Impfkommission kritisiert Ueli Maurer +++ Kantone rufen nach weiteren Lockerungen

Agenturen/toko

21.2.2021 - 17:45

Der Präsident der Impfkommission, Christoph Berger, hat Finanzminister Ueli Maurer für dessen Verzicht auf die zweite Impfung kritisiert. Weitere Kantone haben sich für schnellere Öffnungen ausgesprochen — nur der Aargauer Regierungsrat stellt sich hinter den Bundesrat. Die Ereignisse des Tages im Überblick.

Zahlreiche Kantone wollen, dass Gastronomiebetriebe bereits ab März Gäste zumindest auf den Terrassen bewirten dürfen. Am Sonntag teilten dies Graubünden, Tessin, Uri, Freiburg und Thurgau mit. Einzig der Aargau stellte sich bisher hinter den Bundesrat, der die Restaurants erst ab April wieder teilweise öffnen will.

Aus Sicht der Bündner Regierung ist die Strategie zur Lockerung der Corona-Massnahmen des Bundesrates zu wenig dynamisch und zu einseitig auf die begrenzenden Massnahmen fokussiert. Gastronomie-Betriebe sollen ihre Gäste ab März wieder auf den Terrassen bewirten können.

Der Tessiner Staatsrat will die Restaurants und Bars spätestens am 22. März wieder öffnen, zumindest tagsüber und entsprechend den Schutzplänen. Er fordert dies auch hinsichtlich der bevorstehenden Ostern und ist dagegen, nur die Aussenterrassen zu öffnen. Das sei zu restriktiv und diskriminierend gegenüber Lokalen ohne Aussenflächen.

Der Kanton Uri will, dass die Gastronomie-Betriebe ab dem 1. März Gäste auf ihren Terrassen bewirten dürfen. Mitte März solle neu beurteilt werden, ob die Restaurants komplett öffnen können. Er fordert aber vom Bundesrat eine raschere Kadenz der Lagebeurteilung und der Öffnungsschritte. Auch Freiburg schlägt vor, die Kadenz der künftigen Öffnungsschritte wo möglich von vier auf drei Wochen zu verkürzen. Restaurants sollen ab 22. März vollständig öffnen können.

Dem Regierungsrat des Kantons Thurgau gehen die vom Bundesrat geplanten ersten Lockerungen ebenfalls zu wenig weit. Er will, dass Restaurants ihre Aussenbereiche ab dem 1. März öffnen können. Damit könne der Corona-Müdigkeit der Bevölkerung entgegengewirkt werden. Anfang April sollen auch die Innenbereiche bewirtet werden können.

Impfkommission kritisiert Ueli Maurer

Der Präsident der Eidgenössischen Kommission für Impffragen, Christoph Berger, hat die Äusserungen von Finanzminister Ueli Maurer kritisiert. «Es ist wichtig, dass die Behörden klar und konsistent zu den Impfungen kommunizieren», sagte Berger gegenüber dem «Tages-Anzeiger» (kostenpflichtiger Inhalt).

Mit dem Verzicht auf die zweite Dosis gehe Maurer ein unnötiges Risiko ein. Berger forderte den Finanzminister auf, die zweite Impfung durchzuführen: «Wir können während einer Pandemie nicht auf unseren Finanzminister verzichten.»

Finanzminister Ueli Maurer hatte in einem Video-Livestream seiner Partei erklärt, auf die zweite Impfung verzichtet zu haben. «Ich bin zäh» führte er als Begründung an.

Marcel Salathé verlässt Taskforce

Der Epidemiologe Marcel Salathé hat die Covid-19-Taskforce verlassen. Er ist beteiligt an der Gründung einer neuen Organisation, die die wissenschaftlichen und technologischen Kompetenzen von Politik, Behörden und Gesellschaft stärken will.

Die Pandemie habe ihm aufgezeigt, wie rückständig die Schweiz in vielen technologischen Bereichen sei – insbesondere in der Digitalisierung, sagte Salathé in einem Interview mit der «Sonntagszeitung». «Wir sind im Daten-Blindflug; statt mit schnellen IT-Systemen versuchen wir, rasanten Entwicklungen mit Fax-Übermittlung beizukommen», sagte der Epidemiologe der ETH Lausanne.

