Erstes Schweizer Skigebiet macht dicht – Basler Kunstmesse Liste abgesagt

Agenturen/red

11.8.2020 - 22:00

Das Wichtigste im Überblick

  • In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem BAG 187 Neuinfektionen innert 24 Stunden gemeldet worden. 
  • Im Bündner Skigebiet Fideriser Heuberge werden die Skilifte und die Berghäuser in der Wintersaison 20/21 nicht in Betrieb genommen.
  • Nach der Art Basel hat nun auch die Liste Art Fair ihre Ausgabe 2020 im September abgesagt.
  • Russland gibt die Zulassung des ersten Impfstoffes gegen das neuartige Coronavirus bekannt. Ab Oktober soll geimpft werden.
  • Renommierte Mediziner in den USA haben vor dem in Russland zugelassenen Corona-Impfstoff gewarnt.
  • Der Bund schliesst einen Reservationsvertrag für ein neues Therapeutikum des Schweizer Biotech-Unternehmens Molecular Partners.

Laut Zahlen der Johns-Hopkins-Universität liegt die Anzahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus in der Schweiz bei bislang insgesamt 36’895 Personen; davon gelten 32’400 als genesen. 1’990 Menschen sind in Verbindung mit Covid-19 in der Schweiz verstorben. Weltweit stieg die Zahl der Infizierten auf 20’158’258, die Zahl der Toten auf 738’063.

Russland meldet die Zulassung des ersten Impfstoffes – der Bund hat erst kürzlich einen Vertrag über die Lieferung eines Vakzins gegen das Coronavirus abgeschlossen, wonach die Schweiz 4,5 Millionen Dosen von der US-Biotech-Firma Moderna erhalten soll. Die Skepsis gegenüber einer Impfung ist bei den Schweizern laut einer repräsentativen Umfrage der Berner Fachhochschule im Auftrag der Gewerkschaft Travailsuisse aber noch recht hoch. Demnach sind 46 Prozent der Befragten bereit, eine geprüfte Impfung zu machen. 30 Prozent würden es noch offen lassen, ob sie sich spritzen lassen würden, während ein Viertel die Impfung komplett ablehne.

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie und ihre Folgen stellt die EU-Kommission mehr als 20 Forschungsprojekten aus verschiedenen Ländern 128 Millionen Euro (etwa 138 Millionen Franken) zur Verfügung.

Kamelurin, Bleichmittel und Methanol: Fehlinformationen durch Gerüchte und Verschwörungstheorien in Zusammenhang mit dem Coronavirus haben seit Beginn der Pandemie weltweit Hunderte Menschen das Leben gekostet.

22.00 Uhr: Wir beenden unseren heutigen Ticker

21.19 Uhr: Airbnb will in kommenden Wochen Börsengang beantragen

Der Online-Wohnungsvermittler Airbnb will einem Medienbericht zufolge in den kommenden Wochen einen Antrag für seinen Börsengang stellen. Die Zeitung «Wall Street Journal» berichtete am Dienstag, die Buchungsplattform wolle noch im August die Dokumente bei der US-Börsenaufsicht SEC einreichen. Damit könnte Airbnb noch in diesem Jahr an der Börse gehandelt werden.

Laut «Wall Street Journal» wird der Börsengang von den Geschäftsbanken Morgan Stanley und Goldman Sachs betreut. Airbnb wollte den Bericht auf Anfrage nicht kommentieren.

Das 2008 gegründete Startup hatte im vergangenen Jahr erklärt, 2020 einen Börsengang anzustreben. Wegen der Corona-Krise verzögerten sich die Pläne: Die Pandemie hat Airbnb wie die gesamten Reise- und Tourismusbranche hart getroffen. Anfang Mai teilte die Buchungsplattform mit, rund 25 Prozent ihrer weltweit 7'500 Mitarbeiter entlassen zu wollen.

20.24 Uhr: Tennis-Star Serena Williams siegt nach Corona-Pause

Die 23-malige Grand-Slam-Turniersiegerin Serena Williams ist mit einem Sieg auf die Tennis-Tour nach dem Ende der Corona-Zwangspause zurückgekehrt. Die 38-Jährige setzte sich am Dienstag beim Turnier in Lexington im US-Bundesstaat Kentucky gegen ihre amerikanische Landsfrau Bernarda Pera mit 4:6, 6:4, 6:1 durch. Im Achtelfinale trifft sie auf ihre zwei Jahre ältere Schwester Venus Williams oder Wiktoria Asarenka aus Belarus. Für Serena Williams war es ihr erster Turnierauftritt seit den Australian Open im Januar.

Die Spiele in Lexington dienen Williams als Vorbereitung auf die US Open vom 31. August bis 13. September in New York. Im Gegensatz zu anderen namhaften Tennisprofis will sie trotz der unsicheren Lage wegen Corona-Pandemie bei dem Grand-Slam-Turnier starten.

19.49 Uhr: Erstes Schweizer Skigebiet bleibt geschlossen

Im Bündner Skigebiet Fideriser Heuberge werden die Skilifte und die Berghäuser in der Wintersaison 20/21 nicht in Betrieb genommen. Die Verantwortlichen der Heuberge AG möchten wegen der unsicheren Corona-Situation auf Nummer Sicher gehen, wie «Blick» berichtet. «Ein wirtschaftlicher Betrieb ist nur mit einer hohe Auslastung der Restaurant- und Hotelinfrastruktur durch Gruppen sowie eine gute Planbarkeit möglich», heisst es.

19.17 Uhr: Französischer Premier will Maskenpflicht im Freien ausweiten

Der französische Premierminister Jean Castex hat für eine möglichst flächendeckende Maskenpflicht geworben. Es bestehe ein «grosses Risiko» für ein Wiederaufflammen der Corona-Pandemie, sagte Castex am Dienstag im südfranzösischen Montpellier. Er werde die lokalen Behörden deshalb auffordern, die Maskenpflicht im öffentlichen Raum «so weit wie möglich» auszudehnen.

