14 Corona-Tote innert 24 Stunden im Kanton Zürich – Berset: Zu früh, um von Entspannung zu reden

Agenturen/red

9.11.2020 - 22:00

Das Wichtigste im Überblick

  • Das BAG meldet für das Wochenende 17'309 neue Corona-Fälle bei 73'831 Tests. Ausserdem wurden 169 neue Todesfälle und 536 Hospitalisierungen registriert. 
  • Gesundheitsminister Alain Berset hat sich heute im Kanton Jura ein Bild der Lage gemacht. 
  • Biontech und Pfizer und melden, dass ihr Impfstoff in einer entscheidenden Studie zu 90 Prozent vor dem Coronavirus schützt.
  • Die USA durchbrechen als erste Nation die Marke von insgesamt zehn Millionen Sars-CoV-2-Infektionen.
  • Weltweit gibt es nach Angaben der Johns Hopkins University mehr als 50 Millionen bestätigte Coronavirus-Infektionen.

Laut Angaben der Johns-Hopkins-Universität liegt die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus in der Schweiz bei bislang insgesamt 229’222; davon gelten 87’300 Personen als genesen. 2’828 Menschen sind in Verbindung mit Covid-19 verstorben. Weltweit stieg die Zahl der Infizierten auf 50’742’952, die Zahl der Toten auf 1’260’768.

Die zweite Welle der Epidemie breitet sich weiter aus. In den USA ist die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus auf mehr als zehn Millionen angestiegen. Die Zahl der Neuinfektionen stieg zuletzt im Schnitt auf mehr als 100'000 pro Tag an. Am Wochenende lag die Zahl laut Johns Hopkins sogar bei mehr als 120'000.

Frankreich gehört zu den Ländern, die in Europa besonders von der Corona-Krise betroffen sind. Die Zahl der Infektionen stieg in dem Land mit rund 67 Millionen Einwohnern innerhalb eines Tages um mehr als 20'100.

In britischen Krankenhäusern werden wieder fast so viele Covid-19-Patienten behandelt wie im Frühjahr. Auch die Zahl der Todesfälle ist auf hohem Niveau – sie lag zuletzt mehrfach bei rund 300 Fällen pro Tag.

In Portugal ist am Montag zur Eindämmung der steigenden Corona-Zahlen ein Notstand mit einer nächtlichen Ausgangssperre in weiten Teilen des Landes in Kraft getreten. In Italien mehren sich wegen der steil steigenden Corona-Zahlen die Forderungen nach einem verschärften Lockdown. In dem von Corona schwer getroffenen Belgien melden die Behörden eine leichte Entspannung in den Krankenhäusern.

Und eine positive Nachricht aus der Schweiz: Die Arbeitslosigkeit hat im Oktober trotz der anlaufenden zweiten Coronawelle nur leicht zugenommen. Das Instrument der Kurzarbeit ist aber wieder gefragter.

22.00 Uhr: Wir beenden unseren heutigen Ticker

21.05 Uhr: Inzwischen fast 41'000 Corona-Tote in Frankreich

In Frankreich sind fast 41'000 Menschen infolge der Coronavirus-Pandemie gestorben. In den vergangenen 24 Stunden seien in Kliniken 551 Corona-Tote gezählt worden, teilte Gesundheitsdirektor Jérôme Salomon am Montagabend in Paris mit. Damit sei die Zahl der Toten auf genau 40'987 gestiegen. «Die zweite Welle (der Epidemie) breitet sich weiter aus», bilanzierte er. Frankreich gehört zu den Ländern, die besonders von der Corona-Krise betroffen sind. Die Zahl der Infektionen stieg in dem Land mit rund 67 Millionen Einwohnern innerhalb eines Tages um mehr als 20'100. In Frankreich gelten für die Bürger Ausgangsbeschränkungen, um die Zahl der Neuinfektionen einzudämmen.

20.59 Uhr: Ukrainischer Präsident mit Coronavirus infiziert

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Der 42-jährige Staatschef teilte am Montag auf der Internetplattform Facebook mit, er sei positiv auf das Virus getestet worden, fühle sich aber «gut». Er werde sich nun in Selbst-Isolation begeben und weiter seine Pflichten ausüben, sagte er weiter. Auch sein Büroleiter hat sich nach eigenen Angaben infiziert.

«Die meisten Menschen überstehen Covid-19. Ich werde auch durchkommen», teilte Selenskyj mit. Seine Ehefrau Olena Selenska hatte sich im Juni ebenfalls mit dem neuartigen Coronavirus infiziert und musste ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Am Samstag meldete die Ukraine die Rekordzahl von mehr als 10'700 Neuinfektionen mit Sars-CoV-2 an einem Tag. In der vergangenen Woche hatte das Land Strafen für Menschen eingeführt, die an öffentlichen Orten keine Maske tragen. Seit Beginn der Corona-Pandemie sind in der Ukraine, einem der ärmsten Länder Europas, knapp 8'600 Menschen an dem neuartigen Virus gestorben.

20.19 Uhr: New Yorks Bürgermeister warnt vor zweiter Welle

ARCHIV – Bill de Blasio, Bürgermeister von New York, spricht auf einer Pressekonferenz über das Coronavirus.
Bill de Blasio, Bürgermeister von New York, spricht auf einer Pressekonferenz über das Coronavirus. (Archivbild)
Bild: Keystone/ZUMA Wire/Luiz Rampelotto

New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio hat die Bewohner der Millionenmetropole eindringlich vor einer zweiten Corona-Welle und damit möglicherweise einhergehenden neuen Einschränkungen gewarnt. «Wir müssen eine zweite Welle verhindern», sagte de Blasio am Montag bei einer Pressekonferenz. «Es wird gefährlich eng.» Der Bürgermeister forderte alle New Yorker auf, sich an die Hygiene-, Masken- und Abstandsregeln zu halten. Er kündigte an, dass die Erlaubnis für Restaurants, Cafés und Bars, teilweise in Innenräumen auszuschenken, überprüft werde.

Weitere Einschränkungen seien notfalls unabdingbar, sagte de Blasio weiter. «Gott verhüte, dass dies weitergeht und wir eine ausgewachsene zweite Welle haben. Das bedeutet viel mehr Einschränkungen. Leider könnte es auch bedeuten, dass wir unsere Wirtschaft teilweise wieder schliessen müssen.»

20.16 Uhr: EU fordert volle Transparenz bei Erforschung der Corona-Pandemie

Volle Transparenz und Kooperation aller Länder sind nach den Worten von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn der Schlüssel, um die genaue Herkunft des Coronavirus zu erforschen. Das sagte der CDU-Politiker am Montag bei der Jahrestagung der Mitgliedsstaaten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf, an der er als Vertreter der EU während der deutschen Ratspräsidentschaft teilnahm. Spahn begrüsste bei dem virtuell geführten Treffen zudem die neue Studie der WHO zur Erforschung der Pandemie. Nach langer Vorbereitung konnten die Wissenschaftler Ende Oktober ihre Arbeit aufnehmen. Spahn machte deutlich, dass in jeder Phase der Studie Transparenz und Kooperation nötig sei. Die EU fordert zudem strengere Regelungen, um Forschern im Auftrag der WHO Besichtigungen relevanter Orte zu ermöglichen.

20.11 Uhr: USA - über zehn Millionen Corona-Infektionen

In den USA ist die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus auf mehr als zehn Millionen angestiegen. Das ging am Montag aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. Die USA hatten erst vor zehn Tagen die Schwelle von neun Millionen bestätigten Infektionen überschritten. Die Zahl der Neuinfektionen stieg zuletzt im Schnitt auf mehr als 100'000 pro Tag an. Am Wochenende lag die Zahl laut Johns Hopkins sogar bei mehr als 120'000.

Mehr als 237'000 Menschen sind in den USA, einem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern, in Verbindung mit Covid-19 gestorben. Auf 100'000 Einwohner kommen damit rund 73 Tote, während es in Belgien rund 114, in Brasilien 78 und in Deutschland 14 sind.

