USA knüpfen Impfstoffspenden nicht an Bedingungen +++ BAG meldet 358 Neuinfektionen

Agenturen/red

10.6.2021

Agenturen/red

10.6.2021

Laut Angaben der Johns-Hopkins-Universität liegt die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus in der Schweiz bei bislang insgesamt 699’697 Personen. 10’853 Menschen sind in Verbindung mit Covid-19 verstorben. Weltweit stieg die Zahl der Infizierten auf 174’567’430, die Zahl der Toten auf 3’764’439.

Die Corona-Pläne der Länder vor dem G7 Gipfel

Die USA wollen eine halbe Milliarde Impfdosen an Dutzende arme Länder der Welt verteilen. Dosen des Impfstoffs von Pfizer/Biontech sollen an 92 Länder mit niedrigem und niedrigem mittleren Einkommen sowie an die Afrikanische Union gespendet werden. US-Präsident Joe Biden werde den «historischen» Schritt an diesem Donnerstag verkünden, erklärte das Weisse Haus. Die Vereinigten Staaten knüpfen die Spende nicht an Bedingungen.

Der britische Premierminister Boris Johnson hat die G7-Staaten zur Spende von einer Milliarde Corona-Impfdosen an Entwicklungsländer aufgefordert.

Frankreich unterstützt im Kampf zur weltweiten Eindämmung der Pandemie die Aussetzung von Patenten für die Corona-Impfstoffe. Präsident Emmanuel Macron kündigte am Donnerstag an, gemeinsam mit Südafrika auf dem G7-Gipfel ab Freitag einen Vorschlag auf den Tisch zu legen.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich vor dem G7-Gipfel zurückhaltend zu zusätzlichen Corona-Impfstoff-Spenden Deutschlands für ärmere Länder der Welt geäussert. Sie sehe durchaus Sinn darin weiterzugeben, was überzählig sei, sagte Merkel am Donnerstag in Berlin. Angesichts nicht völlig klarer Liefermengen für Juli, August und September könne sie nun aber keine Verpflichtung für noch nicht gelieferte Mengen eingehen.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Das BAG meldet 358 Neuinfektionen bei 21'952 Tests. Sechs Personen sind an den Folgen von Covid-19 gestorben, 18 wurden hospitalisiert.
  • Der britische Premiere Johnson fordert die G7 zur Spende von einer Milliarde Impfdosen auf.
  • An der Spitze der Wissenschafts-Taskforce kommt es im Sommer zu einem Wechsel: Tanja Stadler übernimmt von Martin Ackermann.
  • Grossbritannien droht die dritte Welle, warnen Wissenschaftler. Die Zahl der Covid-Patienten in britischen Spitälern ist am Donnerstag wieder über 1000 gestiegen.
  • In der Schweiz wollen sich immer mehr Menschen impfen lassen.  Je älter, desto grösser sei die Bereitschaft, sagt der Eidgenössische Impfchef Christoph Berger.
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  • 20.23 Uhr
    Biden: USA knüpfen Impfstoffspenden nicht an Bedingungen

    US-Präsident Joe Biden hat die Unterstützung der globalen Impfkampagne zur Beendigung der Corona-Pandemie als humanitäre Pflicht bezeichnet. Die Vereinigten Staaten knüpften die Spende von Hunderten Millionen Impfdosen an arme Länder nicht an Bedingungen, sagte Biden am Donnerstag im Küstenort St. Ives im englischen Cornwall. «Unsere Impfstoffspenden beinhalten keinen Druck für Gefälligkeiten oder mögliche Zugeständnisse. Wir tun das, um Leben zu retten. Um diese Pandemie zu beenden.» Biden stellte für Freitag eine Ankündigung der G7-Staaten zur Unterstützung der globalen Impfkampagne in Aussicht.

    Das Weisse Haus hatte zuvor angekündigt, 500 Millionen Impfdosen des Vakzins der Pharmakonzerne Pfizer und Biontech zu erwerben und an 92 arme Länder und die Afrikanische Union zu spenden. 200 Millionen Dosen sollen zwischen August und Ende des Jahres geliefert werden, die übrigen 300 Millionen bis Juni 2022.

    Es sei auch in Amerikas eigenem Interesse, den Kampf gegen die Pandemie auch anderswo in der Welt zu unterstützen, sagte Biden. «Solange das Virus anderswo wütet, besteht die Gefahr neuer Mutationen, die unser Volk bedrohen könnten.» Es halte zudem das globale Wirtschaftswachstum zurück, erhöhe die Instabilität und schwäche Regierungen. Es sei im Interesse aller, dass sich die Weltwirtschaft von der Pandemie erhole. «Und das wird nicht passieren, es sei denn, wir können diese Pandemie weltweit unter Kontrolle bringen.»

    epa09260035 British Prime Minister Boris Johnson (2-R) and US President Joe Biden (2-L), walk with US First Lady Jill Biden (L) and Carrie Johnson (R), wife of British prime minister Boris Johnson, during their bilateral meeting in Carbis Bay, Britain, on 10 June 2021. British Prime Minister Boris Johnson is meeting Joe Biden for the first time ahead of the Group of Seven summit that the UK is hosting. EPA/Hollie Adams / POOL
    Der britische Premierminister Boris Johnson (2. v. r.) und US-Präsident Joe Biden (2. v. l.), bei einem Spaziergang mit ihren Ehefrauen US First Lady Jill Biden (l.) und Carrie Johnson (r.) während ihrem bilateralen Treffen in Carbis Bay.
    Bild: KEYSTONE/HOLLIE ADAMS

    Biden ist seit Mittwochabend in Grossbritannien, wo er ab Freitag am Treffen der Staats- und Regierungschefs der sieben grossen Industrienationen teilnimmt. Im Zentrum des G7-Gipfels steht neben der Corona-Pandemie auch der Klimaschutz. Es ist Bidens erste Auslandsreise als Präsident, die ihn in den kommenden Tagen auch nach Brüssel und Genf zu weiteren Spitzentreffen führt.