Die Beschränkung für Grossveranstaltungen auf maximal 5'000 Teilnehmer verlängerte der Premierminister bis Ende Oktober. Ursprünglich war eine Lockerung bereits für Ende August geplant.

In Frankreich sind Mund-Nase-Bedeckungen aufgrund der Pandemie bereits landesweit im öffentlichen Verkehr sowie in Gebäuden wie Banken, Geschäften und Behörden verpflichtend. Mehrere Kommunen haben die Vorschriften zusätzlich ausgeweitet. So ist etwa in Paris das Tragen von Atemschutzmasken rund um Touristen-Hotspots auch im Freien vorgeschrieben. Auch in Nizza besteht eine teilweise Maskenpflicht im Freien.

18.38 Uhr: EU-Wettbewerbshüter genehmigen deutsche Hilfen für Flughäfen

Deutschland darf von der Coronakrise heftig getroffene Flughäfen nach einer Entscheidung der EU-Kommission mit Zuschüssen unter die Arme greifen. Entsprechende Beihilferegelungen genehmigten die europäischen Wettbewerbshüter, wie die EU-Behörde am Dienstag mitteilte.

«Diese Regelung wird es den deutschen Behörden (...) ermöglichen, deutsche Flughäfen für Verluste, die ihnen infolge des Coronavirus-Ausbruchs entstanden sind, zu entschädigen. Gleichzeitig wird sie den Flughäfen helfen, ihre Liquiditätsengpässe zu überwinden und die Krise zu überstehen», sagte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. Der Flughafenbetrieb müsse gesichert werden, um Anbindung, Mobilität und Luftverkehr zu gewährleisten.

Die Luftfahrtbranche ist von den Auswirkungen der Pandemie besonders hart getroffen. Nach früheren Angaben des Branchenverbands ADV verloren die Flughäfen in der Corona-Flaute jeden Monat eine halbe Milliarde Euro Umsatz. Der Flugverkehr war zeitweise nahezu eingestellt. Deshalb hat die Bundesregierung die nun genehmigte Unterstützung auf den Weg gebracht.

Nach Angaben der EU-Kommission ist vorgesehen, dass deutsche Behörden den Flughäfen ausgefallene Einnahmen, die unmittelbar auf den Coronavirus-Ausbruch zwischen 4. März und 30. Juni zurückzuführen sind, mit Zuschüssen ausgleichen können. Dabei sei sichergestellt, dass Zuschüsse, die den tatsächlichen Schaden übersteigen, zurückgezahlt werden müssten.

17.45 Uhr: Anders als Conte: Ex-Premier Renzi fordert Impfpflicht in Italien

Der ehemalige Ministerpräsident Matteo Renzi fordert eine Impfpflicht in Italien und widerspricht damit einer Empfehlung des aktuellen Regierungschefs Giuseppe Conte. «Wenn wir wirklich eine Impfung gegen Covid haben, muss diese verpflichtend für alle sein. Verpflichtend, nicht freiwillig», schrieb der Politiker am Dienstag auf seiner Homepage.

In einem Interview des «Corriere della Sera» ergänzte Renzi: «Nach all dem, was wir durchgemacht haben, was sollen wir wohl machen mit einer Impfung? Lassen wir die Leute selbst entscheiden und müssen dann alle wieder drei Monate einsperren?»

Matteo Renzi, ehemaliger Premierminister von Italien, hat sich für eine Impflicht ausgesprochen.
Fabio Cimaglia/LaPresse via ZUMA

Der frühere Regierungschef, der im Herbst 2019 die Sozialdemokraten (PD) verlassen und eine eigene Partei namens «Italia Viva» gegründet hatte, hat damit eine andere Meinung als der parteilose Conte. «Ich glaube nicht, dass eine Impfung obligatorisch sein muss, aber sie muss möglich sein», hatte Conte erst am Sonntag gesagt. Er hoffe, noch in diesem Jahr einen Impfstoff bereitstellen zu können.

17.20 Uhr: Rio erlaubt Strandbesuch mit Abstandsmarkierung und Vorbelegung per App

Die Stadtverwaltung von Brasiliens Metropole Rio de Janeiro will inmitten der grassierenden Corona-Pandemie den Aufenthalt an seinen berühmten Stränden wieder erlauben.

Die Öffnung sieht zunächst vor, Flächen mit Bändern zu markieren, innerhalb derer kleine Gruppen den Strand besuchen können, wie Rios Bürgermeister Marcelo Crivella in einer Live-Übertragung in sozialen Medien am Montagabend (Ortszeit) bekanntgab. Demnach sollen 30 Prozent der Flächen über eine App vorbelegt, die anderen 70 Prozent nach der Reihenfolge der Ankunft vergeben werden.

Am weltberühmten Strand Copacabana in Rio de Janeiro wird an die Corona-Toten erinnert. Nun soll in der brasilianischen Stadt der Aufenthalt an den Stränden wieder erlaubt sein.
Archiv

Crivella hatte im Juli angekündigt, den Verbleib am Strand wie beim Sonnen erst zu erlauben, wenn es eine Impfung gegen das Coronavirus gäbe. Zuletzt waren Mannschaftssport am Strand und das Baden im Meer wieder zugelassen worden.

16.45 Uhr: Basler Kunstmesse Liste trotz neuem Standort abgesagt

Nach der Art Basel hat nun auch die Liste Art Fair ihre Ausgabe 2020 im September abgesagt. Wegen der Verschlechterung der pandemiebedingten Lage in Europa könne die Messe nicht mehr mit gutem Gewissen durchgeführt werden, begründen die Messebetreiber ihre Absage.

Anders als die grosse Kunstmesse Art Basel hatte die Liste Art Fair lange Zeit am Ausweichdatum im September festgehalten. Mit der Dreispitzhalle in Münchenstein BL hatte man einen Ausweichstandort auserkoren, der die Einhaltung der Abstandsregeln ermöglicht hätte.