20.07 Uhr: Ständerats-Kommission empfiehlt Unterstützung von Kitas

Kindertagesstätten (Kitas) winkt nun doch finanzielle Unterstützung. Die Ständerats-Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur (WBK-S) stimmte am Montag mit 6 zu 4 Stimmen bei 1 Enthaltung, eine entsprechende Motion zur Annahme zu empfehlen.

Die Kommission tagte am Montag unter dem Vorsitz von Ständerat Hannes Germann (SVP, SH) und teilweise im Beisein von Bundesrat und Innenminister Alain Berset in Bern.

Der Ständerat hatte noch im September eine entsprechende Motion seiner Bildungskommission abgelehnt. Der Vorstoss war damit vom Tisch. Der Nationalrat hatte zuvor einer gleichlautenden Motion zugestimmt. Gemäss dem Vorstoss sollen auch Institutionen berücksichtigt werden, die vom Kanton oder von der Gemeinde Subventionen erhalten oder von der öffentlichen Hand betrieben werden. Bisher wurden nur private Kitas unterstützt.

19.25 Uhr: Grossbritannien – annähernd so viele Patienten im Krankenhaus wie im Frühjahr

In britischen Krankenhäusern werden wieder fast so viele Covid-19-Patienten behandelt wie im Frühjahr. «Wir sind auf dem Weg zu dem gleichen Niveau wie in der ersten Welle», sagte der britische Premier Boris Johnson am Montag in London. Am 5. November seien rund 13'000 Menschen im Krankenhaus mit Covid-19 behandelt worden. Auch die Zahl der Todesfälle sei auf hohem Niveau – sie lag zuletzt mehrfach bei rund 300 Fällen pro Tag.

Bereits nach dem Frühjahr galt Grossbritannien als eines der am schwersten von der Pandemie getroffenen Länder in Europa. Nach Zahlen der Statistikbehörde hat die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit Covid-19 mittlerweile die Schwelle von 65'000 überschritten. In England gilt bis Anfang Dezember ein Teil-Lockdown, in dem die Gastronomie, viele Geschäfte und Freizeiteinrichtungen geschlossen bleiben müssen.

19.06 Uhr: Biden strebt amerikanische Führungsrolle im Kampf gegen Corona an

Der gewählte US-Präsident Joe Biden strebt eine amerikanische Führungsrolle im Kampf gegen die Corona-Pandemie an. Es gehe jetzt darum, das Corona-Virus überall zu besiegen, sagte Biden am Montag in seinem Heimatort Wilmington im US-Bundesstaat Delaware. In seinen neugebildeten Expertenrat zur Corona-Krise habe er auch Fachleute zu internationalen Gesundheitsfragen aufgenommen, «damit wir die globale Führungsrolle im Kampf gegen diese Pandemie wiederherstellen können».

Biden kündigte einen umfassenden Plan für den Kampf gegen Corona in den USA an. Es gehe darum, die besonders verletzlichen Gruppen vorrangig zu schützen. Dabei nannte er Schwarze, Latinos und Menschen asiatischer Herkunft, die härter von der Pandemie getroffen seien als andere. Alle Amerikaner sollten einen kostenlosen Zugang zu einem Impfstoff erhalten, versprach der gewählte Präsident.

18.57 Uhr: Notstand mit Ausgangssperre in Portugal

In Portugal ist am Montag zur Eindämmung der steigenden Corona-Zahlen ein Notstand mit einer nächtlichen Ausgangssperre in weiten Teilen des Landes in Kraft getreten. An Wochentagen gilt sie von 23.00 Uhr bis 5.00 Uhr, an Wochenenden sogar von 13.00 Uhr und bis 5.00 Uhr. Die Massnahme soll zunächst bis zum 23. November aufrecht erhalten bleiben und dann überprüft werden. Sie betrifft insgesamt 121 Gemeinden einschliesslich den Städten Porto und Lissabon. Damit sind 70 Prozent der insgesamt 10,3 Millionen Einwohner betroffen. Die Einschränkungen greifen immer dann, wenn die Zahl der Neuinfektionen pro 100'000 Einwohner binnen 14 Tagen die Zahl von 240 übersteigt, teilte die Regierung in Lissabon mit.

18.53 Uhr: USA - Wohnungsbauminister Carson infiziert

Das Coronavirus greift weiter in den obersten Etagen der US-Regierung um sich. Jetzt wurde Wohnungsbauminister Ben Carson positiv getestet, wie das Ministerium am Montag bestätigte. Informationen zu seinem Zustand gab es zunächst nicht. Carson war in der Wahlnacht am Dienstag vergangener Woche bei einer Veranstaltung im Weissen Haus mit mehr als 150 Teilnehmern.

18.40 Uhr: Biden schwört Amerikaner auf harten Pandemie-Winter ein

Der gewählte US-Präsident Joe Biden hat einen entschiedenen Kampf gegen das Coronavirus angekündigt und die Amerikaner auf eine harte Zeit eingeschworen. «Uns steht immer noch ein sehr dunkler Winter bevor», sagte der Demokrat am Dienstag in seinem Heimatort Wilmington im US-Bundesstaat Delaware. Er kündigte an, im Kampf gegen die Pandemie keine Mühe zu scheuen, sobald er am 20. Januar vereidigt werde. Biden sagte, trotz positiver Nachrichten bei der Suche nach einem Impfstoff werde es noch Monate dauern, bis er in grossem Umfang zur Verfügung stehen. Biden rief die Amerikaner dazu auf, Masken zu tragen.

18.22 Uhr: 14 Corona-Tote in 24 Stunden im Kanton Zürich

Während der Anstieg der bestätigten Neuinfektionen mit dem Coronavirus im Kanton Zürich – auf hohem Niveau – abflacht, ist das bei der Anzahl der Hospitalisierten und der Verstorbenen noch nicht der Fall. Seit Sonntag sind 14 weitere Personen mit einer Covid-Erkrankung gestorben.

Coronatest
Weniger als 500 nachgewiesene Neuansteckungen seit Sonntag – der Anstieg der Neuinfektionen flacht im Kanton Zürich etwas ab. (Symbolbild)
Bild: KEYSTONE/GAETAN BALLY

Die Zahl der Personen in Spitalbehandlung nahm im gleichen Zeitraum ebenfalls stark zu, um 27 Personen auf insgesamt 359. Von diesen Menschen wurden am Montagnachmittag 69 beatmet, 5 mehr als am Vortag, wie die Zürcher Gesundheitsdirektion mitteilte. Hingegen sind die Neuinfektionen mit dem Coronavirus wieder etwas zurückgegangen. Mit 475 nachgewiesen Ansteckungen innert 24 Stunden verharren die Zahlen aber auf hohem Niveau.

Seit dem 1. Juli 2020 wurden im Kanton 30'181 Personen positiv auf das Coronavirus getestet. Insgesamt 226 Menschen sind gestorben.

17.50 Uhr: Slowakei testete über zwei Millionen Menschen 

Mehr als zwei Millionen Menschen haben am Samstag und Sonntag neuerlich an Corona-Massentests in der Slowakei teilgenommen. Die Regierung in Bratislava zog eine zufriedene Bilanz der auch international beispiellosen Aktion.

Alle über zehn Jahre alten Bewohner des 5,5 Millionen Einwohner zählenden EU-Landes sollten an zwei Wochenenden einem Antigen-Schnelltest unterzogen werden. Nur 0,66 Prozent der Tests seien an diesem Wochenende positiv ausgefallen, berichtete der für die Durchführung zuständige Verteidigungsminister Jaroslav Nad.

Massentest im Dorf Raslavice im Nordosten der Slowakei.
Massentest im Dorf Raslavice im Nordosten der Slowakei: Insgesamt wurden am Wochenende zwei Millionen Menschen in dem Land getestet.
Keystone/TASR/Milan Kapusta

Diese deutliche Verbesserung – gegenüber gut einem Prozent vor einer Woche – belege den Erfolg der Regierungsmassnahmen, erklärte Ministerpräsident Igor Matovic. Der Gründer und Chef der populistisch-konservativen Bewegung Gewöhnliche Leute OLaNO hatte die Idee der Massentests Ende Oktober präsentiert. Schon zwei Wochen später wurde landesweit getestet.

