Getesteten bislang in England ohne zeitliche Beschränkung erfasst wurden, teilte das Ministerium in London mit. In anderen Landesteilen wie beispielsweise Schottland gelte hingegen eine Frist von 28 Tagen zwischen einem positiven Corona-Test und dem Todeszeitpunkt, danach werde von einer anderen Todesursache ausgegangen. Das solle nun einheitlich im ganzen Land so gehandhabt werden.

Die Zahl der Todesfälle bei nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten in Grossbritannien sank damit von 46'706 auf 41'329. Trotzdem hält das Land weiterhin den traurigen Rekord der meisten Corona-Opfer in Europa. Zudem steht zu befürchten, dass viele Menschen, die dem Virus zum Opfer fielen, nie getestet wurden.

Zahlen der Statistikbehörden zufolge wurde bislang bei etwa 56'800 Gestorbenen Covid-19 auf dem Totenschein vermerkt. Die Übersterblichkeit für den Zeitraum der Pandemie liegt in Grossbritannien bei über 65'500. Damit gemeint ist die Differenz zwischen der Zahl der Sterbefälle in diesem Jahr und dem Durchschnitt des Vergleichszeitraums der vergangenen fünf Jahre.

21.36 Uhr: Diana-Musical wegen Corona vor Broadway-Debüt auf Netflix

Das Musical «Diana» über das Leben von Prinzessin Diana wird vor seinem für 2021 geplanten Broadway-Debüt erst beim Streamingdienst Netflix erscheinen. Diesen ungewöhnlichen Schritt gaben die Show-Produzenten bekannt. Das Musical sollte eigentlich im vorigen März im New Yorker Longacre Theater Premiere feiern, doch die Corona-Pandemie führte zum Aufschub.

Ende Juni wurden dann im berühmtesten Theaterviertel der Welt sämtliche Produktionen und Vorstellungen bis zum Jahresende abgesagt. «Diana» soll nun erst ab kommendem Mai am Broadway aufgeführt werden.

Für die geplante Netflix-Ausstrahlung soll die Aufführung mit den Broadway-Darstellern Jeanna de Waal als Diana und Roe Hartrampf als Prinz Charles ohne Publikum im Longacre Theater gefilmt werden. Der Streamingdienst will den Termin für die Show unter der Regie von Tony-Preisträger Christopher Ashley später bekanntgeben.

21.14 Uhr: Zahl der Corona-Infizierten in Griechenland erreicht einen neuen Höchststand

Die Zahl der Corona-Infizierten in Griechenland hat einen neuen Höchststand erreicht. Wie die Gesundheitsbehörden des Landes mitteilten, verzeichnete das Land an dem Tag 262 Neuansteckungen und damit so viele wie an keinem anderen Tag seit Beginn der Pandemie. Demnach seien zudem zwei weitere infizierte Menschen gestorben, was die Zahl der Corona-Toten auf insgesamt 216 steigert.

Die Behörden führen die diesen Monat stetig ansteigenden Infektionszahlen auf die Missachtung von Abstandsregeln in Restaurants, Bars und bei öffentlichen Veranstaltungen zurück. Sie haben deshalb am Montag die nächtliche Schliessung von Restaurants und Bars in einigen beliebten Urlaubsorten wie den Inseln Mykonos, Santorini, Korfu, Rhodos and Kreta angeordnet. Auch in den Städten Thessaloniki, Larissa, Volos and Katerini müssen die Gaststätten um Mitternacht schliessen.

Ebenso verhängten die Behörden weitere Einreisesperren für Reisende vom Balkan und aus mehreren EU-Ländern mit hohen Infektionszahlen. Seit vergangener Woche gilt zudem in allen öffentlichen Gebäuden Maskenpflicht.

20.37 Uhr: Taskforce-Mitglied Flahault: «Rate Über-40-jährigen von Grossveranstalungen ab»

Heute Mittwoch hat der Bundesrat die 1000er Grenze bei Grossveranstaltungen aufgehoben — mit strengen Sicherheitsauflagen.

Der Epidemiologe Antoine Flahault aus Genf, Mitglied der Corona-Taskforce, hält dies für durchaus legitim. Insbesondere durch das Tragen sei es möglich, das Risiko stark zu senken. Dies sagte Flahault dem «Tages-Anzeiger» (kostenpflichtiger Inhalt).

Allerdings würde er über 40-Jährigen dennoch nicht raten, Grossveranstaltungen zu besuchen: «Im Allgemeinen würde ich Personen ab 40 eher von Grossveranstaltungen abraten. Ab 80 Jahren sollten sie diese unbedingt meiden.»

Epidemiologe und Taskforce-Mitglied Antoine Flahault würde es Über-40-Jährigen eher ab, Grossveranstaltungen zu besuchen. 
KEYSTONE/EDI ENGELER (Archivbild)

20.06: Deutsches Robert-Koch-Institut korrigiert sich: Doch keine Hoffnung auf Impfstoff im Herbst

Mit einer Kommunikationspanne über die Entwicklung eines Corona-Impfstoffs hat das deutsche Robert-Koch-Institut Verwirrung gestiftet. Das Institut veröffentlichte am Mittwoch zunächst ein Positionspapier mit der optimistischen Prognose, dass ein solcher Impfstoff bis Herbst verfügbar sein könnte — es musste diese Aussagen dann aber wieder zurückziehen: Das Papier sei nicht mehr auf dem neuesten Stand und nur versehentlich im Internet veröffentlicht worden, teilte das Institut am Abend gegenüber mehreren Medien mit.

Das deutsche Robert-Koch-Institut (RKI), hier dessen Leiter Lothar Wieler, hat eine Kommunikationspanne eingeräut. 
Bild: Tobias Schwarz/AFP/Pool/dpa

Bei der Veröffentlichung sei ein «sehr ärgerlicher Fehler» unterlaufen, teilte eine Sprecherin gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland mit. «Bei dem veröffentlichten Papier handelt es sich um eine völlig veraltete, inzwischen mehrfach überarbeitete Version, die nicht zur Veröffentlichung vorgesehen war.»

Das RKI gehe ausdrücklich nicht davon aus, dass ein Corona-Impfstoff schon bis Herbst zur Verfügung stehen könnte, stellte die Sprecherin klar. Das Institut habe das Papier inzwischen gelöscht und werde in Kürze eine aktuelle Version des Positionspapiers publizieren.

In dem veralteten Papier war die Rede davon, dass Prognosen die Verfügbarkeit eines oder mehrerer Impfstoffe bis Herbst 2020 «möglich erscheinen» liessen. Allerdings warnte das RKI vor überhöhten Erwartungen. Es sei «gefährlich, zum jetzigen Zeitpunkt darauf zu vertrauen, dass mit einer Impfung ab dem Herbst 2020 die Pandemie beherrschbar wird».

An Impfstoffen gegen das Coronavirus wird zur Zeit weltweit geforscht. Die Zulassung eines solchen Präparats in Russland am Dienstag löste allerdings breite Skepsis aus. Im Raum steht vor allem der Vorwurf, es sei bislang nicht ausreichend erprobt.

19.31 Uhr: Bayerischer Ministerpräsident Söder sagt wegen Panne mit Corona-Tests Besuch an der Nordsee ab

Nach Bekanntwerden einer schweren Panne bei den Corona-Tests an bayerischen Autobahnen hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) einen für Donnerstag und Freitag geplanten Besuch an der Nordsee abgesagt. «Bayern geht vor», schrieb Söder am Mittwochabend auf Twitter.

Markus Söder (CSU) mit Maske in bayerischen Landesfarben. 
Nicolas Armer/dpa/Pool/dpa (Archivbild)

18.49 Uhr: Passagieraufkommen in Zürich bleibt auch im Juli niedrig

Der Betrieb am Flughafen Zürich hat sich auch im Monat Juli weiter deutlich unter dem Vorjahresniveau bewegt. Der Start der Sommerferien hat jedoch das Geschäft belebt. Gegenüber dem Vormonat verdreifachte sich die Zahl der Fluggäste.

Insgesamt flogen im Juli 688'584 Passagiere über den Flughafen Zürich, das sind 78 Prozent weniger als im Vorjahresmonat, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilt.



