Krawalle bei Demo vor EU-Gipfel in Slowenien +++ Youtube entfernt Fake News über Impfstoffe

Agenturen/dor

5.10.2021

Agenturen/dor

5.10.2021

Laut Angaben der Johns-Hopkins-Universität liegt die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus in der Schweiz bei bislang insgesamt 845’234 Personen. 11’107 Menschen sind in Verbindung mit Covid-19 verstorben. Weltweit stieg die Zahl der Infizierten auf 235’645’770, die Zahl der Toten auf 4’813’408.

Kurz vor dem EU-Gipfel in Slowenien sind Tausende Demonstranten in der Hauptstadt Ljubljana gegen Corona-Massnahmen auf die Strasse gegangen. Auch in Guatemala und im Süden Mexikos gab es bereits Widerstand, etwa wegen kultureller oder religiöser Überzeugungen, oder auch aufgrund von Gerüchten. Vielleicht hilft es ja, dass die Videoplattform Youtube künftig falsche Informationen über alle Impfungen und nicht nur zu Corona-Impfstoffen entfernen will.

Das Wichtigste im Überblick

  • Das Bundesamt für Gesundheit meldet am Dienstag 1019 neue Coronavirus-Infektionen, drei Todesfälle und 27 Hospitalisationen. Die Zahl der Neuinfektionen sank damit gegenüber der Vorwoche.
  • Virginie Masserey erklärte an der wöchentlichen BAG-Pressekonferenz, die Situation verbessere sich. Es brauche aber mehr Tempo bei der Durchimpfung. 
  • Die Pandemie beeinträchtigt dem UN-Kinderhilfswerk Unicef zufolge auch die psychische Gesundheit von jungen Menschen.
  • Die Corona-Zahlen im australischen Teilstaat Victoria steigen trotz eines seit zwei Monaten andauernden Lockdowns weiter und haben einen neuen Höchstwert erreicht.
  • Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA könnte schon bald mit der Prüfung des Corona-Medikaments von US-Pharmakonzern Merck & Co. beginnen.
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  • 21.00 Uhr
    Impf-Mitarbeiter in Guatemala angegriffen

    Dorfbewohner in Guatemala haben eine Impfkampagne gegen das Coronavirus gewaltsam unterbrochen und 50 Impfdosen zerstört. Ein etwa zehnköpfiges Team des Gesundheitsministeriums wurde am Montag in dem Ort Maguilá geschlagen und mehrere Stunden lang festgehalten, wie das Ministerium mitteilte. Die Bewohner drohten demnach damit, sie zu lynchen – die Lokalverwaltung musste vermitteln. Die aufgebrachte Menge warf den Angaben zufolge die Fläschchen mit dem Vakzin auf den Boden und zerbrach diese, unter anderem mit Steinen.

    Die Bewohner von Maguilá, das zur zentralguatemaltekischen Gemeinde Fray Bartolomé de las Casas gehört, hätten sich zuvor organisiert, um die Impfkampagne zu verhindern, hiess es. Sie lehnten es ab, dass dort gegen das Coronavirus geimpft werde – warum, wurde nicht mitgeteilt.

    In Guatemala, mit etwa 18 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land Mittelamerikas, wird Gesundheitspersonal in entlegene Gebiete geschickt – manchmal zu Fuss. Die Mitarbeiter sollen die ländliche, zu einem grossen Teil indigene Bevölkerung impfen beziehungsweise überzeugen, sich impfen zu lassen. In manchen Gemeinden – auch im angrenzenden Süden Mexikos – gab es bereits Widerstand, etwa wegen kultureller oder religiöser Überzeugungen, oder auch aufgrund von Gerüchten. Erst rund 14 Prozent der der Bewohner Guatemalas sind bisher vollständig geimpft.

  • 20.20 Uhr
    EMA kurz vor Prüfung von Corona-Medikament von Merck

    Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA könnte schon bald mit der Prüfung des Corona-Medikaments von US-Pharmakonzern Merck & Co. beginnen. EMA-Experten erwägen, «in den nächsten Tagen eine fortlaufende Prüfung für diesen Wirkstoff einzuleiten», sagte Marco Cavaleri, Leiter der Impfstoffstrategie bei der in Amsterdam ansässigen EMA, am Dienstag. Merck & Co. hatte am Freitag angekündigt, «so bald wie möglich» eine Notfallzulassung in den USA und anderswo beantragen zu wollen.