In der ersten Runde wurden mehr als 3,6 Millionen Menschen getestet. Bezirke mit besonders niedrigem Anteil an Infizierten mussten nun an der zweiten Runde nicht mehr teilnehmen. Formell war die Teilnahme an den Tests freiwillig. Wer aber kein negatives Testergebnis vorweisen kann, ist ab Montag von einer strikten Ausgangssperre betroffen und darf nicht einmal zur Arbeit. 

17.20 Uhr: Landesweiter Lockdown in Italien rückt näher 

In Italien mehren sich wegen der steil steigenden Corona-Zahlen die Forderungen nach einem verschärften Lockdown. Weil die Lage in Krankenhäusern und auf Intensivstationen schwierig werde, verlangte der Verband der Mediziner von Florenz einen Lockdown der Toskana und des gesamten Landes, wie die Nachrichtenagentur Ansa schrieb.

Bereits am Sonntag hatte der Ärzteverband Italiens Alarm geschlagen und sich für nationale Sperren ausgesprochen. Der wissenschaftliche Berater des italienischen Gesundheitsministeriums, Walter Riccardi, sagte: «In bestimmten Metropolregionen muss der Lockdown sofort erlassen werden.» 



Italienische Medien gingen davon aus, dass die Regierung in Kürze über weitere neue Teil-Lockdowns entscheiden dürfte. Nach Informationen der Zeitung «Corriere della Serra» sollen die Regionen Ligurien, Umbrien, Kampanien und die Abruzzen zu den Gebieten gehören, in denen es Verschärfungen geben könnte. Ähnliches berichtete die Zeitung «La Repubblica» und nannte zudem die Emilia-Romagna, die in eine Rote Zone umgewandelt werden könnte. 

Bisher hat Regierungschef Giuseppe Conte einen nationalen Lockdown wie im Frühjahr konsequent abgelehnt. In der vergangenen Woche hatten die Zahlen der Corona-Neuinfektionen jedoch beinahe täglich neue Höchststände erreicht. Seit Freitag ist das Land in drei Zonen eingeteilt. In den roten Zonen gelten Teil-Lockdowns mit den schärfsten Regeln. 

Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte hat ein neues Paket von Massnahmen im Kampf gegen das Coronavirus unterzeichnet.
Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte hat bislang einem landesweiten Lockdown abgelehnt. Das könnte sich nun ändern.
Keystone/LaPresse/AP/Roberto Monaldo

17 Uhr: Kapuzinerkloster Schwyz – viele Infizierte, zwei Tote

Im Kapuzinerkloster Schwyz grassiert das Coronavirus besonders heftig: Die Hälfte der 16 Kapuziner ist positiv auf das Virus getestet worden. Zwei der Erkrankten starben.

Guardian Gebhard Kurmann hat auf Anfrage von Keystone-SDA einen Artikel des Online-Portals «kath.ch» bestätigt. Auch der 78-Jährige wurde positiv getestet, sei aber wieder gesund. Die beiden Verstorbenen hatten Vorerkrankungen. Woran sie schliesslich gestorben seien, lasse sich nicht mit Sicherheit sagen, wird Kurmann zitiert.

Die anderen positiv Getesteten seien auf dem Weg der Genesung. Bei zwei Kapuzinern nahm die Krankheit laut Kurmann «einen schwierigen Verlauf». Sie mussten im Spital beatmet werden, einer sei noch immer hospitalisiert.

Das Kloster befand sich bis zum 27. Oktober in Quarantäne. Aber noch immer lasse man Vorsicht walten, so Kurmann. In den Gängen tragen sowohl die Mitbrüder als auch das Personal Maske. Gottesdienste würden noch bis am 22. November nur intern gefeiert. Danach finde wieder das normale Programm in der Klosterkirche statt.

16.50 Uhr: Schlusspunkt

Damit ist die Pressekonferenz im Kanton Jura bereits beendet. Wir danken für Ihr Interesse und halten Sie im Ticker natürlich weiter über die Corona-Situation in der Schweiz und weltweit auf dem Laufenden. 

16.40 Uhr: Fragerunde

Die Politiker beantworten nun Fragen der Journalistinnen und Journalisten. Berset erklärt dabei unter anderem, dass die Kantone in der Romandie in der zweiten Welle besonders betroffen seien – doch sei das niemandes Schuld. «Es ist einfach so, und dann muss man handeln.» Er erinnert daran, dass in der ersten Welle das Tessin besonders betroffen gewesen sei. 

16.34 Uhr: Berset appelliert an die Bevölkerung

Berset ruft die Bevölkerung auf: «Bitte, wenn Sie Symtpome entwickeln, lassen Sie sich umgehend testen.» Solange noch kein Testergebnis vorliege, müsse man sich mit sozialen Kontakten zurückhalten. «Das ist das wichtigste Mittel, das wir haben, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen.»

Alain Berset beantwortet Fragen der anwesenden Journalisten.
Screenshot Keystone-SDA

16.30 Uhr: Das Problem der zweiten Welle

Nun spricht Berset. Die Situation bleibe ernst – nicht nur im Jura, sondern landesweit. Mit Blick auf die geschlossenen öffentlichen Einrichtungen im Kanton erklärt Berset, es sei eine schwierige Zeit für alle. In den letzten Tagen gebe es zwar eine Tendenz zu leicht sinkenden Fallzahlen, doch sei es noch zu früh, um von einer Entspannung zu sprechen, so Berset. Das Hauptproblem der zweiten Welle sei, ob genug Gesundheitspersonal zur Verfügung stehe. Die Zusammenarbeit zwischen Kantonen und Bund funktioniere, lobt Berset. Der Kanton Jura habe sehr umfassende Massnahmen ergriffen, was in der aktuellen Situation auch richtig gewesen sei. 

16.25 Uhr: Situation «extrem angespannt»

Der jurassische Gesundheitsminister Jacques Gerber eröffnet die Medienkonferenz. Er bedankt sich, dass Bundesrat Berset in einer Situation der Gesundheitskrise zu Besuch gekommen sei. Er lobt auch den Austausch mit dem Bundesamt für Gesundheit, das den Kantonen die Möglichkeit lasse, eigene Massnahmen zu erlassen. Die Situation im Kanton Jura sei extrem angespannt, die Fallzahlen seien nach wie vor hoch. «Wir müssen enorm aufmerksam bleiben und die Massnahmen gut einhalten», so Gerber, sonst drohe eine Überlastung des Gesundheitssystems.

16.07 Uhr: Berset im Kanton Jura

Gesundheitsminister Alain Berset hat sich heute ein Bild von der Lage im Kanton Jura gemacht. Der Kanton wurde – wie die gesamte Romandie – besonders schwer von der Pandemie getroffen, und hat Anfang Monat wegen der stark gestiegenen Fallzahlen den Ausnahmezustand verhängt. Sämtliche Bars und Restaurants sind geschlossen, Versammlungen von mehr als fünf Personen verboten. In wenigen Minuten soll eine Medienkonferenz mit Berset beginnen. 



16 Uhr: Sorge über geschlossene Universitäten

Der Verband des Personals öffentlicher Dienste (VPOD) ist besorgt über die Schliessung der Universitäten. Der aus gesundheitlicher Sicht richtige Schritt dürfe nicht auf Kosten des angestellten Lehrkörpers gehen. Und dessen Mehraufwand für den Fernunterricht müsse entschädigt werden.

Der Präsenzunterricht ist gemäss einer Mitteilung des VPOD die einzige Art und Weise, echte Bildung zu vermitteln. Sobald die Lage der Covid-19-Pandemie es erlaubt, müssten Lernende und Lehrende wieder in die Universitäten und Fachhochschulen zurückkehren.

