Impf-Gipfel in Bern

Läuft alles nach Plan, könnten die Corona-Einschränkungen im August Geschichte sein

tjb

25.3.2021

Die Schweiz wird von jetzt bis Ende August weitere gut acht Millionen Impfdosen erhalten. Bis Ende Juli sollte es dann Impfungen für alle geben, die das wollen – womit dann auch die Corona-Massnahmen fallen dürften.

tjb

25.3.2021

Heute ist es zum grossen Schweizer Impf-Gipfel gekommen: In einer Videokonferenz haben die Verantwortlichen von Bund, Kantonen und Science Task Force mit Vertretern der Impfstoff-Hersteller Pfizer und Moderna diskutiert. Dabei zeigte sich: Von nun bis Ende Juli soll die Schweiz 8,1 Millionen Impfdosen dieser beiden Firmen erhalten. Das sollte reichen, um alle Impfwilligen zu versorgen.

Bis wann werden die Risikogruppen geimpft sein?

Alain Berset stellt in Aussicht, dass bis Ende April all jene eine Impfung erhalten haben, die einer Corona-Risikogruppe angehören.

Und bis wann erhalten alle Impfwilligen eine Dosis?

Bis Ende Juli sollte die Schweiz insgesamt gut 10 Millionen Dosen Impfstoff der Hersteller Pfizer und Moderna erhalten haben. Das reicht, dass sich bis dann alle gegen Covid-19 impfen lassen können, die das wünschen. Nach aktueller Einschätzung des Bundesamts für Gesundheit wollen sich 20 bis 25 Prozent der Bevölkerung nicht impfen lassen.

Wie geht es mit den Corona-Massnahmen danach weiter?

Sind erst einmal alle geimpft, liessen sich die heute geltenden strengen Corona-Einschränkungen nicht mehr weiter aufrechterhalten, so Alain Berset. Nach dem heutigen Stand dürfte es also im August so weit sein, dass die Einschränkungen fallen. Das setzt allerdings voraus, dass sich bis dahin keine Virus-Variante verbreitet, gegen die die Impfung schlechter oder gar nicht wirkt.

Lässt sich dank der Impfung eine dritte Welle abwenden?

Bisher haben erst rund 9 Prozent der Bevölkerung mindestens eine Impfdosis erhalten, wie Alain Berset sagt. Man stehe bei der Impf-Kampagne immer noch am Anfang, doch seien die Perspektiven gut. Virginie Masserey vom Bundesamt für Gesundheit hofft, dass die Impfungen hier mithelfen, doch gibt sie auch zu bedenken, dass die Zahlen im vergangenen Herbst unerwartet schnell in die Höhe geschnellt sind.

Wie steht es um die Zulassung weiterer Impfstoffe?

Der Bund erwartet noch weitere Daten zur Wirksamkeit des Präparats von Astrazeneca, bevor dieses zugelassen werden kann. Zuständig für diese Zulassung ist Swissmedic. Das Schweizer Heilmittelinstitut rechnet aber damit, dass es «in wenigen Tagen» so weit sein wird, wie Vizedirektor Philippe Girard sagt. Für die Impfstoffe von Curevac und Novavax, für die die Schweiz ebenfalls Kaufverträge abgeschlossen hat, sind bei Swissmedic noch keine Zulassungsgesuche eingegangen.

Die Medienkonferenz zum Impf-Gipfel zum Nachlesen

  • Liveticker
    Neue Beiträge
  • Liveticker beendet
  • 17.10
    Noch keine konkreten Pläne für Impfpass

    Derzeit gibt es beim Bund noch keine konkreten Pläne für ein Impf-Zertifikat, mit dem sich Geimpfte entsprechend ausweisen können, so Berset. Ein entsprechendes Dokument müssten die Behörden ausstellen, die die Impfungen auch tatsächlich durchführen, so Viriginie Masserey vom BAG.

    Damit endet die Medienkonferenz. Wir danken für die Aufmerksamkeit.

  • 17.05
    Ende der Einschränkungen im Sommer

    Alain Berset betont mit Blick auf die Impfbereitschaft, dass sich die aktuell geltenden Einschränkungen nicht mehr aufrecht erhalten liessen, sobald sich alle, die das wollen, impfen lassen können. Viriginie Masserey stellt in Aussicht, dass es Ende August so weit sein könnte. Sie gibt allerdings zu bedenken, dass es bei dieser Prognose Unsicherheiten gebe – etwa wegen allfälligen Mutationen des Virus, gegen die die Impfung allenfalls weniger Schutz bieten könnte.