Dem will Salathé mit der neuen Organisation entgegenwirken: «Unsere Hauptaufgabe sehen wir darin, technisches Know-how überall dort zu fördern, wo es der Gesellschaft als Ganzes nützt». Die neue Organisation mit dem Namen CH++ solle zudem aufzeigen, wo öffentliche Institution technologisch im Rückstand seien.


Die Ereignisse des Tages im Überblick:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Weitere Kantone fordern schnellere Öffnungen in der Gastronomie, der Aargauer Regierungsrat stellt sich hingegen hinter den Bundesrat.
  • Bei einem Massentest bei Hotel-Personal in Wengen wurde nur ein positiver Fall ermittelt.
  • Christoph Berger, Präsident der Impfkommission, hat Finanzminister Ueli Maurer für dessen Verzicht auf die zweite Impfung kritisiert.
  • Laut dem israelischen Gesundheitsministerium verhindert der Impfstoff von BionTech/Pfizer Erkrankungen zu 95,8 Prozent.
  • Der Epidemiologe Marcel Salathé verlässt die Covid-19-Taskforce des Bundes und gründet eine eigene Organisation.
  • Bundespräsident Guy Parmelin kritisiert Die Kantone in Bezug auf die Corona-Tests.

17.45 Uhr: Wir beenden den Live-Ticker am Sonntag

17.24 Uhr: 20'000 Impfdosen im Gazastreifen eingetroffen

20'000 Dosen des russischen Corona-Impfstoffs Sputnik sind im Gazastreifen eingetroffen. Die Lieferung sei von Ägypten aus über den Rafah-Grenzübergang in das Palästinensergebiet gebracht worden, teilten Repräsentanten der dort herrschenden islamistischen Hamas mit. Sie waren von den Vereinigten Arabischen Emiraten gespendet worden, um bei der Bekämpfung des Coronavirus in dem Küstenstreifen zu helfen.

Ein Sprecher des Hamas-Gesundheitsministeriums sagte, der neue Impfstoff solle von Montag an eingesetzt werden. Zunächst sollten medizinisches Personal, Patienten mit chronischen Erkrankungen und Organtransplantierte geimpft werden.

Es ist die grösste Lieferung von Impfstoff in den Gazastreifen seit Ausbruch der Corona-Pandemie vor einem Jahr. Am Mittwoch waren bereits 2000 von der russischen Regierung gespendete Impfdosen in dem Küstenstreifen eingetroffen.

Israel hatte 2007 eine Abriegelung des Gazastreifens verschärft, die von Ägypten mitgetragen wird. Beide Länder begründen die Massnahme mit Sicherheitserwägungen. Die Hamas wird von Israel, den USA und der EU als Terrororganisation eingestuft.

Im Gazastreifen leben etwas mehr als zwei Millionen Menschen auf sehr engem Raum unter teilweise miserablen Bedingungen und bei schlechter medizinischer Versorgung. Seit Beginn der Pandemie wurden in dem Gebiet mehr als 54'000 Infektionen und 543 Todesfälle registriert.

16.50 Uhr: Polizei löst in Appenzell Ausserrhoden Menschenansammlungen auf

An mehreren Orten im Kanton Appenzell Ausserrhoden hat die Polizei am Samstagnachmittag Menschenansammlungen von teilweise über hundert Personen aufgelöst. Die Anwesenden seien auf die Covid-Verordnung hingewiesen worden, teilte die Polizei mit. Da die Leute einsichtig waren und den Ort verliessen, mussten keine Bussen ausgestellt werden.

Nach einem Hinweis, dass sich in Schönengrund ein Fasnachtsumzug formiere, sei die Polizei mit mehreren Patrouillen ausgerückt und traf etwa 200 Personen auf den Strassen sowie rund 100 Personen auf dem Areal des Mehrzweckgebäudes an.

Nach dem Eintreffen der Polizei löste sich die Menschenansammlung auf dem Areal gemäss Mitteilung innerhalb kürzester Zeit auf. Die Personen auf den Strassen, die offensichtlich auf den Beginn des Umzuges warteten, wurden über die geltenden Bestimmungen der Covid-Verordnung aufmerksam gemacht. Die Gruppierungen lösten sich in der Folge auf, und es mussten keine Bussen ausgesprochen werden.