Die Einstellung der Aktivitäten an den Hochschulen seit März werde enorme Folgen haben. Diese müssten nicht nur von den Universitäten, sondern auch von den Behörden angegangen werden. Auch die Zukunft des akademischen Mittelbaus, der 80 Prozent des Lehr- und Forschungspersonals ausmacht, mit seinen prekären Verträgen, sei Grund zur Sorge.

15.35 Uhr: Biden sieht Sieg gegen Virus noch weit entfernt

Der künftige US-Präsident Joe Biden hat die Fortschritte beim Corona-Impfstoff der Firmen Biontech und Pfizer begrüsst – aber zugleich auch darauf hingewiesen, dass ein Sieg gegen das Virus noch weit entfernt sei. Es würden noch Monate vergehen, bis in den USA in grossem Stil geimpft werden könne, so Biden.

«Für die absehbare Zukunft» würden eine Maske und Abstand der effizienteste Schutz gegen eine Ansteckung bleiben, warnte Biden. Trump hatte hingegen in den vergangenen Wochen stets auf anstehende Impfstoffe verwiesen, wenn er den Bedarf an Vorsichtsmassnahmen in der Corona-Krise herunterspielte. 

Der künftige US-Präsident Joe Biden warnte, dass noch Monate vergehen könnten, bis das Coronavirus besiegt sei.
Archiv

15.10 Uhr: Swiss-Reiseversicherung mit Corona-Paket

Die Fluggesellschaft Swiss bietet neu – ebenso wie die Muttergesellschaft Lufthansa und deren Tochter Austrian Airlines – eine Covid-19-Option im Rahmen ihrer Reiseversicherung an. Wie es in einer Medienmitteilung heisst, kann man hier zwei Optionen wählen.

Bei der Variante Variante «Travel Care» erhält der Versicherungsnehmer eine Ausgleichszahlung, wenn er sich am Zielort in Quarantäne begeben muss. Wird die Option «Travel Care Plus» gewählt, übernimmt die Versicherung zudem die medizinischen Kosten im Falle einer Erkrankung am Coronavirus und auch einen möglichen Rücktransport in die Schweiz. Die Covid-19-Versicherungspakete sei für Passagiere mit Wohnsitz in der Schweiz, Deutschland oder Österreich buchbar.

Die Swiss bietet nun, wie ihre Muttergesellschaft Lufthansa und die Lufthansa-Tochter Austrian Airlines, in der Reiseversicherung Optionen an, die auch im Falle von Corona-Massnahmen greifen. (Symbolbild)
Bild: Keystone

14.50 Uhr: Impfstoff-Entwicklung schiebt Börse weiter an

Die Börsen in der Schweiz und europaweit werden am Montagmittag von neuen Impfstoff-Hoffnungen beflügelt. Das deutsche Pharmaunternehmen Biontech und sein US-Partner Pfizer veröffentlichten am Montag neue Studiendaten. Demnach bietet ihr Impfstoff einen mehr als 90-prozentigen Schutz vor der Krankheit Covid-19. Daraufhin schoss der SMI zwischenzeitlich auf über 10'600 Punkte hoch.

Zuletzt hatte er im Februar höher notiert. Gegen 13.25 Uhr gewinnt der SMI 2,2 Prozent auf 10'567 Punkte. Der SLI, der die 30 wichtigsten Aktien umfasst und bei dem die Gewichtung der Schwergewichte deutlich weniger gekappt ist, gewinnt knapp 3 Prozent auf 1'646 Stellen und der umfassende SPI um 2,2 Prozent auf 13'114 Zähler.

Bereits am Morgen hatten die Börsen als Reaktion auf den Ausgang der US-Präsidentschaftswahlen kräftig zugelegt. Mit dem Sieg von Joe Biden fällt ein grosser Unsicherheitsfaktor weg. Davon profitierten vor allem zyklische und Finanzwerte.

In ganz Europa gibt es ein Kurs-Feuerwerk an der Börse. In Deutschland etwa fällt das Plus mit 4,5 Prozent auf über 13'000 Punkte noch stärker aus als in der Schweiz. Der SMI ist deutlich defensiver aufgestellt als der Dax. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewinnt 4,9 Prozent auf 3362,09 Zähler und auch in Paris, London sowie Mailand und Madrid geht es steil nach oben.

14.36 Uhr: Goldpreis sinkt 

Hoffnungen auf einen Corona-Impfstoff haben am Montag für eine steigende Risikofreude an den Finanzmärkten gesorgt und vergleichsweise sichere Anlagen wie Gold stark belastet. Im Mittagshandel brach der Preis für eine Feinunze (31,1 Gramm) an der Börse in London in kurzer Zeit um mehr als drei Prozent ein.

Die Notierung rutschte unter die Marke von 1900 US-Dollar bis auf 1889 Dollar. Zuvor hatten das Mainzer Unternehmen Biontech und der Pharmakonzern Pfizer vielversprechende Daten zu einem Corona-Impfstoff veröffentlicht.

Der Goldpreis hatte zuletzt stark zugelegt – die US-Wahl und eine positive Meldung zu einem Corona-Impfstoff haben den Wert jedoch belastet. (Symbolbild)
Bild: Keystone

14.25 Uhr: Belgien meldet leichte Entspannung für Kliniken

In dem von Corona schwer getroffenen Belgien melden die Behörden eine leichte Entspannung in den Krankenhäusern. Der vorläufige Höhepunkt der Zahl neuer Klinikeinweisungen wegen Covid-19 sei vorige Woche überschritten worden, erklärte der Sprecher des Krisenzentrums, Yves Van Laethem, am Montag. Seien am 3. November noch 879 Erkrankte in die Klinik gekommen, so seien es am Sonntag noch 400 gewesen, also weniger als die Hälfte.

Es zeige sich «Licht am Horizont», sagte Van Laethem nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Belga. Die Zahl der Infektionen und der Klinikbehandlungen werde geringer. Die Zahl der Covid-Patienten auf der Intensivstation nehme zwar noch leicht zu. Es sei aber zu erwarten, dass sich diese Zahl bei unter 1500 stabilisiere.

Dennoch passierte Belgien am Montag zwei traurige Wegmarken: Die Gesamtzahl der Fälle seit Ausbruch der Pandemie übertraf in dem kleinen Land mit 11,5 Millionen Einwohnern mit 500'789 die Schwelle von mehr als einer halben Million. Zudem werden inzwischen mehr als 13'000 Todesfälle mit Covid-19 in Verbindung gebracht - nach Zahlen vom Montag exakt 13'055.

Mediziner mit einem Corona-Patienten am 6. November im belgischen Lüttich. 
Bild: Keystone

13.55 Uhr: Biden präsentiert Corona-Expertenrat

Der gewählte US-Präsident Joe Biden hat am Montag seinen Expertenrat zur Eindämmung der Corona-Pandemie vorgestellt. «Ich werde mich von der Wissenschaft und von Experten informieren lassen», erklärte Biden in einer Pressemitteilung.

Der Expertenrat solle dabei unterstützen, die Anti-Corona-Massnahmen der neuen Regierung zu gestalten. Dabei gehe es vor allem darum, steigende Infektionszahlen unter Kontrolle zu bringen, die Entwicklung und Verteilung von sicheren und wirksamen Impfstoffen zu fördern und gefährdete Bevölkerungsgruppen zu schützen.

Der neue Expertenrat soll eine Dreierspitze aus Vivek Murthy, David Kessler und Marcella Nunez-Smith bekommen. Murthy war von 2014 bis 2017 oberster Gesundheitsbeamter der US-Regierung, Kessler leitete früher die Lebens- und Arzneimittelbehörde FDA und Nunez-Smith ist Professorin an der Yale University, wo sie unter anderem zur Gesundheitsförderung von marginalisierten Bevölkerungsgruppen forscht. Zehn weitere Mitglieder gehören dem Gremium an, viele arbeiteten bereits für frühere US-Regierungen.

