Tausende demonstrieren in Chur gegen Corona-Massnahmen

Agenturen/toko

6.3.2021

In Chur haben über 4000 Personen gegen die Corona-Massnahmen demonstriert. Unterdessen meldet der Kanton Bern 103 Neuinfektionen. Die Ereignisse des Tages im Überblick.

Agenturen/toko

6.3.2021

In Chur haben am Samstag über 4000 Personen gegen die Behördenanordnungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie demonstriert. Kundgebungen dieser Art fanden bereits in anderen Schweizer Städten statt, aber mit geringerer Teilnahme.

Aufgerufen zum Protestmarsch für eine verhältnismässige Corona-Massnahmenpolitik hatte der Verein «Stiller Protest». Die Demonstration wurde von der Churer Stadtpolizei unter Auflagen bewilligt. Bedingung für die Durchführung der Kundgebung war unter anderem eine Maskentragpflicht.

Der friedliche Protestmarsch durch die Churer Altstadt beeindruckte durch seine Länge. Nach Angaben der Stadtpolizei marschierten über 4000 Personen schweigend durch die Gassen. Zeitweise machten sich Leute mit einem rhythmischen Klatschen bemerkbar. Viele Kundgebungsteilnehmer hatten sich weisse Schutzanzüge übergezogen.

103 Neuinfektionen im Kanton Bern

Der Kanton Bern hat 103 neue Coronafälle gemeldet – einen mehr als am Freitag und sieben weniger als vor einer Woche. Die Zahl der Covid-19-Todesfälle verharrte bei 999.

Ganz leicht gestiegen ist im Vergleich zur Vorwoche der Sieben-Tages-Schnitt bei den Infektionen. Zwischen dem 21. und dem 27. Februar betrug er 92 pro Tag, nun sind es 93.

Der Kanton Bern meldete am Samstag auf seiner Corona-Internetseite weiterhin 62 mit Covid-19 hospitalisierte Personen. 17 davon liegen auf der Intensivstation. Diese Zahlen wurden seit Freitag nicht aktualisiert.

Luzerner Gesundheitsdirektor wird bedroht

Die Stimmung im Kanton Luzern sei mit der anhaltenden Coronakrise angespannt, einige Menschen seien müde, sagt der Luzerner Regierungspräsident Reto Wyss in einem Interview. Sein Regierungskollege, Gesundheitsdirektor Guido Graf (CVP), werde denn auch immer wieder beschimpft, beleidigt und bedroht.

Die meisten Drohungen würden zwar anonym vorgebracht, sagte Wyss in einem Interview mit Publikationen der CH Media. In einigen Fällen sei der Urheber aber durchaus zu eruieren. «Wichtig ist, dass wir Nulltoleranz zeigen», so der CVP-Politiker.

Solche Beschimpfungen und Drohungen verurteile die Regierung «aufs Schärfste». Sie gehe auch strafrechtlich «konsequent dagegen vor».


Die Ereignisse des Tages im Überblick:

Das Wichtigste in Kürze:

  • In Chur haben 4000 Personen gegen die Corona-Massnahmen demonstriert.
  • Der Kanton Bern verzeichnet 103 Neuinfektionen, der Sieben-Tages-Schnitt stieg leicht.
  • Die Walliser CVP-Staatsräte Christophe Darbellay und Roberto Schmidt geraten wegen eines Restaurantbesuchs in Erklärungsnot.
  • Unternehmen in Grossbritannien können ab sofort kostenlose Corona-Schnelltests für ihre Beschäftigten beantragen.
  • Laut dem Luzerner Regierungspräsident Reto Wyss wird der kantonale Gesundheitsminister immer wieder bedroht.
  • Coop-Präsident Hansueli Loosli rechnet mit einem Nachholeffekt

17.44 Uhr: Wir beenden den Live-Ticker am Samstag

17.33 Uhr: Nordrhein-Westfalen nimmt schwerkranke Corona-Patienten aus der Slowakei auf

Das deutsche Bundesland Nordrhein-Westfalen nimmt schwerkranke Corona-Patienten aus der stark von der Pandemie betroffenen Slowakei auf. Wie NRW-Europaminister Stephan Holthoff-Pförtner mitteilte, sollten noch am Samstag zwei Patienten mit Chartermaschinen aus der Slowakei nach Deutschland geflogen und in eine Klinik in Dortmund gebracht werden. In den nächsten Tagen könne Nordrhein-Westfalen weitere schwerkranke slowakische Patienten aufnehmen. Insgesamt habe die Landesregierung der slowakischen Seite aktuell zehn Plätze angeboten.