Im Verlaufe des Nachmittages musste die Kantonspolizei Appenzell Ausserrhoden nach eigenen Angaben erneut mit mehreren Patrouillen auf einem Sportplatz in Herisau intervenieren. Rund um den Platz hielten sich etwa 150 Personen in verschiedenen Gruppengrössen auf. Durch die Polizei wurden die Anwesenden auf die Covid-Verordnung, insbesondere auf die 5-Personen-Regelung, aufmerksam gemacht. Auch sie verliessen daraufhin den Ort.

16.19 Uhr: Zelt-Krankenhaus für Corona-Patienten in der Westukraine errichtet

Wegen Überlastung mit Corona-Patienten sind im Westen der Ukraine an einem Krankenhaus Zelte zur Behandlung aufgestellt worden. In Bohorodtschany im Gebiet Iwano-Frankiwsk seien somit 120 zusätzliche Betten bereitgestellt worden, teilte der Zivilschutzdienst mit. Auf Fotos war zu sehen, wie die Zelte mitten im Schnee direkt an der Klinik stehen. Die Karpatenregion unweit der EU-Aussengrenze weist seit etwa zwei Wochen in der Ukraine die höchsten Infektionszahlen aus.

Die Ursachen dafür sind unklar. Dem Land fehlen zur Feststellung von neuen Virusstämmen die Mittel. Proben müssen in ein Labor der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Deutschland geschickt werden. Landesweit war die Zahl der Neuinfektionen und der Krankenhauseinweisungen seit Dezember gesunken.

In der verarmten Ex-Sowjetrepublik wurde bisher trotz Ankündigung nicht mit Impfungen begonnen. Gesundheitsminister Maxim Stepanow flog deshalb überraschend nach Indien. In den nächsten Tagen sollen aus Indien die ersten 500'000 Impfdosen in Kiew eintreffen.

Seit März 2020 wurden in der Ukraine etwa 1,3 Millionen Infizierte registriert. Mehr als 25'000 Menschen starben mit dem Virus.

15.43 Uhr: Tessiner Kantonsrat will mit Restaurants Oster-Geschäft retten

Der Tessiner Staatsrat erachtet die geplanten Schritte zur Lockerung der Corona-Massnahmen sowohl zeitlich als auch inhaltlich als zu zurückhaltend. Die Restaurants und Bars sollen spätestens am 22. März geöffnet werden.

Zumindest tagsüber und entsprechend den bekannten Schutzplänen, wie die Kantonsregierung am Sonntag in einer Mitteilung schreibt. Der Staatsrat fordert dies auch hinsichtlich der bevorstehenden Feiertage. Er spricht sich dagegen aus, nur die Aussenterrassen zu öffnen sei. Das sei zu restriktiv, schwer zu unterstützen und diskriminierend gegenüber Lokalen ohne Aussenflächen.

Der Regierungsrat will grundsätzlich, dass die zweite Stufe — vorgesehen ab dem 1. April — auf den 22. März vorgezogen wird. So sollen bei den Kultur- und Sporteinrichtungen spätestens am 22. März auch Kinos, Theater und Indoor-Sport- und Freizeiteinrichtungen wieder erlaubt sein, allerdings mit Kapazitätsbegrenzungen.

Bei privaten Veranstaltungen fordert der Regierungsrat, dass bei Versammlungen in geschlossenen Räumen ab dem 1. März 10 Personen erlaubt sein sollen und dass bei den Jugendaktivitäten die Altersgrenze für sportliche und kulturelle Aktivitäten von 18 Jahren auf 20 Jahre angehoben wird.

Zudem sollen ab dem 1. März auch Erwachsene Amateursport im Freien betreiben dürfen — in Gruppen von bis zu 15 Personen. In geschlossenen Räumen soll Sport in Gruppen von bis zu fünf Personen erlaubt sein.