    Zuvor hatte das Unternehmen mit seiner Partnerfirma Ridgeback Biotherapeutics mitgeteilt, das antivirale Medikament Molnupiravir halbiere bei infizierten Patienten das Risiko einer Krankenhauseinlieferung oder eines tödlichen Krankheitsverlaufes. Bei Studien mit 770 Patienten seien bei den Empfängern eines Placebos acht Menschen gestorben, bei den Empfängern des Medikaments hingegen niemand.

    Das Arzneimittel könnte einen Durchbruch in der Behandlung von Covid-Erkrankungen darstellen, da es anders als andere Therapien als Pille und nicht per Infusion verabreicht wird.

    Das fortlaufende Überprüfungsverfahren ermöglicht es der EMA, Sicherheits- und Wirksamkeitsdaten zu Medikamenten zu prüfen, sobald sie verfügbar sind und noch bevor der Hersteller einen vollständigen Zulassungsantrag stellt. Damit soll die Beurteilung eines später eingereichten Antrags beschleunigt werden. Die Bewilligung kann dennoch mehrere Monate dauern.

    Am Montag hatte die EU-Behörde grünes Licht für Auffrischungsimpfungen mit dem Corona-Impfstoff von Biontech gegeben. Empfehlungen zur Verabreichung der Auffrischungsimpfungen würden von den Gesundheitsbehörden auf nationaler Ebene ausgegeben, erklärte die EMA.

  • 19.37 Uhr
    Youtube will Falschinformationen über Impfstoffe entfernen

    Die Videoplattform Youtube will künftig falsche Informationen über alle Impfungen und nicht nur zu Corona-Impfstoffen entfernen. Betroffen seien Beiträge, die Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und örtlicher Behörden zu Sicherheit, Effizienz sowie Inhaltsstoffen widersprächen, teilte die Google-Tochter am Mittwoch mit.

    Damit werde man zum Beispiel nicht mehr behaupten dürfen, dass Impfungen Krebs und Diabetes verursachten oder zur Nachverfolgung von Geimpften eingesetzt werden könnten, erläuterte Youtube. Accounts, die wiederholt oder besonders stark gegen die Regeln verstiessen, würden von der Plattform verbannt.

    Bereits am Dienstag hatte die Videoplattform zwei deutschsprachige Videokanäle des russischen Staatssenders RT entfernt und damit den Zorn Moskaus auf sich gelenkt. Youtube begründete die Sperre mit Verstössen gegen die Regeln zu Falschinformationen rund um die Corona-Pandemie.

  • 19.01 Uhr
    Krawalle bei Corona-Demo vor EU-Gipfel in Slowenien
    A police officer walks through smoke during a protest against vaccinations and coronavirus measures in Ljubljana, Slovenia, Tuesday, Oct. 5, 2021. EU leaders are meeting Tuesday evening in nearby Kranj, Slovenia, to discuss increasingly tense relations with China and the security implications of the chaotic U.S.-led exit from Afghanistan, before taking part in a summit with Balkans leaders on Wednesday. (AP Photo/Petr David Josek)
    Am Dienstag gab es Anti-Corona-Massnahmen und Anti-Impf-Proteste in Sloweniens Hauptstadt Ljubljana.
    Bild: KEYSTONE/Petr David Josek

    Sloweniens Polizei hat am Dienstag mehrfach Tränengas und Wasserwerfer gegen Tausende Demonstranten eingesetzt, die in der Hauptstadt Ljubljana gegen Corona-Massnahmen auf die Strasse gegangen sind. Wie mehrere slowenische Medien berichteten, haben Demonstranten dabei auf einem von der Polizei gesperrten Platz das Auto einer ausländischen Delegation umzingelt.

    Am Mittwoch beginnt im nahe gelegenen Brdo pri Kranju ein EU-Westbalkan-Gipfel mit Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Wegen der angekündigten Proteste vor dem EU-Gipfel hatte Sloweniens Regierung die Polizei angewiesen, Teile von Ljubljana, Brdo pri Kranju und des Orts Bled zu sperren. Mit einer 14-Tage-Inzidenz von 627 Neuansteckungen mit dem Coronavirus gilt Slowenien in Deutschland als Corona-Hochrisikogebiet.

  • 17.02 Uhr
    Mehr Schüler fehlen in englischen Klassenzimmern

    In englischen Schulen breitet sich das Coronavirus offensichtlich wieder stärker aus. Wie das Bildungsministerium in London am Dienstag mitteilte, verpassten am vergangenen Donnerstag (30. September) mehr als 200'000 Kinder in Zusammenhang mit dem Coronavirus den Unterricht. Das sind etwa 2,5 Prozent der Schülerinnen und Schüler im grössten britischen Landesteil.