13.20 Uhr: Unia sorgt sich um Gesundheit von Bauarbeitern

Die Gewerkschaft Unia sorgt sich wegen des Coronavirus um die Gesundheit der Arbeitskräfte auf Baustellen. Sie fordert ein besseres Einhalten der Schutzmassnahmen, mehr Kontrollen und mehr Schutzmaterial. Die Suva und die Bauunternehmen sehen keinen Handlungsbedarf.

Anders als während der ersten Welle gebe es auf den Baustellen keine erhöhte Sensibilität mehr für den Schutz der Arbeitskräfte vor einer Corona-Ansteckung, schreibt die Unia in einer Mitteilung vom Montag. So seien etwa ein «guter Teil» der sanitären Einrichtungen auf einem «bedenklichen Niveau», es fehle teilweise fliessendes Wasser, das zum regelmässigen Händewaschen nötig wäre.

Zudem fehle es teilweise an Schutzmaterial. Auch werde die Arbeitsweise nicht mehr so angepasst, dass mit genügend Abstand gearbeitet werden könne. Häufig würden auch keine Masken getragen, wenn der Abstand nicht eingehalten werden könne.

Die Gewerkschaft Unia bemängelt die Verhältnisse auf der Baustelle in der Coronakrise. (Symbolbild)
Bild: Keystone

12.50 Uhr: Vielversprechende Daten zu Impfstoff

Das Mainzer Biotechunternehmen Biontech steht mit seinem potenziellen Corona-Impfstoff vor dem Durchbruch. Aus der entscheidenden Studie mit der Impfung legten Biontech und sein US-Partner Pfizer am Montag positive Wirksamkeitsdaten vor. Demnach war das Risiko, an Covid-19 zu erkranken, für Studienteilnehmer, die den Impfstoff erhielten, um mehr als 90 Prozent geringer als ohne Impfung.

Biontech und Pfizer sind damit die weltweit ersten Unternehmen, die erfolgreiche Daten aus der für eine Zulassung entscheidenden Studie mit einem Corona-Impfstoff vorgelegt haben. «Das ist die erste Evidenz, dass Covid-19 durch einen Impfstoff beim Menschen verhindert werden kann», sagte Biontech-Chef Ugur Sahin zu Reuters.

Die beiden Partner planen, noch in diesem Monat in den USA eine Notfallgenehmigung für den Impfstoff zu beantragen. Wenn genügend Daten zur Sicherheit des Impfstoffs vorlägen, womit in der dritten Novemberwoche gerechnet werde, solle der Antrag bald darauf gestellt werden. Bislang seien in der Studie keine ernsten Sicherheitsbedenken aufgekommen.

BioNTech plant Zulassungsantrag von Corona-Impfstoff

BioNTech plant Zulassungsantrag von Corona-Impfstoff

Zahlreiche Regierungen haben sich bereits Millionen Dosen der Impfung vorab gesichert.

09.11.2020

12.32 Uhr: Nationalrat Schwander gegen flächendeckende Maskenpflicht

Der Schwyzer SVP-Nationalrat Pirmin Schwander wirft der Kantonsregierung vor, ohne wissenschaftliche Basis die vom Bund verhängte Maskenpflicht ausgeweitet zu haben. Er reichte deswegen beim Verwaltungsbericht Beschwerde ein.

Über die Beschwerde hatte am Montag der «Bote der Urschweiz» berichtet. Im Regionaljournal Zentralschweiz von Radio SRF sagte der Nationalrat, er wolle die «flächendeckende» Maskenpflicht gerichtlich überprüfen lassen. Es stelle sich die Frage, ob diese nicht zu stark in die Grundrechte eingreife.

So sei unklar, welche gesundheitlichen Auswirkungen die Maskenpflicht habe. Er beantrage ein wissenschaftliches Gutachten dazu, sagte Schwander. Im Frühjahr habe der Bundesrat ferner erklärt, dass Hygiene und Abstand bei der Bekämpfung der Pandemie die wichtigsten Massnahmen seien. Im Kanton Schwyz herrscht wegen der Pandemie die «besondere Lage».

SP-Copräsidentin Mattea Meyer, ZH, stellt Pirmin Schwander, SVP-SZ (rechts), am 29. Oktoberan der Sondersession des Nationalrats eine Frage. (Archiv)
Bild (Keystone)

12.12 Uhr: 17'309 neue Infektionen innert 72 Stunden

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) für Freitag bis Sonntag 17'309 neue Coronavirus-Ansteckungen bei insgesamt 73'831 Tests gemeldet worden. Das entspricht einer Positivitätsrate von 23,4 Prozent. Zudem registrierte das BAG 169 neue Todesfälle und 536 Spitaleinweisungen.

Am vergangenen Montag waren es für das Wochenende 21'926 neue Ansteckungen mit dem Sars-CoV-2-Virus gewesen und vor zwei Wochen deren 17'440.

Seit Beginn der Pandemie gab es insgesamt 229'222 laborbestätigte Fälle von Ansteckungen mit dem Coronavirus, wie das BAG am Montag weiter mitteilte. Insgesamt 9295 Personen mussten wegen einer Covid-19-Erkrankung im Spital behandelt werden. Die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung stieg gemäss BAG auf 2'576.

12.05 Uhr: Goldenpass Express verspätet sich

Wegen der Coronavirus-Pandemie wird die Eröffnung des Goldenpass Express, die umsteigefreie Zugverbindung zwischen Montreux VD und Interlaken BE, auf Dezember 2022 verschoben. Die Verbindung hätte eigentlich im nächsten Sommer eröffnet werden sollen. Während der Pandemie sei die industrielle Produktion ins Stocken geraten, teilte die Montreux-Berner Oberland-Bahn (MOB) am Montag mit. Dies habe zu erheblichen Lieferverspätungen geführt.

Zwar wurden mehrere Waggons bereits fertig gestellt und ausgeliefert. Aufgrund der Pandemie kam es aber zu Verzögerungen von mehreren Monaten bei der Produktion der variablen Drehgestelle, an der zahlreiche Partner in der Schweiz und im Ausland beteiligt sind. Die MOB habe deshalb mit ihrem Hauptpartner BLS und ihren Bestellern (die Kantone Waadt, Bern und Freiburg sowie das Bundesamt für Verkehr) entschieden, die Einführung des Goldenpass Express zu verschieben, heisst es im Communiqué.

Zwar wurden mehrere Waggons bereits fertig gestellt und ausgeliefert. Aufgrund der Pandemie kam es aber zu Verzögerungen von mehreren Monaten bei der Produktion der variablen Drehgestelle.
Handout MOB

11.55 Uhr: Keine fixen Zonen mit Maskenpflicht in Zürich

Die Stadt Zürich hat sich dagegen entschieden, in der Öffentlichkeit Orte festzulegen, wo eine ständige Maskenpflicht herrscht. Stattdessen sollen Plakate Passanten an belebten Orten an das Tragen einer Maske erinnern.

Ende Oktober hatte der Bund schweizweit die Maskentragepflicht ausgeweitet. Seither muss auch in Aussenbereichen von Einrichtungen und Betrieben eine Maske getragen werden, ebenso überall dort, wo der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann.

Davon sind auch belebte Fussgängerbereiche betroffen, wie etwa die Zürcher Bahnhofstrasse. Die Stadt Zürich hat sich laut einer Mitteilung vom Montag nun dagegen entschieden, für solche stark frequentierten Bereiche ein permanentes Maskenobligatorium zu erlassen. Das Personenaufkommen schwanke dafür je nach Ort, Tageszeit und Wetter zu stark.