15.36 Uhr: Lockerungsplan für Bündner Regierung «zu wenig dynamisch»

Aus Sicht der Bündner Regierung ist die Strategie zur Lockerung der Corona-Massnahmen des Bundesrats zu wenig dynamisch und zu einseitig auf die begrenzenden Massnahmen fokussiert. Zudem gehe sie zu wenig weit: Die Bündner Regierung will, dass Gastronomie-Betriebe ihre Gäste ab März wieder auf den Terrassen bewirten können.

Die Regierung stelle mit Befremden fest, dass der Einbezug von Massnahmen wie präventives Testen in der Strategie des Bundes nicht vorgesehen sei, schreibt sie in einer Stellungnahme vom Sonntag. Aktives und präventives Testen seien neben den restriktiven Massnahmen aber eine gute Alternative, die bei Lockerungen zu honorieren seien.

Graubünden ist mit Massentests vorgeprescht und hat nach Schulen und Hotels Ende Januar begonnen, auch in Unternehmen Massentest durchzuführen.

Ohnehin seien die vorgeschlagenen Massnahmen zu beschleunigen und mit aktiven Testing-, Tracing- und, falls notwendig, mit lokalen Zusatzmassnahmen zu unterstützen. Den Kantonen sollen bei den Lockerungen der Corona-Massnahmen zudem mehr Freiheiten zugestanden werden. So sollen etwa Kantone, die über ein gutes Monitoring verfügten, schneller lockern dürfen, da negative Entwicklungen entsprechend schneller entdeckt würden.

Die vorgeschlagenen Öffnungsschritte erachtet die Regierung als willkürlich. Entsprechend könne nicht von einer umfassenden Strategie gesprochen werden. Die Regierung fordert eine Nachbesserung. Sollte der Bundesrat die Öffnung von Restaurant-Terrassen nicht zulassen wollen, solle er wenigstens Sitzgelegenheiten im Umfeld von Take-Away-Angeboten schweizweit erlauben.

Weiter fordert die Regierung, dass auch Kinos, Theater und ähnliche Institutionen mit Maskentragpflicht, sitzend und entsprechenden Abstandsregeln auf den 1. März 2021 geöffnet werden sollen.

15.27 Uhr: Luxemburgs Aussenminister Asselborn warnt Deutschland vor Grenzschliessungen

Luxemburgs Aussenminister Jean Asselborn hat Deutschland vor Grenzschliessungen wegen der Corona-Pandemie gewarnt. «Natürlich muss es angesichts der Virusmutationen Tests geben, aber wir müssen alles dafür tun, dass die Pendler ohne Einschränkungen zu ihren Arbeitsplätzen kommen», sagte Asselborn dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Er verwies darauf, dass Luxemburg auf Grenzpendler angewiesen sei. «60 Prozent der Beschäftigten in unseren Krankenhäusern, Altenheimen und Pflegeeinrichtungen sind Grenzgänger. Wenn diese Pendler nicht mehr einreisen können, dann bricht das Gesundheitssystem in Luxemburg zusammen.»

Nirgendwo sonst sei Europa so zusammengewachsen wie in dieser Region, sagte Asselborn. «Deutschland, Luxemburg, Frankreich und Belgien sind Gründungsmitglieder der EU und haben den Schengenraum ins Leben gerufen.»

Nicht notwendige Reisen müssten in der Pandemie leider unterbleiben, so Asselborn. «Aber wir dürfen den Hundertausenden von Grenzpendlern das Leben nicht unnötig schwer machen. Allein nach Luxemburg pendeln jeden Tag 100'000 Menschen aus Frankreich, 50'000 aus Deutschland und 50'000 aus Belgien.»

15.06 Uhr: Auch Thurgauer Regierungsrat fordert offene Restaurant-Terrassen per März

Dem Regierungsrat des Kantons Thurgau gehen die vom Bundesrat geplanten ersten Lockerungen zu wenig weit. So fordert er wie bereits andere Kantone, dass Restaurants ihre Aussenbereiche ab dem 1. März öffnen können.

Damit könne der Corona-Müdigkeit der Bevölkerung entgegengewirkt werde, schreibt der Regierungsrat am Sonntag in einer Mitteilung. Ausgenommen werden sollen dabei Bars und Clubs. Per Anfang April – oder bei günstiger epidemiologischer Entwicklung schon Ende März – sollen zudem die Innenbereiche bewirtet werden können.

