Rocker-Prozess in Bern

Hells Angels und Bandidos gehen erneut aufeinander los

31.5.2022

Mitglieder der Bandidos stehen vor dem Gerichtsgebaeude, waehrend dem Prozess um die Auseinandersetzung der Motorradclubs Hells Angels und Bandidos, am Montag, 30. Mai 2022 in Bern. (KEYSTONE/Stringer)
Ein Bild vom ersten Prozesstag. Auch heute versammeln sich die Anhänger der Motorrad-Gangs vor dem Gericht in Bern. 
KEYSTONE

Tag 2 des Prozesses gegen 22 Mitglieder der verfeindeten Hells Angels und Bandidos: Wieder geraten Supporter der Angeklagten aneinander. Die Polizei führt mehrere Personen aus dem Gerichtsgebäude ab. 

31.5.2022

Als die Angeklagten ins Gerichtsgebäude gingen, kam es unter den verfeindeten Gruppen zu einer Auseinandersetzung. Die Polizei ging dazwischen, wie Polizeisprecherin Isabelle Wüthrich Medieninformationen am Dienstagmorgen auf Anfrage bestätigte.

Wenig später hatte sich die Situation wieder beruhigt. Mehrere Verkehrswege um das Amtshaus wurden vorübergehend gesperrt. Die Polizei sichert die Umgebung des Amtshauses, wo der Prozess stattfindet, mit einem grösseren Aufgebot.

Die Gerichtsverhandlung gegen die 22 Angeklagten begann am Montag unter grossen Sicherheitsvorkehrungen. Schon am frühen Morgen hatten sich Hells Angels und Broncos vor dem Amtshaus eingefunden. Ihnen gegenüber standen die Bandidos, eine andere Motorradgang, die 2019 in der Schweiz einen Ableger gründen wollte.

Anklagen wegen schwerer Körperverletzung und Raufhandels

Das passte den Platzhirschen, den Hells Angels und ihren Verbündeten, damals nicht. Im Mai 2019 kam es deshalb zu einer Abrechnung vor dem designierten Clublokal der Bandidos in Belp. Die Folge war eine gewalttätige Auseinandersetzung, die mehrere Schwerverletzte forderte.

Vor Gericht stehen 22 Männer, die sich an der Auseinandersetzung beteiligt haben sollen. Zwei von ihnen sind wegen versuchter vorsätzlicher Tötung angeklagt, einer wegen schwerer Körperverletzung. Die restlichen müssen sich wegen Raufhandels verantworten.

Bereits zum Prozessbeginn am Montag war es vor dem Amtshaus zu Scharmützeln unter Sympathisanten der Motorradgangs gekommen. Es flogen Steine und Flaschen, die Polizei reagierte mit Gummischrot, Wasserwerfer und Reizgas.