Im Vergleich zum Zeitraum April bis Juni deutet das jedoch auf eine Entspannung hin. In den Vormonaten war der Flugbetrieb wegen der Corona-Pandemie praktisch zum Erliegen gekommen. Im Juni lag das Passagieraufkommen bei rund 202'000, im Mai bei 44'000 und im April etwa waren es gerade noch 27'000 Personen.

Wegen der aufgrund des Coronavirus verhängten Reiseverbote war die Zivilluftfahrt in der Schweiz zeitweise fast eingestellt worden. Im Juni dann begannen die Fluggesellschaften rund um den Globus ihren Betrieb wieder vorsichtig hochzufahren.

Auch im Monat Juli bewegten sich die Passagierzahlen am Flughafen Zürich auf tiefem Niveau. Immerhin hat sich Geschäft gegenüber den Monaten davor etwas belebt.
KEYSTONE/ENNIO LEANZA (Archivbild)

18.33 Uhr: Wegen Corona: Teilweise Rauchverbot in spanischer Region Galicien

In der spanischen Region Galicien ist das Rauchen im Freien wie etwa in Strassencafés künftig verboten, wenn der Sicherheitsabstand von eineinhalb Metern nicht gewahrt werden kann. Diese Massnahme gegen die Ausbreitung der Krankheit sei bisher einmalig und trete an diesem Donnerstag in Kraft, berichtete die Zeitung «El País» am Mittwoch.

Zur Begründung sagte der regionale Regierungschef der im äussersten Nordwesten Spaniens gelegenen Region, Alberto Núñez Feijóo, dies habe eine medizinische Expertenkommission empfohlen. Tabakrauch stelle demnach ein hohes Risiko für die Verbreitung des Coronavirus dar. Zurzeit sind in Galicien mit etwa 2,7 Millionen Einwohnern 827 aktive Corona-Fälle registriert. Seit Dienstag habe sich die Zahl um 87 erhöht.

Spanien ist mit mehr als 28'500 Corona-Toten und über 320'000 Infizierten eines der in Europa am schwersten von der Pandemie betroffenen Länder. Landesweit sind die Zahlen während der strikten Ausgangsbeschränkungen zwar stark gesunken. Aber seit dem Ende des Lockdowns am 21. Juni werden wieder mehr Infektionen registriert als in den meisten anderen Ländern Europas.

Viele europäische Länder ordneten deshalb wieder Quarantänemassnehmen oder andere Einschränkungen für Rückkehrer aus Spanien an. Deutschland sprach Reisewarnungen für die fünf besonders betroffenen spanischen Regionen aus: Katalonien mit der Touristenmetropole Barcelona und den Stränden der Costa Brava, die Hauptstadt Madrid sowie Aragón, Navarra und das spanische Baskenland.

18.07 Uhr: Zuckerhut und Christus-Statue: Rios Attraktionen öffnen wieder

Nach dem Aufenthalt an den berühmten Stränden ist in Brasiliens Metropole Rio de Janeiro inmitten der grassierenden Corona-Pandemie auch der Besuch der Sehenswürdigkeiten wieder erlaubt. Der Gouverneur des Bundesstaates Rio de Janeiro, Wilson Witzel, machte mit einem Dekret am Mittwoch die Öffnung bei 50 Prozent der Auslastung frei. Auch Reisebüros und Tour-Anbieter dürfen demnach wieder den Vollzeitbetrieb aufnehmen.

Am Montag hatte Rios Bürgermeister Marcelo Crivella Pläne für einen Strandbesuch mit Abstandsmarkierung und Vorbelegung per App bekanntgegeben. Den touristischen Attraktionen von Rio war seit Mitte Juli mit eingeschränkter Kapazität und angemessener Distanz der Betrieb wieder erlaubt gewesen. Zuckerhut und Corcovado-Berg, auf dem die berühmte Christus-Statue von Rio steht, sollten allerdings erst in der ersten Augusthälfte wieder öffnen.



Brasilien, das Ende Juli die Einreise für Ausländer per Flugzeug gelockert hatte, ist das von der Corona-Pandemie am zweitstärksten betroffene Land nach den USA. Es hat inzwischen mehr als drei Millionen mit dem Coronavirus Infizierte und mehr als 100'000 Tote im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19. Nach Daten der Regierung des Bundesstaates Rio de Janeiro verzeichnete die Stadt Rio bis Dienstag 76'102 Corona-Infizierte und 8665 Virus-Tote.

17.41 Uhr: Mann drohte mit Freisetzung von Coronaviren

Im deutschen Bundesland Baden-Württemberg ermittelt die Polizei gegen einen Mann, der in zwei Schreiben mit der Freisetzung von Coronaviren während eines Handballspiels gedroht haben soll. Die Drohungen wurden Ende Juni anonym in zwei gleichlautenden Briefen an den Landrat des Rhein-Neckar-Kreises und an die Geschäftsstelle eines Sportvereins verschickt, wie die Polizei Mannheim am Mittwoch mitteilte.

In den Schreiben wurde demnach behauptet, die Aktion werde durch zwei Mitarbeiter der Universitäten Bonn und Heidelberg unterstützt, die an Coronaviren forschen. Die Ermittlungen konzentrierten sich nach Angaben der Polizei schnell auf den Verdächtigen. Grund für die Drohbriefe soll Verärgerung über die Politik des Sportvereins gewesen sein. Weitere Angaben zum Verdächtigen machten die Ermittler nicht.

Bis auf ihn seien keine weiteren Menschen oder Institutionen an der Planung, Verfassung und Verschickung der Schreiben beteiligt gewesen, erklärte die Polizei. Eine Beteiligung von Forschungseinrichtungen sei «gänzlich ausgeschlossen». Die Bevölkerung sei zu keinem Zeitpunkt in Gefahr gewesen.

17.30 Uhr: Besucherzahlen auf Schloss Versailles brechen ein

In der französischen Touristenattraktion Schloss Versailles gibt es seit der Wiedereröffnung nach dem Corona-Lockdown einen mächtigen Besucherschwund. Vor allem die Zahl der ausländischen Touristen sei aufgrund der Reiseeinschränkungen nahezu vollständig eingestürzt, beklagte am Mittwoch Catherine Pégard, Vorsitzende der Schlossverwaltung. Das Schloss der «Sonnenkönige» empfing vor der Pandemie zu 80 Prozent Touristen aus dem Ausland.

Seit der Wiedereröffnung am 6. Juni sind die Besucherzahlen laut Pégard um zwei Drittel eingebrochen. Unter normalen Umständen besuchen das Schloss bis zu 30'000 Touristen am Tag. Aktuell sind es nach Angaben der Schlossverwaltung im Durchschnitt noch 10'000 – hauptsächlich französische – Besucher.

Derzeit tummeln sich in den Gärten von Versailles deutlich weniger Besucher als gewöhnlich.
Bild: Keystone

Die bisherigen finanziellen Einbussen von rund 45 Millionen Euro bedeuteten eine grosse Herausforderung, sagte Pégard. Es sollten aber alle rund tausend Angestellten des Schlosses weiter beschäftigen werden. In den Räumen von Versailles gilt aktuell eine Maskenpflicht. Zudem müssen die Besucher markierten Wegen folgen, um Ansammlungen zu vermeiden.

17.17 Uhr: Robert Koch-Institut hält Impfstoff im Herbst 2020 für möglich

Das deutsche Robert Koch-Institut (RKI) hält die Verfügbarkeit eines Impfstoffs gegen das Coronavirus noch in diesem Jahr für möglich. «Vorläufige Prognosen lassen die Verfügbarkeit eines Impfstoffs (ggf. mehrerer) bis Herbst 2020 möglich erscheinen», heisst es in einem Positionspapier, das am Mittwochnachmittag im Internet veröffentlicht wurde. Es sei in jedem Fall unerlässlich, unverzüglich eine bundesweite Impfkampagne für den Zeitpunkt vorzubereiten, zu dem ein wirksamer Impfstoff zur Verfügung steht.