Weiter fordert der Regierungsrat, dass an privaten Veranstaltungen im Innenbereich auch mehr als fünf Personen zugelassen werden, wenn sie lediglich aus zwei Haushalten stammen. Zudem sollen draussen an sportlichen und kulturellen Aktivitäten 15 statt fünf Personen teilnehmen können – unter Einhaltung der nötigen Schutzmassnahmen wie: kein Körperkontakt, Abstand und allenfalls Maskentragen.

De Regierungsrat des Kantons Thurgau fordert, dass Restaurants ihre Aussenbereiche ab dem 1. März öffnen können.
De Regierungsrat des Kantons Thurgau fordert, dass Restaurants ihre Aussenbereiche ab dem 1. März öffnen können.
KEYSTONE/ENNIO LEANZA

15.00 Uhr: Freiburg fordert schnellere und nachhaltigere Öffnungen

Der Kanton Freiburg fordert, die Corona-Massnahmen wo «immer möglich schneller und nachhaltiger zu lockern». Der Regierungsrat schlägt daher vor, die Kadenz der künftigen Öffnungsschritte von vorgesehenen wo möglich vier auf drei Wochen zu verkürzen.

Zudem spricht er sich gemäss Mitteilung für möglichst vollständige statt nur teilweise Öffnungen aus. So sollen die Restaurants bis zum 22. März vollständig öffnen können. Dabei sollen die Vorgabe von vier Personen an einem Tisch, strenge Hygienemassnahmen und begrenzte Öffnungszeiten am Abend gelten. Die Öffnungszeiten könne der Bundesrat je nach gesundheitlicher Lage festgelegt.

Der Regierungsrat begrüsst, dass Jugendliche wieder sportliche und kulturelle Aktivitäten unternehmen können. Allerdings soll das zulässige Alter von 18 Jahren auf 25 Jahre ausgeweitet werden. Weiter soll der Grenzwerte von 15 Personen im Freien sowohl für sportliche Aktivitäten als auch für private Veranstaltungen gelten.

Zudem solle geprüft werden, ob nicht auch Hallensportarten ohne Körperkontakt unter Berücksichtigung von bewährten Sicherheitskonzepten wieder zugelassen werden könnten. Als Beispiel wurde etwa Tennis oder Klettern genannt.

Bereits jetzt soll die zulässige Personenzahl für private Veranstaltungen in geschlossenen Räume erhöht werden können, sofern die epidemiologische Entwicklung dies zulasse.

Schliesslich ist die Exekutive gemäss Mitteilung der Ansicht, dass die Auswirkungen der Impfkampagne auf die am stärksten gefährdeten Personengruppen besser in die Strategie integriert werden sollten. Es müsse zudem eine ausreichende Flexibilität gewährleistet sein, um die Intensität der Massnahmen an die epidemiologische Lage anzupassen. Der Staatsrat sei insgesamt davon überzeugt, dass Vorsicht geboten sei, um Jojo-Effekte zu vermeiden.

14.49 Uhr: Kanton Uri verlangt Öffnung der Restaurant-Terrassen ab 1. März

Der Regierungsrat des Kantons Uri will, dass die Gastronomie-Betriebe ab dem 1. März ihre Terrassen öffnen können. Mitte März solle neu beurteilt werden, ob die Restaurants komplett aufgehen können.

Der Regierungsrat des Kantons Uri ist mit einer «vorsichtigen schrittweisen» Öffnung einverstanden, wie er in einer Mitteilung vom Sonntag schreibt. Er fordert aber vom Bundesrat eine raschere Kadenz der Lagebeurteilung und der Öffnungsschritte.

Weiter fordert die Urner Regierung, dass ab März bei Anlässen im Familien- und Freundeskreis Kinder nicht mehr mitgezählt werden müssen. Dies würde es gemäss Mitteilung erlauben, dass sich wieder Grosseltern mit ihren Enkeln und deren Eltern treffen könnten. Ausserdem soll die Homeoffice-Pflicht zu einer Empfehlung werden und im Sport sollen die Angebote für Personen bis 20 Jahre wieder möglich sein.