Die Liste Art Fair (hier an ihrem Stamm-Ort im Werkraum Warteck in Basel), kann trotz Ausweichort im September 2020 nicht stattfinden.
Archiv / Keystone

Am Dienstag teilte die Messeleitung nun mit, dass die steigenden Infektionszahlen und die Reisebeschränkungen in Europa die Durchführung der Messe in diesem Jahr verunmögliche.

16.10 Uhr: Renommierte US-Mediziner warnen vor russischem Impfstoff

Renommierte Mediziner in den USA haben vor einem am Dienstag in Russland zugelassenen Corona-Impfstoff gewarnt.

«Aktuell würde ich ihn nicht nehmen, ganz sicher nicht ausserhalb einer klinischen Versuchsreihe», sagte Scott Gottlieb, der frühere Chef der Behörde für Lebensmittel und Arzneimittel-Sicherheit (FDA), am Dienstag im US-Fernsehen.

US-Mediziner haben vor dem vorgestellten Corona-Impfstoff aus Russland gewarnt.
Archiv

Anscheinend sei das Medikament in Russland bisher nur an einigen Hundert Patienten getestet worden, so Gottlieb. «Sie sind uns sicher nicht voraus und wir würden zum jetzigen Zeitpunkt keinen Impfstoff zur breiten Verteilung freigeben.» Gottlieb ist ein konservativer TV-Kommentator und hatte die FDA von 2017 bis 2019 geleitet.

«Niemand weiss, ob es sicher ist oder ob es funktioniert. Sie bringen die Mitarbeiter im Gesundheitswesen und ihre Bevölkerung in Gefahr», schrieb Florian Krammer, ein Virologe am New Yorker Krankenhaus Mount Sinai, bei Twitter.

Russland hatte am Dienstag als erstes Land der Welt einen Impfstoff gegen das Coronavirus für die breite Anwendung in der Bevölkerung zugelassen. Wichtige Tests stehen noch aus, weder die Wirksamkeit noch die Nebenwirkungen lassen sich derzeit fundiert beurteilen.

15.30 Uhr: EU-Kommission unterstützt Corona-Forschung mit Millionen Euro 

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie und ihre Folgen stellt die EU-Kommission mehr als 20 Forschungsprojekten aus verschiedenen Ländern 128 Millionen Euro (etwa 138 Millionen Franken) zur Verfügung.

Durch die Arbeit sollen Patienten besser überwacht und versorgt, Erkenntnisse über gesellschaftliche Folgen der Krise gewonnen und Produktions- sowie Lieferketten medizinischer Ausstattung beschleunigt werden, wie die Brüsseler Behörde am Dienstag mitteilte. Auch sollen Erkenntnisse aus grossen Patientengruppen in und ausserhalb der EU besser vernetzt werden.

 14.55 Uhr: UNO-Flüchtlingshilfe: Junge Flüchtlinge leiden unter Pandemie

Junge Flüchtlinge leiden nach Einschätzung der UNO-Flüchtlingshilfe auf vielen Ebenen unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie.

«Das Leben in auseinanderbrechenden Familien, die durch den Verlust der Arbeit in noch tiefere Armut abrutschen, resultiert in Stress, Angstzuständen und Gewaltausbrüchen», erklärte die Organisation am Dienstag.

Das Schliessen von Schulen führe nicht nur zu Defiziten bei der Bildung, sondern auch zum Wegfall von sozialer und psychologischer Unterstützung. «Daraus folgt auch Hunger, weil das regelmässige Essen fehlt, das die Mädchen und Jungen täglich in den Schulen erhalten.»

Mitarbeiter des Gesundheitswesen im Flüchtlingslager Kutupalong (Bangladesch), einem der grössten der Welt. 
Foto: Shafiqur Rahman/AP/dpa

14.15 Uhr: Impfskepsis laut Umfrage noch recht hoch

Russland meldet die Zulassung des ersten Impfstoffes – der Bund hat erst kürzlich einen Vertrag über die Lieferung eines Vakzins gegen das Coronavirus abgeschlossen, wonach die Schweiz 4,5 Millionen Dosen von der US-Biotech-Firma Moderna erhalten soll. Die Skepsis gegenüber einer Impfung ist bei den Schweizern laut einer repräsentativen Umfrage der Berner Fachhochschule im Auftrag der Gewerkschaft Travailsuisse aber noch recht hoch, wie «20 Minuten» berichtet.

Demnach sind 46 Prozent der Befragten bereit, eine geprüfte Impfung zu machen. 30 Prozent würden es noch offen lassen, ob sie sich spritzen lassen würden, während ein Viertel die Impfung komplett ablehne. Die Zahlen seien laut dem Studienautor Tobias Fritschi nicht zuletzt aber dadurch erklärbar, dass die Befragten noch skeptisch seine, weil die Impfstoffe noch in der Entwickung seien, schreibt «20 Minuten».

Eine Person erhält bei einer Testreihe einen Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus gespritzt. (Archiv)
Bild: Keystone

14.05 Uhr: Exporte sollen sich nach Einbruch rasch erholen

Bund und Wirtschaft wollen nach dem Einbruch durch die Corona-Pandemie möglichst gute Voraussetzungen für eine rasche Erholung des schweizerischen Aussenhandels schaffen. Bundesrat Guy Parmelin und Vertreter der Exportwirtschaft haben am Dienstag die Herausforderungen und notwendigen Schritte dazu besprochen.

Die Schweizer Wirtschaft sei für den Wohlstand äusserst wichtig und stark mit dem Ausland vernetzt, heisst es in einer im Nachgang zu einem Runden Tisch veröffentlichten Mitteilung der Bundesbehörden.

Im zweiten Quartal 2020 ist im schweizerischen Aussenhandel ein historischer Rückgang verzeichnet worden. Ausnahmslos alle Exportsparten verzeichneten ein Minus. Trotz Lichtblicken und einem leichten Aufwärtstrend im Juni blieben die künftigen Herausforderungen und Unsicherheiten für die Schweizer Exporteure weiter gross, heisst es.

