Herzchirurg wegen Verdachts auf Datenfälschung kaltgestellt

sob

31.7.2020 - 06:19

Hat er Testergebnisse geschönt und Komplikationen bei Patienten bewusst verschwiegen? Gegen Professor Francesco Maisano, Chef der Herzklinik am Unispital Zürich, läuft eine Untersuchung mit schwerwiegenden Vorwürfen. (Archivbild)
Keystone

Die Affäre um den Herzchirurgen Francesco Maisano spitzt sich zu. Das Zürcher Unispital hat ihn des Amtes enthoben. Es besteht der Verdacht, dass er in der gegen ihn laufenden Untersuchung Daten manipuliert hat.

Zuerst wurde er nur beurlaubt, nun ist er des Amtes enthoben: Professor Francesco Maisano, Chef der Herzklinik am Unispital Zürich (USZ). Der Spitalrat hat ihn vorsorglich abgesetzt. Entlassen wurde er nicht.

Gegen Maisano läuft eine interne Untersuchung, um zu prüfen, ob sich dieser wissenschaftlicher Verfehlungen schuldig gemacht hat, wie es ein Whistleblower im Dezember 2019 behauptet hatte. Maisano hat die Vorwürfe stets bestritten.

Nun steht der Professor aber im Verdacht, während der laufenden Untersuchung gegen ihn auf Daten zugegriffen und sie abgeändert zu haben, wie der «Tages-Anzeiger» berichtet. Das wiegt offenbar so schwer, dass das Unispital die Reissleine ziehen musste. Der Arzt wurde seines Amtes enthoben. Er darf nicht mehr auf das administrative System des Spitals zugreifen und Mitarbeitenden des USZ ab sofort keine Anweisungen mehr geben.



Laut Zürcher Personalgesetz können Angestellte jederzeit vorsorglich «im Amt eingestellt werden», wenn schwerwiegende Gründe vorliegen, ein Strafverfahren eingeleitet worden ist oder das öffentliche Interesse dies zwingend erfordert. Eine Sprecherin des Universitätsspitals bestätigt die Massnahme auf Anfrage des «Tages-Anzeigers». Und der Sprecher von Maisano sagt der Zeitung, der Herzchirurg werde die Verfügung anfechten. Er spricht von «haltlosen Spekulationen».

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