  • 19.18 Uhr
    Deutschland: Bundesländer wollen Corona-Regeln für Grossveranstaltungen erarbeiten

    Die deutschen Bundesländer wollen einen einheitlichen Rahmen zum Umgang mit Grossveranstaltungen unter Corona-Bedingungen erarbeiten. Vor allem SPD-regierte Bundesländer meldeten vor den Gesprächen der Länder-Regierungschefs mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstag Abstimmungsbedarf an – auch mit Blick auf die anstehende Fussball-Europameisterschaft. Die unionsregierten Länder, das von den Grünen geführte Baden-Württemberg und das Kanzleramt traten aber dem Vernehmen nach auf die Bremse. Das Thema wurde schliesslich einer Arbeitsgruppe auf Ebene der Staatskanzleichefs übertragen, die dazu auch einen Beschluss fassen soll.

  • 18.43 Uhr
    Merkel zurückhaltend bei zusätzlichen Impfdosis-Spenden

    Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich vor dem G7-Gipfel zurückhaltend zu zusätzlichen Corona-Impfstoff-Spenden Deutschlands für ärmere Länder der Welt geäussert. Sie sehe durchaus Sinn darin weiterzugeben, was überzählig sei, sagte Merkel am Donnerstag in Berlin. Angesichts nicht völlig klarer Liefermengen für Juli, August und September könne sie nun aber keine Verpflichtung für noch nicht gelieferte Mengen eingehen. Sie müsse «schon auch darauf achten, dass wir unseren Bürgerinnen und Bürgern jetzt ein Impfangebot machen, so wie die Vereinigten Staaten von Amerika das selbstverständlich ihren Bürgern auch gemacht haben.»

    Merkel nannte es erfreulich, dass die US-Regierung vor dem G7-Gipfel im englischen Cornwall eine Spende von 500 Millionen Impfdosen an Dutzende arme Länder der Welt angekündigt hat. Sie verwies zugleich auf den bisherigen Beitrag der Europäischen Union für die globale Versorgung mit der Ausfuhr von schon deutlich mehr als 200 Millionen Dosen, was sich sehen lassen könne. «Wir teilen seit Januar unsere Impfstoffe mit allen auf der Welt. Das tun nicht alle anderen.»

    Deutschland stelle rund eine Milliarde Euro für das internationale Programm Covax bereit, was Geld für den Kauf von etwa 200 Millionen Impfdosen entspreche. Generell stelle sich die Frage, ob dies nicht der bessere Weg sei, als über Bedarf zu bestellen und es dann zu verschenken. Merkel verwies zudem auf die Zusage, dass Deutschland bis Jahresende 30 Millionen Dosen zur Verfügung stellen wolle.

  • 18.33 Uhr
    Frankreich will G7 Aussetzung von Patenten für Impfstoffe vorschlagen

    Frankreich unterstützt im Kampf zur weltweiten Eindämmung der Pandemie die Aussetzung von Patenten für die Corona-Impfstoffe. Präsident Emmanuel Macron kündigte am Donnerstag an, gemeinsam mit Südafrika auf dem G7-Gipfel ab Freitag einen Vorschlag auf den Tisch zu legen, um an einer zeitlich und räumlich begrenzten Ausnahmeregelung zu arbeiten. Man müsse «sicherstellen, dass geistiges Eigentum niemals ein Hindernis für den Zugang zu Impfstoffen darstellt», sagte Macron bei einer Pressekonferenz.

    Man setze sich für eine faire Vergütung und den Respekt vor geistigem Eigentum ein, so Macron. «Ich hoffe, dass es beim G7-Gipfel zu einer Einigung kommen wird.» Man müsse nun auch mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Welthandelsorganisation (WTO) zusammenarbeiten. Macron hatte zuletzt immer wieder betont, dass es pragmatische Lösungen im Kampf gegen Corona geben müsse und dazu auch die Aussetzung der Patente gezählt.

    Kurz vor den G7-Beratungen hatte sich die EU-Spitze gerade erst klar gegen eine umfassende Aussetzung des Patentschutzes für Corona-Impfstoffe ausgesprochen. US-Präsident Joe Biden hatte sich zuletzt überraschend hinter Forderungen ärmerer Länder zur Aussetzung des Patentschutzes gestellt. Dann könnten Hersteller in aller Welt die Impfstoffe ohne Lizenzgebühren produzieren. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und andere einflussreiche Staats- und Regierungschefs blockieren diesen Vorstoss allerdings bislang.

  • 18.14 Uhr
    Passagieraufkommen am Flughafen Zürich weit unter Vor-Corona-Niveau

    Der Flughafen Zürich leidet weiter unter der Coronakrise. Zwar sind im Mai 2021 massiv mehr Menschen über den grössten Schweizer Flughafen gereist als noch im vergangenen Jahr. Aber im Vergleich zum Niveau von vor der Krise bleiben immer noch mehr als acht von zehn Passagieren aus.