13.47 Uhr: Russland nennt ersten Impfstoff «Sputnik V»

Russland hat den weltweit ersten für die breite Verwendung zugelassenen Impfstoff gegen das Coronavirus in Erinnerung an sein Vordringen in den Weltraum 1957 auf den Namen «Sputnik V» getauft. Das berichtete das russische Staatsfernsehen am Dienstag in Moskau. Zuvor hatte Kremlchef Wladimir Putin bekanntgegeben, dass Russland als erstes Land der Welt einen Impfstoff zugelassen habe. Russland hatte im Frühjahr eine klinische Studie mit dem Impfstoff «Gam-Covid-Vac Lyo» in einer internationalen Datenbank registriert.

Der Chef des russischen Investmentfonds Kirill Dmitrijew sprach kürzlich von einem «Sputnik-Moment». «Die Amerikaner waren überrascht, als sie Sputniks Piepen hörten. Mit diesem Impfstoff ist es genauso», sagte er dem US-Sender CNN. Seine vom Kreml gegründete Stiftung finanziert die Impfstoff-Produktion.

In Russland wird die Entwicklung des neuen Impfstoffs verglichen damit, dass die Sowjetunion einst als erste Nation in den Weltraum vorgedrungen war. Russland sieht sich als Rechtsnachfolger des vor rund 30 Jahren aufgelösten kommunistischen Imperiums. Die stolze Weltraumnation hatte 1957 den ersten Satelliten – den Sputnik – ins All gebracht und damit das Zeitalter der Raumfahrt begründet.

12.52 Uhr: Erster Fall in Flüchtlingslager im Nordosten Syriens

Im überfüllten Flüchtlingslager Al-Hol im Nordosten Syriens ist der erste Coronavirus-Fall eines Bewohners bestätigt worden.

«Eine unserer schlimmsten Befürchtungen hat sich bewahrheitet», teilte die Hilfsorganisation Save the Children am Montagabend mit. Bereits in der vergangenen Woche hatte das UN-Nothilfebüro Ocha berichtet, drei Mitarbeiter des Gesundheitspersonals hätten sich in al-Hol mit Corona infiziert.

Nach Angaben von Save the Children leben in dem Lager rund 65'000 Menschen, unter ihnen 43'000 Minderjährige. Die Organisation befürchtet, dass es weitere Fälle geben wird. Die Folgen eines möglichen Covid-19-Ausbruchs wären ihrer Einschätzung zufolge verheerend.

Im überfüllten Flüchtlingslager Al-Hol sollen bis zu 65'000 Menschen leben. (Archiv)
Bild: Keystone

12.15 Uhr: 187 neue Covid-19-Infizierte innert 24 Stunden

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Dienstag 187 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus innert eines Tages gemeldet worden. Am Montag waren es 105 neue Covid-19-Infizierte, am Sonntag 152 und am Samstag 182 gewesen.

Insgesamt gab es seit Beginn der Pandemie bisher laut den neusten BAG-Zahlen 36'895 laborbestätigte Fälle. Gleichzeitig meldete das BAG am Dienstag im Vergleich zum Vortag elf neue Hospitalisierungen. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung stieg um eins auf 1'713.

In Isolation aufgrund der Kontaktrückverfolgung befanden sich 1'331 infizierte Personen, wie das BAG weiter mitteilte. In Quarantäne waren 4'212 Personen, die mit Infizierten in Kontakt waren. Die Zahlen stammen aus 26 Kantonen und aus Liechtenstein. 13'994 weitere Menschen waren nach der Rückkehr aus einem Risikoland in Quarantäne.

Die Zahl der durchgeführten Tests auf Sars-CoV-2, den Erreger von Covid-19, beläuft sich bisher auf insgesamt 847'325. Bei 5,2 Prozent dieser Tests fiel das Resultat positiv aus

Polizisten überwachen die Einhaltung der Corona-Regeln am Samstag 8. August am Ufer der Rhone in Genf. 
Bild: Keystone

12.05 Uhr: Viele Tote durch Gerüchte und Fehlinformationen

Kamelurin, Bleichmittel und Methanol: Fehlinformationen durch Gerüchte und Verschwörungstheorien in Zusammenhang mit dem Coronavirus haben seit Beginn der Pandemie weltweit Hunderte Menschen das Leben gekostet.

Tausende Menschen mussten wegen der grösstenteils in sozialen Netzwerken verbreiteten Falschinformationen im Krankenhaus behandelt werden, ergab eine im «American Journal of Tropical Medicine and Hygiene» veröffentlichte Studie. Die von einem Team internationaler Wissenschaftler unter anderem aus Australien, Thailand und Japan zusammengetragenen Daten stammen aus dem Zeitraum zwischen Dezember 2019 und April 2020.

So sei Menschen in Indien empfohlen worden, Kuhurin oder -dung zu verzehren, um sich gegen eine Ansteckung zu wappnen. In Saudi-Arabien wurde Kamelurin mit Limone als Wunderwaffe gegen Sars-CoV-2 beworben. Der Konsum von hochkonzentriertem Alkohol zur vermeintlichen Desinfizierung des Körpers kostete weltweit sogar 800 Menschen das Leben. Rund 5'900 landeten nach dem Trinken von Methanol im Krankenhaus, 60 erblindeten.

11.10 Uhr: Russland lässt ersten Impfstoff zu

Russlands Präsident Wladimir Putin hat am Dienstagmorgen die Zulassung des weltweit ersten Coronavirus-Impfstoffes bekanntgegeben, wie die «Moscow Times» berichtet

Das staatliche Gamaleya-Forschungsinstitut hatte demnach in der letzten Woche bereits erfolgreich Phase-III-Studien mit dem russichen Covid-19-Impfstoff gestartet, an denen Tausende von Freiwilligen beteiligt gewesen seien. Nun habe das Gesundheitsministerium angekündigt, bereits im nächsten Monat mit der Massenproduktion des Serums zu beginnen und im Oktober eine Massenimpfaktion zu starten, schreibt die «Moscow Times». 

