Haltbarkeit überschritten – gehen der Schweiz die Schutzmasken aus?

Julia Käser

28.1.2020 - 18:00

Coronavirus: Bern sieht keine Gefahr für raschen Ausbruch

Coronavirus: Bern sieht keine Gefahr für raschen Ausbruch

Das Bundesamt für Gesundheit informiert über das Coronavirus in der Schweiz. Daniel Koch, Leiter der Abteilung für übertragbare Krankheiten, sieht aktuell keine Gefahr für einen raschen Ausbruch. Einzelfälle werden laufend überprüft.

28.01.2020

Das sich ausbreitende Coronavirus führt zu einem Run auf Apotheken. Viele besorgen sich präventiv eine Atemschutzmaske. Doch es gibt Verwirrung um deren Verfallsdatum.

Die Schweiz hat ein Atemschutzmasken-Problem. Das wurde an der heutigen Medienkonferenz des Bundes zum sich verbreitenden Coronavirus bekannt. Daniel Koch, Leiter Abteilung Übertragbare Krankheiten beim Bundesamt für Gesundheit (BAG), wurde von einem Journalisten darauf angesprochen, dass die Masken in einigen Apotheken bereits ausverkauft seien.

Seit Bekanntgabe von ersten Coronavirus-Verdachtsfällen in der Schweiz sind Fachhändler teils regelrecht überrannt worden. Woher denn nun Nachschub an Atemschutzmasken kommen werde, so die Frage des Journalisten.

Die Schweiz verfüge eigentlich über ein sehr grosses Lager an Schutzmasken, antwortete Koch. Und weiter: «Jedoch ist deren Verbrauchsdatum leider abgelaufen.» Man müsse prüfen, ob die Masken dennoch verwendet werden können.

«Wichtig ist, ob das Elastikband noch hält»

Auf Anfrage von «Bluewin» heisst es beim BAG, dass es beim Verfallsdatum in erster Linie darum gehe, ob das Elastikband der Schutzmaske noch halte oder nicht. Zuletzt seien die Masken 2017 überprüft worden – durch die Armee, so BAG-Sprecher Daniel Dauwalder. 



Gekauft worden seien die Masken während der Grippepandemie in den Jahren 2009 und 2010, wie Patrick Mathys, Leiter der Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit im BAG, der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagt. Laut ihm seien sie seinerzeit jedoch noch ohne Verfallsdatum beschafft worden.

Und nun? Laut BAG ergibt es wenig Sinn, jetzt im Ausland Masken aufzukaufen – denn auch in Asien bestehe ein Mangel. «Die Nachfrage übersteigt global das Angebot», sagt Dauwalder. Deshalb gelte es, im Notfall die vorhandenen Masken zu verwenden – Haltbarkeitsdatum hin oder her. Und: «Allenfalls haben Grossisten wie Coop oder Migros noch Schutzmasken-Vorräte, die sie an leergekaufte Apotheken abtreten können.»

Wie wirksam sind die Atemschutzmasken?

Im chinesischen Wuhan, der angenommenen Ursprungsmetropole des Virus, ist das Tragen einer Schutzmaske auf der Strasse mittlerweile polizeilich angeordnete Pflicht. Doch sind die Masken überhaupt dazu geeignet, sich vor einer Ansteckung mit dem neuartigen Erreger zu schützen?



Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) listet das Tragen einer Schutzmaske nicht als Präventionsmassnahme auf. Sinnvoll sei eine Maske dann, wenn eine Person bereits infiziert sei – also zum Schutz ihres Umfeldes. 

Ähnlich das Robert-Koch-Institut (RKI): Bei Verdachts- sowie Erkrankungsfällen müsse sofort ein entsprechender Mund-Nasen-Schutz verordnet werden, zu Präventionszwecken werden hingegen andere Massnahmen empfohlen. Es gelte, die herkömmlichen Hygienemassnahmen einzuhalten, die bei der saisonalen Grippe empfohlen würden –  etwa regelmässiges Händewaschen mit Seife. 

Wie die Erreger übertragen werden, ist nicht abschliessend geklärt. Die meisten Experten gehen von einer Tröpfcheninfektion aus. Laut WHO braucht es zudem engen Kontakt mit einer infizierten Person. 

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