«Gerade in der Pandemie gilt es, Solidarität zu beweisen», erklärte Holthoff-Pförtner in Düsseldorf. «Europa steht in der Pandemie zusammen», betonte er. In den nordrhein-westfälischen Kliniken gebe es Kapazitäten, um kurzfristig Patienten aus der Slowakei medizinisch zu versorgen.

Die Slowakei ist von der Pandemie derzeit besonders stark betroffen und hat aktuell die höchste Corona-Todesrate der Welt. Zuletzt starben in dem EU-Land  pro 100'000 Einwohner 24 Infizierte.

16.52 Uhr: 4000 Corona-Skeptiker demonstrieren in Chur

In Chur haben über 4000 Personen gegen die Behördenanordnungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie demonstriert. Kundgebungen dieser Art fanden bereits in anderen Schweizer Städten statt, aber mit geringerer Teilnahme.

Aufgerufen zum Protestmarsch für eine verhältnismässige Corona-Massnahmenpolitik hatte der Verein «Stiller Protest». Die Demonstration wurde von der Churer Stadtpolizei unter Auflagen bewilligt. Bedingung für die Durchführung der Kundgebung war unter anderem eine Maskentragpflicht.

Der friedliche Protestmarsch durch die Churer Altstadt beeindruckte durch seine Länge. Nach Angaben der Stadtpolizei marschierten über 4000 Personen schweigend durch die Gassen. Zeitweise machten sich Leute mit einem rhythmischen Klatschen bemerkbar. Viele Kundgebungsteilnehmer hatten sich weisse Schutzanzüge übergezogen.

Auf dem Marsch brachten die Demonstrierenden ihre Anliegen vor allem mit Aufschriften zum Ausdruck. Auffällig oft auf hochgehaltenen Tafeln zu lesen stand: «Finger weg von unseren Kindern». Andere schrieben «Stopp Diktatur» auf einen Karton. Wiederum andere forderten: «Wir brauchen keinen Polizeistaat». Zudem wurden Fahnen mit dem Schweizer Kreuz geschwungen.

Den Versammlungsschluss bildete der Auftritt mehrerer Redner auf der Churer Quaderwiese. Dabei wurde vor allem Kritik an der Politik des Bundesrates geäussert.

Einen Auftritt hatte auch der Prättigauer SVP-Grossrat Ruedi Weber. Dessen Rede zur Corona-Situation hatte unlängst im Bündner Kantonsparlament hatte für Aufsehen gesorgt, auch und überwiegend im Internet. Weber wurde gelobt, weil er den Leuten angeblich aus dem Herzen gesprochen hatte.

16.12 Uhr: Stadtpolizei Zürich löst diverse Menschenansammlungen auf

Die Stadtpolizei Zürich hat in der Nacht auf Samstag mehrere Menschenansammlungen, Partys und Treffen von Fahrzeuglenkenden aufgelöst. Sie hätten gegen die geltende Covid-Verordnung verstossen, teilte die Polizei mit. Dutzende von Bussen wurden ausgestellt.

Im Verlaufe des Freitagabends seien bei der Stadtpolizei Zürich mehrere Meldungen von grösseren Menschenansammlungen vor Bars und Restaurants im Kreis 4 eingegangen. Wo nötig hätten die Einsatzkräfte eingegriffen und die Ansammlungen aufgelöst. Vereinzelt seien wegen Verstössen gegen die geltende Covid-Verordnung Ordnungsbussen ausgestellt worden.

Kurz vor 22.00 Uhr sei eine Party in einer Liegenschaft im Kreis 5 gemeldet worden. Vor Ort habe sich herausgestellt, dass in der besagten Liegenschaft in zwei Wohnungen Partys in Gang waren. Diese seien durch die Polizei beendet und 24 Personen gebüsst worden.

Kurz vor Mitternacht sei der Stadtpolizei gemeldet worden, dass sich im Wipkingerpark im Kreis 10 mehrere Dutzend Personen aufhalten und auch Feuerwerk zündeten. Die Polizei habe die Ansammlung aufgelöst.

In den Kreisen 2, 8 und 10 trafen sich erneut grössere Gruppierungen von Autolenkenden mit ihren Fahrzeugen, wie es weiter heisst. Diese seien durch die Polizei kontrolliert und die Ansammlungen ebenfalls aufgelöst worden. Dabei seien 90 Personen weggewiesen und 78 Ordnungsbussen ausgestellt worden.