Laut des Robert Koch-Instituts (RKI) könnte noch in diesem Herbst ein Corona-Impfstoff kommen. (Symbolbild)
Bild: Keystone

Gleichzeitig warnt das RKI vor überhöhten Hoffnungen: «Auch wäre es gefährlich zum jetzigen Zeitpunkt darauf zu vertrauen, dass mit einer Impfung ab dem Herbst 2020 die Pandemie beherrschbar wird, da Unwägbarkeiten wie Mutationen oder nur kurze Immunitätszeiten den Nutzen von Impfungen relativieren könnten», heisst es.

16.57 Uhr: China lockert Corona-Einreisebestimmungen

China hat die Corona-Einreisebestimmungen für 36 europäische Staaten gelockert, darunter Deutschland, Frankreich und Grossbritannien. Wer eine Aufenthaltsgenehmigung für die Volksrepublik besitzt, kann sich auch ohne Einladungsschreiben für ein China-Visum bewerben, wie die chinesische Botschaft in Berlin am Mittwoch mitteilte. In Teilen Belgiens und Spaniens stiegen die registrierten Infektionszahlen zuletzt wieder stärker; die Bundesregierung erliess eine Reisewarnung für Madrid. In Italien verhängten mehrere Regionen eine Quarantäne-Pflicht für Reiserückkehrer aus verschiedenen europäischen Ländern.

Nach Angaben der chinesischen Botschaft in Berlin gilt die Lockerung der Einreisebestimmungen bereits seit Montag. Ausländer bräuchten aber ein neu ausgestelltes Visum. Dokumente, die vor Ausbruch der Corona-Krise ausgestellt wurden, seien ungültig. Nach Beginn der Corona-Krise waren Tausende von Menschen im Ausland gestrandet, da Peking selbst Besitzern einer Aufenthaltsbefugnis sowie eines Arbeitsnachweises die Einreise ins Land nicht mehr gestattete.

Das Einreise-Visum werde für Reisende mit europäischen Reisepässen kostenlos sein, erklärte die Botschaft. «Die entsprechenden Personen müssen sich nach der Einreise an die Vorschriften der chinesischen Regierung zur Bekämpfung von Epidemien halten», hiess es in einer Erklärung. Demnach gilt weiterhin die Pflicht, einen Corona-Test zu machen und sich nach der Einreise 14 Tage in Quarantäne zu begeben.

16.07 Uhr: Ende der Pressekonferenz

Der Bundesrat schliesst die Pressekonferenz.

16.06 Uhr: Öffnung der Skigebiete

 Es dürfe nicht sein, dass Nachbarländer wie Österreich oder Frankreich mit Öffnungen vorpreschen und einen Wettbewerbsvorteil haben, sagt Berset. «Das müssen wir mit den anderen Ländern koordinieren.» 

15.59 Uhr: «Keine Alternative»

«Die Situation verändert sich ständig», so der Gesundheitsminister. Es gebe leider keine absolute Klarheit. «Wäre es besser, alle Grossveranstaltungen bis 2021 zur verbieten? Das wäre die einzige Alternative», so Berset. Das Virus sei weiter da. «Wir wissen nicht, wie der Winter laufen wird.»

Es würden einzelne Bewilligungen für Veranstaltungen gemacht, so Berset. «Es kann also sein, dass plötzlich Bewilligungen nicht mehr gültig sind.»

15.53 Uhr: Pauschales verbieten durch Kanton?

Können Kantone pauschal alle Grossanlässe verbieten? Die Bewilligung bleibt bei den Kantonen, so Sommaruga. Es gebe keine Rahmenbewilligung. Indem man Vorraussetzungen auf Bundesebene ausarbeitet, schaffe man eine gewisse Grundvorraussetzung so die Bundespräsidentin. Ein Journalist moniert, dass so Veranstalter gar keine Planungssicherheit hätten.

«Es gibt keine Alternative. Wir müssen situativ entscheiden», so Berset. Man müsse die Gesundheit der Bevölkerung im Blick behalten.

15.51 Uhr: Gründe für Grossanlässe?

«Wir müssen lernen mit dem Virus zu leben. Wir haben bereits jetzt sehr viel gelernt. Die Situation ist nicht mehr zu vergleichen mit jener im Februar. Es betrifft ja nicht nur den Sport, sondern diverse Anlässe. Es war hart gewesen für die Veranstalter», sagt Gesundheitsminister Berset.

15.47 Uhr: Fan-Stoffmasken erlaubt?

Kuster vom BAG sagt: «Wir empfehlen zwar die Einwegmaske, aber eine Stoffmaske zu tragen, ist besser als keine Maske. »



15.43 Uhr: Voraussetzung für Veranstaltung

Berset sagt, dass man nicht alle Kantone vergleichen könne. «Es hängt von der regionalen und kantonalen Situation ab.» Deshalb könne man derzeit nicht konkrete Empfehlungen machen. Kuster ergänzt: «Wir hatten eine solche Situation schlicht noch nie.»

15.41 Uhr: Planungssicherheit für Veranstalter

Veranstaltungen könnten kurzfristig die Bewilligung entzogen werden. Berset sagt, dass man die Situation sehr situativ anschauen müssen. Stefan Kuster vom BAG fügt an, dass man dies nicht im Voraus festlegen könne. «Wir können nicht in die Zukunft schauen. Auch nicht kurzfristig.»

15.38 Uhr: Was ist mit dem Ortsverkehr?

Der Bundesrat verzichtet darauf, weil dieser in der Kompetenz der Städte und Gemeinden liegt, so Sommaruga. Man wolle keine neue Kompetenzen schaffen. Der Regionalverkehr werde aber unterstützt. 

15.33 Uhr: Alle Experten anhören

Eine Journalistin weist darauf hin, dass der Chef der Taskforce davor gewarnt hat, Grossanlässe wieder zu erlauben. Berset sagt, dass die Politik einen Weg finden müssten in dieser schwieriger Situation. Am Schluss entscheide der Bundesrat. Es müssten alle Expertinnen und Experten angehört werden – auch die Taskforce. «Wir müssen Entscheidungen immer korrigieren können, wenn dies nötig sein sollte.»

Berset sagt zudem, dass die Zahl auch wegen der vielen Tests hoch sei. 

15.31 Uhr: Kantone gedrängt?

Es gebe Kantone, die gerne bis Ende des Jahres gewartet hätten, um Grossanlässe zu erlauben. Andere nicht. Am Ende müsse man einen Kompromiss finden, sagt Sommaruga.

15.30 Uhr: Grossanlässe in Innenräume

Berset sagt, dass Grossanlässe auch in Hallen möglich seien. «Aber die Kriterien und epidemiologischen Voraussetzungen sind natürlich anders. Die Kantone müssen dies eng begleiten.»

15.27 Uhr: Nun sind die Journalisten dran 

Ein Journalist fragt, ob es nicht problematisch sei, wenn zu Beginn der Fussball- und Hockeysaison andere Regeln gelten als im Oktober?
Berset betont die Wichtigkeit der Schutzkonzepte: « Es ist schon jetzt ein sportlicher Zeitplan. Das geht nicht von heute auf morgen.»

15.17 Uhr: Unterstützung für Arbeitslose

Wirtschaftsminister Guy Parmelin übernimmt das Wort. «Der Bundesrat wird die Arbeitslosenkassen mit 14,2 Milliarden Franken unterstützen.» Dafür werde das Arbeitslosenversicherungsgesetz AVIG angepasst.

Die Kurzarbeit funktioniere gut, der Druck auf den Arbeitsmarkt sei aber gross. «Zurzeit haben wir 50'000 Arbeitslose mehr als letztes Jahr.» Die Zahlen seien in den letzten zwei Monate aber stabil geblieben.

«Zurzeit haben wir 50'000 Arbeitslose mehr als letztes Jahr», sagt Wirtschaftsminister Guy Parmelin vor den Medien.
Bild: Screenshot Bund

Die Verordnung umfasst nur noch fünf Hauptartikel und regelt damit folgende Punkte:

- die Verlängerung der Rahmenfristen von Versicherten
- die Nichtberücksichtigung der Abrechnungsperioden mit einem Arbeitsausfall über 85 Prozent zwischen dem 1. März und dem 31. August 2020 im Rahmen der Kurzarbeit
- den Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung für Berufsbildnerinnen und -bildner, die für die Ausbildung von Lernenden zuständig sind,
- und schliesslich das summarische Verfahren bei Kurzarbeit.