    Am 16. September fehlten laut Ministerium noch rund 122'000 Kinder und Jugendliche (1,5 Prozent) im Unterricht.

    Seit dem Beginn des Schuljahres müssen sich Schülerinnen und Schüler nur noch isolieren, wenn sie selbst positiv getest werden – und nicht mehr nach Kontakt mit Infizierten. «Wir wissen von Schulen, an denen zehn Prozent und mehr der Schüler fehlen und auch Lehrer und Angestellte wegen des Virus nicht zur Arbeit kommen», sagte Geoff Barton, Generalsekretär des Schulleiterverbands Association of School and College Leaders.

    Bildungsminister Nadhim Zahawi betonte hingegen, die Regierung halte an den neuen Vorgaben fest.

  • 16.45 Uhr
    Rückruf von KN95-Schutzmasken

    Weil sie ungenügend schützt, ruft die Inspectron Cleaning Systems GmbH die Atemschutzmaske KN95 zurück. Es besteht das Risiko, gegen «irreversible Gesundheitsschäden» ungenügend geschützt zu sein. Das Produkt wird kostenlos ausgetauscht. Dazu sollten Kunden Kontakt zum Unternehmen aufnehmen.

    Die Masken wurden unter dem Namen «NEUTRAL Atemschutzmaske FFP2 / N95 / KN95 33055 weiss (1 Stk)» verkauft, wie das Unternehmen und die Beratungsstelle für Unfallverhütung am Dienstag mitteilten. Erhältlich waren sie in den Onlineshops cleanswiss.ch, superstore.foletti.com sowie bei der Firma Martec Handels AG in Zürich.

    Betroffene Kunden seien gebeten, die Atemschutzmaske KN95 nicht mehr zu verwenden und mit der Inspectron Cleaning Systems GmbH für einen Austausch mit einem Ersatzprodukt Kontakt aufzunehmen, hiess es.

  • 15:03 Uhr
    Liverpool-Trainer Klopp wird gelobt

    An der Medienkonferenz des Bundesamtes für Gesundheit fiel ein Name, der eigentlich in die Sportwelt gehört. Der Liverpool-Trainer Jürgen Klopp habe auf den Sozialen Medien verlauten lassen, dass er auf Experten höre, wenn er selber in einem Bereich kein Experte sei. In Sachen Impfungen ist Klopp offenbar kein Experte. «Denn er habe seinen Arzt nach dessen Meinung gefragt. Nun ist Klopp geimpft», sagte Philippe Luchsinger an der BAG-Medienkonferenz. Der Präsident des Verbands Haus-und Kinderärzte Schweiz führte Klopp als Positiv-Beispiel für Impf-Unentschiedene an.

    epa09470362 Manager Juergen Klopp of Liverpool FC ahead of the UEFA Champions League group B soccer match between Liverpool FC and AC Milan in Liverpool, Britain, 15 September 2021.  EPA/Peter Powell
    Jürgen Klopp vertraut den Gesundheitsexperten.
    EPA/Peter Powell
  • 14.22 Uhr
    Masserey: Situation verbessert sich, aber ...

    Die epidemiologische Lage in der Schweiz verbessere sich weiterhin, sagte Virginie Masserey vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Dienstag vor den Medien in Bern. Jedoch mahnte sie zu mehr Tempo beim Impfen: 60'000 Menschen hätten sich vergangene Woche impfen lassen. «Das ist zu langsam.» Insgesamt seien 59 Prozent der Schweizer*innen inzwischen doppelt geschützt. (Den Live-Ticker zur Medienkonferenz findest du hier.)

    Virginie Masserey informiert über die aktuelle Entwicklung in der Corona-Pandemie.
    Bild: Screenshot
  • 13.41 Uhr
    Noch knapp über 1000 neue Fälle

    In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Dienstag innert 24 Stunden 1019 neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet worden. Zudem registrierte das BAG drei neue Todesfälle sowie 27 Spitaleinweisungen. Vor einer Woche gab es noch 1284 neue Ansteckungen.

    Auf 100'000 Einwohner*innen wurden in den vergangenen zwei Wochen 182,63 laborbestätigte Coronavirus-Infektionen gemeldet. Die Reproduktionszahl R, die angibt, wie viele Personen eine infizierte Person im Durchschnitt ansteckt, lag am 24. September bei 0,87.

    Die Auslastung der Intensivstationen in den Spitälern beträgt zurzeit 72,6 Prozent. 18,6 Prozent der verfügbaren Betten sind mit Covid-19-Patienten belegt.