15.57 Uhr: Präsident Paraguays bittet alle Minister um Rücktritt

Nach Krawallen bei einer Demonstration gegen den Umgang der Regierung mit der Coronakrise hat Paraguays Präsident Mario Abdo Benítez alle Kabinettsminister zum Rücktritt aufgefordert. Der Präsident habe die Botschaft der Bürger gehört, sagte Kommunikationsminister Juan Manuel Brunetti am Samstag vor Journalisten. «Er hat alle Mitglieder des Kabinetts gebeten, ihre Posten zur Verfügung zu stellen.»

In dem südamerikanischen Land steht das Gesundheitswesen vor dem Kollaps. Zuletzt musste die Regierung einräumen, dass es an wichtigen Medikamenten für die Behandlung von Covid-19-Patienten mangelt und fast alle Betten auf den Intensivstationen der öffentlichen Krankenhäuser belegt sind. Gesundheitsminister Julio Mazzoleni trat aufgrund des öffentlichen Drucks am Freitag zurück.

15.36 Uhr: Finnland verschiebt wegen Corona Kommunalwahlen

Wegen der Corona-Pandemie hat Finnland die für den 18. April geplanten Kommunalwahlen auf den 13. Juni 2021 verschoben. Das teilte das Justizministerium in Helsinki mit. Acht der neun im Parlament vertretenen Parteien hätten der Verschiebung zugestimmt. Nur die rechtsnationale Partei der Finnen, die mit den regierenden Sozialdemokraten in den Umfragen um Platz eins kämpft, ist dagegen. Für die Terminverschiebung hatten sich die Gesundheitsämter stark gemacht. Das Land mit 5,5 Millionen Einwohnern hat bisher 61'000 Corona-Fälle gezählt, wovon 760 Infizierte gestorben sind.

15.13 Uhr:  Gay Pride in Sydney völlig ohne Corona-Sorgen

Im grossen Cricket Ground von Sydney haben sich tausende Menschen zur alljährlichen Gay Pride versammelt, die völlig ohne Corona-Sorgen über die Bühne ging. Wegen der Pandemie wurde die Parade für die Rechte von lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans- und intergeschlechtlichen Menschen mit ihren 5000 Teilnehmern von der Innenstadt in das Stadion verlegt. Das Ereignis zog 36'000 Zuschauer an.

Die Anhänger der LGBTQ-Gemeinde verfolgten eine farbenfrohe und lautstarke Veranstaltung. Es sei «unglaublich, so viele Menschen völlig in Sicherheit bei einem Fest im Cricket Ground beisammen zu sehen», sagte der Arzt Bushan Joshi.

Obwohl die Gay Pride mit Tänzen und Feuerwerk einherging, zeigten sich einige Teilnehmer unzufrieden, dass der traditionelle Rahmen der Innenstadt verlassen werden musste. Mehrere hundert Anhänger der LGBTQ-Bewegung veranstalteten sogar eine Kundgebung auf dem sonst üblichen Weg der Gay Pride durch die Stadt. Die Kundgebung auf der Strasse gehöre zu den wichtigen Aspekten, weil sie für den Kampf der Bewegung für die Rechte dieser Minderheiten stehe, sagte Charlie Murphy, der Veranstalter dieses Zugs.

Zahlreiche Einwohner begaben sich zu Feiern in Bars und Pubs, denn schon seit 48 Stunden hatte es im gesamten Bundesstaat New South Wales keine einzige gemeldete Infektion mit dem Coronavirus gegeben. Die Einwohner von Sydney waren auch deshalb in Feierlaune, weil ihr Land im internationalen Vergleich im Umgang mit der Corona-Krise gut abschneidet. Seit Pandemie-Beginn wurden in dem Land mit 25 Millionen Einwohnern nur 29'000 Infektionen und gut 900 Todesfälle registriert.

Australier feiern Mardi Gras im Stadion

Australier feiern Mardi Gras im Stadion

Auch in der Pandemie wollen sich Lesben und Schwule in Australien ihr traditionelles Mardi-Gras-Festival nicht nehmen lassen. Dieses Jahr wurde die farbenfrohe Parade ins Cricket-Stadion von Sydney verlegt.

06.03.2021

14.34 Uhr: Dalai Lama bekommt erste Corona-Impfung

Der Dalai Lama hat seine erste Impfdosis gegen das Coronavirus erhalten. Das geistliche Oberhaupt der Tibeter bekam in einem Krankenhaus im nordindischen Dharamsala eine Spritze verabreicht. Danach forderte er andere Menschen auf, mutig zu sein und sich impfen zu lassen. Um einige schwere Probleme zu verhindern, sei diese Injektion sehr hilfreich, sagte der 85-Jährige.