Passanten auf der Bahnhofstrasse in Zürich: Die Stadt Zürich legt keine fixen Zonen mit Maskenpflicht fest. (Symbilbild)
Bild: Keystone

11.40 Uhr: Taskforce wehrt sich gegen Alarmismus-Kritik

Mehrfach warnten die Experten des Bundes in den letzten Wochen davor, dass die Intensivstationen in Schweizer Spitälern ab Ende Oktober voll sein könnten. Das ist bislang allerdings nicht eingetreten und hat der Taskforce den Vorwurf des Alarmismus eingetragen, berichtet die «SonntagsZeitung». Das Taskforce-Mitglied Sebastian Bonhoeffer, Professor theoretische Biologie an der ETH, wehrte sich gegenüber der Zeitung gegen den Vorwurf.

Die Vorhersagen vom 23. Oktober seien auch deshalb nicht eingetroffen, weil man ihnen zugrunde gelegt habe, dass «nicht notfallmässigen Eingriffe nicht verschoben werden», so Bonhoeffer. Ausserdem habe sich inzwischen die Verdoppelungszeit bei den Infektionen von 7 auf 8,6 Tage verlangsamt. So sei auch der Zeitpunkt, wann es bei den Spitälern knapp werde, um einige wenige Tag nach hinten verschoben worden.

Bonhoeffer betonte gegenüber der «SonntagsZeitung», man habe die Zunahme bei den Infektionen nicht alarmistisch überschätzt. Stattdessen hätte die Warnung der Taskforce womöglich dazu beigetragen, dass sich die Situation etwas entschärft habe.

Zudem sei das Problem der Spitäler deshalb noch längst nicht gelöst. Solange das Wachstum bei den Infektionen noch exponentiell sei, gewinne man lediglich mehr Zeit: «Wenn man die Bettenkapazität noch um 100 oder 200 Betten aufstockt, wird es nur ein paar Tage länger dauern, bis die Spitäler wieder an die Grenzen kommen», sagte Bonhoeffer der «SonntagsZeitung».

Medizinisches Personal im Unispital Lausanne (CHUV) verlegt am 6. November einen Corona-Patienten.
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11.12 Uhr: Zahl der Neuinfektionen in Tschechien sinkt

In Tschechien ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen an einem Tag auf den niedrigsten Wert seit vier Wochen gesunken. Am Sonntag kamen 3608 neue Fälle hinzu, wie am Montag aus den Daten des Gesundheitsministeriums hervorging.

Allerdings wird am Wochenende üblicherweise weniger getestet und gemeldet als an Werktagen. Seit Beginn der Pandemie wurden in dem EU-Mitgliedstaat insgesamt 414'828 Infektionen und 4 858 Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung registriert.

Zuletzt hatte das Land mit knapp 10,7 Millionen Einwohnern einen der steilsten Anstiege der Infektionsraten in Europa verzeichnet. Nach Angaben der EU-Gesundheitsagentur ECDC gab es innerhalb von 14 Tagen statistisch 1506,3 Neuinfektionen je 100'000 Einwohner. Das war der höchste Wert unter allen EU-Mitgliedstaaten.

In Prag stehen am 22. Oktober 2020 Betten für ein Behelfskrankenhaus der Armee bereit. (Archiv)
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10.35 Uhr: Stabile Arbeitslosenquote trotz zweiter Welle

Die Arbeitslosigkeit in der Schweiz hat im Oktober trotz der anlaufenden zweiten Coronawelle nur leicht zugenommen. Das Instrument der Kurzarbeit ist aber wieder gefragter.

Es seien «überraschend gute Zahlen», sagte Boris Zürcher, Leiter der Direktion für Arbeit beim Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco), am Montag. Konkret nahm die Zahl der bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) als arbeitslos gemeldeten Personen im Oktober nur um 558 auf 149'118 Personen zu.

Die Quote verharrte somit bei 3,2 Prozent. Sogar leicht rückläufig war sie bei den Jugendlichen, bei welchen es Ende Sommer einen relativ starken Anstieg gegeben hatte. Auch um saisonale Faktoren bereinigt nahm die Quote ab, auf 3,3 von 3,4 Prozent. Die meisten Ökonomen hatten die Arbeitslosenquote im Vorfeld eher etwas höher erwartet.

10.17 Uhr: Behandlungsverzögerung bei Krebs erhöht Sterberisiko deutlich

Im Zuge der Corona-Pandemie wurden weltweit viele nicht dringliche Operationen und Behandlungen verschoben. Gerade für Krebs-Patienten könne dies allerdings schwerwiegende Folgen haben, warnen kanadische und britische Mediziner im Fachblatt «The BMJ». Schon ein Monat Verzögerung in der Krebstherapie könne das Sterberisiko um drei bis 13 Prozent erhöhen, so das Fazit der Wissenschaftler.

Das Team um den Onkologen Timothy Hanna von der kanadischen Queen's Universität hatte untersucht, wie sich eine Verzögerung zwischen Diagnose und Therapiebeginn auf die Mortalität von Patienten auswirkt. Dafür führten die Wissenschaftler eine Metaanalyse von 34 Studien aus der Zeit von Januar 2000 bis April 2020 mit insgesamt knapp 1,3 Millionen Patienten durch.

Das Ergebnis: «Eine vierwöchige Verzögerung der Therapie ist bei allen gängigen Formen der Krebsbehandlung mit einem Anstieg der Mortalität verbunden, wobei längere Verzögerungen zunehmend nachteilig sind», so Hauptautor Hanna. Konkret erhöhe sich das Sterberisiko bei Operationen für jede vierwöchige Verzögerung um sechs bis acht Prozent, bei einigen Strahlen- und systemischen Therapien sogar um bis zu 13 Prozent.

Bestrahlung einer Krebspatientin in Zürich: Die Verschiebung von Krebsbehandlungen im Zuge der Corona-Pandemie lässt die Mortalität steigen. (Symbolbild)
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9.45 Uhr: Höchststand an Neuinfektionen in Neu-Delhi

In der indischen Hauptstadt Neu-Delhi ist zum wiederholten Mal in nur wenigen Tagen ein Rekordwert an Corona-Infektionen registriert worden. Innerhalb von 24 Stunden wurden in der Metropole 7745 Neuinfektionen verzeichnet, 490 Menschen starben nachweislich im Zusammenhang mit einer Infektion, wie das Gesundheitsministerium am Montag mitteilte.

Erst am Donnerstag hatte die Hauptstadt an nur einem Tag 6'842 Neuinfektionen übermittelt – ein Wert, der nun nochmals deutlich übertroffen wurde. Landesweit verzeichneten die Behörden 45'903 neue Ansteckungen. Seit Beginn der Pandemie hat Indien mit seinen etwa 1,3 Milliarden Einwohnern mehr als 8,5 Millionen Coronafälle registriert – weltweit wurden nur in den USA mehr Fälle verzeichnet.

Ein mit einem Schutzanzug bekleideter Mitarbeiter des Gesundheitswesens nimmt Ende Oktober bei einer Frau in einem Covid-19-Testzentrum im indischen Neu-Delhi eine Nasenabstrichprobe.
AP

8.55 Uhr: Nach Ausbruch wächst Kritik an Trumps-Wahlparty 

Nach der Corona-Infektion des Stabschefs des Weissen Hauses, Mark Meadows, verschärft sich die Kritik an der verfrühten Party von US-Präsident Donald Trump mit mehr als hundert Anhängern in der Wahlnacht. Teilnehmer waren vor der Veranstaltung zwar auf den Erreger Sars-Cov-2 getestet worden. Mindestabstand wurde aber nicht gehalten, Schutzmasken wurden kaum getragen, wie auf Bildern zu sehen war.

Saskia Popescu, Epidemiologin an der George Mason University, erklärte, die Party sei ein Umfeld, das Ansteckungen begünstige. Teilnehmer müssten informiert und um Sicherheitsmassnahmen gebeten werden. Die US-Regierung liess konkrete Anfragen zu dem jüngsten Corona-Ausbruch unbeantwortet. Es gebe jedoch eine ordnungsgemässe Kontaktnachverfolgung, hiess es. Teilnehmer der Party schilderten es teils anders: Der Pastor Darrell Scott aus Ohio erklärte, er habe aus den Medien von Infektionen erfahren und sei nicht von Kontaktnachverfolgern angesprochen worden.

