Für ihren Neubau in Zürich karren die SBB Steine einmal um den Globus 

sda/phi

28.8.2018 - 10:04

Beim Bau der Europaallee in Zürich ist es zu unnötigen und absurden Transporten von Fassadensteinen gekommen, kritisiert die Alpen-Initiative. (Archivbild)
Source: KEYSTONE/GAETAN BALLY

Wer kauft für einen Neubau Steine in Deutschland, verarbeitet sie in China und lässt sie dann nach Zürich bringen? Ausgerechnet ein Transportunternehmen verfuhr derart unbedacht: Die SBB.

Die SBB hat beim Bau der Zürcher Europaallee in den Augen der Alpen-Initiative die Umwelt über Gebühr belastet. Weil die Steine für die Fassade mehr als ein Mal um die Erde transportiert wurden, verlieh die Umweltorganisation dem Bahnunternehmen den Schmähpreis «Teufelsstein».

Wie die Alpen-Initiative am Dienstag mitteilte, wurden für die Fassade Steine aus Deutschland verwendet. Diese wurden nach China transportiert, dort verarbeitet und zu Fassadenelementen verbaut. Danach wurden sie per Schiff in die Schweiz befördert.

43'000 Kilometer Strecke hingelegt

Die Steine legten nach Angaben der Alpen-Initiative einen Weg von über 43'000 Kilometer zurück. Der Erdumfang beträgt rund 40'000 Kilometer. Durch diesen Transport sei 20 Mal mehr CO2 produziert worden als bei einer Produktion der Fassade in der Schweiz, schreibt die Alpen-Initiative.

Die Alpen-Initiative fand in Sachen Gütertransport aber auch positive Beispiele: Sie zeichnete mit dem Preis «Bergkristall» das Luzerner Projekt «Wasser für Wasser» aus. Dieses setzt sich für die Förderung von Leitungswasser in Restaurants und Firmen ein.

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Dieses Projekt helfe nicht nur, Transporte zu vermeiden, sondern unterstütze auch Wasserprojekte in Sambia, teilte die Alpen-Initiative mit. Die Gäste bezahlten in den Restaurants für das Leitungswasser und spendeten damit auch Geld. Die Alpen-Initiative kürte die Gewinner für den «Teufelsstein» und den «Bergkristall» in einer Online-Abstimmung. An dieser beteiligten sich über 8500 Personen.

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