Bund droht Swiss mit Übernahme, Schweiz beim Rennen um Impfstoff abgehängt

tafi/Agenturen

20.9.2020 - 18:01

Eine Grippe-Impfung bei Kindern kann die Covid-19-Ausbreitung verlangsamen, das Coronavirus reiste schon im Januar durch die Schweiz, und der Bund wird im Rennen um einen Impfstoff abgehängt. Die wichtigsten Ereignisse des Tages im Überblick.

Die Schweizer Behörden machen zurzeit keine gute Figur. Das BAG verschweigt, dass eine chinesische Touristin bereits im Januar mit dem Coronavirus durch die Schweiz reiste. Nicht einmal der Gesundheitsminister wurde informiert. Dabei wurde Luzern nur durch Zufall nicht zu einem frühen Corona-Hotspot.

Auch bei der Impfstoffbestellung hinkt der Bund hinterher. Das BAG hat bislang viel zu wenige Dosen vorbestellt, die Schweiz müsste sich bei allfälligen Auslieferungen durch die Pharmakonzerne brav hinten anstellen.

Ganz vorne dabei ist man allerdings bei der Swiss: Der Airline wurden in den Coronakreditverträgen extrem hohe Gewinnziele verordnet. Erreicht die Swiss diese nicht, droht ihr die Übernahme durch den Staat.

International zieht die Coronakrise an. In Ungarn gab es erstmals mehr als 1000 Neuinfektionen innert 24 Stunden. Frankreich verhängt weitere Alkohol- und Ausgehverbote und in Grossbritannien zieht die Regierung die Daumenschrauben merklich an. Bei Verstössen gegen Corona-Vorschriften drohen empfindliche Geldbussen, und ein zweiter Lockdown wird mittlerweile nicht mehr ausgeschlossen.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Der Bund hat die Swiss strenge Gewinnziele verordnet, damit die Airline den Coronakredit sicher zurückzahlen kann. Bei Nichterfüllung der Vorgaben, eine halbe Milliarde Franken im Jahr 2023, droht der Swiss die Übernahme durch den Staat.
  • Die Schweiz droht zur «impfstofffreien Insel mitten in Europa» zu werden: Das BAG hat bislang zu wenig Impfdosen vorbestellt.
  • Offenbar war das Coronavirus schon im Januar, und damit viel früher als bislang bekannt, in der Schweiz unterwegs. Das BAG hält die Informationen darüber geheim.
  • Die Impfung von Kindern gegen die saisonale Grippe könnte die Ausbreitung von Covid-19 in der Schweiz verlangsamen, hofft das BAG.
  • England macht ernst: Bei Verstössen gegen Corona-Bstimmungen drohen neu saftige Bussen bis 12'000 Franken. Ein neuer Lockdown wird auf der Insel nicht ausgeschlossen.
  • Vor der UN-Generaldebatte wächst die Befürchtung, dass Corona-Impfstoffe ärmeren Ländern nicht oder nur verspätet zur Verfügung stehen.

18 Uhr: Wir beenden den heutigen Corona-Ticker.

17.40 Uhr: Weniger Schiffsverkehr – Rosa Delfine kehren nach Hongkong zurück

Rosafarbene Delfine kommen wegen des reduzierten Schiffsverkehrs in der Coronavirus-Krise zurück in die Gewässer um Hongkong. Dies stellten Wissenschaftler fest.

Rund um die chinesische Sonderverwaltungsregion drängen sich normalerweise Containerschiffe und Fähren. Die Säugetiere, auch als chinesischer weisser Delfin bekannt, kehren nun aber allmählich nach Hongkong zurück, nachdem die Covid-19-Beschränkungen die Lärmbelastung verringert und die Lebensraumbedingungen für die Tiere verbessert haben, wie Wissenschaftler der Hongkonger Zeitung «South China Morning Post» am Sonntag berichteten.

Die Delfine, die ihren rosa Farbton von sichtbaren Blutgefässen erhalten, sind in der Mündung des Pearl River westlich von Hongkong beheimatet und kommen auch in den Gewässern um Macao, Taiwan und Singapur vor. Wegen des immer dichteren Schiffsverkehrs nahmen ihre Sichtungen im Laufe der Jahre ab.