Donald Trumps Stabschef Mark Meadows bevor er in der Wahlnacht im Weissen Haus zu den Gästen spricht. Später wurde Meadows positiv auf der das Corona-Virus getestet. 
Bild: Keystone

7.55 Uhr: Mehr als 50 Millionen Coronafälle weltweit

Die Coronapandemie greift weiter mit grossem Tempo um sich. Inzwischen wurden weltweit nach Angaben der Universität Johns Hopkins mehr als 50 Millionen Ansteckungen mit dem Virus Sars-CoV-2 verzeichnet. In den vergangenen Tagen stieg die Zahl der gemeldeten Fälle im Schnitt jeweils um rund 600'000, für Freitag gab die Universität Johns Hopkins den Spitzenwert von 642'724 Neuinfektionen binnen eines Tages an. Zur Eindämmung des Virus werden in verschiedenen Ländern die Massnahmen immer weiter verschärft. Im italienischen Südtirol dürfen die Menschen ab Montag ihren Wohnort nur aus einem triftigen Grund verlassen. Die Slowakei setzt weiter auf Massentests für Millionen Einwohner. Frankreichs Gesundheitsminister stimmte auf «etwas spezielle» Weihnachten ein.

Weltweit am stärksten von der Pandemie betroffen sind die USA mit derzeit im Schnitt 100'000 Neuinfektionen pro Tag und insgesamt rund 9,9 Millionen Coronafällen. Der gewählte Präsident Joe Biden will am Montag einen Corona-Expertenrat vorstellen, der einen «Aktionsplan» für das Land mit rund 330 Millionen Einwohnern entwickeln soll.

Mehr als 50 Millionen Corona-Fälle weltweit

Mehr als 50 Millionen Corona-Fälle weltweit

Mit bisher rund 12 Millionen positiven Tests hat Europa mittlerweile Lateinamerika als insgesamt am schlimmsten betroffene Region abgelöst.

09.11.2020

6.27 Uhr: Jeder fünfte Covid-Patient leidet unter Spätfolgen

Jeder fünfte Covid-19-Patient spürt nach sechs Monaten die Folgen der Corona-Ansteckung. Zu diesem Schluss kommt eine vorläufige Auswertung der Universität Zürich mit über hundert Covid-19-Patienten der ersten Welle. Erste Resultate der Untersuchung liegen dem «Tages-Anzeiger» vor. Die eingehende Befragung von 105 Covid-19-Patienten nach sechs Monaten habe ergeben, dass erst 77 Prozent von ihnen wieder vollständig gesund seien. 22 Prozent hätten angegeben, noch nicht zur Normalität zurückgekehrt zu sein. Eine Person fühlte sich der Umfrage zufolge immer noch gleich schlecht wie am Anfang der Erkrankung, einer weiteren Person ging es sogar schlechter.

Das Institut für Epidemiologie, Biostatistik und Prävention der Universität Zürich findet dem Bericht zufolge somit einen viel höheren Anteil an sogenannten Long-Covid-Fällen als andere Studien. Die Daten sind aber noch nicht veröffentlicht und sollten deshalb zurückhaltend beurteilt werden. Nichtsdestotrotz «deuten sie darauf hin, dass die Häufigkeit von belastenden Langzeitfolgen bis jetzt eher unterschätzt wurde», schreibt die Zeitung.

6.13 Uhr: 13’363 neue Corona-Infektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 13'363 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet.

5.18 Uhr: Tessin verschärft Massnahmen

Im Tessin gelten ab heute verschärfte Regeln zur Eindämmung des Coronavirus. Versammlungen von mehr als fünf Personen im öffentlichen Raum sind verboten ebenso wie öffentliche und private Veranstaltungen mit mehr als fünf Personen. Neu gilt Alarmstufe Rot. Die Massnahmen sind bis 30. November in Kraft, wie die Regierung am Sonntag in Bellinzona vor den Medien darlegte. Auch alle Gruppensportaktivitäten sind ab Montag verboten, ausser für Kinder unter 16 Jahren. Von der neuen Verschärfung ausgenommen sind religiöse Veranstaltungen wie Begräbnisse oder Hochzeiten, für die das Maximum auf 30 festgelegt ist.

Die Tessiner Regierung rief zur strikten Einhaltung von Distanzregeln, Maskenpflicht und Hygiene auf. «Zusammen machen wir den Unterschied!», appellierte Regierungspräsident Norman Gobbi an die Bevölkerung – Kontakte sollten demnach möglichst auf den Familienkreis beschränkt werden.



Angekündigt wurde eine Erhöhung der Zahl an Intensivbetten auf 82 und der Akutbetten auf 340 sowie die Weiterführung der Wirtschaftshilfe. Die Entschädigung für Verdienst-Ausfall wird bis Juni 2021 verlängert. Den Bundesrat fordert die Tessiner Regierung zudem zur Wiedereinführung der ausserordentlichen Lage gemäss Epidemiengesetz auf, wie sie im Frühjahr in Kraft war. Eine landesweit einheitliche Regelung könne der Ausbreitung des Coronavirus besser die Stirn bieten.

Maskenpflicht auf dem Markt in Bellinzona, am Samstag, 31. Oktober 2020. 
Bild: Keystone/Ti-Press/Alessandro Crinari

4.44 Uhr: China sieht deutsche Haxe als Grund für neuen Fall

China hat eine aus Deutschland importierte Schweinshaxe als Auslöser für einen neuen Coronafall ausgemacht. Wie staatliche Medien berichteten, habe sich in der ostchinesischen Stadt Tianjin ein Arbeiter in einem Kühlhaus infiziert. Tests hätten danach ergeben, dass Virus-Spuren an der Verpackung einer gefrorenen Schweinshaxe entdeckt worden seien, die zunächst aus Bremen nach Tianjin importiert und von dort weiter in die Stadt Dezhou gesendet worden sei.

Acht Menschen, mit denen der Arbeiter zuvor engen Kontakte hatte, wurden laut der staatlichen Zeitung «Global Times» vorsorglich unter Quarantäne gestellt. Tianjin sei zudem in den «Kriegsmodus» übergegangen, womit in der Regel gemeint ist, dass strenge Kontrollen greifen.

Seit Monaten gibt es in China der Regierung zufolge kaum noch neue Infektionen, sodass sich das Leben und die Wirtschaftstätigkeit wieder normalisieren. Zwar gelten grosse Teile des Landes als «coronafrei», allerdings kommt es immer wieder zu kleineren lokalen Ausbrüchen, die mit strengen Massnahmen wie Lockdowns und Massentests bekämpft werden. China hat schon mehrfach gefrorene Lebensmittel oder deren Verpackungen, die aus dem Ausland importiert wurden, für Infektionen verantwortlich gemacht.

4.05 Uhr: Verschärfte Massnahmen in Nordjütland

In Dänemark gelten ab heute wegen der Pandemie weitere Beschränkungen in der Region Nordjütland. Dänemark ist beunruhigt wegen der Ausbreitung eines mutierten Coronavirus, das bei Nerzen aufgetreten ist. Ab heute soll in den Kommunen Hjørring, Frederikshavn, Brønderslev, Jammerbugt, Thisted, Vesthimmerland und Læsø unter anderem der öffentliche Nahverkehr eingestellt werden. Schüler der fünften bis achten Klassen sollen von heute an aus der Ferne unterrichtet werden. Gleiches gilt für Studenten weiterführender Bildungseinrichtungen.



3.29 Uhr: Wieder Notstand in Lettland

Lettland ruft wegen der Ausbreitung des Coronavirus zum zweiten Mal den Notstand aus. Der Ausnahmezustand gilt vom 9. November bis zum 6. Dezember. Gastronomische Betriebe dürfen damit nur noch ausser Haus verkaufen. Freizeit-, Unterhaltungs- und Sportstätten müssen weitgehend schliessen. Veranstaltungen und Versammlungen an öffentlichen Orten sind untersagt. Bei privaten Veranstaltungen dürfen sich nur noch bis zu zehn Personen versammeln.