Der Arzt G.D. Gupta sagte Reportern, der Dalai Lama sei nach der Impfung für einen Zeitraum von 30 Minuten beobachtet worden. «Er hat angeboten, wie ein normaler Mensch ins Krankenhaus zu kommen und geimpft zu werden.» Zehn weitere Menschen seien ebenfalls immunisiert worden, die in dem Anwesen des Dalai Lamas wohnen. Alle elf bekamen das gemeinsam von Astrazeneca und der Oxford University entwickelte Vakzin.

Der Dalai Lama lebt seit 1959 in Dharamsala, als er nach einem Aufstand gegen die chinesische Führung aus Tibet flüchtete. Peking wirft ihm vor, eine Trennung Tibets von China anzustreben, was dieser abgestritten hat. Er sei kein Separatist, sondern trete lediglich für Autonomie und den Schutz der buddhistischen Kultur ein.

epa09055782 A handout photo made available by the Dalai Lama office shows Tibetan spiritual leader the Dalai Lama (R) greets the medical staff after receiving a COVID-19 vaccine in Dharmsala, India, 06 March 2021. Dalai Lama has received the first shot of the coronavirus vaccine and was not showing any adverse reaction to the vaccine said a medical officer. EPA/DALAI LAMA OFFICE HANDOUT HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES
Der Dailai Lama begrüsst die Pflegekräfte.
KEYSTONEEPA/DALAI LAMA OFFICE HANDOUT

14.04 Uhr: Hunderte demonstrieren in Chur gegen Corona-Massnahmen

In Chur haben sich mehrere hundert Personen versammelt, um gegen die Behördenanordnungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie zu demonstrieren. Kundgebungen dieser Art fanden bereits in anderen Schweizer Städten statt.

Aufgerufen zum Protestmarsch für eine vernünftige Corona-Massnahmenpolitik hatte der Verein «Stiller Protest». Die Demonstration wurde von der Churer Stadtpolizei unter Auflagen bewilligt. Bedingung für die Durchführung der Demonstration ist unter anderem eine Maskentragpflicht. Zudem muss der Protestmarsch polizeilich begleitet werden.

Zum Versammlungszeitpunkt um 13 Uhr hatten sich mehrere hundert Personen auf der Churer Quaderwiese eingefunden. Einige Demonstranten erschienen in weissen Schutzanzügen, andere schwenkten Fahnen und Transparente. Geplant sind ein Protestmarsch und eine abschliessende Kundgebung mit diversen Rednern.

In Chur versammelten sich am Samstagmittag mehrere hundert Personen, um gegen die Corona-Massnahmen der Behörden zu demonstrieren.
In Chur versammelten sich mehrere hundert Personen, um gegen die Corona-Massnahmen der Behörden zu demonstrieren.
Keystone/Ruedi Lämmler

13.47 Uhr: Run auf Schnelltests im deutschen Detailhandel

Der Verkaufsstart von Corona-Tests für den privaten Gebrauch ist bei Verbraucherinnen und Verbrauchern in Deutschland auf enormes Interesse gestossen. Etwa bei den Discountern Aldi Nord und Aldi Süd: «Die Selbsttests waren aufgrund der hohen Nachfrage in vielen unserer Filialen bereits nach kurzer Zeit ausverkauft», teilte ein Specher von Aldi Nord mit. Von Aldi Süd hiess es ebenfalls, dass die Tests bereits am Vormittag in den meisten Filialen «erwartungsgemäss ausverkauft» gewesen seien.

Auch Konkurrent Lidl hat mit dem Verkauf von Schnelltests begonnen — zunächst über seinen Onlineshop. «In Kürze"» würden Corona-Schnelltests zudem in allen Lidl-Filialen verkauft, heisst es vom Unternehmen.

13.23 Uhr: Ticket-Käufe lassen Server von Kölner Museum zusammenbrechen

Nach der viermonatigen Corona-Zwangspause bei den Museen im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen hat das Interesse an einer grossen Andy-Warhol-Ausstellung die Server des Kölner Museum Ludwig zusammenbrechen lassen.

Die Besucher konnten eigentlich die ersten Zeitfenster zum Besuch der Ausstellung in der neuen Woche buchen – doch das Interesse war so gross, dass die Seite innerhalb kürzester Zeit nicht mehr erreichbar war. «Unsere Techniker arbeiten auf Hochtouren», sagte eine Sprecherin.

Am Montag dürfen in dem Bundesland Museen, Zoos und weitere Einzelhandelsgeschäfte wieder öffnen – allerdings nur nach Terminbuchung. Das Kölner Museum Ludwig darf wegen der Vorgaben immer nur 73 Besucher für zwei Stunden in die lange erwartete Ausstellung lassen. Als eines der ersten Museen in NRW startete das Ausstellungshaus den Verkauf von Tickets – und wurde überrannt.