Meeresforscher der St. Andrews University in Grossbritannien sagten der Hongkonger Zeitung, dass Sichtungen der seltenen Delfine um 30 Prozent gestiegen seien. Den Forschern zufolge ermöglichten die ruhigeren Gewässer den Delfinen, sich in grösseren Gruppen zu versammeln und mehr Kontakte zu knüpfen, was eine genauere Untersuchung des Verhaltens der Säugetiere ermögliche.

17 Uhr: Bund droht mit Übernahme – strenge Gewinnziele für die Swiss

Der Bund zwingt laut der «SonntagsZeitung» die Fluggesellschaft Swiss zu einer unrealistisch hohen Gewinnerzielung. Um sicherzustellen, dass die Fluggesellschaft den ihr gewährten Kredit zum Überstehen der Coronavirus-Krise auch tatsächlich zurückzahlen kann, habe der Bund strenge Gewinnziele in die Rettungsverträge geschrieben.

Die Zeitung beruft sich dabei auf mehrere übereinstimmende Quellen. Demnach muss die Swiss im Jahr 2023 eine halbe Milliarde Franken an Gewinn auf Stufe Ebitda erreichen. Im Jahr 2024 sei es sogar ein Betriebsgewinnziel von mehr als 600 Millionen Franken.

Bei Nichterreichen könnte der Bund im Extremfall Eigentümer der Swiss werden, hiess es weiter. Das Erreichen der Gewinnvorgaben sei allerdings aufgrund der anhaltenden Coronavirus-Pandemie sehr unsicher, schrieb das Blatt weiter.

Die Swiss sollte ihre Flieger schnell wieder in die Luft bringen, schliesslich erwartet der Bund schon 2023 eine halbe Milliarde Franken gewinn.
Keystone

16.15 Uhr: Stimmungstest in Corona-Zeiten – Wahlen in Italien starten schleppend

Begleitet von Sorgen um eine geringe Beteiligung während der Corona-Pandemie haben in sieben Regionen Italiens Wahlen begonnen. Bis Sonntagmittag gaben 13,1 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Beim Referendum zur Verkleinerung des Parlaments waren es nach Angaben des Innenministeriums in Rom 12,25 Prozent. Die Wahllokale haben noch bis Montagnachmittag geöffnet. Die erste Abstimmung seit Beginn der Pandemie gilt als wichtiger Stimmungstest für die Regierung, der empfindliche Niederlagen drohen.

Davon profitieren könnte die rechtspopulistische Oppositionspartei Lega von Ex-Innenminister Matteo Salvini. Schafft sie die angestrebte Verschiebung der Kräfteverhältnisse, könnte dies auch die Regierung des parteilosen Giuseppe Conte unter Druck setzen. Die Regierungskoalition besteht aus den Sozialdemokraten des Partito Democratico und der Fünf-Sterne-Bewegung. In Ligurien, der Toskana, dem Veneto, dem Aostatal, Kampanien, den Marken und Apulien sind 18,6 Millionen Menschen zur Wahl aufgerufen. Dazu kommen Kommunalwahlen in rund 1000 Städten und Gemeinden des Landes.

In den Wahllokalen gelten wegen der Corona-Pandemie, die Italien im Frühjahr besonders hart getroffen hatte, strenge Hygiene- und Abstandsregeln. Dass traditionell in Schulen gewählt wird, verstärkt die Sorgen von Menschen vor einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus. Für Corona-Patienten in Quarantäne ist dieses Mal bei entsprechendem Antrag eine Wahl von zu Hause aus möglich. Dennoch hatten die Behörden grosse Schwierigkeiten, genügend Wahlhelfer zu finden.

15.36 Uhr: Schweiz hinkt beim Wettrennen um Corona-Vakzin weit hinterher

Die Schweiz könnte beim Rennen um einen Impfstoff gegen das Coronavirus leer ausgehe und eine «impfstofffreie Insel mitten in Europa» zu werden, schreibt die «Sonntagszeitung».

Bislang habe der Bund lediglich von einem einzigen Impfstoffprojekt 4,5 Millionen Dosen vorbestellt. Dabei handelt es sich um das Vakzin, das vom US-Unternehmen Moderna entwickelt wird. Die EU habe hingegen schon 300 Millionen Dosen verschiedener Anbieter reserviert. Zudem seien die EU-Länder auch einzeln aktiv. Deutschland etwa habe sich bereits mehr Impfdosen gesichert, als das Land Einwohner hat.