    Auch zum Stand der Impfkampagne gibt es neue Zahlen: Insgesamt wurden bis Sonntagabend 10'071'500 Impfdosen an die Kantone und Liechtenstein ausgeliefert. Verabreicht wurden 10'569'311 Dosen.

    59,3 Prozent der Bevölkerung sind nun vollständig geimpft.

  • 12:20 Uhr
    SRF-Mensa plant Bereiche für Ungeimpfte

    Die Kantine des Schweizer Fernsehens soll in verschiedene Zonen unterteilt werden. Neu soll es einen Bereich geben, in dem Mitarbeitende ein Covid-Zertifikat vorweisen müssen und einen Bereich für den Rest. Dies berichtet «20 Minuten». Dieselbe Handhabung fordert auch Urs Pfäffli, der Präsident der Gastro Zürich City. Demnach sollen in Restaurants auch Menschen ohne Zertifikat in einem abgeschlossenen Bereich essen können.

  • 10:41 Uhr
    Diese Feriendestinationen wollen keine Touristen

    Die Herbstferien stehen vor der Tür oder haben mancherorts bereits begonnen. Doch der Tourismus ist in manchen beliebten Reise-Zielen noch nicht möglich. Australien lässt keine Touristen rein, in die USA dürfen Schweizer*innen erst ab November. Nach Neuseeland können Touristen frühestens Anfang 2022 wieder einreisen, wie der «Blick» schreibt. Noch ist auch Indonesien für Schweizer Touristen zu, die Insel Bali könnte aber bald geöffnet werden. Auch Japan und China sind bis auf weiteres für Tourist*innen gesperrt.

  • 5.39 Uhr
    Australischer Teilstaat Victoria: nationaler Corona-Rekord

    Die Corona-Zahlen im australischen Teilstaat Victoria steigen trotz eines seit zwei Monaten andauernden Lockdowns weiter und haben einen neuen Höchstwert erreicht. Die Behörden in der Region mit der Metropole Melbourne meldeten am Dienstag 1763 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden – so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie, und mehr als jemals in einem anderen australischen Teilstaat oder Territorium verzeichnet worden waren.

    Derzeit lägen mehr als 500 Einwohner Victorias in Verbindung mit Covid-19 in Spitälern, davon rund 100 auf der Intensivstation, sagte Regionalpremier Daniel Andrews. 66 Prozent der Patienten seien nicht geimpft, 28 Prozent hätten eine Impfdosis erhalten und sechs Prozent seien vollständig geimpft. «Die Zahlen sprechen eine klare Sprache», erklärte der Politiker. «Wenn Sie geimpft sind, ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie schwer erkranken und im Spital landen, erheblich geringer.»

    Der Teilstaat im Osten Australiens befindet sich bereits zum sechsten Mal im Lockdown. Erst am Montag hatte der australische Sender ABC berichtet, dass die Millionenstadt Melbourne eineinhalb Jahre nach Beginn der Pandemie einen unrühmlichen Rekord aufgestellt habe: Die Regionalhauptstadt komme inzwischen auf zusammengezählt 246 Tage im Lockdown-Modus, hiess es. Damit habe sie dem bisherigen Rekordhalter Buenos Aires den Rang abgelaufen.

    Australien mit seinen rund 25 Millionen Einwohnern ist seit Beginn der Krise weitgehend abgeschottet von der Aussenwelt. Wegen des Voranschreitens der Impfkampagne will die Regierung aber voraussichtlich im November erstmals wieder die internationalen Grenzen des Landes öffnen. Vollständig geimpfte Australier dürfen dann wieder ins Ausland reisen. Wann Touristen wieder nach Down Under einreisen können, ist aber noch unklar.

  • 2.23 Uhr
    Unicef: Corona beeinträchtigt Psyche junger Menschen

    Die Pandemie hat dem Uno-Kinderhilfswerk Unicef zufolge die psychische Gesundheit junger Menschen beeinträchtigt. Eine Umfrage in 21 Ländern ergab, dass sich jeder fünfte Mensch im Alter zwischen 15 und 24 Jahren «häufig depressiv fühlt oder wenig Interesse daran hat, Dinge zu tun».

    Nach neuesten Daten von Unicef ist weltweit mindestens eines von sieben Kindern direkt betroffen von Lockdowns, während mehr als 1,6 Milliarden Kinder einen gewissen Bildungsverlust erlitten haben. Die Unterbrechung von Routinen, Bildung und Erholung sowie Sorge um das Familieneinkommen und die Gesundheit hinterlasse bei vielen jungen Menschen Angst, Wut und Sorge um ihre Zukunft.