    Die Passagierzahlen lagen im Berichtsmonat bei 450'500, das sind rund 10 mal mehr als im Mai 2020. Seinerzeit hatte der Flughafen Zürich eine der tiefsten Passagierzahlen während der Corona-Pandemie verzeichnet. Im Vergleich zum Mai 2019 seien die Passagierzahlen aber immer noch 83,4 Prozent tiefer, erklärte das Unternehmen am Donnerstag in einem Communiqué.

    Die Anzahl der Flugbewegungen lag mit 8'043 Starts und Landungen ebenfalls deutlich über dem Vorjahreswert. Verglichen mit dem Mai 2019 fanden aber 67,1 Prozent weniger Flugbewegungen statt. Auch die Sitzplatzauslastung ist im Berichtsmonat um 18,8 Prozentpunkte auf 53,8 Prozent gestiegen. Durchschnittlich sassen 92,6 Passagiere in einer ankommenden oder abfliegenden Maschine.

  • 17.49 Uhr
    Johnson fordert G7 zur Spende von einer Milliarde Impfdosen auf

    Der britische Premierminister Boris Johnson hat die G7-Staaten zur Spende von einer Milliarde Corona-Impfdosen an Entwicklungsländer aufgefordert. «Es ist unsere gemeinsame Aufgabe, die Pandemie zu überwinden, die Gefahr eines neuen Auftretens zu minimieren und unsere Wirtschaft nach dieser Tragödie besser wiederaufzubauen», schrieb Johnson in einem Gastbeitrag in der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung».

    Daher müsse das Gipfeltreffen im südwestenglischen Cornwall «ein hohes, aber absolut notwendiges Ziel» verabschieden und Entwicklungsländern eine Milliarde Impfstoffdosen zur Verfügung stellen, schrieb Johnson. Angepeilt werden müsse, dass bis Ende 2022 alle Menschen auf der Welt geimpft werden können. Wichtig sei dafür vor allem Kooperation.

    Der britischen Regierung wird vorgeworfen, bisher so gut wie keine Impfstoffe exportiert zu haben, obwohl sie deutlich mehr Dosen als für die eigene Bevölkerung nötig bestellt hat. Johnson verweist stets auf das Engagement für das internationale Impfprogramm Covax sowie die Finanzierung des Astrazeneca-Impfstoffs, der weltweit zum Selbstkostenpreis vertrieben werde.

    Auf Einladung des Premiers treffen sich an diesem Freitag die Staats- und Regierungschefs der G7 zu einem dreitägigen Gipfel. Es ist das erste persönliche Treffen in diesem Format seit Beginn der Pandemie. Zur G7 gehören ausser Grossbritannien noch Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Kanada und die USA. Als Gäste nehmen von Samstag an auch Australien, Indien, Südafrika und Südkorea teil.

    Britain's Prime Minister Boris Johnson leaves 10 Downing Street for a debate on the Queen Speech at House of Commons in London, Wednesday, May 12, 2021. (AP Photo/Alastair Grant)
    Boris Johnson empfängt derzeit die Vertreter*innen der G7-Staaten (Archivbild).
    Bild: Keystone
  • 16.41 Uhr
    Deutsche Impfkommission empfiehlt Corona-Impfung für Kinder mit Vorerkrankungen

    Die deutsche Ständige Impfkommission (Stiko) hat eine Empfehlung für Corona-Impfungen von vorerkrankten Kindern ab zwölf Jahren abgegeben. Diese Gruppe könne «aufgrund eines anzunehmenden erhöhten Risikos für einen schweren Verlauf der Covid-19-Erkrankung» mit dem Impfstoff von Biontech immunisiert werden, heisst es in dem am Donnerstag veröffentlichten aktuellen Corona-Bulletin des Robert-Koch-Instituts.

    Die Impfung für Kinder ohne Vorerkrankungen werde «derzeit nicht allgemein empfohlen, ist aber nach ärztlicher Aufklärung und bei individuellem Wunsch und Risikoakzeptanz möglich».

  • 16.05 Uhr
    Afrika wird Impfquote von zehn Prozent bis September wohl verfehlen

    Fast 90 Prozent der afrikanischen Länder werden nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wohl das Ziel verfehlen, bis September zehn Prozent der Bevölkerung gegen das Coronavirus zu impfen. Nur sieben der insgesamt 54 Länder würden das Ziel voraussichtlich erreichen, sagte die WHO-Direktorin für Afrika, Matshidiso Moeti, am Donnerstag vor Journalisten. Damit auch die anderen Länder das Ziel noch erreichen könnten, müsse Afrika dringend mindestens 225 Millionen Impfdosen erhalten.

    Von den mehr als 2,1 Milliarden Impfdosen, die bisher weltweit verabreicht worden sind, wurden nach Angaben der WHO weniger als ein Prozent in Afrika verimpft. Auf dem gesamten afrikanischen Kontinent, der insgesamt fast 1,3 Milliarden Einwohner hat, hat bisher nur jeder 50. Mensch eine Impfdosis erhalten.