«Die Schweiz wirkt ziemlich passiv, und man hat den Eindruck, die Verantwortlichen möchten zuerst mal schauen, welche Impfstoffe Erfolg haben» kritisiert Thomas Cueni, Direktor der internationalen Vereinigung der forschenden Pharmaunternehmen, die «riskante Politik» des Bundes. Das BAG verweise in diesem Zusammenhang nur darauf, dass die Evaluation im Gange sei und es keinen Zeitplan gäbe.

Im Wettrennen um die ersten Lieferungen eines Impfstoffes läge die Schweiz auf dem letzten Platz unter den reichen Nationen, schreibt die «Sonntagszeitung». Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) zögere Bestellungen immer wieder hinaus. Dort ist man allerdings «zuversichtlich, dass wir der Bevölkerung einen zeitgerechten Zugang zu einem Impfstoff gewährleisten können.»

Cuine ist anderer Meinung: «Das Abwarten könnte zur Folge haben, dass die Schweiz sich im nächsten Jahr wird gedulden müssen, an einen Corona-Impfstoff zu kommen, denn die Kapazitäten sind beschränkt.» Der Experte rechnet damit, dass es erst 2023 genügend Produktionskapazitäten gibt, um die weltweite Nachfrage zu befriedigen.

Die Schweiz hat es offenbar nicht allzu eilig, sich ausreichend Impfstoffdosen zu angeln. (Symbolbild)
dpa

15.05 Uhr: Kanton Bern vor Einführung der Maskenpflicht

Der Kanton Bern meldete am Sonntag auf deiner Website 50 Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Die Zahl der Neuansteckungen bleibt damit auf konstant hohem Niveau: In den Tagen zuvor wurden 60, 51 und 43 Neuinfizierte gemeldete.



Dadurch könnt laut «SRF» im Kanton Bern bald eine Maskenpflicht in Läden gelten. Als Kriterium dafür gilt die Schwelle von 35 Ansteckungen pro Tag während 14 Tagen.

14.15 Uhr: Lockdown nicht ausgeschlossen – Grossbritannien am Wendepunkt

Angesichts eines rapiden Anstiegs von Corona-Fällen steht Grossbritannien laut Gesundheitsminister Matt Hancock an einem «Wendepunkt». Auf die Frage, ob das Land mit einem weiteren Lockdown rechnen müsse, sagte Hancock am Sonntag dem Sender BBC: «Ich schliesse es nicht aus, ich will es nicht.» Wenn sich alle an die Regeln hielten, liesse sich ein weiterer Lockdown vermeiden.

Premierminister Boris Johnson kündigte am Sonntag zudem verschärfte Corona-Massnahmen an. «Wir müssen alles in unserer Macht Stehende tun, um die Ausbreitung dieses Virus einzudämmen, um zu verhindern, dass die am meisten gefährdeten Menschen infiziert werden, und um den (staatlichen Gesundheitsdienst) NHS zu schützen und Leben zu retten», sagte Johnson.

Der Regierungschef erwägt zudem Berichten zufolge die erneute Einführung eines Versammlungsverbots für Personen aus verschiedenen Haushalten und Einschränkungen bei den Öffnungszeiten von Pubs.

13.20 Uhr: Erstmals über 1000 Neuansteckungen am Tag in Ungarn

In Ungarn sind erstmals mehr als 1000 Menschen innerhalb von 24 Stunden positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der Krisenstab der ungarischen Regierung gab den Rekordwert am Sonntag mit 1070 an. Sechs Menschen starben in den letzten 24 Stunden an den Folgen der Lungenkrankheit Covid-19, die durch das Virus Sars-CoV-2 ausgelöst werden kann. Seit Beginn der Pandemie im März starben in dem Zehn-Millionen-Einwohner-Land 683 Menschen mit dem Coronavirus.

Die Zahl der Infektionen steigt in Ungarn seit Ende August stark an. Experten führen dies auf das sorglose Verhalten der Bevölkerung in den Sommermonaten zurück, als für das Land ein schwaches Infektionsgeschehen kennzeichnend war. Allein in den letzten sieben Tagen registrierten die Behörden 5681 Neuansteckungen.