  • 17.00
    Lässt sich eine dritte Welle brechen?

    Ob sich mit den nun in Aussicht stehenden Impfdosen eine allenfalls drohende dritte Welle verhindern kann, sei unsicher, sagt Alain Berset. Denn die Lieferungen würden nun stetig gesteigert, doch könnte die Kampagne dazu trotzdem zu spät kommen.

    Die Entwicklung des Virus sei aber nicht vorhersehbar. Man habe das schon im September gesehen, da seien die Zahlen zunächst langsam anstiegen, und plötzlich sei es sehr schnell gegangen.

  • 16.58
    Exportbeschränkungen könnten Probleme machen

    Eine Unsicherheit bergen die Pläne der EU, möglicherweise den Export von Impfstoff zu unterbinden, wenn die Unternehmen ihre Zusagen bei den Mengen nicht einhalten. Hier sei die Lage tatsächlich sehr delikat, sagt Guy Parmelin. Man beobachte die Lage sehr genau, hoffe aber, dass es zu keinen solchen Manövern kommen werde.

    Sabine Bruckner ergänzt, dass die Spitze ihres Unternehmens direkt bei der EU interveniert habe, um solche Exporteinschränkungen zu verhindern. Laut ihr wäre ein solcher Schritt eine «Lose-Lose-Situation» für alle Beteiligten.

  • 16.48
    Eigene Impfstoff-Produktion für Schweiz kaum machbar

    Sabine Bruckner von Pfizer Schweiz betont, dass es für die Schweiz kaum möglich wäre, ein derart komplexes Unterfangen wie den Aufbau einer Impfstoff-Produktion in eigener Kraft zu stemmen. Wichtiger sei die internationale Zusammenarbeit und der freie Warenverkehr, so die Pharma-Vertreterin.

  • 16.42
    Bis Ende Juni reicht es für Impfwillige zur ersten Dosis

    Bis Ende Juni werden alle, die das wollen, mindestens eine Impfdosis erhalten haben; mehr als die Hälfte davon habe dann bereits beide nötigen Impfdosen erhalten, stellt Virginie Masserey vom Bundesamt für Gesundheit in Aussicht.

  • 16.40
    Hohe Kosten, hoher Nutzen

    Wirtschaftsminister Guy Parmelin rechnet vor, wie sich die Impf-Kampagne nun auf die Schweizer Volkswirtschaft auswirkt. Zwar sei diese Aktion sehr teuer, doch führe sie auch zu einer Abnahme der Patienten, die wegen Corona ins Spital eingeliefert werden oder gar Intensivpflege brauchen.

  • 16.35
    Der Bund kann sein Impfziel erreichen

    Mit den nun zugesagten Impfstoff-Mengen ist das Impfziel des Bundes nur mit den beiden Vakzinen von Pfizer und Moderna zu schaffen, sagt Nora Kronig vom BAG. Allerdings sei dieses Ziel ambitioniert, weshalb die Zulassungen von weiteren Präparaten die Situation verbessern würden, so Kronig. Die nun in Aussicht gestellten gut acht Millionen kommen zu den bereits erhaltenen Impfdosen hinzu, so dass bis Ende August gut 10 Millionen Dosen verimpft sein werden.

  • Wann starten die Massenimpfungen?

    Laut Alain Berset können voraussichtlich bis Ende April all jene geimpft werden, die ein hohes Risiko für eine schwere Erkrankung haben. Nora Kronig vom Bundesamt für Gesundheit rechnet im Detail vor, wie viele Dosen die Schweiz jeden Monat im Detail erhalten soll. Die Anzahl der verimpften Dosen würden nun stetig gesteigert.

  • 16.28
    Moderna-Vertreter lobt Weitsicht

    Dan Staner ist der fünfte, der heute auf dem Podium sitzt. Er ist als Geschäftsführer von Moderna für Europa, Afrika und den nahen Osten auch für die Schweiz zuständig. Er lobt die Schweiz für die Weitsicht und das Vertrauen, dass das Land auf die neuartigen mRNA-Impfstoffe gesetzt habe. Sowohl das Vakzin von Moderna als auch jenes von Pfizer setzen auf diese Technologie.