Putin sagte demnach in einer im TV übertragenen Kabinettssitzung:  «Heute Morgen wurde zum ersten Mal auf der Welt ein Impfstoff gegen das neue Coronavirus zugelassen». Er wisse, dass der Impfstoff effektiv sei «und eine nachhaltige Immunität» bilde, so Putin. Seine Tochter – deren Identität bislang nicht öffentlich gemacht wurde –, habe den Impfstoff bereits bekommen.

10.56 Uhr: Ringier plant Einstellung von «Style»

Ringier Axel Springer Schweiz will bei den Publikumszeitschriften sparen und baut voraussichtlich 35 Stellen ab. Magazine sollen eingestellt oder ausgelagert werden, die soll Redaktionen verkleinert werden.

Grund für die einschneidenden Massnahmen sind sinkende Werbeeinnahmen und zusätzliche Verluste wegen der Corona-Pandemie, wie das Medienhaus am Dienstag mitteilte. Betroffen sind verschiedenen Publikationen.

Das Mode- und Lifestyle-Magazin «Style» wird voraussichtlich eingestellt, das Mode- und Kultur-Magazin «Bolero» soll ausgelagert werden. Zudem sollen die Redaktionen von «Schweizer Illustrierte» und SI online verkleinert und organisatorisch zusammengeführt werden.

10.15 Uhr: Mundspülungen senken Übertragungsrisiko 

Handelsübliche Mundspülungen können Sars-Cov-2-Viren im Mund- und Rachenraum wirksam dezimieren und so womöglich vor einer Übertragung des Virus schützen, wie Virologen der der Ruhr-Universität Bochum mit Kollegen anderer deutschen Universitäten herausgefunden haben.

Wie die Mediziner mitteilen, könne die Anwendung von Sars-Cov-2-wirksamen Mundspülungen dabei helfen, die Viruslast im Mund-Rachenraum kurzfristig zu senken. Das könne etwa vor einer zahnärztlichen Behandlungen nützlich sein. Eine Überprüfung der Laborergebnisse in klinischen Studien stehe aber noch aus.

Die Wissenschaftler betonen, dass Mundspülungen sich hingegen nicht eignen würden, um eine Covid-19-Infektion zu behandeln oder um sich selbst vor einer Ansteckung mit dem Virus zu schützen.

Durch handelsübliche Mundwasser kann die Viruslast im Mund- Rachenraum womöglich kurzfristig stark gesenkt werden. (Symbolbild)
Bild:  Keystone

9.35 Uhr: Curevac plant Impfstoff-Tests in Brasilien

Auch das deutsche Biotech-Unternehmen Curevac hat vor, in Brasilien einen Corona-Impfstoff zu testen, an dem es forscht. Wie die Infektiologin Sue Ann Clemens, Mitglied des Komitees von Curevac, der Deutschen Presse-Agentur sagte, plant das Unternehmen mit Sitz in Tübingen, im September oder Oktober mit der Studie in dem südamerikanischen Land zu beginnen.

Bisher laufe es bei der ersten, kleineren Testreihe in Deutschland sehr gut, hatte Studienleiter Professor Peter Kremsner vom Institut für Tropenmedizin am Montag gesagt. Derzeit gebe es etwa 180 Probanden.

Brasilien ist zum Testlabor der Welt geworden. Auch Testreihen der Unternehmen AstraZeneca, Sinovac und Biontech/Pfizer laufen dort bereits. Neben den USA ist Brasilien derzeit einer der Brennpunkte der Coronapandemie. Mehr als drei Millionen Menschen haben sich nach offiziellen Angaben mit dem Coronavirus infiziert, die tatsächlichen Zahlen dürften noch weit höher liegen, auch weil in dem Land sehr wenig getestet wird.

9.10 Uhr: Altenwohnung in Neuseeland unter Quarantäne

Eine Seniorenwohnanlage in Neuseeland ist unter Quarantäne gestellt worden, nachdem bei acht Bewohnern grippeähnliche Symptome diagnostiziert worden waren. Die Verwaltung des «Village Palms» in der Stadt Christchurch habe die Familien der Senioren in einem Brief über die Massnahme informiert, berichtete die Zeitung «New Zealand Herald». Ob die Erkrankungen in Zusammenhang mit Corona-Infektionen stehen, war noch unklar. Bislang handele es sich um normale Vorsichtsmassnahmen, die bei allen Atemwegerkrankungen getroffen würden, sagte ein Sprecher der Anlage.

Neuseeland ist sehr erfolgreich im Kampf gegen das Virus: Nach Angaben der Gesundheitsbehörden ist es in dem Pazifikstaat seit mehr als 100 Tagen nicht mehr zu einer lokalen Übertragung gekommen. Derzeit gibt es nur 22 aktive Fälle, die sich alle in Quarantäne befinden. Insgesamt hat Neuseeland seit Beginn der Pandemie 1570 bestätigte Fälle gemeldet, 22 Menschen sind in Verbindung mit Covid-19 gestorben.

8.45 Uhr: Zalando gewinnt in der Krise Millionen Kunden 

Europas grösster Online-Modehändler Zalando hat in der Coronakrise Millionen Kunden gewonnen. Ende Juni habe die Zahl im Vergleich zum Vorjahr um ein Fünftel höher bei mehr als 34 Millionen gelegen, teilte das in Berlin ansässige Unternehmen am Dienstag mit.

Der Umsatz legte in den ersten sechs Monaten ähnlich stark auf 3,56 Milliarden Euro zu, im zweiten Quartal betrug das Plus sogar 27 Prozent. Das bereinigte Betriebsergebnis stieg leicht auf 113,3 Millionen Euro.