Die Änderungen treten am 1. September in Kraft.

15.10 Uhr: Superspread-Events vermeiden

Jetzt spricht Gesundheitsminister Alain Berset. Er sagt, dass die Anlässe erst im Oktober erlaubt werden. Das Verbot werde um einen Monat verlängert. Dieser Monat werde benötigt, um korrekte Schutzkonzepte auszuarbeiten. 

Berset sagt zudem, dass es gilt, Superspread-Events zu vermeiden. Das sei eine grosse Herausforderung.

Innenminister Alain Berset: «Die Zahlen steigen seit Juni. Es geht nach oben.»
Bild: Screenshot Bund

«Die Zahlen steigen seit Juni. Es geht nach oben.» Dem Bundesrat sei bewusst, dass es wichtig sei, solche Grossanlässe durchzuführen. Laut Berset können nicht alle Events miteinander verglichen werden. Man könne auch deshalb nicht die gleichen Massnahmen für alle Events treffen. «Ein Rockkonzert kann nicht mit einem Fussballspiel verglichen werden.»

Die Situation sei unter Kontrolle. «Wir müssen alles dafür tun, dass das so bleibt.» Die Situation könne leicht kippen. «Das ist die Realität», so Berset. Es gebe kein Nullrisiko. «Wir müssen die richtige Balance finden.» Es sei dem Bundesrat bewusst, dass er ein Risiko eingehe, wenn er das Verbot von Grossanlässen aufhebt.

15.08 Uhr: Appell an Bevölkerung

«Die meisten von uns konnten von den Lockerungen profitieren. Wir müssen jedoch aufmerksam bleiben. Das Virus ist aber noch da. Wir haben viel erreicht, dass dürfen wir jedoch nicht verspielen», sagt Sommaruga.

15.06 Uhr: ÖV-Branche unterstützen

«Der ÖV ist für unser Land zentral», so Sommaruga. Der Bundesrat will die Einnahmenausfälle abfedern, welche die Unternehmen des öffentlichen Verkehrs und des Schienengüterverkehrs wegen der Corona-Pandemie erlitten haben. Seine Vorschläge seien in der Vernehmlassung mehrheitlich auf ein positives Echo gestossen. An seiner heutigen Sitzung hat der Bundesrat die Botschaft ans Parlament verabschiedet. Diese sieht Massnahmen im Umfang von rund 700 Millionen Franken vor.

15.05 Uhr: Sommaruga: «Austausch mit Kantonen nicht immer einfach»

Bundespräsidentin Sommaruga habe sich bewusst in den letzten Wochen immer im Austausch mit den verschiedenen Kantonen befunden, wie sie ausführt vor den Medien. Das sei nicht immer einfach gewesen, was der schwierigen Lage zu verschulden sei.

Die meisten Kantone hätten gerne etwas zugewartet mit der Bewilligung von Grossanlässen, führt Sommaruga aus. «Mit den Grossanlässen kommt eine neue anspruchsvolle Aufgabe hinzu.» Sie sagt weiter: «Es braucht strenge Schutzkonzept. Die sind aber nichts wert, wenn sie rigoros durchgesetzt werden.»

15.04 Uhr: Grossanlässe wieder erlaubt

Grossanlässe sind ab Oktober wieder erlaubt. Das hat der Bundesrat heute Freitag entschieden. Die Kantone müssen die Anlässe jedoch bewilligen – und es gelten Auflagen.

Das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) wird beauftragt, zusammen mit den zuständigen Departementen und den Kantonen bis am 2. September einheitliche Bewilligungsanforderungen für Grossanlässe auszuarbeiten. Diese sollen für alle Bereiche, wie Sport, Kultur oder Religion gelten. Damit sollen zusätzlich zu den Basismassnahmen wie Abstandhalten oder Hygiene Leitplanken aufgestellt werden.

Die Kantone müssten bei der Bewilligung ihre epidemiologische Lage und ihre Kapazitäten für das Contact Tracing berücksichtigen, so der Bundesrat. Damit will er sicherstellen, dass sich die Situation in der Schweiz nicht verschlechtert. Gleichzeitig trägt er mit dem vorsichtigen Öffnungsschritt den gesellschaftlichen Bedürfnissen sowie den wirtschaftlichen Interessen der Sportvereine und Kulturveranstaltern Rechnung.

Mit dem Vorgehen will der Bundesrat sicherstellen, dass sich die epidemiologische Lage nicht weiter verschlechtert, heisst es. Gleichzeitig trägt er den gesellschaftlichen Bedürfnissen etwa nach einem vielfältigen Kulturleben und Sportangebot sowie den wirtschaftlichen Interessen

Veranstaltungen mit mehr als 1000 Personen sind in der Schweiz seit dem 28. Februar 2020 verboten. Dieses Verbot ist eine der zentralen Massnahmen, mit der die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus reduziert werden konnte. Es gilt bis am 31. August und wird nun um einen Monat bis Ende September verlängert. Damit erhalten die Kantone Zeit, um das Bewilligungsregime vorzubereiten und wenn nötig die Kapazitäten für das Contact Tracing zu erhöhen.

15.03 Uhr: Maskenpflicht in Flugzeugen

Der Bundesrat hat entschieden, dass ab dem 15. August auch in Flugzeugen eine Maske getragen werden muss. Bereits seit dem 6. Juli gilt im öffentlichen Verkehr eine Maskentragpflicht. Die Massnahme betrifft alle Linien- und Charterflüge, die in der Schweiz starten oder landen, unabhängig von der Fluggesellschaft.

15.02 Uhr: Keine Quarantäne für Diplomatinnen und Diplomaten

Ausländische Diplomatinnen und Diplomaten sind von der Quarantänepflicht befreit, wenn ihre Einreise für die Funktionsfähigkeit der Botschaften notwendig ist. Schweizer Diplomatinnen und Diplomaten sind neu ebenfalls für notwendige dienstliche Tätigkeiten von der Quarantäne befreit.

15.01 Uhr: Kredit beantragt

Die Bewältigung der Covid-19-Pandemie führt beim Bundesamt für Gesundheit im Jahr 2020 zu verschiedenen zusätzlichen Ausgaben, etwa für Kampagnenarbeit, den Betrieb der Hotlines oder die Entwicklung der Corona-App. Der Bundesrat beantragt deshalb einen Nachtragskredit für die Bewältigung der Covid-19-Pandemie von 31,6 Millionen Franken für das Jahr 2020.

15 Uhr: Sommaruga eröffnet die Medienkonferenz

Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga eröffnet die Medienkonferenz. «Jede Lockerung bringt eine neue Verantwortung. Wir müssen vorsichtig bleiben.»

Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga informiert über die neusten Entscheide des Bundesrates.
Bild: Screenshot Bund

14.31 Uhr: Viele Ältere missachteten Empfehlungen

ETH-Forschende haben hunderte Personen aus der Deutschschweiz zu deren Verhalten in der aktuellen Coronazeit befragt. Erstaunlich wenig ältere Menschen hätten sich an die Empfehlungen des Bundes gehalten, wie eine Studienautorin im Interview mit der Hochschule sagt.

Selbst in der akuten Phase seien etwa 60 Prozent der älteren Menschen noch selber einkaufen gegangen, wie Angela Bearth, Verhaltenspsychologin am ETH-Lehrstuhl für Consumer Behavior, sagte. Das zeige, dass sich viele ältere Menschen bevormundet fühlten, wenn sie nicht mehr selber einkaufen gehen dürften.

Auch offenbaren die Befragungen, dass 20 Prozent der älteren Menschen ihre Enkelkinder selbst während des Lockdowns getroffen hätten. «Unsere Daten zeigen, dass die Social-Distancing-Massnahmen eher schwierig umzusetzen waren, zum Beispiel weil soziale Kontakte für das menschliche Wohlbefinden immens wichtig sind und ältere Menschen vielleicht weniger Möglichkeiten hatten, diese mit digitalen Kommunikationsmitteln zu kompensieren», sagte Bearth im Interview.