12.18 Uhr: Coronavirus schon im Januar in der Schweiz: BAG hält Informationen zurück

Das Coronavirus war schon viel früher in der Schweiz unterwegs, als offiziell bekannt. Bereits im Januar sei eine infizierte Touristin aus China durch die Schweiz gereist. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) habe den Vorfall geheim gehalten, berichtet die «SonntagsZeitung».

Demnach sei Mitte Januar eine chinesische Reisegruppe mit der «Golden Pass Line» von Luzern über den Brünigpass bis Interlaken gereist. Zuvor hatten die Touristen vom 19. auf den 20. Januar in einem Hotel in Sursee LU übernachtet. Gemäss «SonntagsZeitung» habe die Frau während ihres Aufenthalts in der Schweiz bereits Symptome gezeigt.

Dass die Schweiz nicht zum Hotspot wurde, sei nur einem Zufall zu verdanken: Die Frau habe sich erst in Frankreich an einen Arzt gewandt. Der Mediziner hatte sich bei der Untersuchung selbst mit dem Coronavirus infiziert.

Das BAG habe von dem Vorfall Kenntnis, halte ihn aber vor der Öffentlichkeit geheim. Nicht einmal Bundesrat Alain Berset sei informiert worden. Der Gesundheitsminister erhalte nur «relevante Informationen». Die erste offizielle Corona-Infektion datiert vom 25. Februar 2020: Ein Tessiner hatte sich zuvor in Mailand aufgehalten.

Reisende mit Schutzmasken in einem Zug am Bahnhof SBB in Basel, am Montag, 6. Juli 2020. Ab Montag, 6. Juli 2020, muessen schweizweit alle Passagiere in den oeffentlichen Verkehrsmitteln Schutzmasken gegen die Verbreitung des Coronavirus COVID-19 tragen. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)
Bereits im Januar soll eine mit dem Coronavirus infizierte Touristin aus China in der Schweiz unterwegs gewesen sein. (Symbolbild)
Keystone/Georgios Kefalas

11.38 Uhr: Deutscher Verkehrsminister kündigt Hilfskonzept für Flughäfen an

Der deutsche Verkehrsminister Andreas Scheuer hat sich dafür ausgesprochen, die Luftverkehrswirtschaft und insbesondere die Flughäfen in der Coronavirus-Krise zu unterstützen. Er wolle ein Hilfskonzept für die Flughäfen vorlegen, sagte der konservative Politiker den Zeitungen der deutschen Funke-Mediengruppe am Sonntag.

«Ich werde schnellstens zu einem Luftverkehrsgipfel einladen, der sich mit den Folgen der Corona-Krise für die gesamte Luftverkehrswirtschaft beschäftigt. Da werden wir helfen und retten müssen», sagte Scheuer, ohne konkrete Massnahmen zu nennen.

10.35 Uhr: Steigende Corona-Zahlen in Frankreich und erneute Alkoholverbote

Im Kampf gegen die steigenden Corona-Zahlen verhängen immer mehr Städte und Departements in Frankreich strengere Regeln. Ab Montag sind im Departement Indre-et-Loire in der Mitte des Landes Tanzabende und von Studentengemeinschaften organisierte Abende verboten, ebenso Aperitifs, Umtrunke und Snacks im Stehen.

Untersagt werden zudem Essensplatten für mehrere, Bars in geschlossenen Räumen ohne Sitzmöglichkeiten bleiben zu, wie die zuständige Präfektur am Samstag mitteilte. Toulouse, Nizza, Bordeaux und Marseille haben bereits ähnliche Regeln eingeführt.

Die französischen Gesundheitsbehörden meldeten am Samstagabend einen neuen Höchstwert von 13'498 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. In den vergangenen sieben Tagen kamen 3853 Covid-19-Patienten ins Krankenhaus, davon 593 auf Intensivstationen.

9.45 Uhr: Grippeimpfung bei Kindern verlangsamt Covid-19-Ausbreitung

Die Impfung von Kindern gegen die saisonale Grippe könnte die Ausbreitung von Covid-19 in der Schweiz verlangsamen. Dies schreibt die Westschweizer Zeitung «Le Matin Dimanche» unter Berufung auf Angaben des Bundesamtes für Gesundheit BAG. Es sei von Interesse, alle Kinder zu impfen, um Menschen zu schützen, bei denen das Risiko von Komplikationen im Falle einer Influenza besteht, hiess es diesbezüglich.