Das Museum Ludwig in Köln konnte sich vor Ticket-Anfragen kaum retten.
Das Museum Ludwig in Köln konnte sich vor Ticket-Anfragen kaum retten.
picture alliance / dpa

12.56 Uhr: 103 Neuinfektionen und leicht höherer Sieben-Tages-Schnitt im Kanton Bern

Der Kanton Bern hat 103 neue Coronafälle gemeldet – einen mehr als am Freitag und sieben weniger als vor einer Woche. Die Zahl der Covid-19-Todesfälle verharrte bei 999.

Ganz leicht gestiegen ist im Vergleich zur Vorwoche der Sieben-Tages-Schnitt bei den Infektionen. Zwischen dem 21. und dem 27. Februar betrug er 92 pro Tag, nun sind es 93.

Der Kanton Bern meldete am Samstag auf seiner Corona-Internetseite weiterhin 62 mit Covid-19 hospitalisierte Personen. 17 davon liegen auf der Intensivstation. Diese Zahlen wurden seit Freitag nicht aktualisiert.

12.49 Uhr: Magere Lohnerhöhung für Pfleger: Druck auf britische Regierung wächst

Wegen einer mageren Lohnerhöhung für Pflegekräfte im öffentlichen Dienst gerät die britische Regierung von Premierminister Boris Johnson immer stärker unter Druck. Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter planten, ihren Job aufzugeben, sagte Patricia Marquis von der Pflegekräftevereinigung Royal College of Nursing dem Times Radio. «Dieser Schlag ins Gesicht hat ihre Überzeugung bekräftigt, dass sie weder von der Regierung noch von Teilen der Öffentlichkeit so geschätzt werden, wie sie es gerne hätten.» Die Regierung will die Gehälter für den nationalen Gesundheitsdienst NHS um 1 Prozent erhöhen.

Die Vereinigung der NHS-Organisationen betonte, die Regierung habe in früheren Haushalten für das bevorstehende Finanzjahr 2021/22 ein Plus von 2,1 Prozent versprochen. Eine Gewerkschaft, die Zehntausende Pflegekräfte vertritt, drohte mit Streik. Die Regierung hatte betont, mehr als 1 Prozent sei angesichts von Rekordverschuldung und Ausgaben von Hunderten Milliarden Pfund wegen der Corona-Pandemie nicht möglich. Andere Mitarbeiter im Öffentlichen Dienst erhielten keine Lohnerhöhung.

Kritiker werfen der Regierung vor, sie vernachlässige die Pflegekräfte, auf deren Schultern die Last der Pandemie liege, erhöhe aber die Militärausgaben deutlich und gebe Millionen für ein neues TV-Studio für Regierungspressekonferenzen aus.

12.26 Uhr: Christophe Darbellay wegen Restaurantbesuch in Erklärungsnot

Die Walliser CVP-Staatsräte Christophe Darbellay und Roberto Schmidt wurden im Februar trotz Corona-Bestimmungen in einem Restaurant erwischt.

Die beiden geraten nun in Erklärungsnot. Einem Bericht von «La Liberté» zufolge hätten Regierungspräsident Christophe Darbellay und sein Parteikollege Roberto Schmidt im Februar in einem Restaurant in Conthey  gegessen, welches eigentlich geschlossen sein sollte.

Es habe sich um ein rein privates Treffen gehandelt, verteidigt sich Darbellay, «in einem grossen, leeren Raum». Roberto Schmidt hingegen wollte offenbar die «spontane Gastfreundschaft im familiären Kreis» nicht ablehnen, wie er gegenüber dem «Tages-Anzeiger» (kostenpflichtiger Inhalt) sagte. Demnach habe man zuvor nicht gewusst, dass bei dem Treffen ein Mittagessen serviert werden würde.

Der Walliser Regierungspräsident Christophe Darbellay
Der Walliser Regierungspräsident Christophe Darbellay gerät in Erklärungsnot.
KEYSTONE/LAURENT GILLIERON (Archivbild)

11.40 Uhr: Erstes Grosskonzert in Barcelona binnen Stunden ausverkauft

Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie soll es in Barcelona wieder ein grosses Popkonzert mit 5000 Zuschauern geben. Die Eintrittskarten für den Auftritt der spanischen Indie Popband Love of Lesbian am 27. März waren binnen Stunden ausverkauft, wie die Veranstalter auf Twitter mitteilten. «Vielen Dank für die unglaubliche Antwort auf dieses Vorhaben. Die Kultur ist sicher und jetzt mehr denn je notwendig», schrieben die Verantwortlichen beim Festivals per la Cultura Segura.