Die Hygienemassnahmen seien insgesamt aber gut eingehalten worden, wobei das Risikobewusstsein bei Menschen mit einer Vorerkrankung deutlich höher gewesen sei.

14 Uhr: Bundesrat informiert um 15 Uhr: Fällt die 1'000er-Grenze trotzt starkem Anstieg der Neuinfektionen?

Um 15 Uhr tritt der Bundesrat vor die Medien. Es informieren Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga, Innenminister Alain Berset und Wirtschaftsminister Guy Parmelin. «Bluewin» wird die Pressekonferenz live übertragen und dazu auch tickern.

13.37 Uhr: Bundesrat rechnet mit Milliardendefizit für 2020

Die Corona-Krise belastet die Bundeskasse stark: Die erste Hochrechnung für 2020 zeigt ein Finanzierungsdefizit von 20,9 Milliarden Franken. Unter dem Strich dürfte das Loch im ordentlichen Bundeshaushalt 3,1 Milliarden Franken betragen, wie am Mittwoch bekannt wurde.

Budgetiert war ein Überschuss von 0,3 Milliarden. Das schlechtere Ergebnis ergibt sich gemäss der Hochrechnung aus den hohen Mindereinnahmen (-5,2 Mrd. Franken), die nur teilweise durch tiefere Ausgaben kompensiert werden (-1,8 Mrd. Franken). Im ausserordentlichen Haushalt belaufen sich die Massnahmen zur Bewältigung der Corona-Pandemie gemäss den ersten Schätzungen auf 17,8 Milliarden.

13.35 Uhr: Mehr Bundesgelder für Arbeitslosenversicherung

Die Arbeitslosenversicherung (ALV) soll mehr Geld erhalten, damit wegen der Corona-Krise die Lohnbeiträge nicht erhöht werden müssen. Der Bundesrat hat die Vorlage für Anpassungen im Arbeitslosenversicherungsgesetz verabschiedet; die Räte sollen sie dringlich behandeln.

In der verkürzten Vernehmlassung sei der Vorschlag auf offene Ohren gestossen, schrieb der Bundesrat am Mittwoch. Alle 41 Teilnehmenden hätten die Anpassung des Arbeitslosenversicherungsgesetzes (AVIG) unterstützt. Der Bundesrat will angesichts der noch nicht absehbaren Kosten für die ALV wegen Covid-19 vorsorgen.

Die ALV, die unter anderem die Kosten für die Kurzarbeitsentschädigung trägt, soll im laufenden Jahr mit bis zu 14,2 Milliarden Franken unterstützt werden. Auch 2021 soll ihr der Bund unter die Arme greifen können, sollte sie sich wegen der Corona-Pandemie erneut massiv verschulden.

Würde sich die Arbeitslosenversicherung bis Ende Jahr mit über 8 Milliarden Franken verschulden, müssten im nächsten die Lohnbeiträge erhöht werden, um bis zu 0,3 Prozentpunkte auf 2,5 Prozent. Das wollen Regierung und Parlament vermeiden.

13.16 Uhr: Bundeshilfe für Skyguide

Die Schweizer Flugsicherung Skyguide erhält für das laufende und das nächste Jahr insgesamt bis zu 400 Millionen Franken Bundeshilfe. Der Bundesrat hat am Mittwoch eine entsprechende Unterstützung für das von einem Liquiditätsengpass bedrohten Unternehmen beschlossen.

Aufgrund der Covid-19-Pandemie seien die Flugbewegungen eingebrochen, weshalb die Gebührenerträge von Skyguide stark rückläufig seien, begründete der Bundesrat den Beschluss in einer Mitteilung. Ohne eine Flugsicherung funktioniere der Luftverkehr nicht.

Die Schweizer Flugsicherung Skyguide wird aufgrund der Coronakrise vom Bund finanziell unterstützt. (Symbolbild)
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12.25 Uhr: 274 neue Covid-19-Infizierte innert 24 Stunden

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Mittwoch 274 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus innerhalb eines Tages gemeldet worden. Am Dienstag waren es 187, am Montag 105, am Sonntag 152 und am Samstag 182 gewesen.

Insgesamt gab es seit Beginn der Pandemie bisher laut den neuesten BAG-Zahlen 37'169 laborbestätigte Fälle. Gleichzeitig meldete das BAG am Mittwoch im Vergleich zum Vortag 12 neue Spitaleinweisungen. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung stieg um 1 auf 1'714.

In Isolation aufgrund der Kontaktrückverfolgung befanden sich 1'331 infizierte Personen, wie das BAG weiter mitteilte. In Quarantäne waren 4'446 Personen, die mit Infizierten in Kontakt waren. Die Zahlen stammen aus 26 Kantonen und aus Liechtenstein. 18'244 weitere Menschen waren nach der Rückkehr aus einem Risikoland in Quarantäne.

Die Zahl der durchgeführten Tests auf Sars-CoV-2, den Erreger der Atemwegserkrankung Covid-19, beläuft sich bisher auf insgesamt 854'885. Bei 5,2 Prozent dieser Tests fiel das Resultat positiv aus.

Passagiere mit Masken sind mit dem Dampfschiff «Uri» auf dem Vierwaldstättersee unterwegs. (Archiv)
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11.40 Uhr: Industrie in Eurozone erholt sich von Einbruch

Die Industrieunternehmen in der Eurozone haben sich im Juni weiter von dem Einbruch in der Corona-Krise erholt. Die Industrieproduktion stieg um 9,1 Prozent gegenüber dem Vormonat, wie das Statistikamt Eurostat am Mittwoch in Luxemburg mitteilte.

Im Mai war die Produktion um revidierte 12,3 Prozent (zunächst 12,4 Prozent) gestiegen. Im März und April war die Produktion wegen der Pandemie drastisch zurückgegangen.

Wie schwer die Krise immer noch wiegt, zeigt der Jahresvergleich. Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat fiel die Produktion im Juni um 12,3 Prozent. Im Mai war sie noch um revidierte 20,4 Prozent (zunächst 20,9 Prozent) gefallen.

Die stärksten Rückgänge im Jahresvergleich wurden in Portugal (-14,8 Prozent), Deutschland und Spanien (je -14,1 Prozent) und Italien (-13,7 Prozent) registriert. Ein Anstieg von 4,5 Prozent wurde in Irland beobachtet.

11.31 Uhr: Status Quo kommen nicht nach Zürich

Das Coronavirus kann selbst das stärkste Rückgrat brechen: Die britische Rockband Status Quo hat ihre Backbone Tour «widerwillig» abgesagt. Betroffen ist auch das Konzert vom 14. November im Zürcher Hallenstadion.

Die Band bedaure die Absage der gesamten 40-tägigen Tournee durch Grossbritannien und Europa ausserordentlich, schreiben die Veranstalter am Mittwoch im Namen des Managements. Aufgrund diverser bereits eingegangener Verpflichtungen sei es Status Quo nicht möglich, die Konzerte ins nächste Jahr zu verschieben.

Ticketbesitzer können sich für die Rückerstattung des Kaufpreises an die Vorverkaufsstelle wenden, an der sie den Eintritt gekauft haben

Francis Rossi, Frontmann von Status Quo, beim Caribana Festival in Crans-Pres-Celigny im Jahr 2018. In näherer Zukunft wird man die britischen Altrocker nun wohl nicht in der Schweiz zu sehen bekommen. (Archiv)
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10.36 Uhr: Bucherer baut 370 von 2'400 Arbeitsplätzen ab

Der Uhren- und Schmuckverkäufer Bucherer spürt die Folgen der Coronakrise und baut Stellen ab. Insgesamt sollen 370 der weltweit 2'400 Arbeitsplätze der Gruppe verloren gehen, rund 220 davon in der Schweiz.

Bucherer sei stark von der Krise im Tourismus betroffen, begründete die Gruppe den Stellenabbau in einer Mitteilung vom Mittwoch. Das Ausbleiben asiatischer Touristen seit Januar belaste vor allem das Geschäft in der Schweiz, die Umsätze seien entsprechend eingebrochen.