Ein Zalando-Paket liegt auf einem Förderband. Der Online-Händler hat in der Coronakrise bei Kunden und Umsatz stark dazu gewonnen. 
Bild: dpa

8.15 Uhr: Die am stärksten betroffenen Länder

Die am stärksten betroffenen Länder – Infizierte, Todesfälle, Genesene.
Grafik: dpa

07.25 Uhr: Bund schliesst Vertrag für Covid-19-Medikament

Einen Reservationsvertrag für ein neues Therapeutikum gegen Covid-19 hat der Bund mit dem in Schlieren ZH ansässigen Biotech-Unternehmen Molecular Partners geschlossen.

Laut einer Medienmitteilung des Bundes sichere man sich so den prioritären Zugang zu den ersten 200‘000 Dosen und das Recht auf Lieferung von bis zu drei Millionen weiteren Dosen des Immuntherapeutikums.

Das Medikament von Molecular Partners – das Unternehmen wurde 2004 als Spin-Off der Universität Zürich gegründet –, sei vergleichbar mit einer Mischung von Antikörper-Therapien in einem Medikament, heisst es weiter in der Mitteilung.

Werde das Produkt in der Schweiz zugelassen, solle es in erster Linie für die Behandlung von mit an Covid-19 erkrankten Personen eingesetzt werden. In gewissen Fällen könne es aber auch prophylaktisch zum Schutz vor einer Infektion verabreicht werden. Die klinischen Studien seien für Herbst 2020 geplant.

Weltweit wird an Medikamenten und Impfstoffen gegen das neue Coronavirus geforscht. Der Bund hat nun einen Reservationsvertrag für ein Therapeutikum von Molecular Partners geschlossen. (Symbolbild)
Bild: Keystone

6.05 Uhr: ETH-Professorin: Schulen sollen offen bleiben

ETH-Professorin Elsbeth Stern ist gegen weitere Schulschliessungen wegen des Coronavirus. Die Bildung der Kinder und Jugendlichen sollte jetzt «ganz oben auf der Prioritätenliste stehen», auch wenn sich die Pandemiesituation im Herbst verschlechtere und weitere Schulschliessungen drohen könnten, sagte die Expertin für Lehr- und Lernforschung und Psychologin im Interview mit dem «Tages-Anzeiger». Schulschliessungen sollten auf jeden Fall vermieden werden – oder zumindest die letzte Massnahme sein, wenn die Fallzahlen sehr stark steigen, sagte Stern weiter.

Fernunterricht könne nie das Gleiche leisten wie der Präsenzunterricht. Kinder würden leiden, wenn sie nicht mit anderen Kindern zusammen sind, und Eltern seien nicht die besten Lehrer. «Auf jeden Fall sollten wir zuerst Discos und Clubs schliessen, bevor wir überhaupt an die Schulen denken», so Stern.

Entscheidend sei auch, die Lücken vor allem bei jenen Kindern aufzuarbeiten, die der Lockdown im ersten Jahr einer Schulstufe erwischt habe. Besondere Sorgen mache sie sich um die Kinder, die jetzt die erste Klasse abgeschlossen hätten, so Stern: «Normalerweise können die meisten Kinder Ende der ersten Klasse leichte Texte fliessend lesen und ein bisschen schreiben.» Das werde dieses Jahr nicht der Fall sein, warnte die Lernforscherin – und es müsse dringend etwas unternommen werden: «Wir wollen nicht, dass ein ganzer Jahrgang mit einem grossen Handicap in die Schulkarriere startet.»

Gymnasiastinnen im Gymnasium Kirchenfeld in Bern tragen am ersten Tag nach den Sommerferien Schutzmasken.
Bild: Keystone/Anthony Anex

6.01 Uhr: Experten: Katastrophale Pandemie-Vorbereitung weltweit

Regierungen engagieren sich derzeit weiterhin im Herunterspielen der Covid-19-Pandemie oder rühmen sich für getroffene Massnahmen. Doch global hätte die Menschheit bei vernünftiger Politik seit mindestens 15 Jahren gut vorbereitet sein müssen, stellen jetzt US-Experten in der einflussreichen US-Zeitschrift «Foreign Affairs» fest. «Die Zeit für die Vorbereitung auf die nächste Pandemie läuft ab. Wir müssen entschieden und wirkungsvoll handeln», zitieren Michael Osterholm, Chef des Zentrums für Infektionskrankheiten an der Universität von Minnesota (USA), und der US-Dokumentarfilmer Mark Olshaker aus «Foreign Affairs» aus dem Jahr 2005.

Damals hatte Osterholm diese Sätze in einem Beitrag mit dem Titel «Vorbereitung für die nächste Pandemie» geschrieben. «Die nächste Pandemie ist jetzt gekommen. Und obwohl Covid-19, die Krankheit durch das neue Coronavirus seit Ende 2019, noch längst nicht vorbei ist, ist es nicht zu früh für ein Urteil über gemeinsame, weltweite Vorbereitungsmassnahmen. Dieses Urteil ist Verdammnis», stellen Osterholm und Olshaker fest. Weder auf längere Sicht noch für kurzfristige Massnahmen hätte es in eineinhalb Jahrzehnten gereicht.

«Jedenfalls haben die USA in den vergangenen 20 Jahren zahllos viele Milliarden in die Innere Sicherheit und in Massnahmen zur Terrorismusbekämpfung gesteckt, um menschliche Feinde abzuwehren. Dabei hat man auf die viel grössere potenzielle Gefahr von Mikroben vergessen. Terroristen haben nicht die Kapazität, den American Way of Life mit quietschenden Reifen zum Stillstand zu bringen. Covid-19 hat das leicht binnen weniger Wochen geschafft», hiess es in der aktuellen Ausgabe von «Foreign Affairs». An Warnungen hätte es nicht gemangelt: SARS im Jahr 2003 mit 8'098 Fällen und 774 Toten weltweit, MERS seit 2012 und dazwischen die «Schweinegrippe»-Pandemie (A/H1N1) von 2009/2010. Doch nichts geschah, laut den Autoren des Beitrags.