  • 16.25
    Pfizer verspricht insgesamt zwei Milliarden Dosen

    Nun ist die Reihe an der Geschäftsführerin von Pfizer Schweiz. Das Unternehmen stellt den Impfstoff her, der als Erster in der Schweiz zugelassen wurde. Sabine Bruckner dankt den Verantwortlichen für die schnelle Zulassung des Impfstoffs. 

    Die Pfizer-Vertreterin schildert, wie ihr Unternehmen die Produktion ausgebaut hat und nun in der Lage sein soll, im laufenden Jahr 2 Milliarden Impfdosen bereitzustellen. Um die Produktion hochzufahren, arbeite man auch mit Konkurrenten wie Novartis zusammen. 

    In den vergangenen Monaten habe es Lieferschwierigkeiten gegeben, doch inzwischen liefere Pfizer der Schweiz mehr Impfstoff, als in den Liefervereinbarungen festgehalten worden sei.

  • 16.21
    Mit Kampagne kommen Lockerungen in Griffweite

    Nun informiert Rebecca Ruiz, Waadtländer Gesundheitsdirektorin und Vizedirektorin der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorenkonferenz. Ein Grossteil der Menschen in Heimen und über 75 Jahren sei nun geimpft, und bereits zeigten sich erste Erfolge.

    Zusätzlich zur Impf-Kampagne läuft nun auch die Test-Offensive, um die Pandemie zurückzudrängen. Allerdings stelle diese die Kantone vor grosse Herausforderungen bei der Logistik. Mit den Fortschritten bei Impfungen und Tests seien nun auch bald Lockerungen denkbar.

    Den Verantwortlichen sei klar, dass nun alle darauf brennen, die Massnahmen gegen die Pandemie zu lockern. Gleichwohl brauche es noch etwas mehr Geduld, um die Fortschritte nicht zu gefährden.

  • 16.16
    Fortschritte bei Impfung der Risiko-Patienten

    Derzeit würden pro Tag rund 20'000 Personen gegen Covid geimpft, und diese Zahl werde nun schnell weiter ansteigen, so Berset. Bis in vier Wochen würden alle Menschen mit höchstem Risiko eine Impfung erhalten, stellt der Bundesrat in Aussicht.

  • 16.12
    «Schweiz hat auf die richtigen Hersteller gesetzt»

    Als Nächster ergreift Bundesrat Alain Berset das Wort. Die Impf-Kampagne sei das wichtigste Mittel der Schweiz, um aus der aktuellen Krise herauszufinden. Die Kauf-Kampagnen verliefen gut und brächten der Schweiz bald ausreichend Impfstoff. Nun zeige sich, dass die Schweiz auf die richtigen Hersteller gesetzt habe.

    Nun laufe die grösste Impf-Kampagne, die die Schweiz je erlebt habe, so der Gesundheitsminister. Ab April erhalte unser Land grosse Mengen von Impfdosen; bis Ende Juli sollen es insgesamt 8,1 Millionen Dosen sein. Bis dann könnten sich daher alle impfen lassen, die dies wünschten.

  • 16.08
    Diese Impfkampagne ist ein Novum

    Als Erster ergreift Guy Parmlin das Wort. «Noch nie haben wir versucht, eine akute Pandemie mit einer Impfkampagne zu bekämpfen», beginnt der Bundespräsident. Dank grosser Anstrengungen stünden nun mehrere Impfstoffe zur Verfügung, hier habe die Konkurrenz unter den Herstellern zu einer guten Lösung gefügt.

    «Die grosse Mehrheit der Bevölkerung vertraut der Wissenschaft», so Parmelin. Aber man müsse eben auch auf jene Teile der Bevölkerung Rücksicht nehmen, die hier skeptischer eingestellt seien.

  • 16.05
    Acht Millionen Impfdosen bis Ende Juli

    In den Monaten April, Mai, Juni und Juli erhält die Schweiz mindestens 8 Millionen Impfdosen von Pfizer/Biontech und Moderna, wie vorab bekannt wurde. Das Ziel, alle Personen, die sich impfen lassen möchten, bis Ende Juni mindestens einmal zu impfen, ist laut dem Bundesrat realistisch.

  • 16
    Medienkonferenz startet jeden Moment

    Vor die Medien in Bern treten die Bundesräte Parmelin und Berset, Lukas Engelberger von der Gesundheitsdirektoren-Konferenz sowie Sabine Bruckner, Geschäftsführerin Pfizer Schweiz und Dan Steiner, Geschäftsführer Moderna Schweiz.