Allein in Luzern verzeichnete der Bucherer-Laden Umsatzrückgänge von über 90 Prozent. Das Geschäft habe sich auch seit der Wiedereröffnung der Boutiquen im Mai kaum erholt, heisst es.

Bis zu 170 Stellen will Bucherer alleine am Hauptsitz und im Laden in Luzern abbauen. Weitere 50 Arbeitsplätze gehen in den restlichen Boutiquen in der Schweiz verloren. Insgesamt beschäftigt Bucherer in der Schweiz rund 1'100 Mitarbeitende.

Mit den Vertretern der Arbeitnehmer werde nun eine Sozialplan ausgearbeitet, schreibt Bucherer. Das Konsultationsverfahren dazu sei eingeleitet worden. Das Ziel sei es, möglichst wenige Kündigungen aussprechen zu müssen.

Ein Uhrenmacher von Carl F. Bucherer in einem Showroom in Luzern: Das Unternehmen hat angekündigt, weltweit 270 Jobs zu streichen. (Archiv)
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9.55 Uhr: Impfskepsis in Gesundheitsberufen besonders hoch

Russland meldet die Zulassung des ersten Impfstoffes – der Bund hat erst kürzlich einen Vertrag über die Lieferung eines Vakzins gegen das Coronavirus abgeschlossen, wonach die Schweiz 4,5 Millionen Dosen von der US-Biotech-Firma Moderna erhalten soll.

Die Skepsis gegenüber einer Corona-Impfung ist bei den Schweizern laut einer repräsentativen Umfrage der Berner Fachhochschule im Auftrag der Gewerkschaft Travailsuisse aber noch recht hoch, wie «20 Minuten» berichtet. Demnach würde ein Viertel der Befragten eine Impfung gegen das Coronavirus komplett ablehnen.

Besonders hoch ist der Anteil der Impfverweigerer beim Gesundheitspersonal, wie «20 Minuten» schreibt. Hier wollen sich laut der Umfrage zwar 42 Prozent impfen lassen, ganze 32 Prozent schliessen das allerdings für sich aus. Die restlichen 26 Prozent seien unentschlossen. Einen höheren Anteil von «Impfmuffeln» gibt es laut der Befragung nur auf dem Bau.

Ein Mediziner hält einen Impfstoff gegen das Coronavirus in die Kamera. (Symbolbild)
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9.35 Uhr: Parlamentsauflösung in Neuseeland verschoben

Die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern hat nach dem neuen Corona-Ausbruch in dem Pazifikstaat die Auflösung des Parlaments im Vorfeld der Wahl am 19. September verschoben.

Der Fokus liege zunächst darauf, das Virus in den Griff zu bekommen, sagte Ardern. Eigentlich sollte das Parlament am Mittwoch aufgelöst werden, nun wird dies voraussichtlich am Montag geschehen. Bis dahin will die Regierungschefin auch entscheiden, ob möglicherweise sogar die Parlamentswahl verschoben wird, berichtete die Zeitung «New Zealand Herald». Das hat die Opposition mit der Begründung gefordert, dass derzeit Wahlkampagnen nicht möglich seien.

Bei der Abstimmung stellt sich die 40-jährige Ardern zur Wiederwahl. Die Sozialdemokratin ist seit 2017 im Amt und sehr beliebt. Am Dienstag waren in Neuseeland erstmals seit 102 Tagen wieder lokale Infizierungen bestätigt worden. Die Behörden hatten vier neuen Fälle bei einer Familie aus der Millionenmetropole Auckland gemeldet. Wo sie sich angesteckt haben, ist noch unklar.

9.20 Uhr: Ausbreitung des Coronavirus

Fallzahlen-Entwicklung nach Überschreitung von 100 Fällen pro Land.
Grafik: dpa

9.17 Uhr: Tischtennis-EM im September abgesagt

Wegen der steigenden Anzahl an Corona-Infektionen in Europa ist die für September geplante Tischtennis-EM in Warschau auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Das gab der europäische Verband ETTU in der Nacht zu Mittwoch auf seiner Internetseite bekannt. Eigentlich sollten die Europameisterschaften im Einzel, Doppel und Mixed in der Zeit vom 15. bis 20. September in der polnischen Hauptstadt stattfinden.

8.20 Uhr: Britische Wirtschaft stürzt in Rekordtempo ab

Die britische Wirtschaft ist im Frühjahr wegen der Coronapandemie in Rekordtempo abgestürzt. Das Bruttoinlandsprodukt brach von April bis Juni um 20,4 Prozent zum Vorquartal ein.

Zum Vergleich: Die deutsche Wirtschaft schrumpfte im zweiten Quartal mit 10,1 Prozent nur etwa halb so stark. Wie die Schweizer Wirtschaft abgeschnitten hat, wird das Bundesamt für Statistik in zwei Wochen kommunizieren.

8.02 Uhr: Chinas Inland-Infektionen wieder einstellig

In China ist die Zahl der im Inland übertragenen Coronavirus-Neuinfektionen wieder einstellig. Es seien neun Fälle in der nordwestlichen Region Xinjiang gefunden worden, teilte die nationale Gesundheitskommission am Mittwoch mit. Weitere 25 Fälle seien von chinesischen Reisenden aus dem Ausland eingeschleppt worden.

Im Zentrum des jüngsten lokalen Ausbruchs in China stand Xinjiangs Hauptstadt Ürümqi. Ende Juli wurden täglich mehr als 100 Fälle verbucht. Die Behörden ordneten im Kampf gegen das Coronavirus das Tragen von Schutzmasken in öffentlichen Räumen, Beschränkungen für Restaurantbesuche in Innenräumen und Abstandsregeln für Sozialkontakte an.

Die Volksrepublik hat 84'737 Infektionsfälle und 4'634 Todesfälle nach einer Erkrankung mit Covid-19 verzeichnet. Die chinesische Sonderverwaltungszone Hongkong meldete am Mittwoch 33 neue Infektionen, dort hat es den Angaben nach bislang 4'181 Fälle und 58 Todesopfer gegeben.

7.25 Uhr: Gästeschwund im mittelalterlichen Carcassonne

Die mittelalterliche Festung in Carcassonne ist eine der grössten Touristenattraktionen in Südfrankreich. Doch wegen der Coronapandemie bleiben die Gäste aus – besonders die Besucher aus dem nahe gelegenen Spanien.

7.05 Uhr: Drei-Monats-Hoch in Deutschland

Die Zahl der täglich gemeldeten Corona-Neuinfektionen in Deutschland hat den höchsten Wert seit Anfang Mai erreicht. Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des staatlichen Robert Koch-Instituts (RKI) 1'226 neue Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet.

Höher lag der Wert zuletzt am 09. Mai mit 1'251 registrierten Neuinfektionen. Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Anfang April bei mehr als 6'000 gelegen. Seit Ende Mai lag sie häufig unter 500, seit Ende Juli steigt sie wieder deutlich. Experten sind besorgt.

Zum Vergleich: In der Schweiz und in Liechtenstein wurden dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Dienstag 187 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus innert eines Tages gemeldet. Deutschland hat aber fast zehnmal so viele Einwohner wie die Schweiz.

6.45 Uhr: Event-Branche muss planen können

Der Bundesrat beschäftigt sich heute, in seiner ersten Sitzung nach den Sommerferien, mit der Frage, ob das Verbot von Grossveranstaltungen mit mehr als 1'000 Personen gelockert, aufgehoben oder verlängert werden soll. Zurzeit gilt die 1'000er-Grenze bis Ende August. Die von der Coronakrise gebeutelte Event-Branche fordert von der Regierung klare Ansagen. «Wir wollen endlich Klarheit», sagte Christoph Bill, Präsident des Branchenverbands Swiss Music Promoters Association (SMPA), in einem Interview mit «SRF». Würde die Grenze aufgehoben, käme die Branche erst «gegen drei Monate später mit solchen Veranstaltungen in die Gänge, denn diese Vorlaufzeit braucht jeder Veranstalter – mindestens», sagte Bill weiter. Planung heisse, einen Zeithorizont zu haben. Den habe die Branche seit März nicht mehr.  