    Zuletzt waren die Impfstoff-Lieferungen an afrikanische Länder fast vollständig zum Stillstand gekommen. Dies ist zum Teil auf einen Exportstopp Indiens zurückzuführen, den der weltgrösste Impfstoffproduzent verhängt hatte, um inmitten einer verheerenden Infektionswelle erst einmal die eigene Bevölkerung zu impfen.

  • 15.51 Uhr
    Indien meldet neuen Höchstwert

    Indien hat am Donnerstag 6148 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet. Das ist ein neuer Tageshöchstwert. Der Anstieg geht allerdings in erster Linie darauf zurück, dass der Bundesstaat Bihar die Zahl der seit März registrierten Corona-Toten um fast 4000 nach oben korrigiert hat. Diese Zahlen flossen in den Tageswert mit ein.

    Zunächst hatten die Behörden in dem armen Bundesstaat gemeldet, seit März seien in Bihar knapp 5500 Menschen an oder mit dem Coronavirus gestorben. Nach einer Prüfung gehe man aber nun von mehr als 9400 Opfern aus, teilten die zuständigen Behörden am Donnerstag mit. Dies nährt den Verdacht, dass die offiziellen Corona-Todeszahlen in dem zweitbevölkerungsreichsten Land der Welt bislang insgesamt zu niedrig angegeben wurden.

    Die Untersuchung in Bihar war in Gang gekommen, nachdem ein Gericht in dem Bundesstaat auf Unregelmässigkeiten bei den Zahlen hingewiesen hatte. Danach hatte die Regierung Überprüfungen angestellt.

    Vor der heftigen zweiten Infektionswelle im Februar gab es in Indien mit seinen mehr als 1,3 Milliarden Einwohnern rund 10 Millionen bekannte Corona-Infektionen, inzwischen sind es 29 Millionen. In absoluten Zahlen gibt es nur in den USA mehr erfasste Fälle. Zuletzt ist die Zahl der Neuinfektionen in Indien deutlich zurückgegangen.

    epa09252565 Indian motorists drive at a road following the relaxation of lockdown restrictions, in Mumbai, India, 07 June 2021. The Brihanmumbai Municipal Corporation (BMC) has eased coronavirus disease (COVID-19) restrictions in order to resume economic activities as COVID-19 cases are slowly going down. EPA/DIVYAKANT SOLANKI
    Die Pandemie hat Indien weiter fest im Griff.
    Bild: Keystone
  • 15.27 Uhr
    Jeder zweite Erwachsene in der EU einmal gegen Corona geimpft

    Jeder zweite Erwachsene in der Europäischen Union ist mindestens einmal gegen Covid-19 geimpft. Die Zahl nannte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Donnerstag. Nach Angaben der EU-Gesundheitsbehörde ECDC sind das 183,1 Millionen Menschen. Knapp 26 Prozent der Erwachsenen – rund 94,8 Millionen – haben demnach den vollen Impfschutz, für den in der Regel zwei Spritzen nötig sind.

    Von der Leyen schrieb auf Twitter, die EU sei auf gutem Weg zu dem Ziel, bis Ende Juli genügend Impfstoff zu haben, um 70 Prozent der Erwachsenen zu impfen. Ein Sprecher der EU-Kommission stellte klar, dass dieses Ziel gelte, auch wenn sich die Zulassung für den deutschen Hersteller Curevac verzögern sollte. Zuletzt hatte der baden-württembergische Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) erklärt, eine Zulassung des Curevac-Impfstoffs sei statt im Juni realistisch erst im August zu erwarten.

  • 14:43
    USA: Moderna beantragt Zulassung ab 12 Jahren

    US-Hersteller Moderna hat nun auch in Amerika eine Notfallzulassung seines Corona-Impfstoffes für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren beantragt.

    Man habe die nötigen Unterlagen bei der US-Arzneimittelbehörde FDA eingereicht, teilte Moderna am Donnerstag mit. Bisher darf Menschen dieser Altersgruppe in den USA und auch in der Europäischen Union nur das Vakzin von Biontech/Pfizer gespritzt werden. Moderna hatte bereits am Montag in der EU die Zulassung für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren beantragt.

  • 14:40 Uhr
    Orchester auf vier Rädern unterwegs

    Das Festival Orchester Budapest sehnt sich nach seinem Publikum und hat darum die Musik zu den Menschen gebracht. Angeführt von Dirigent Iván Fischer spielten fünf Orchestermitglieder klassische Stücke auf einem offenen Lastwagen, der durch die Strassen der ungarischen Hauptstadt fuhr. So sollten die Menschen ermutigt werden, nach mehr als einem Jahr Pandemie in die Konzertsäle zurückzukehren.

    «Ich glaube, dass Live-Konzerte sehr wichtig sind», sagte Fischer. «Ich denke, gerade jetzt, wo alle die Nase voll von ihren Computern und Handys haben, werden die Leute sie wegwerfen. Sie werden wieder gesellig sein, sich kennenlernen, sich umarmen und reden.»