Die Autoren rechnen auch mit einer Gesundheitsökonomie ab, die nur ans kurzfristige Sparen ohne mittel- und langfristiges Vorsorgen denkt: «Der finanzielle Druck auf Krankenhäuser und das Gesundheitswesen hat sie weniger resistent für zusätzlichen Stress gemacht.» In einer Pandemie wie dem Coronavirus seien dann plötzlich mehr Beatmungsgeräte, mehr Arzneimittel für die Intensivstationen, mehr Kapazitäten zur Dialyse gefragt; die seien eben nicht vorhanden.

Fazit, laut den Autoren: «Wären ausreichend viele finanzielle und pharmazeutische Ressourcen in die Entwicklung einer Vakzine gegen SARS aus dem Jahr 2003 oder gegen MERS aus dem Jahr 2012 gegangen, hätte man jetzt wahrscheinlich eine Vakzine-Plattform, auf der man aufbauen könnte (...).» Auch kurzfristig hätte die Welt versagt: Zunächst durch das Unterdrücken der Informationen über den SARS-CoV-2-Ausbruch in Wuhan durch die chinesischen Machthaber, dann durch das Ignorieren der Gefahr auch durch Administrationen wie jene von US-Präsident Donald Trump.

5.34 Uhr: Bolivien will wegen Blockaden internationale Hilfe

Bolivien hat um internationale Unterstützung bei der Aufhebung der Strassenblockaden von Regierungsgegnern gebeten. Die Situation habe sich «drastisch verschlechtert» und ein «unhaltbares Niveau» erreicht, schrieb Aussenministerin Karen Longaric in einem Brief, aus dem die bolivianische Nachrichtenagentur ABI am Montag zitierte. Der Brief richtete sich unter anderem an die Vereinten Nationen und die Europäische Union.

Laut Medienberichten werden durch die Blockaden Städte von der Lebensmittelversorgung und Corona-Patienten von der Sauerstoff-Versorgung abgeschnitten. Demonstranten, die der linken MAS-Partei des ehemaligen Präsidenten Evo Morales nahe stehen, haben Dutzende Strassenblockaden in verschiedenen Departments errichtet, um für die Einhaltung des Wahltermins am 6. September zu demonstrieren.

Das Oberste Wahlgericht des Andenstaats hatte die Wahlen eines neuen Präsidenten und eines neuen Parlaments zuletzt ein weiteres Mal auf den 18. Oktober verschoben. Zuvor waren die für den 3. Mai vorgesehenen Wahlen wegen der Coronapandemie auf den 6. September gelegt worden. Die Opposition wirft der Regierung vor, die Pandemie als Begründung zu nutzen, um die Wahlen auf unbestimmte Zeit hinauszuzögern.

In Bolivien ist eine Übergangsregierung im Amt. Nach der Präsidentenwahl vom 20. Oktober 2019 war der damalige Präsident Morales auf Druck des Militärs zurückgetreten. Ihm wurde Wahlbetrug vorgeworfen. Der Ex-Präsident lebt derzeit im Exil in Argentinien. Weil er keinen ständigen Wohnsitz in Bolivien hat, untersagte ihm die bolivianische Wahlbehörde die Kandidatur für einen Sitz im Senat.

5 Uhr: Telefonica Deutschland schafft Büro-Präsenzpflicht ab

Der Mobilfunkanbieter Telefonica Deutschland schafft die Präsenzpflicht für seine Angestellten ab. Die Beschäftigten sollten künftig weitgehend eigenständig entscheiden, wo und wann sie arbeiteten, sagte Personalchefin Nicole Gerhardt dem «Redaktionsnetzwerk Deutschland» am Dienstag. «Viele – auch mich – hat es überrascht, wie reibungslos die Arbeit im Homeoffice funktioniert. Dadurch ist ein Durchbruch gelungen», erklärte sie. Meetings sollten künftig grundsätzlich virtuell stattfinden und Dienstreisen um 70 Prozent reduziert werden, hiess es weiter.

Bei einer weltweiten Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC haben zudem rund 78 Prozent der Firmenchefs angegeben, Homeoffice werde sich in ihren Branchen auch nach der Coronavirus-Krise weiter durchsetzen. Dies teilte PwC am Dienstag mit. Mindestens ein Teil der Änderungen aus der Coronavirus-Pandemie werde von Dauer sein, hiess es ausserdem. PwC befragte dazu rund 3'500 seiner Kunden aus 157 Ländern.

4.33 Uhr: 14 deutsche Konzerne wollen Staatsbeteiligung

Die deutsche Regierung prüft nach der Lufthansa-Gruppe den Einstieg in weitere deutsche Konzerne. «14 Unternehmen haben bereits ausdrücklich Bedarf an einer Rekapitalisierung angezeigt.» So heisst es in einer Antwort von Wirtschaftsstaatssekretär Ulrich Nussbaum auf eine Anfrage der Grünen-Politikerin Katharina Dröge, über die das «Handelsblatt» am Montagabend berichtete. Bei den meisten Firmen stehe die Prüfung aber erst am Anfang, hiess es weiter.

Insgesamt habe die deutsche Regierung aufgrund der Coronavirus-Pandemie von «knapp 60 Unternehmen Interessenbekundungen» für den Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) erhalten. In diesem Geldtopf der deutschen Regierung sind 100 Milliarden Euro für direkte Unternehmensbeteiligungen reserviert.

3.59 Uhr: Trump: Pandemie beendete «wahrscheinlich» den Zweiten Weltkrieg

US-Präsident Donald Trump hat mit einer gleich mehrfach falschen Behauptung über den vermeintlichen Einfluss einer Pandemie auf den Zweiten Weltkrieg für Spott gesorgt. Bei einer Pressekonferenz am Montag sagte Trump: «1917, so heisst es, war die grosse Pandemie sicherlich eine schreckliche Sache, bei der sie zwischen 50 und 100 Millionen Menschen verloren haben – sie beendete wahrscheinlich den Zweiten Weltkrieg, alle Soldaten waren krank.»