2.16 Uhr: Erstmals über zehn Millionen Infektionen in USA

Die USA durchbrechen nach Zählung der Nachrichtenagentur Reuters als erste Nation die Marke von insgesamt zehn Millionen Infektionen mit dem Coronavirus. Allein in den vergangenen zehn Tagen verzeichnete Amerika rund eine Million Fälle, die höchste Infektionsrate seit dem ersten Fall im Bundesstaat Washington. Mehr als 237'000 Amerikaner sind seither an Covid-19 gestorben.

In Brasilien stieg die Zahl der bekannten Infektionen unterdessen um 10'554 auf insgesamt mehr als 5,66 Millionen Fälle. Das Gesundheitsministerium gab zudem 128 weitere Todesfälle bekannt. Im Zusammenhang mit dem Virus sind demnach in dem lateinamerikanischen Land offiziellen Angaben zufolge 161'397 Menschen gestorben.

Insgesamt sind weltweit inzwischen mehr als 50 Millionen Menschen infiziert worden und über 1,25 Millionen an dem Virus gestorben.

1.49 Uhr: Quarantäne in Bündner Kloster von Cazis

18 der 40 Dominikanerinnen im Bündner Kloster von Cazis haben sich mit dem Coronavirus angesteckt, einschliesslich der Priorin. Die Betroffenen wurden in Quarantäne gesetzt, wie das Katholische Medienzentrum mit Sitz in Zürich am Sonntag auf seiner Webseite kath.ch meldete.

Armee unterstützt Westschweizer Spitäler

Armee unterstützt Westschweizer Spitäler

Am Sonntag sind rund 200 Angehörige der Armee in Moudon VD wegen der Corona-Pandemie zum Dienst eingerückt. Sie werden ab Dienstag in Genf im Universtitätspital (HUG) ausgebildet und stehen ab Donnerstag im Einsatz.

08.11.2020

1.30 Uhr: Südtirol weitet Massnahmen aus

Die italienische Provinz Südtirol weitet im Kampf gegen die Pandemie die Anti-Corona-Massnahmen aus. Landeshauptmann Arno Kompatscher kündigte am Sonntag an, dass künftig die Menschen unter anderem ihre Wohnorte nur aus triftigem Grund verlassen dürfen, zudem sollen alle Schulen geschlossen werden. Diese und weitere Regeln gelten derzeit nur für einen Teil der Südtiroler Gemeinden. Wann die Ausweitung in Kraft tritt, war zunächst nicht klar.

Kompatscher sagte der italienischen Nachrichtenagentur Ansa, dass es die sich verschlechternde Corona-Lage in Südtirol nötig mache, die Provinz zu einer sogenannten roten Zone zu erklären. «An diesem Punkt macht es keinen Sinn, zwei verschiedene (Beschränkungs-)Regime zu haben», sagte Kompatscher. Bisher sind vier Regionen als rote Zonen eingestuft: im Norden die wirtschaftsstarke Lombardei, das Piemont und das Aostatal sowie im Süden Kalabrien. Medien berichteten von Krankenhäusern, die zunehmend an die Belastungsgrenze kommen. In Neapel in Kampanien bildeten sich Schlangen von Autos und Krankenwagen vor den Notfallstationen, die keine Covid-19-Patienten mehr aufnehmen konnten.

1 Uhr: Bis 40 Prozent der Bevölkerung sind Risikogruppe

Der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) blickt während der Coronakrise mit Sorge auf die Altersstruktur in Deutschland und warnt vor einer Überlastung der Intensivmedizin. Die Bundesrepublik sei nach Japan das zweitälteste Land der Welt, sagte Spahn der «Bild». In Deutschland seien 23 Millionen Personen über 60 Jahre alt. «Wir sind ein Wohlstandsland mit Zivilisationskrankheiten: Diabetes, Bluthochdruck, Übergewichtigkeit. Alles Risikofaktoren für dieses Virus, wie für viele Infektionskrankheiten übrigens auch», sagte Spahn. Damit gehörten per Definition 30 bis 40 Prozent der Bevölkerung zu einer Risikogruppe. «Wenn von 20'000 Neuinfizierten an einem Tag etwa zwei Prozent in die Intensivmedizin müssen, dann sind das 400 am Tag. Wenn die intensivmedizinische Behandlung und Begleitung 15 Tage im Schnitte dauert, sind das 6'000.»

Diese Zahl werde Deutschland noch im November erreichen, das sei bereits absehbar. Für das Gesundheitswesen sei diese Belastung nur «unter ziemlicher Anspannung» zu bewältigen. «Wenn die Intensivmedizin mal zu voll ist, überfüllt ist, überlastet ist, dann ist es zu spät!»

0.37 Uhr: Frankreich: Keine Prognose für Weihnachten

Frankreichs Gesundheitsminister Olivier Véran gibt sich mit Blick auf das Weihnachtsfest in der Coronakrise zurückhaltend. Er wolle keine Prognose stellen, wie die Lage bis dahin aussehe, sagte er dem Sender France Inter am Sonntag. Er hoffe inständig, dass die strengen Ausgangsbeschränkungen dann gelockert worden seien. Es sei aber noch zu früh, dies jetzt zu sagen. «Alles zu seiner Zeit», sagte Véran. So oder so werde Weihnachten dieses Jahr «etwas speziell» sein.

Seit gut einer Woche gelten in dem Land mit rund 67 Millionen Einwohnern strenge Beschränkungen – die Menschen dürfen nur mit triftigem Grund vor die Tür. Es gebe Hinweise, dass die eingeleiteten Massnahmen langsam Wirkung zeigten, erklärte Véran. Aber auch hier müsse man weiter abwarten, bevor die Lage bewertet werden könne. Ende kommender Woche sei eine erste Bestandsaufnahme möglich, sagte der Minister. Die Corona-Situation in Frankreich ist ernst, das Land gehört zu den am schwersten getroffenen Staaten in Europa.

Auf jeden Fall werde es in den kommenden Tagen eine Zunahme der Einweisungen in Krankenhäuser und auf Intensivstationen geben, sagte Véran. Dies spiegele die Situation vor den landesweiten Ausgangsbeschränkungen wider. In einigen Teilen des Landes kommen die Intensivstationen bereits an ihre Grenzen. Am Sonntagmorgen sei erstmals ein Covid-19-Patient aus der Region Hauts-de-France im Norden Frankreichs nach Deutschland gebracht worden, teilte die regionale Gesundheitsbehörde mit.

0.19 Uhr: Bidens Expertenrat von Doppelspitze geleitet?

Nach seinem Sieg bei der US-Wahl sind die ersten Personalentscheidungen von Joe Biden bekannt geworden. Der Expertenrat zur Eindämmung der Coronapandemie soll eine Doppelspitze bekommen, erklärte Biden-Sprecherin Kate Bedingfield am Sonntag im Sender NBC News. Bestehen soll sie aus Vivek Murthy, der zwischen 2014 und 2017 oberster Gesundheitsbeamter der US-Regierung und von Barack Obama ernannt worden war, und dem früheren Leiter der US-Arzneimittelbehörde FDA, David Kessler. Beide hätten Bidens Team seit März in der Pandemie beraten, sagte Bedingfield.

Biden hatte in seiner Siegesrede am Samstag angekündigt, schon am Montag seine Corona-Arbeitsgruppe vorstellen zu wollen. Zudem versprach er, im Kampf gegen das Virus keine Mühe zu scheuen. Die «führenden Wissenschaftler und Experten» würden ihm helfen, einen «Aktionsplan» zu entwickeln, der schon ab dem Tag seiner Amtseinführung am 20. Januar umgesetzt werden könne, sagte Biden. Der 74-Jährige war am Samstag von US-Medien zum Sieger der Wahl vom Dienstag erklärt worden. Der amtierende Präsident Donald Trump wird noch bis 20. Januar weiter regieren.

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