Bei dem Konzert in der für bis zu 24'000 Gästen ausgelegten Mehrzweckhalle «Palau de Sant Jordi» müssen die Fans erstmals keinen Sicherheitsabstand mehr halten. Allerdings gelten strenge Schutzmassnahmen.

So müssen alle, die überhaupt eine Eintrittskarte ergattert haben, am Tag des Konzerts in einem von drei speziellen Testzentren zwischen 08.00 Uhr und 16.00 Uhr einen Schnelltest machen, der negativ sein muss. Eingelassen werden nach Angaben der Veranstalter zudem nur registrierte Besucher im Alter zwischen 18 und 65 Jahren, die ein Smartphone mit mindestens IOS 11 oder Android 7 besitzen, um ein Programm für den Corona-Schnelltest herunterladen zu können. Zudem werden die persönlichen Daten der Teilnehmer nach dem Konzert mit denen der Gesundheitsbehörden abgeglichen.

Beim Eintritt in den Palau wird die Körpertemperatur gemessen und es werden FFP2-Masken verteilt werden, die während des Konzerts zu tragen sind. Für den Zuschauerbereich, der in drei Zonen unterteilt ist, soll es je eigene Eingänge, Barbereiche und Sanitäranlagen geben. Die Zuschauer dürfen dabei nicht von ihrer Zone in eine andere wechseln. Für eine besonders starke Belüftung solle gesorgt werden, betonten die Veranstalter.

11.15 Uhr: Gewalttätige Proteste gegen Umgang mit Corona-Pandemie in Paraguay

In Paraguays Hauptstadt Asunción sind bei gewaltsamen Protesten gegen den Umgang der Regierung mit der Corona-Pandemie rund 20 Menschen verletzt worden. Die Demonstranten plünderten Geschäfte und setzten Autos in Brand, die Polizei setzte Gummigeschosse und Tränengas ein. Gesundheitsminister Julio Mazzoleni erklärte seinen Rücktritt.

Die Demonstranten forderten den Rücktritt von Präsident Mario Abdo Benítez. Der Gesundheitsminister erklärte seinen Rücktritt nach einem Treffen mit Abdo. Der Senat hatte mit 30 von 45 Stimmen eine Resolution verabschiedet, in der Mazzolenis Rücktritt gefordert wurde. Der Gesundheitsminister war in den vergangenen Tagen unter anderem von Parlamentariern der Regierungspartei sowie von Gewerkschaftsvertretern aus dem Gesundheitssektor kritisiert worden.

«Wir befinden und in einer schwierigen Lage», sagte der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Hernan Martinez, vor dem Hintergrund steigender Corona-Zahlen. «Lasst uns Versammlungen vermeiden, das ist die einzige Möglichkeit, um einen Zusammenbruch des Gesundheitssystems zu verhindern.» In Paraguay gab es bislang rund 166'000 Corona-Infektionen und knapp 3300 Corona-Todesfälle.

10.42 Uhr: Britische Unternehmen können kostenlose Covid-Schnelltests beantragen

Unternehmen in Grossbritannien können nun kostenlose Corona-Schnelltests für ihre Beschäftigten beantragen. Auch Firmen mit weniger als 50 Angestellten könnten sich bis Ende März für das Angebot registrieren, teilte das Gesundheitsministerium in London mit. Die Tests zeigten spätestens nach einer halben Stunde ein Ergebnis. Sie würden dabei helfen, positiv Getestete sofort zu isolieren und Infektionsketten zu durchbrechen. Das Angebot ist zunächst bis Ende Juni kostenlos.

«Regelmässige Tests am Arbeitsplatz spielen eine zentrale Rolle bei unserem Rückweg in ein normales Leben», sagte Gesundheitsminister Matt Hancock. Die Tests könnten den Unterschied ausmachen, ob Arbeitsplätze offen bleiben können, betonte das Ministerium.

Der Stufenplan der Regierung sieht derzeit vor, dass frühestens am 21. Juni alle Corona-Massnahmen beendet sind. Zuletzt war die Anzahl der Neuinfektionen auch dank des Impfprogramms deutlich gesunken. Seit Anfang Januar gilt erneut ein Lockdown mit weitreichenden Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen. Die Massnahmen seien ein Erfolg gewesen, sagte der Chef des Statistikamts ONS, Ian Diamond, der BBC. Allerdings sei das Land noch lange nicht aus dem Gröbsten heraus.

