Festplatten nicht gelöscht

Heikle Daten der Zürcher Justiz landeten im Drogen- und Sexmilieu

dor/SDA

2.12.2022

Unterlagen mit heiklen Informationen aus der Planung des Zürcher Polizei- und Justizzentrums (PJZ) sollen ebenfalls in falsche Hände geraten sein. (Archivbild)
Unterlagen mit heiklen Informationen aus der Planung des Zürcher Polizei- und Justizzentrums (PJZ) sollen ebenfalls in falsche Hände geraten sein. (Archivbild)
Bild: Keystone//Michael Buholzer

Jahrelang sollen Tausende Datenträger der Zürcher Strafverfolgungsbehörden und anderer Ämter mit äusserst heiklen Daten  – darunter psychiatrische Gutachten und Handynummern von Polizeibeamten – in kriminelle Hände geraten sein.

dor/SDA

2.12.2022

Wegen eines Lecks bei den Zürcher Justizbehörden sind jahrelang heikle Daten im Drogen- und Sexmilieu gelandet. Sie stammen von ausrangierten Computern, auf denen äussert heikle Informationen gespeichert waren, berichtet der «Tages-Anzeiger».

Wie andere Behörden und Firmen wechselt die Zürcher Direktion der Justiz und des Innern die IT-Geräte ihrer Mitarbeitenden regelmässig aus. Doch statt die heiklen Daten zu löschen, gerieten sie ab 2008 über einen externen Entsorgungsbetrieb in falsche Hände im Zürcher Rotlicht-Milieu. 

Betroffen seien mehrere Zürcher Staatsanwaltschaften, die Justizdirektion selbst, der Psychiatrisch-Psychologische Dienst sowie weitere Ämter und Behörden innerhalb der Zürcher Justiz. Die zur Entsorgung bestimmten Computer seien einem «Beauftragten» übergeben worden, schreiben drei Kantonsräte dem Bericht zufolge in einer Anfrage an die Zürcher Regierung. Auf den Festplatten sollen sich jedoch noch zahlreiche vom Amtsgeheimnis geschützte Unterlagen befunden haben, die ungelöscht oder «mühelos» wiederherstellbar gewesen seien. Sie würden wissen wollen, wer dafür verantwortlich sei, dass «zahlreiche Festplatten der Justizdirektion mit teilweise hochsensiblen Daten in falsche Hände gelangten».

Vom Leck betroffene Staatsanwaltschaft ermittelt

Als Beispiele nennen die drei Kantonsräte – der Zürcher Strafverteidiger Valentin Landmann (SVP), Nina Fehr Düsel (SVP) und Yiea Wey Te (FDP) – psychiatrische Gutachten und Gefährlichkeitsgutachten über verschiedene Beschuldigte, Listen mit Handynummern von Polizeibeamten sowie Unterlagen aus der Planung des Polizei- und Justizzentrums (PJZ).

Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft, die ebenfalls vom Leck betroffen ist.