Bill fordert, dass Bundesrat alle 14 Tage die Situation prüft, und dem Verband sagt, was in drei Monaten gelten wird. «Nur so können wir planen, nur so kann man vernünftigerweise eine Veranstaltung hochziehen», sagte Bill. «Entscheide alle paar Monate sind für uns Gift.» In dieser Unsicherheit kaufe kaum einer ein Ticket – da komme ein fast nicht berechenbares, wirtschaftliches Risiko dazu.

Dem SMPA-Präsidenten zufolge gab es lange keinen Dialog mit dem Bundesamt für Gesundheit (BAG): «Erst letzten Freitag konnten wir mit Vertretern des Bundes zusammensitzen. Und das war gut.» Versprochen habe das BAG dem Verband nichts, es habe eine erste «Auslegeordnung» gegeben und der Verband habe immerhin seinen Positionen darlegen können. Der Verband fordert eine schweizweit einheitliche Regelung für alle Kultur-Events.

6 Uhr: Fällt die 1'000er-Grenze für Grossanlässe im Oktober?

Gesundheitsminister Alain Berset will Recherchen des «Tages-Anzeigers» zufolge die 1'000er-Regel für Grossanlässe um einen Monat verlängern, also bis Ende September. Ein Entscheid des Bundes ist dringend, weil das Verbot für Veranstaltungen mit über 1'000 Personen, das zur Bekämpfung der Coronapandemie verhängt wurde, Ende August ausläuft. Der Bundesrat beschäftigt sich heute, in seiner ersten Sitzung nach den Sommerferien, mit dem Thema. Bundesratsnahe Kreise gehen dem Bericht zufolge davon aus, dass das Dossier entscheidungsreif ist. Eine Vertagung der Entscheidung um eine Woche ist aber nicht ausgeschlossen.

Die sechs Wochen bis zur Aufhebung des Verbots dahin wollen Berset und sein Bundesamt für Gesundheit (BAG) laut «Tages-Anzeiger» nutzen, um mit Kantonen und Veranstaltern neue Regeln auszuhandeln. Grossanlässe sollen wieder möglich sein, die Regeln sollen aber gleichzeitig verhindern, dass die Infektionszahlen deswegen wieder steigen.

Bundesrat und Gesundheitsminister Alain Berset an einer Medienkonferenz am 1. Juli 2020 in Bern. 
Bild: Keystone/Anthony Anex

Wie die «Neue Zürcher Zeitung» berichtet, setzt Berset sich für eine Lockerung unter strengen Auflagen ein, die sowohl für Fussball- und Eishockeyspiele als auch für Kulturveranstaltungen gelten soll. Nach Informationen der Zeitung sollen laut Berset Bund und Kantone gemeinsam mit den Sportverbänden Bund einheitliche Rahmenkriterien ausarbeiten. Die letztendliche Bewilligung der Veranstaltungen sollen dann die Kantone erteilen.

6.07 Uhr: Iran vergleicht russisches Vakzin mit Büchse der Pandora

Das iranische Gesundheitsministerium hat den russischen Corona-Impfstoff «Sputnik-V» mit der Büchse der Pandora verglichen und Vorsicht angemahnt. «Bevor nicht alle klinischen Studien beendet sind, ist der Gebrauch von Impfstoffen wie eine Büchse der Pandora und dementsprechend potenziell auch gefährlich», twitterte Pressechef Kianusch Dschahanpur am Mittwoch. Alle Staaten sollten sich bewusst sein, dass ein Wettlauf um einen Impfstoff kein anderes Ziel verfolgen sollte als den Schutz der Gesundheit der Menschen, erklärte der Pressechef des Gesundheitsministeriums.

Laut griechischer Mythologie enthielt die Büchse der Pandora Übel wie Krankheit und Tod. Als Pandora sie öffnete, entkamen sie in die Welt.

Teheran behauptet, auch selbst an einem Corona-Impfstoff zu arbeiten. Die Ergebnisse sollen von Experten-Teams bald bekannt gegeben werden. Das Land ist seit Ende Februar von der Pandemie stark betroffen. Aktuell liegt die Zahl der Corona-Toten im Iran bei 18’800, die der nachgewiesenen Infektionen bei über 330’000.

5.49 Uhr: Rasche Zustimmung zu EU-Hilfe nötig

Die deutsche Industrie drängt auf eine schnelle Lösung im Streit um das geplante riesige EU-Hilfspaket in der Coronavirus-Krise. «Damit die wirtschaftliche Erholung der EU nicht gefährdet wird und der europäische Binnenmarkt anzieht, sollte das EU-Parlament dem Paket schnell zustimmen.» Dies sagte Industriepräsident Dieter Kempf der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. «Um mehr Geld für wichtige Zukunftsinvestitionen und Forschung bereitzustellen, sollte der vorhandene Spielraum genutzt werden für eine entsprechende Ausrichtung innerhalb der beschlossenen Haushaltskapitel», so der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI). «Die rechtsstaatlichen Rahmenbedingungen für das Hilfspaket müssen möglichst schnell vorliegen. Wichtig ist auch, dass es nicht zu neuen Steuern und Abgaben kommt.»

Die Staats- und Regierungschefs der EU hatten ein Finanzpaket von 1,8 Billionen Euro geschnürt – 1'074 Milliarden Euro für den nächsten siebenjährigen Haushaltsrahmen und 750 Milliarden Euro zur wirtschaftlichen Erholung von der Coronavirus-Krise. Das EU-Parlament will jedoch im Vermittlungsverfahren mehr Geld für Forschung, Klimaschutz, Gesundheit, Studenten und Migrationspolitik herausholen. «Nun muss den Ländern, die es besonders hart getroffen hat, rasch geholfen werden», sagte Kempf. «Leider wurde durch die sparsame Linie der EU-Staats- und Regierungschefs die Chance vertan, ein modernes Budget mit höheren Investitionen für Forschung und Innovation zu beschliessen. Jetzt drängt die Zeit.»

5.12 Uhr: Toshiba im ersten Quartal wohl mit roten Zahlen

Der japanische Industriekonzern Toshiba hat nach eigenen Angaben von April bis Juni voraussichtlich einen Betriebsverlust verbucht. Es wäre das erste Mal seit fast vier Jahren, dass das Unternehmen in einem Quartal roten Zahlen schreibt.

Das japanische Wirtschaftsblatt «Nikkei» berichtete am Mittwoch, dass im ersten Quartal im Zuge der Coronavirus-Pandemie wohl ein operativer Verlust von umgerechnet mehr als 90 Millionen Franken angefallen sei. Toshiba teilte daraufhin mit, der Bericht entspreche in etwa den Ergebnissen, die im Laufe des Tages vorgelegt würden.

4.15 Uhr: USA sichern sich 100 Millionen Impfstoffdosen

Die USA haben eine Vereinbarung mit dem Biotechkonzern Moderna zum Erwerb von 100 Millionen Dosen eines potenziellen Coronavirus-Impfstoffs geschlossen. Dies teilten US-Präsident Donald Trump am Dienstag in Washington auf einer Pressekonferenz sowie das Pentagon mit. Bei Modernas Impfstoffkandidat läuft eine entscheidende Wirksamkeitsstudie der Phase III mit rund 30'000 Teilnehmern. Getestet wird in 30 US-Bundesstaaten.

«Wir sind auf dem besten Weg, schnell 100 Millionen Dosen zu produzieren, sobald der Impfstoff zugelassen ist, und kurz danach bis zu 500 Millionen Dosen», sagte Trump im Weissen Haus. Mehrere aussichtsreiche Stoffe seien in der letzten Erprobungsphase und stünden vor einer Zulassung. «Das Militär ist bereit, Amerikanern einen Impfstoff zu liefern, sobald dieser vollständig zugelassen ist», betonte der US-Präsident.

Das Pentagon teilte zudem mit, dass sich die US-Regierung mit dem Unternehmen Moderna auf die Produktion und Lieferung von 100 Millionen Dosen seines sehr aussichtsreichen Impfstoff-Kandidaten parallel zu dessen Erprobung geeinigt habe. Damit könne das Ziel der Auslieferung an Amerikaner zum Ende des Jahres erreicht werden, hiess es. Es stehe ein Budget von 1,5 Milliarden Dollar zur Verfügung.