An diesem Montag sollen im grössten britischen Landesteil England die Schulen wieder öffnen. Familien mit Schulkindern werden wöchentlich zwei Schnelltests pro Haushaltsmitglied angeboten.

10.23 Uhr: Wochenend-Lockdown um Département Pas-de-Calais erweitert

Seit diesem Wochenende herrscht im Kampf gegen die Corona-Pandemie in Frankreich nun auch im Département Pas-de-Calais am Ärmelkanal ein Wochenend-Lockdown. In Nizza am Mittelmeer und der nordfranzösischen Hafenstadt Dunkerque (Dünkirchen) gilt er bereits. Die dicht besiedelte Hauptstadtregion Paris und die Hafenstadt Marseille bleiben von solchen Einschränkungen bislang noch verschont. Sie gehören zu den insgesamt 23 Départements, in denen eine erhöhte Corona-Warnstufe herrscht.

Wegen der angespannten Corona-Lage dürfen in diesen Départements seit diesem Wochenende Nicht-Lebensmittelläden, die grösser als 10'000 Quadratmeter sind, nicht mehr öffnen. Paris hat zudem ein verstärktes Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen verhängt. So ist Alkoholkonsum ab sofort zum Beispiel an den Ufern der Seine, des Canal Saint-Martin, auf der Place du Tertre nahe der Basilika Sacré-Coeur und an vielen weiteren Orten der Stadt verboten.

In Frankreich gilt landesweit seit Wochen eine strenge Ausgangssperre ab 18 Uhr. Einkaufen oder Spaziergänge an der frischen Luft sind dann tabu. Ausnahmen gelten etwa für den Arbeitsweg. In dem Land mit rund 67 Millionen Einwohnern starben schon mehr als 87'500 Menschen nach einer Infektion mit dem Virus Sars-CoV-2.

10.04 Uhr: Erstes Konzert in Tel Aviv mit hunderten geimpften Menschen

Dank der Massenimpfungen gegen das neuartige Coronavirus hat in Israel ein Konzert mit hunderten Zuschauern stattgefunden. Rund 500 gegen Covid-19 geimpfte Menschen mit Masken kamen am Freitag in Tel Aviv in einem Stadion zusammen, das Platz für bis zu 30'000 Zuschauer bietet. Sie durften sich ein Konzert des israelischen Popsängers Ivri Lider anhören.

«Das ist echt cool. Ich bin so froh», sagte Konzertbesucherin Reut Gofer bei ihrer Ankunft im Stadion. «Ich hoffe, das ist der Beginn einer Zeit, in der wir zu unserem normalen Leben zurückkehren.» Das Konzert am Freitag war das erste von vier derartigen Musik-Veranstaltungen, die die Stadtverwaltung von Tel Aviv organisiert hat.

Nach einem dritten Lockdown zur Eindämmung der Corona-Pandemie hatte Israel im Februar mit schrittweisen Lockerungen der Restriktionen begonnen. So durften bereits Einkaufszentren, Fitnesstudios, Schwimmbäder, Hotels und einige kulturelle Einrichtungen wieder öffnen. In den meisten Fällen ist der Besuch aber Menschen vorbehalten, die gegen das neuartige Coronavirus immunisiert sind und daher ihre Einstufung in die Kategorie «grün» nachweisen können.

Israels Impfkampagne ist äusserst erfolgreich. Schon mehr als die Hälfte der neun Millionen Einwohner haben bereits beide Dosen des Corona-Impfstoffs von Biontech/Pfizer erhalten.

9.33 Uhr: Mehr als 9500 Neuinfektionen in Deutschland

In Deutschland sind innerhalb eines Tages mehr als 9500 Corona-Neuinfektionen gemeldet worden. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) unter Berufung auf Angaben der deutschen Gesundheitsämter mitteilte, wurden 9557 neue Ansteckungsfälle registriert. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz stieg auf 65,6. Am Vortag hatte dieser Wert 65,4 betragen.

Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Infektionen in Deutschland seit Beginn der Pandemie wuchs den Angaben zufolge auf 2'492'079. Laut RKI wurden ferner 300 Todesfälle im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion binnen 24 Stunden registriert. Die Gesamtzahl der erfassten Corona-Toten in Deutschland erhöhte sich damit auf 71'804. Die Zahl der von einer Corona-Infektion genesenen Menschen bezifferte das RKI mit rund 2,299 Millionen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg zuletzt wieder an, nachdem sie im Februar zwischenzeitlich auf unter 60 gefallen war. Bei dem Wert handelt es sich um die Zahl der Neuinfektionen pro 100'000 Einwohnern innerhalb dieses Zeitraums. Sie ist ein wesentlicher Massstab bei der Verhängung oder Lockerung von Corona-Restriktionen.