Die Aussage Trumps ist nicht nur deswegen falsch, weil er sich auf den Ersten Weltkrieg von 1914 bis 1918 zu beziehen scheint, sondern auch, weil die Spanische Grippe erst im Jahr 1918 ausbrach, wie viele Nutzer in den sozialen Netzwerken anmerkten. Tatsächlich befiel die Seuche aber zahlreiche Soldaten auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkrieges. Der Zweite Weltkrieg folgte erst mehr als 20 Jahre später – die Pandemie war da schon lange vorbei.

3.03 Uhr: Singapurs Wirtschaftsleistung bricht ein

Die Rezession in Singapur ist im zweiten Quartal noch verheerender ausgefallen, als ohnehin schon gedacht gewesen war. Dies geht aus aktuellen Daten der Regierung Singapurs hervor. Die Wirtschaftsleistung schrumpfte demnach um 13,2 Prozent zum Vorjahr, nachdem in einer ersten Schätzung von einem Minus von 12,6 Prozent die Rede gewesen war. Im Gesamtjahr rechnet die Regierung des Stadtstaates nun mit einem Rekord-Rückgang um fünf bis sieben Prozent.

2.25 Uhr: Schon mehr als 20 Millionen Coronafälle weltweit

Die Zahl der weltweit bekannten Corona-Infektionen ist innerhalb von weniger als drei Wochen von 15 Millionen auf über 20 Millionen gestiegen. Das ging am Montag aus Daten der Johns Hopkins University in Baltimore im US-Staat Maryland hervor. Etwa die Hälfte der bestätigten Infektionen entfielen demnach auf nur drei Länder: die USA mit mehr als fünf Millionen Infektionen, Brasilien mit über drei Millionen und gut zwei Millionen in Indien.

Die Zahl der weltweit bestätigten Infektionen stand Ende Juni noch bei zehn Millionen und hat sich damit innerhalb von rund sechs Wochen verdoppelt. Neben den am meisten betroffenen Staaten breitete sich die Coronavirus-Pandemie auch in Russland, Südafrika, Mexiko und mehreren Ländern Südamerikas weiter rasch aus.

Weltweit sind laut Johns Hopkins bislang mehr als 730’000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Die Zahl der Opfer stieg zuletzt unter anderem infolge besserer Behandlungsmöglichkeiten deutlich langsamer an als die Zahl der Neuinfektionen. Der Erreger Sars-CoV-2 kann die Lungenerkrankung Covid-19 auslösen, die vor allem für ältere und immungeschwächte Menschen lebensgefährlich sein kann.

Das weltweit nach absoluten Zahlen am schlimmsten betroffene Land waren die USA. Dort gibt es neben den meisten bestätigten Infektionen mit mehr als 163’000 Opfern auch die meisten Todesfälle. An zweiter Stelle folgt Brasilien mit über 100’000 Toten.

Die Website der Universität wird regelmässig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher meist einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In manchen Fällen wurden die Zahlen zuletzt aber auch wieder nach unten korrigiert. Laut WHO gab es bis Montag 19,7 Millionen bestätigte Infektionen und 728’000 Todesfälle. Die Pandemie hatte um den Jahreswechsel in der chinesischen Millionenmetropole Wuhan begonnen.

US-Forscher: Über 20 Millionen Corona-Infektionen weltweit

US-Forscher: Über 20 Millionen Corona-Infektionen weltweit

Die Zahl der weltweit bekannten Corona-Infektionen ist innerhalb von weniger als drei Wochen von 15 Millionen auf über 20 Millionen gestiegen. Das ging am Montag aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor.

11.08.2020

1.37 Uhr: Trump erwägt Steuersenkungen

Donald Trump erwägt eigenen Angaben zufolge als Corona-Hilfe eine Absenkung der Steuer auf Kapitalgewinne. Zudem steht laut Angaben des US-Präsidenten vom Montag (Ortszeit) eine niedrigere Einkommenssteuer für die Mittelschicht zur Debatte.

Die US-Regierung erwägt einem hochrangigen Mitarbeiter zufolge darüber hinaus auch Massnahmen, um mutmasslich mit dem Coronavirus infizierten US-Bürger die Heimreise aus anderen Ländern zu untersagen.

Es gebe dazu einen Entwurf für entsprechende Regelungen. Diese seien aber noch nicht final abgestimmt und könnten sich noch ändern, hiess es.

0.52 Uhr: In Deutschland droht Sterben von Gastro-Betrieben

Rund 60 Prozent der Betreiber von Kneipen, Bars, Restaurants und Hotels in Deutschland sehen die Coronavirus-Krise inzwischen als Existenzbedrohung an. Dies berichtet «Bild» am Dienstag unter Berufung auf eine Umfrage des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands DEHOGA unter 7'200 Gastronomen und Hoteliers.

Demnach gaben 59,6 Prozent aller teilnehmenden Betriebe an, dass sie wegen der Coronavirus-Pandemie um ihr Überleben kämpften. Von Januar bis Juli beklagten die Betriebe laut der Umfrage im Durchschnitt Umsatzverluste von 60,1 Prozent.

0.04 Uhr: Tencent Music beschleunigt Nutzerwachstum

Der chinesische Musikstreaming-Anbieter Tencent Music ist in der Coronavirus-Pandemie kräftig gewachsen. Die Zahl der Nutzer sei im zweiten Quartal um 52 Prozent auf 47,1 Millionen gestiegen, teilte der Spotify-Konkurrent in der Nacht auf Dienstag mit.

Der Umsatz erhöhte sich im Vorjahresvergleich zudem um 17,5 Prozent auf rund 995 Millionen Dollar. Der vom chinesischen Technologiegiganten Tencent kontrollierte Konzern steigerte obendrein seinen Nettogewinn um 1,3 Prozent auf 135 Millionen Dollar.

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