Normalerweise dauert die Entwicklung eines neuen Impfstoffs mehrere Jahre. Trump hofft jedoch angesichts der derzeit enormen Anstrengungen und Finanzmittel für die Impfstoffforschung auf einen wesentlichen rascheren Durchbruch.

3.43 Uhr: Erste Interessenten für Russlands Impfstoff

Erste Länder haben bereits Interesse an Russlands Corona-Impfstoff «Sputnik V» bekundet – dem ersten zugelassenen weltweit. Der brasilianische Teilstaat Paraná hat angekündigt, ein Abkommen mit Russland zu schliessen, um den ersten für die breite Verwendung zugelassenen Impfstoff gegen das Coronavirus selbst zu produzieren. Wie Jorge Callado, Präsident des federführenden Technologie-Instituts Tecpar in Curitiba, am Dienstag im brasilianischen Fernsehen sagte, solle der Vertrag an diesem Mittwoch unterschrieben werden.

Die Impfung soll voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2021 verfügbar sein. «Wir werden in Etappen arbeiten», sagte der russische Konsul in Curitiba, Acef Said, der Deutschen Presse-Agentur. «Die technisch-wissenschaftliche Kooperation öffnet die Möglichkeit, Impfstoff-Tests zu machen und die Impfung hier für die brasilianische Bevölkerung zu produzieren.»

Damit der russische Corona-Impfstoff «Sputnik V» angewendet werden kann, muss die Impfung den Vorschriften der brasilianischen Überwachungsbehörde für Gesundheit Anvisa – wie vorherige Tests in der Bevölkerung – folgen. Laut Tecpar-Präsident Callado ist eine Phase III-Studie, in der die Wirksamkeit eines Impfstoffs an einer grossen Gruppe von Menschen ermittelt wird, in Brasilien möglich.

Der Chef des russischen Investmentfonds, Kirill Dmitrijew, sagte: «Wir sind offen für eine internationale Zusammenarbeit.» Nach seinen Angaben haben mehrere Länder Interesse bekundet, den Impfstoff selbst zu produzieren. Er nannte ausser Brasilien die Philippinen und die Vereinigten Arabischen Emirate. Mit diesen Ländern arbeite Russland zusammen, sagte er russischen Medien zufolge am Dienstag.

Laut einer Liste der Weltgesundheitsorganisation vom Montag werden derzeit sechs andere Impfstoff-Kandidaten in einer Phase-III-Studie getestet. Nur ein gut wirksamer Impfstoff kann Experten zufolge eine rasche deutliche Wende in der Coronapandemie bringen, ohne dass strenge Lockdown-Regeln nötig sind.



3.26 Uhr: Facebook löscht Beiträge mit fragwürdigen Corona-Infos

Facebook hat seit April mehr als sieben Millionen Beiträge mit Informationen zum Coronavirus gelöscht, die dem Online-Netzwerk zufolge die Gesundheit von Menschen gefährden könnten. Rund 98 Millionen weniger gefährliche Inhalte mit zweifelhaften Informationen seien mit Warnhinweisen versehen worden, teilte der Konzern am Dienstag mit. Facebook fährt seit einiger Zeit einen härteren Kurs gegenüber potenziell gefährlichen Informationen, etwa zu angeblichen Corona-Behandlungen. Dabei geriet der Konzern auch mit US-Präsident Donald Trump aneinander.

Das Unternehmen räumte zugleich ein, dass es die Coronakrise schwieriger mache, bei Beiträgen einzugreifen, die darauf hinweisen, dass Nutzer sich Schaden zufügen wollen. Während zur Erkennung etwa von Hassrede automatisierte Software eingesetzt werde, sei in diesen Fällen immer noch die Rolle menschlicher Prüfer sehr gross. Die Verlagerung aus den Büros ins Homeoffice habe deren Arbeit erschwert.

2 Uhr: «If I Had a Hammer»-Sänger Trini Lopez gestorben

Der Sänger und Gitarrist Trini Lopez, der mit seiner Interpretation des Kultsongs «If I Had a Hammer» berühmt wurde, ist tot. Er sei am Dienstag in einem Krankenhaus im kalifornischen Palm Springs gestorben, berichteten die US-Portale «Hollywood Reporter» und «Variety». Nach Angaben seines Kollegen und Geschäftspartners Joe Chavira starb Lopez mit 83 Jahren an der Lungenkrankheit Covid-19.

Als Trinidad Lopez III. war er als Sohn mexikanischer Einwanderer in ärmlichen Verhältnissen in Texas aufgewachsen. Bei einem Auftritt in einem Nachtclub in Hollywood wurde er von Frank Sinatra entdeckt, der ihn bei seiner Plattenfirma Reprise Records unter Vertrag nahm. Lopez' Darbietungen der Songs «If I Had a Hammer», «Lemon Tree» und «La Bamba» wurden in den 1960er-Jahren zu Hits.

Er nahm Dutzende Alben auf, hatte Gigs in Las Vegas und ging weltweit auf Tour. Lopez spielte auch in Hollywoodfilmen mit, darunter in Robert Aldrichs Kriegsfilm «Das dreckige Dutzend» (1967).

1.33 Uhr: WHO äussert sich vorsichtig zu Russlands Impfstoff

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat mit Zurückhaltung auf die vom russischen Präsidenten Wladimir Putin verkündete Zulassung eines Corona-Impfstoffes reagiert. Die WHO sei sich bewusst, dass Russland ein Vakzin registriert habe, und begrüsse alle Fortschritte bei der Forschung und Entwicklung zu Covid-19-Impfstoffen, teilte das WHO-Regionalbüro Europa auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.

Zugleich wies das Büro darauf hin, dass die beschleunigte Impfstoffforschung in jedem Entwicklungsschritt gemäss bewährter Prozesse vonstattengehen sollte. Damit werde sichergestellt, dass jeglicher Impfstoff sicher und effektiv sei, wenn er letztlich in die Produktionsphase gehe. Die WHO stehe in Kontakt mit den russischen Wissenschaftlern und Behörden und freue sich darauf, Einzelheiten der Versuche zu überprüfen.

Putin hatte am Dienstag die weltweit erste staatliche Zulassung eines Impfstoffs zur breiten Verwendung gegen das Coronavirus bekannt gegeben. Die Zulassung erfolgte vor dem Vorliegen der Ergebnisse grosser klinischer Studien – ein Vorgehen, das dem international üblichen Ablauf widerspricht.

1.06 Uhr: Trump nennt Anstieg in Deutschland «unglücklich»

US-Präsident Donald Trump hat die zunehmende Zahl an Coronavirus-Fällen in Deutschland bedauert. «Im Sieben-Tage-Durchschnitt für Deutschland sind die Fälle unglücklicherweise um 62 Prozent gestiegen. Das ist wirklich unglücklich», sagte Trump am Dienstag (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz im Weissen Haus. Trump nannte zudem explizit hohe Raten auch für Frankreich, Spanien und das Vereinigte Königreich. Es blieb aber unklar, auf welcher Grundlage Trumps Zahlen basierten.

Die Infektionen in den USA würden dagegen sinken, sagte Trump. «Das wird mit der Zeit noch viel besser», meinte er. Tatsächlich sind die Neuinfektionen in den USA, die 330 Millionen Einwohner haben, nicht mehr so zahlreich wie noch Mitte Juli, liegen aber noch immer bei um die 50'000 täglich. Die seit Beginn der Pandemie rund fünf Millionen Fälle in den USA entsprechen etwa einem Viertel aller weltweiten Fälle. In Deutschland, das in den vergangenen Tagen eine Zunahme verzeichnete, infizieren sich derzeit dagegen rund 1'000 Menschen täglich mit dem Virus – in der Bundesrepublik leben etwa 83 Millionen Menschen.

Für Reisende aus dem Schengen-Raum sind die Grenzen der Vereinigten Staaten derzeit weitgehend geschlossen. Ausnahmen gelten für US-Bürger und Inhaber von Greencards. Der Erlass von Präsident Trump gilt seit Mitte März.

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