Es sei zudem eine historische Erfahrung in Japan gewesen, wo Kinder jahrelang routinemässig geimpft worden waren. Als die Behörden aber aus Geldmangel und aus Unsicherheit über die Wirksamkeit der Vorgehensweise die Kinderimpfungen zurückgefahren hatten, entdeckten die Japaner, dass die Zahl der Influenza-Komplikationen bei älteren Menschen sprunghaft stieg.

** ARCHIV ** Dr. Elisabeth Dieberger von der Impfstelle der Magistratsabteilung 15 in Wien impft am 30. April 2002 die 2-jaehrige Steffanie gegen Masern. Die Bevoelkerung in Deutschland ist derzeit so schlecht geimpft, dass die Masern nicht wie geplant bis 2010 ausgerottet werden koennen. Der Praesident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Reinhard Kurth, sagte am Donnerstag, 5. April 2007, in Berlin, es sei peinlich, dass Deutschland dieses Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO) verfehlen werde, wenn sich die Impfquoten nicht umgehend verbessern. Dass die Masern besiegt werden koennen, haetten etwa die USA und skandinavische Staaten erfolgreich vorgemacht. (AP Photo/Rudi Blaha)

9.17 Uhr: In England werden Corona-Verstösse richtig teuer

England führt im Kampf gegen die Corona-Pandemie hohe Geldstrafen bei Verstössen gegen die Schutzregeln ein. Wer etwa die Isolationspflicht nach einem positiven Corona-Test oder nach Aufforderung durch die Gesundheitsbehörden missachtet, muss künftig mit einer Geldstrafe von bis zu 10'000 Pfund (11'800 Franken) rechnen, wie die britische Regierung am Samstag mitteilte. Die neuen Regelungen gelten demnach ab dem 28. September.

Auch Bürgern, die sich nach einer internationalen Reise nicht in Quarantäne begeben, droht ein Bussgeld. Die Mindeststrafe für Verstösse liegt bei 1000 Pfund. Bei wiederholten oder besonders schlimmen Verstössen werden 10'000 Pfund fällig. Den Höchstbetrag müssen auch Unternehmen zahlen, die ihren Mitarbeitern bei Einhaltung der Quarantäne mit Entlassung drohen.

9.10 Uhr: Aktuelle Zahlen zur Corona-Pandemie

9 Uhr: Gerechte Verteilung vom Impfstoffen gefordert

Die Entwicklungsorganisation One hat die Weltgemeinschaft aufgefordert, gemeinsam für eine gerechte Verteilung von künftigen Corona-Impfstoffen zu sorgen. «Impf-Nationalismus ist wie ein Gift – und das ist das letzte, was wir gerade brauchen», sagte der deutsche One-Direktor Stephan Exo-Kreischer mit Blick auf die Dienstag in New York beginnende Generaldebatte zum 75-jährigen Bestehen der Vereinten Nationen.

In der Pandemie schienen viele Regierungen zu vergessen, «dass es für globale Herausforderungen keine nationalen Lösungen gibt», beklagte Exo-Kreischer. Viele Länder schlössen Geschäfte mit Pharmafirmen ab, um sich Vorrechte für einen Impfstoff zu sichern. «Dabei denkt kaum einer daran, wie dieser Impfstoff auch den Menschen zugänglich gemacht werden kann, die am stärksten von Armut betroffen sind.» Im Schnitt seien neue Medikamente bisher mit sieben Jahren Verzögerung in Entwicklungsländern angekommen.

«Wir fordern die Weltgemeinschaft auf, endlich an einem Strang zu ziehen», sagte Exo-Kreischer. «Konkret heisst das, dass insbesondere die reichen Industrieländer Geld in die Hand nehmen und es in die Covax-Initiative investieren.» In diesem Vorhaben arbeiten die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die globalen Allianzen Gavi und Cepi daran, einen Impfstoff zu entwickeln und diesen auch den Ländern zur Verfügung zu stellen, die am stärksten von Armut betroffen sind – und das zu einem bezahlbaren Preis.

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