Der Urner Gesundheitsdirektor Christian Arnold im August 2020 in Bern. (Archivbild)
Der Urner Gesundheitsdirektor Christian Arnold.
KEYSTONE/ANTHONY ANEX (Archivbild)

Ab dem zweiten geplanten Lockerungsschritt soll zudem die Impfquote als Kriterium berücksichtigt werden. Sobald weniger Personen schwer erkranken und in ein Spital müssten, könnten auch die Einschränkungen gelockert werden, schreibt der Regierungsrat.

Zudem brauche es im Hinblick auf die anstehenden hohen kirchlichen Festtage wie Ostern, Auffahrt, Pfingsten und Fronleichnam für religiöse Veranstaltungen wie Gottesdienste Ausnahmebestimmungen. Dem Regierungsrat ist es gemäss Mitteilung wichtig, dass die Bevölkerung rasch wieder eine Perspektive bekomme.

14.46 Uhr: Festnahmen bei illegalen Corona-Partys am Wochenende in Frankreich

Gut 200 Menschen haben am Wochenende in Frankreich trotz strenger Corona-Regeln auf illegalen Partys gefeiert. Sowohl in der französischen Hauptstadt als auch im südlich von Paris gelegenen Orly versammelten sich etwa 100 Menschen, wie die Pariser Polizei auf Twitter mitteilte. Beamte nahmen in der Nacht zum Sonntag zehn Personen fest und sprachen mindestens 59 gebührenpflichtige Verwarnungen aus.

In Frankreich herrscht seit Wochen eine abendliche Ausgangssperre ab 18.00 Uhr. Auch zum Einkaufen oder Spazieren dürfen Menschen das Haus dann nicht mehr verlassen. Ausnahmen gibt es etwa für den Weg zur Arbeit und zurück. Mit insgesamt mehr als 3,5 Millionen Corona-Infektionen seit Pandemiebeginn ist Frankreich hart von der Krise getroffen. In dem Land mit knapp 67 Millionen Einwohnern starben bisher schon rund 84'000 Infizierte.

14.33 Uhr: Lockerungsschritte: Kanton Aargau stellt sich hinter Bundesrat

Der Regierungsrat des Kantons Aargau zeigt sich weitgehend einverstanden mit den bundesrätlichen Vorschlägen zur Lockerung der Corona-Massnahmen. Die Öffnungsstrategie mit einem risikobasierten Ansatz sei sinnvoll.

Auch die Zeitintervalle von jeweils vier Wochen zu weiteren Öffnungsschritten seien gut nachvollziehbar, heisst es in einer Mitteilung der Aargauer Staatskanzlei.

Während einige Kantone wie etwa St. Gallen fordern, die Aussenbereich der Restaurants bereits per 1. März zu öffnen, stellt sich der Aargauer Regierungsrat auf die Seite des Bundesrats, wonach auch die Aussenbereiche noch geschlossen bleiben sollen. Die Gastro-Betriebe könnten mit nur den Aussenbereichen nicht rentabel betrieben werden.

Allerdings müssten die Betriebe ab dem 1. April zwingend ganz öffnen können. Der Bundesrat sieht vor, zu diesem Zeitpunkt erst die Terrassen öffnen zu lassen. Der Regierungsart fordert, dass die Restaurants in Pflegeheimen für Angehörige bereits geöffnet werden, sobald im Altersheim die Bewohnerinnen und Bewohner die zweite Impfung erhalten haben.

Dem Regierungsrat fehlt ein Vorgehen des Bundesrats, wenn sich die Lage nach der ersten Öffnung ungünstig entwickeln sollte. Er regt daher an, dass der Bundesrat auch einen Plan für den schlechtesten Fall vorbereiten sollte.

Für den zweiten Öffnungsschritt ab dem 1. April hat der Regierungsrat bei den Regelungen im Kulturbereich Anregungen. Wenn Veranstaltungen mit beschränkter Teilnehmerzahl und Schutzkonzepten wieder durchgeführt werden dürften — was der Kanton begrüsst - dürften nicht flächedeckend starre Zahlen vorgegeben werden. Diese müssten an die Gegebenheiten und die Raumgrössen der Lokale angepasst werden.