    Members of the Budapest Festival Orchestra play music on the back of a truck while driving through downtown Budapest, Hungary, Wednesday June 9, 2021. The prestigious orchestra, founded and led by renowned composer Ivan Fischer, took to the streets as five members of the orchestra performed classical music to motorists and passers-by. The musical parade was aimed at encouraging Hungarians to start returning to live performances in concert halls as the pandemic wanes, after more than a year in which people were homebound and forced to take in their culture online. (AP Photo/Laszlo Balogh)
    Die Musiker des Festival Orchester Budapest gaben am Mittwoch Stücke von Schubert, Mozart und Dvorak zum Besten.
    Keystone/ AP Photo/ Laszlo Balogh
  • 13.45 Uhr
    Ackermann gibt Taskforce-Chefposten ab

    Die Covid-Taskforce des Bundes erhält eine neue Leitung. Martin Ackermann räumt den Chefposten im Verlauf des Sommers, an seiner Stelle übernimmt die ETH-Professorin Tanja Stadler. Die Übergabe soll stattfinden, sobald die Schweiz in die Normalisierungsphase eintritt, also in die dritte der vom Bundesrat definierten Phasen zum Ausstieg aus den Corona-Massnahmen. Das teilt die Taskforce auf ihrer Website mit.

    Das Gremium soll zudem kleiner werden. Wie genau es künftig aufgestellt ist, werde aber erst noch diskutiert. Ackermann wird weiterhin in der Taskforce mitarbeiten, seinen Einsatz aber reduzieren. Nach einem «intensiven Jahr» wolle er sich wieder vollumfänglich seiner Forschungsarbeit widmen, heisst es in der Mitteilung.

    Ackermann sagt zu seinem Abgang, dass sich die Schweiz auf einem guten Weg befinde, dabei aber wachsam bleiben müsse: «Wir wissen beispielsweise nicht, wie neue Mutationen die Wirksamkeit der Impfung beeinflussen werden. Tanja Stadler ist eine anerkannte Expertin für die Evolution von Viren und ist deshalb die ideale Person, um die Taskforce durch die nächste Phase zu führen.»

    Martin Ackermann, Praesident National COVID-19 Science Task Force, zieht seine Maske aus, waehrend einer Medienkonferenz zur aktuellen Situation des Coronavirus, am Donnerstag, 12. November 2020 in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)
    Martin Ackermann wird die Leitung mit der Normalisierungsphase an Tanja Stadler abtreten.
    Bild: Keystone/Peter Klaunzer
  • 13:33 Uhr
    BAG meldet 358 neue Fälle 

    In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Donnerstag innerhalb von 24 Stunden 358 neue Coronavirus-Ansteckungen bei 21'952 Tests gemeldet worden. Gleichzeitig registrierte das BAG 18 Spitaleintritte und sechs neue Tote –  beide Zahlen mit Nachmeldungen.

  • 13:13 Uhr
    Johnson fordert Impfung für alle bis 2022

    Der britische Premierminister Boris Johnson fordert Corona-Impfungen für die gesamte Weltbevölkerung bis Ende kommenden Jahres. Die wohlhabenden Staaten sollten ihre Verantwortung wahrnehmen und die Welt impfen, schrieb Johnson in einem Beitrag für die Tageszeitung «Times». Die führenden Industrienationen würden sich auf dem G7-Gipfel in Cornwall auf dieses Ziel verpflichten.

    Johnson versprach, sein Land werde Millionen Impfdosen aus seinem Überschuss spenden. Wann das sein wird, behielt er allerdings für sich. Johnson steht in der Kritik, weil Grossbritannien noch überhaupt keine Impfstoffe ins Ausland gespendet hat. Stattdessen hat seine Regierung den Haushalt für internationale Hilfen unter Verweis auf die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie gekürzt.

    Der britische Boris Johnson bei seiner zweiten Impfung mit dem Corona-Impfstoff von AstraZeneca.
    Der britische Boris Johnson bei seiner zweiten Impfung mit dem Corona-Impfstoff von AstraZeneca am 6. Juni.
    Matt Dunham/AP/dpa
  • 12:50 Uhr
    Swissmedic hat Überstunden angehäuft 

    Die Angestellten der Heilmittelbehörde Swissmedic sind dafür verantwortlich, dass lebenswichtige Medikamente und Millionen geprüfter Schutzmasken verfügbar sind. In der Corona-Pandemie hatten sie besonders viel zu tun, auch mit der Zulassung der Covid-Impfstoffe.

    Dadurch haben sich Überstunden und nicht bezogene Ferientage in Rekordhöhe angesammelt: Rund 12'000 Überstunden und 1300 Ferientage, wie ein Sprecher auf Anfrage von Watson mitteilt. Swissmedic habe in der Jahresrechnung deswegen 1,5 Millionen Franken zusätzlich zurückgelegt, das entspricht gemäss Watson rund 3900 Franken pro Mitarbeiter. 

  • 12.20 Uhr
    Österreichs Tourismus leidet weiterhin

    Nach dem Ausfall der Skisaison bleiben die Aussichten für Österreichs Tourismus trüb. Die erwartete Erholung im Sommer könne den aufgrund der Corona-Pandemie weitgehend lahmgelegten Wintertourismus nicht kompensieren, heisst es in einer Analyse des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo). Den Schätzungen der Experten zufolge werden die Gästeübernachtungen im gesamten Jahr 2021 um rund zwölf Prozent unter jenen des Vorjahres liegen. Gegenüber dem Vorkrisenjahr 2019 ergebe sich sogar ein Rückgang von über 43 Prozent.

    Für den Sommer erwartet das Wifo, dass die Übernachtungen gut ein Fünftel über denen des Vorjahres liegen werden. Gegenüber dem Vorkrisen-Sommer 2019 ergibt sich aber immer noch ein Minus von 16,5 Prozent. Vor allem die Monate Mai bis Juli dürften nach Einschätzung des Wifo deutlich unter früheren Werten bleiben, während sich die Übernachtungen von August bis Oktober dem Niveau des Jahres 2019 langsam nähern.

