Corona, Erkältung, RS-Viren Krankheitswelle erfasst die Schweiz

Red.

30.11.2023

Krank im Bett – glücklich ist, wer einen Pflegenden hat.
Krank im Bett – glücklich ist, wer einen Pflegenden hat.
Symbolbild: KEYSTONE

Krankheitsfälle in der Schweiz häufen sich: Gerade die Verkehrsbetriebe mit viel Kundenkontakt sind zuerst betroffen und schränken zum Teil ihr Angebot ein. Ein Experte warnt vor einer harten Grippesaison.

Red.

30.11.2023

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Erkältungssaison eingeläutet: Krankheitsausfälle häufen sich.
  • Das zeigt sich in den Verkehrsbetrieben in Basel, Luzern und Zürich, die zum Teil ihr Angebot einschränken müssen.
  • Bei Nasen-Rache-Abstrichen werden bei 32 Prozent Corona- und bei 21 Prozent Erkältungsviren festgestellt.
  • Viren, die Erkrankungen der Atemwege verursachen, liegen erst bei 3,9 Prozent. Tendenz: steigend.
  • Ein Infektiologe warnt vor Ausfällen im ÖV und Spitälern, die wegen der Infektionen wie auch wegen erkranktem Personal überlastet sein werden.

Eine Krankheitswelle hat die Schweiz erfasst: Sie zeigt sich besonders durch den Personalausfall in Verkehrsbetrieben. Diese wird durch eine Kürzung des Angebots sichtbar. Doch auch Gesundheitseinrichtungen und anderen Branchen sind betroffen, weil sich Mitarbeitende krankmelden.

Dass es in diesem Winter mehr Ausfälle geben wird, als zuletzt, sei absehbar gewesen, erklärt ein Infektiologe «20 Minuten»: «Während der Pandemie ging die Zahl der Infektionen mit üblichen Krankheitserregern wie Influenzaviren oder RSV aufgrund der Hygiene- und Schutzmassnahmen stark zurück», begründet das Andreas Widmer.

Nach der Aufhebung der Massnahmen habe die Immunität abgenommen, während die Viren gleichzeitig mutiert seien. Dass Herr und Frau Schweizer nun anfälliger für Infektionen als damals seien, habe in verschiedenen Bereichen Folgen.

Corona bei jedem dritten Abstrich 

«Die Notfallstationen werden sowohl wegen des Personalmangels als auch der Infektionen überlastet sein», prophezeit Widmer. «Im Zugverkehr kann es zu mehr Ausfällen oder Verspätungen kommen.» Die empfohlenen Impfungen des Bundesamtes für Gesundheit sollten wahrgenommen werden, rät der Infektiologe.

Aktuelle räumliche Verteilung der bestätigten Corona-Infektionen in der Schweiz. 
Aktuelle räumliche Verteilung der bestätigten Corona-Infektionen in der Schweiz. 
BAG

Das BAG legt aktuell Menschen über 65 Jahren eine Grippeimpfung nahe, die chronische Krankheiten oder eine Immunschwäche haben. Das gilt aber auch für Schwangere und jene Personen, die mit gefährdeten über 65-Jährigen zu tun haben. Die Covid-19-Impfung sollten laut BAG alle über 65 sowie Personen ab 16 Jahren machen, die chronisch krank sind.

Aktuell wird bei den Nasen-Rachen-Abstrichen in 32 Prozent das Coronavirus und in 21 Prozent der Fälle Rhinoviren nachgewiesen, die Erkältungen auslösen, schreibt «20 Minuten» mit Verweis auf das BAG. In 3,9 Prozent der Proben werde das RS-Virus alias RSV entdeckt: Dieses Humane Respiratorische Synzytial-Virus verursacht Erkrankungen der Atemwege. Tendenz: steigend. Die Grippesaison stehe erst am Anfang.

Verkehrsbetriebe besonders betroffen

Und dennoch wirkt sie sich besonders dort schon aus, wo Menschen viel Kontakt mit anderen haben: Die Verkehrsbetriebe sind die ersten Opfer der sich aufbauenden Krankheitswelle.

Zeitliche Entwicklungen der bestätigten Corona-Infektionen. 
Zeitliche Entwicklungen der bestätigten Corona-Infektionen. 
BAG

«In den vergangenen Tagen hat sich die Lage derart zugespitzt, dass die zuständige Stelle bei den Verkehrsbetrieben Luzern diverse Kurse kurzfristig ausfallen lassen musste», klagt deren Sprecher Sämi Deubelbeiss.

Auch bei den Basler Verkehrsbetrieben sei die Situation im Fahrdienst «angespannt», sagt Sprecher Matthias Steiger «20 Minuten». Die Zürcher Verkehrsbetriebe verzeichnen demnach ebenfalls mehr Ausfälle: Mit dem Fahrplanwechsel am 10. Dezember müsse deshalb das Angebot auf einigen Linien wie etwa dem 15er-Tram eingeschränkt werden.