Als nicht haltbar erachtet es der Kanton zudem, wenn das Verbot für Choraktivitäten im Laienbereich aufrechterhalten bleibt.

Bis die Immunität in der Bevölkerung und die Impfquote genügend hoch seien, sei nach wie vor grosse Vorsicht geboten, schreibt der Regierungsrat zudem. Er warnt davor, das «Erreichte leichtfertig zu verspielen» und einen «Jojo-Effekt» zu provozieren.

14.14 Uhr: Zürcher Polizei löst illegale Partys und Autotreffen auf

In der Stadt Zürich hat die Polizei in der Nacht auf Sonntag wegen den Corona-Massnahmen des Bundes zwei illegale Partys sowie mehrere Autotreffen aufgelöst. Insgesamt wurden über zweihundert Personen weggewiesen und über sechzig gebüsst.

Die Polizei traf auf diversen Strassen und Parkplätzen in den Stadtkreisen 1 und 2 auf grössere Gruppierungen von Autofahrern. Die Beamten kontrollierten laut Mitteilung der Stadtpolizei 78 Fahrzeuge und sprachen gegenüber den Insassen 149 Wegweisungen aus. Um einen weiteren Zulauf zu verhindern, sperrte die Polizei Bereiche der Fraumünster- und der Börsenstrasse für kurze Zeit für den gesamten Verkehr.

Daneben schritt die Polizei wegen illegalen Privatpartys ein. Eine davon wurde beim Schützenhaus Hasenrain mit rund 50 Personen gefeiert. Anwohner hatten kurz nach 19.30 Uhr ein grösseres Feuer im Wald entdeckt und den Behörden gemeldet. Daraufhin rückten mehrere Patrouillen aus. Die Party wurde umgehend aufgelöst. Alle Teilnehmenden wurden wegen Verstössen gegen die Covid-Verordnung gebüsst und weggewiesen.

Auch im Kreis 5 feierten rund ein Dutzend Personen in einer Liegenschaft gegen 23.30 Uhr eine private Party auf engstem Raum. Hier meldeten ebenfalls Anwohner der Polizei den Lärm. Alle Teilnehmenden wurden gebüsst. Sie mussten die Party auflösen. In der Schweiz sind derzeit wegen der Coronavirus-Pandemie an Treffen mit Freunden oder der Familie nicht mehr als fünf Personen erlaubt.

13.33 Uhr: Italien vor Entscheidung über neue Corona-Regeln

Italien wartet auf die Entscheidung der neuen Regierung von Ministerpräsident Mario Draghi über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie. An diesem Montag ist ein Treffen des Kabinetts geplant, in dem es auch um das Corona-Dekret gehen soll. Die italienischen Medien spekulieren, dass Draghi stärker unterscheiden will, wie viel Risiko tatsächlich von Bars, Restaurants, Museen, Kinos und Fitnessstudios ausgeht.

Ausserdem will der ehemalige Präsident der Europäischen Zentralbank als neuer Regierungschef das Parlament und die Regionen stärker in Entscheidungen einbeziehen, wie die Zeitung «La Repubblica» schrieb. Damit soll auch verhindert werden, dass betroffene Unternehmer erst kurzfristig von Schliessungen erfahren — wie unlängst die Betreiber von Skiliften einen Tag vor einer geplanten Öffnung.

Italien will weiter auf sein System aus drei Corona-Zonen setzen, wie die Zeitung «Corriere della Sera» berichtete. Das Reiseverbot zwischen den Regionen mit Ausnahmen für Arbeit oder in begründeten Notfällen dürfte demnach bestehen bleiben. Im Raum steht auch, in einzelnen Regionen besonders strenge Regeln zu erlassen — etwa in der mittelitalienischen Provinz Perugia, wo die brasilianische Variante des Virus kursiert.

Einige Regionen hatten die Kriterien kritisiert, nach denen das Gesundheitsministerium die Zonen festlegt. Sie fordern, dass Draghi das System effizienter macht. In Italien mit seinen etwa 60 Millionen Einwohnern liegen die Corona-Fallzahlen seit Wochen etwa auf demselben Niveau. Sorge bereitet den Experten die Ausbreitung der Corona-Varianten. Insgesamt verzeichnen die Behörden bislang mehr als 95'400 Tote und mehr als 2,79 Millionen Infektionen.