  • 11.50 Uhr
    Geschäftsleute fliegen wieder mehr Langstrecke

    Nach dem Einbruch im Coronajahr 2020 gibt es wieder Aufwind für Geschäftsreisen über die Kontinente hinweg. Im Startquartal 2021 war jeder dritte fliegende Schweizer Businessmensch auf Langstrecken unterwegs. Dies geht aus einer Auswertung des Zahlungsdienstleisters Airplus hervor. Im zweiten Halbjahr 2020 waren es nur knapp 20 Prozent gewesen.

    Allerdings ist das absolute Niveau noch äusserst tief. «Im ersten Quartal 2021 war nur rund ein Zehntel der Schweizer Geschäftsreisenden mit dem Flugzeug unterwegs im Vergleich zum Vor-Coronajahr 2019. Ein Aufwärtstrend dürfte aber auch hier nun folgen: Im April war es zumindest schon wieder ein Siebtel der Reisen verglichen mit 2019 und gar eine Verachtfachung zum Coronamonat April 2020», erklärte ein Airplus-Sprecher auf Anfrage.

  • 11:21 Uhr
    Schlechte Note für Schweizer Gesundheitsbranche

    Ein Jahr Corona-Pandemie hat am Ruf des Gesundheitswesens genagt und die Meinung, dass die Medikamentenpreise zu hoch sind, verstärkt. Das Schweizer Gesundheitssystem sei unter der Covid-19-Krise nicht zusammengebrochen, es habe sich aber nicht vollständig bewährt, fasst der «Gesundheitsmonitor» von Interpharma zusammen.  Mehr Menschen in der Schweiz würden deswegen  eine einheitliche Spitalfinanzierung und mehr Leistungen der Krankenkassen unterstützen.

    In der Auswertung des Branchenverbandes zeigen sich deutliche sprachregionale Unterschiede zur Einschätzung des Gesundheitswesens: In der französischsprachigen und der italienischsprachigen Schweiz überwiegen mit 71 Prozent beziehungsweise 60 Prozent die positiven Stimmen. Das gesamtschweizerisch negative Resultat kommt durch die Deutschschweiz zustande, wo sich in der Umfrage 67 Prozent negativ geäussert haben.

    Uebergabe von Corona-Proben durch Labormitarbeitende zur Weiterverarbeitung dieser, am Dienstag, 2. Februar 2021, im Zentrallabor Stadtspital Triemli in Zuerich. (KEYSTONE/Gaetan Bally)
    Mehr Schweizer*innen wünschen sich einen Ausbau des Leistungskatalogs der Krankenkassen. Dafür verantwortlich macht der «Gesundheitsmonitor» die individuelle Kostenübernahme gewisser Covid-19-Tests. 
    Keystone/Gaetan Bally
  • 11:00 Uhr
    Dänemark: Maskenpflicht nur noch in Bahn und Bus

    In Dänemark wird man ab nächster Woche deutlich weniger Menschen mit Mund-Nasen-Schutz sehen. Die Pflicht zum Tragen einer Maske oder eines Visiers wird am Montag für fast alle Bereiche des öffentlichen Lebens aufgehoben. Einzige Ausnahme davon bleibt der öffentliche Nahverkehr – dort aber auch nur, wenn man nicht sitzt. Im Nahverkehr soll die Tragepflicht dann endgültig am 1. September fallen. Darauf und auf weitere Lockerungen der Corona-Massnahmen hat sich die Regierung in der Nacht zum Donnerstag mit dem Grossteil der Parlamentsparteien in Kopenhagen geeinigt.

  • 10:20 Uhr
    Impfung für Sans-Papiers und Obdachlose

    Die Stadt Zürich bietet Sans-Papiers, Obdachlosen, Sexarbeitenden und anderen Menschen ohne regulären Zugang zur Gesundheitsversorgung ab Mitte Juni die Möglichkeit, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen. Der Zugang zur Impfung soll möglichst unbürokratisch erfolgen.

    Das Ambulatorium Kanonengasse des Stadtärztlichen Dienstes werde das niederschwellige Impfangebot betreiben, teilte die Stadt Zürich am Donnerstag mit. Die benötigten Impfdosen werden vom Kanton zur Verfügung gestellt.

    Impfwillige Personen brauchen laut Mitteilung keine Krankenversicherung und müssen sich auch nicht ausweisen. Die medizinischen Voraussetzungen für die Impfung werden wie üblich abgeklärt.

  • 10:12 Uhr
    Schweizer*innen kaufen lieber online ein

    Die Corona-Pandemie hat das Shoppingverhalten laut einer HSG-Studie grundlegend verändert. Auch nach der Wiedereröffnung der Läden bleiben viele Konsumenten den Geschäften fern.

    Im Gegensatz zu früheren Jahren würden mittlerweile rund 40 Prozent der Befragten stationäre Läden meiden und sich Waren und Dienstleistungen lieber nach Hause liefern lassen. Noch 2017 hätten 56 Prozent der Befragten noch angegeben, am liebsten im Geschäft einzukaufen. Damit habe die Pandemie dazu geführt, dass der Onlineshop den traditionellen Laden als bevorzugten Einkaufskanal abgelöst habe, heisst es.

