Polizei beendet Strassenblockade der Klimaaktivisten

SDA/lpe/phi

4.10.2021

Extinction Rebellion: Hier werden die Klima-Rebellen abgeführt

Extinction Rebellion: Hier werden die Klima-Rebellen abgeführt

Noch während die Aktivistinnen und Aktivisten die Uraniastrasse blockieren und von der Stadtpolizei Zürich einzeln weggeführt oder weggetragen werden, kündigen sie für Dienstag bereits die nächste Blockade an.

04.10.2021

Pünktlich zum Feierabendverkehr hat die Zürcher Stadtpolizei die Blockade der Uraniastrasse aufgehoben. Aktivisten der Umweltschutzgruppe Extinction Rebellion hatten dort den Verkehr stundenlang lahmgelegt. 

SDA/lpe/phi

4.10.2021

Die Beamten der Zürcher Stadtpolizei haben eine Strassenblockade von Umweltschützer*innen in der Innenstadt aufgelöst. Das teilte die Polizei auf Twitter mit. Der Verkehr laufe wieder störungsfrei. Die letzten paar Aktivist*innen, die am Boden sitzend ausgeharrt hatten, waren davor einzeln weggeführt worden.

Die Gruppierung Extinction Rebellion hatte die Strasse auf der Höhe Bahnhofstrasse seit dem Mittag besetzt gehalten, um so den Verkehr lahmzulegen. Sie hatten die Aktion im Voraus angekündigt.

Weitere Aktionen an der Kreuzung Nüschelerstrasse/Sihlstrasse sowie an der Rudolf-Brun-Brücke lösten die Aktivist*innen freiwillig auf, wie die Stadtpolizei mitteilte.

Auf der Bahnhofstrasse betrieben die Aktivistinnen und Aktivisten zudem einen Informationsstand, an dem sie Passanten über die Klimakrise aufklären wollten. 

134 Personen wurden für weitere Abklärungen auf eine Polizeiwache gebracht, wie die Polizei mitteilte. Das weitere Vorgehen werde durch die zuständige Staatsanwaltschaft Zürich entschieden.

Die Gruppierung will aber keineswegs aufgeben: Bereits für morgen Dienstag kündigte sie eine neuerliche Blockade in der Zürcher City an.

«Die Frist ist abgelaufen»

Die Polizei rief die Demonstranten ursprünglich dazu auf, sich bis spätestens 12:30 Uhr zurückzuziehen. Als diese Frist verstrichen war, begann sie mit Personenkontrollen, Verzeigungen und Wegweisungen. «Wir können die Einschränkungen des Verkehrs nicht länger tolerieren», teilte die Polizei auf Twitter mit. Ein von den Demonstrierenden aufgestelltes Segelschiff hat sie ebenfalls weggeschoben.

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Per Megafon rief ein Uniformierter gegen 13:20 Uhr: «Die Frist ist abgelaufen.» Die Polizei begann daraufhin mit Kontrollen. Ersten Eindrücken zufolge sammelten einige Demonstrierenden anschliessend ihre Sachen zusammen und räumten das Feld. 

Auf Twitter schreibt die Stadtpolizei von einer «unbewilligten Kundgebung» und empfiehlt allen Verkehrsteilnehmenden, die Innenstadt grossräumig zu umfahren. 

«Werden wir weggeschickt, kommen wir wieder», sagte ein Sprecher der Organisation am vergangenen Donnerstag, als die Aktion angekündigt wurde. «Wir sehen uns als Alarmglocke.»

Die Salamitaktik der Demonstrierenden

Das hat man nun schon mehrmals gesehen: Sobald eine Person ...
... aus der Gruppe in der Uraniastrasse entfernt werden kann, ...
... rücken andere Aktivisten nach. Nur langsam ...
... kann die Gruppe ausgedünnt werden.

Sitzstreik an drei Hotspots

Extinction Rebellion will mit zivilem Ungehorsam und in ihren Augen legalen Mitteln die Politik dazu drängen, Massnahmen im Kampf gegen den Klimawandel zu ergreifen. Mit der Aktion in Zürich, die über mehrere Tage dauern soll, wollen sie vom Bundesrat Antworten erhalten.

Extinction Rebellion forderte den Bundesrat Ende Juni auf, den Klimanotstand auszurufen und sofort zu handeln, um den «Kollaps» zu verhindern.

Deswegen seien die Aktivistinnen und Aktivisten auch bereit, sich verhaften zu lassen. Der Protest solle jedoch respektvoll und anständig passieren, auch Polizeivertretende würden nicht angepöbelt – «selbst wenn sie uns verhaften», so der Sprecher. «Wir sehen die Polizei nicht als Gegner.»

Eine Sprecherin sagte, es hätten sich 300 Personen angemeldet – es würden aber weit mehr erwartet, da eine Anmeldung für eine Teilnahme nicht notwendig sei.



«Die-In» am Zürcher Hauptbahnhof

Erste Mitglieder der Exctinction Rebellion («Rebellion gegen das Aussterben») waren bereits am Samstag in den Kanton Zürich gekommen, viele von ihnen aus der Westschweiz.

Am Samstag haben sie auf der Rathausbrücke mit einem Theaterstück auf die Klimakrise aufmerksam gemacht. Am Sonntag folgte – nach einem Eröffnungsfest und verschiedenen Ungehorsam-Kursen auf dem Kasernenareal – eine Kunstaktion im Zürcher Hauptbahnhof; gemäss den Organisatoren haben sich an einem «Die-In» rund 250 Personen auf den Boden gelegt und so das Aussterben der Menschen dargestellt.

Viele der Aktivistinnen und Aktivisten sind mit dem Zelt angereist. Ein Camp auf einem Bauernhof in der Pfannenstiel-Region war bereits am Samstagabend ausgebucht, woraufhin gemäss Informationen von Extinction Rebellion ein zweites Camp im Zürcher Limmattal eingerichtet wurde.