9.04 Uhr: Luzerner Gesundheitsdirektor wird bedroht

Die Stimmung im Kanton Luzern sei mit der anhaltenden Corona-Krise angespannt, einige Menschen seien müde, sagt der Luzerner Regierungspräsident Reto Wyss in einem Interview. Sein Regierungskollege, Gesundheitsdirektor Guido Graf (CVP), werde denn auch immer wieder beschimpft, beleidigt und bedroht.

Die meisten Drohungen würden zwar anonym vorgebracht, sagte Wyss in einem Interview mit Publikationen der CH Media vom Samstag. In einigen Fällen sei der Urheber aber durchaus zu eruieren. «Wichtig ist, dass wir Nulltoleranz zeigen», so der CVP-Politiker.

Solche Beschimpfungen und Drohungen verurteile die Regierung «aufs Schärfste». Sie gehe auch strafrechtlich «konsequent dagegen vor».

Die Stimmung sei aktuell angespannt, das spüre auch der Luzerner Regierungsrat. Einige Menschen seien müde und wollten verständlicherweise die Normalität zurück. Das merke er persönlich auch im Kontakt mit Branchenverbänden und Unternehmern.

8.42 Uhr: Coop-Präsident rechnet mit Nachholeffekt nach Ladenöffnungen

Die seit letzten Montag wieder geöffneten Läden in der Schweiz werden nach Ansicht von Hansueli Loosli, Verwaltungsratspräsident der Coop-Gruppe, in den nächsten Wochen einen Nachholeffekt spüren. Der Online-Handel ersetze das Einkaufserlebnis nicht.

«Die Menschen wollen wieder raus, Dinge ausprobieren und sich beraten lassen. Sobald die Gastronomie wieder öffnet, normalisiert sich die hohe Nachfrage bei den Lebensmitteln langsam. Und der Konsum ausser Haus dürfte gleichzeitig wieder wachsen», sagte Loosli in einem Interview mit der «Neuen Zürcher Zeitung».

Hansueli Loosli, Präsident des Coop-Verwaltungsrates, rechnet mit einem Nachholeffekt beim Konsum nach Öffnung der Läden. (Archivbild)
Hansueli Loosli, Präsident des Coop-Verwaltungsrates, rechnet mit einem Nachholeffekt beim Konsum nach Öffnung der Läden. (Archivbild)
KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS

In der Corona-Pandemie sei die Coop-Gruppe Gewinner und Verlierer. In den Supermärkten habe der Grossverteiler von der Schliessung der Restaurants profitiert. Etwa gleich viel Umsatz verloren habe Coop jedoch dadurch, dass der Abhol- und Belieferungs-Grosshandel für die Gastronomie geschlossen gewesen sei.

Im Non-Food-Bereich habe es trotz Schliessungen auch Gewinner gegeben, etwa im Online-Handel sowie bei den Bau- und Hobby-Märkten. Über alles gesehen habe die Coop-Gruppe die Umsätze im Vergleich zum Jahr 2019 halten können, sagte Loosli, der im Frühjahr altersbedingt als Verwaltungsratspräsident von Coop und Swisscom zurücktritt.

6.12 Uhr: Erste Corona-Impfungen für Menschenaffen — im Zoo von San Diego

Im Zoo von San Diego im US-Bundesstaat Kalifornien sind die ersten Menschenaffen gegen Covid-19 geimpft worden. Das bestätigte der Betreiber des Zoos, die San Diego Zoo Wildlife Alliance, am Freitag (Ortszeit) auf Twitter. «Der Impfstoff wurde speziell für Tiere entwickelt», hiess es weiter. Geimpft wurden laut «National Geographic» vier Orang-Utans und fünf Bonobos, demnächst sollen vier weitere Affen an der Reihe sein. Die Tiere erhielten jeweils nach drei Wochen ihre zweite Dosis.

«Den Tieren geht es gut und wir haben keine unerwünschten Reaktionen auf den Impfstoff festgestellt», sagte Darla Davis, Sprecherin der Wildlife Alliance, dem Sender CNN. Zuvor waren im Januar acht Gorillas des Zoos positiv auf das Virus getestet worden - und waren damit die ersten positiv getesteten Menschenaffen weltweit. Die Symptome waren jedoch mild und beschränkten sich auf Husten, Verstopfung und Müdigkeit. Die Affen haben sich seitdem vollständig erholt. Es wurde vermutet, dass sich die Tiere trotz Sicherheitsvorkehrungen des Zoos bei einem asymptomatischen Mitarbeiter angesteckt hatten.