    Die Befragung hat sechs Monate nach dem ersten Lockdown im November 2020 stattgefunden, als die Läden rund ein halbes Jahr wieder offen waren.

    Eine Passantin traegt zwei volle Einkaufstaschen durch die Altstadt von Bern, am Donnerstag, 24. Dezember 2020. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)
    Die Corona-Pandemie hat den Trend verstärkt: In der Schweiz shoppte man Ende 2020 bevorzugt im Internet als im Laden. 
    Keystone/Peter Klaunzer
  • 8:51 Uhr
    Über 1000 britische Covid-Patienten im Spital

    Die Zahl der Spital-Patienten mit Covid-19 ist in Grossbritannien wieder deutlich angestiegen. Erstmals seit Mitte Mai liegt die Zahl wieder über 1000, wie die BBC am Donnerstag berichtete. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg auf rund 49, nachdem sie wochenlang knapp über 20 gelegen hatte. Wissenschaftler sprechen vom Beginn einer dritten Corona-Welle, die durch die Ausbreitung der wohl sehr ansteckenden, zunächst in Indien entdeckte Delta-Variante verursacht wird.

    Mittlerweile haben mehr als 54 Prozent der erwachsenen Briten einen vollständigen Impfschutz, mehr als 77 Prozent immerhin die erste Dosis bekommen. Allerdings gilt der Schutz der Erstimpfung bei der Delta-Variante als deutlich geringer als bei anderen Typen.

  • 8:08 Uhr
    USA spendet halbe Milliarde Impfdosen

    Die USA wollen eine halbe Milliarde Impfdosen an Dutzende arme Länder der Welt verteilen. Nach Angaben des Weissen Hauses sollen die Dosen des Impfstoffs von Pfizer/Biontech an 92 Länder mit niedrigem und niedrigem mittleren Einkommen sowie an die Afrikanische Union gespendet werden. 200 Millionen Dosen sollen zwischen August und Ende des Jahres geliefert werden, die übrigen 300 Millionen bis Juni 2022. US-Präsident Joe Biden werde den «historischen» Schritt an diesem Donnerstag verkünden, erklärte das Weisse Haus.

    epa09258800 US President Joe Biden waves as he arrives at Cornwall Airport in Newquay, Britain, 09 June 2021. Biden arrives in Britain to attend the G7 summit held in Cornwall in from 11 to 13 June 2021. EPA/NEIL HALL / POOL
    Präsident Joe Biden wird die Spendenaktion gemäss dem Weissen Haus heute verkünden.
    Keystone/EPA/Neil Hall
  • 07:10 Uhr
    Bis zu 350'000 Schweizer*innen haben Long Covid 

    Das Bundesamt für Gesundheit hat die Ergebnisse von rund 70 Long-Covid-Studien analysiert. Diese zeichnen ein unterschiedliches Bild: Bei Hospitalisierten berichteten zwischen 50 und 75 Prozent von Folgeschäden drei Monate nach ihrer Corona-Infektion. Bei Nicht-Hospitalisierten seien es zwischen 2,5 und 53 Prozent, schreibt der  Blick. Demnach dürfte es in der Schweiz zwischen 30'000 und 350'000 Personen geben, die von Long Covid betroffen sind. Unklar ist, wie lange die Krankheit dauert. Es ist jedoch laut Blick gesichert, dass die Erkrankung auch länger als sechs Monate dauern kann.

  • 5:45 Uhr
    Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland unter 20

    Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 3187 Corona-Neuinfektionen gemeldet.

    Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 4640 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI mit bundesweit 19,3 an (Vortag: 20,8; Vorwoche: 34,1).

    Deutschlandweit wurden binnen 24 Stunden 94 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 166 Tote gewesen.

  • 4:55 Uhr
    Starker Anstieg der Impfbereitschaft in der Schweiz

    In der Schweizer Bevölkerung ist die Bereitschaft, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen, im ersten Halbjahr 2021 stark angestiegen.

    Bei den über 70 Jahre alten Personen sei die Impfbereitschaft hervorragend, sagt Christoph Berger, Präsident der Eidgenössischen Kommission für Impffragen, in einem Interview mit den Tamedia-Zeitungen (Donnerstagausgabe). Generell sei die Impfbereitschaft in der Schweiz in den letzten Jahren grösser geworden. «Dies, ohne dass die Politik grossen Druck gemacht hätte», sagt der Impfchef.

    Generell lasse sich sagen, dass die Impfwilligkeit mit dem Alter zunehme. Für jene, die jetzt geimpft würden, sei das Coronavirus weniger gefährlich. Die 20- bis 40-Jährigen gingen wegen Covid-19 seltener ins Spital als die 50- bis 70-Jährigen. Es sei deshalb richtig, dass die jüngere Generation eine Impfung anders überlege.

    Die Angst vor Spätfolgen wegen des Coronavirus hält Berger für unbegründet. Dass ein Wirkstoff erst nach Jahren Folgen zeige, gebe es praktisch nie. Spätfolgen würden in der Regel in den ersten Monaten sichtbar. Für wenig wahrscheinlich hält der Präsident der Impfkommission, dass es dereinst eine Herdenimmunität geben wird.

    Christoph Berger, Praesident Eidgenoessische Kommission für Impffragen EKIF, spricht waehrend einer Medienkonferenz zur aktuellen Situation des Coronavirus, am Dienstag, 5. Januar 2021 in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)
    «Die 16- bis 25-Jährigen überlegen sich eher, ob sie Covid durchmachen und auf diese Weise immun werden wollen», sagt Christoph Berger, Präsident der Eidgenössischen Kommission für Impffragen.
    KEYSTONE
  • 4:12 Uhr
    Am G7-Gipfel müssen Spitzenpolitiker jeden Tag zum Test

    Persönliche Begegnungen zwischen Spitzenpolitikern sind während der Corona-Pandemie selten geworden, Gipfeltreffen wie nun der G7 in Grossbritannien umso mehr. Doch der britische Premier Boris Johnson, der in diesem Jahr den G7-Vorsitz innehat, wollte unbedingt einen «echten» Gipfel – nicht nur einen virtuellen.

    Die Schutzmassnahmen sind enorm und haben personelle Folgen. So können etwa deutlich weniger Journalisten anreisen als sonst und die, die da sind, müssen sich täglich auf das Virus testen. Ohne tagesaktuelles, negatives Ergebnis darf kein Reporter ins Pressezentrum.

    Ähnliches gilt allerdings auch für die Spitzenpolitiker und ihre Entourage: «Alle Delegationsmitglieder müssen sich einem strengen täglichen Testregime im Vorfeld und während der Reise unterziehen, zudem gelten durchgehend die Abstands- und Hygieneregeln», teilte ein Sprecher der Bundesregierung mit.

    Für den Trip nach Cornwall und danach zum Nato-Gipfel nach Brüssel gelten für Kanzlerin Angela Merkel und ihre Delegation deshalb scharfe Vorsichtsmassnahmen. Weil Grossbritannien als Gebiet eingestuft ist, in dem eine hochaggressive Virusvariante grassiert, wird am Freitag eine deutlich verkleinerte Delegation mit ihr nach Cornwall fliegen. Auf eine Begleitung durch Journalisten im Regierungs-Airbus verzichtet sie diesmal anders als sonst ganz.

    Merkel gilt als extrem vorsichtig im Umgang mit Corona. Vor allem aber sieht sich die Kanzlerin als Vorbild: Nachdem sie immer auf harte Corona-Beschränkungen bestanden hat, um die Pandemie einzudämmen, will sie sich nicht nachsagen lassen, es mit den Vorschriften selbst nicht so genau zu nehmen. Zudem ist Merkel erst einmal gegen Corona geimpft – am 16. April hatte sie sich das Mittel von Astrazeneca spritzen lassen.

    Und warum müssen Merkel und die Mitglieder ihrer Delegation nicht wie sonst in Deutschland für Privatreisende vorgeschrieben 14 Tage lang in Quarantäne, wenn sie aus einem Virusvariantengebiet wie Grossbritannien kommen? Ein Regierungssprecher nennt gleich drei Gründe: Die Rahmenbedingungen der Reise, die Kürze des Aufenthalts – der Gipfel dauert nur zwei Tage – und, am wichtigsten, eine Ausnahmevorschrift in der deutschen Coronavirus-Einreise-Verordnung.

    epa09256688 German Chancellor Angela Merkel wears a face mask and gestures prior to the weekly meeting of the German Federal cabinet in the conference hall of the Chancellery in Berlin, Germany, 09 June 2021. EPA/FILIP SINGER / POOL
    Angela Merkel gilt als extrem vorsichtig im Umgang mit Corona – und das nicht nur, weil sie Ende März 2020 in der ersten Pandemiewelle in Quarantäne musste. Damals hatte sie Kontakt zu einem Arzt, der anschliessend positiv auf das Virus getestet worden war. EPA/FILIP SINGER / POOL
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  • 3:36 Uhr
    Illegales Impfzentrum in Panama aufgeflogen

    In Panama ist ein unerlaubtes Corona-Impfzentrum entdeckt worden. In einem Büro- und Wohngebäude in Panama-Stadt wurden angeblich die Impfstoffe von Pfizer und Biontech sowie von Astrazeneca verabreicht, wie der Gesundheitsminister des mittelamerikanischen Landes, Luis Sucre, am Mittwoch im TV-Sender Telemetro sagte. Es werde noch untersucht, ob die Vakzine echt waren.

    Es wurden demnach auch Büros eines Privatlabors untersucht. Festnahmen gab es zunächst keine. Nach einem Bericht der Zeitung «La Prensa» liessen sich an dem Ort im gehobenen Stadtviertel Coco del Mar allein an einem Tag mindestens 17 Menschen impfen. In Panama darf nur der Staat Corona-Impfstoff ankaufen und verabreichen.

    Erst rund neun Prozent der gut vier Millionen Einwohner Panamas sind bisher vollständig gegen das Coronavirus geimpft worden. Seit Beginn der globalen Pandemie wurden dort knapp 384'000 Corona-Infektionen und mehr als 6400 Todesfälle offiziell registriert. Die Sterberate liegt nach Zahlen der Johns-Hopkins-Universität in den USA bei 150,9 pro 100'000 Einwohner und damit deutlich höher als in Deutschland.

    Tourists take photographs from the Casco Viejo neighborhood, at sunset in Panama City, Sunday, May 30, 2021. (AP Photo/Arnulfo Franco)
    Menschen am Strand fotografieren den Sonnenuntergang über Panama-Stadt. (AP Photo/Arnulfo Franco)
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