13.06 Uhr: Studien-Manuskript: Biontech-Vakzin könnte vor Infektionen schützen

Der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer könnte einer unveröffentlichten Publikation zufolge auch vor einer Infektion mit dem Erreger schützen. Bislang gab es nur Erkenntnisse, inwiefern das Mittel vor Erkrankungen schützt . Der Wirkstoff sei «hocheffektiv» bei der Verhinderung von Infektionen mit Sars-CoV-2, heisst es nun in einem Manuskript zu einer Studie der beiden Hersteller zusammen mit dem israelischen Gesundheitsministerium. Allerdings schreiben die Studienautoren auch, dass ihre Herangehensweise dazu führen könnte, dass der Effekt der Impfung auf Infektionen überschätzt wird.

Die Studienergebnisse sind schwierig zu beurteilen. Das Manuskript wurde israelischen Journalisten des Internetportals «ynet» zugespielt und ist nicht offiziell veröffentlicht, weder auf einem Preprint-Server noch in einem von Fachexperten beguachteten Fachjournal. Es liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Biontech wollte das Dokument auf Anfrage nicht kommentieren. Auch das Gesundheitsministerium äusserte sich nicht dazu.

Das Studienmanuskript basiert auf israelischen Gesundheitsdaten von Geimpften und Ungeimpften. Der deutsche Abgeordnete und Gesundheitsexperte Karl Lauterbach äusserte sich sehr optimistisch über die Ergebnisse der Studie.

Bislang war unklar, inwieweit der Impfstoff von Biontech/Pfizer Ansteckungen mit dem Coronavirus verhindert. Denn die ersten Ergebnisse einer grossen klinischen Untersuchung mit mehr als 40'000 Probanden bezogen sich nicht auf Infektionen, sondern auf Erkrankungen. Dieser frühen Studie zufolge hat der Biontech-Impfstoff bezogen auf Erkrankungen eine Wirksamkeit von 95 Prozent. Das bedeutet, dass unter den Probanden einer geimpften Gruppe 95 Prozent weniger Erkrankungen auftraten als unter denen einer Kontrollgruppe. Um die Pandemie schnellstmöglich in den Griff zu bekommen, sollen aber nicht nur Erkrankungen verhindert, sondern auch Infektionsketten unterbrochen werden.

12.27 Uhr: Mehr als 7600 Neuinfektionen in Deutschland

In Deutschland sind binnen eines Tages mehr als 7600 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert worden. Wie das Robert Koch-Institut (RKI)  unter Berufung auf Daten der Gesundheitsämter mitteilte, wurden innerhalb von 24 Stunden 7676 neue Ansteckungsfälle verzeichnet. Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Infektionen mit dem Coronavirus in Deutschland seit Beginn der Pandemie stieg damit auf 2'386'559.

Zudem wurden nach Angaben des RKI weitere 145 Todesfälle innerhalb von 24 Stunden im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion gezählt. Die Gesamtzahl der erfassten Corona-Toten in Deutschland erhöhte sich damit auf 67'841. Die Zahl der von einer Corona-Infektion genesenen Menschen bezifferte das RKI auf rund 2,191 Millionen.

Am Wochenende fallen die Zahlen in der Regel niedriger aus, da nicht alle Gesundheitsämter ihre Zahlen an das RKI melden und auch weniger Tests vorgenommen und ausgewertet werden.

Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz lag den Angaben zufolge am Sonntag bei 60,2. Sie stieg damit zum zweiten Mal in Folge über den Wert vom Vortag, der am Samstag 57,8 betragen hatte. Bei der Sieben-Tage-Inzidenz handelt es sich um die Zahl der Neuinfektionen pro 100'000 Einwohnern innerhalb dieses Zeitraums. Ziel der deutschen Bundesregierung ist es, den Wert auf unter 35 zu drücken.

12.14 Uhr: Nur ein positiver Fall bei Massentest bei Hotel-Personal in Wengen

Im Berner Oberländer Tourismusort Wengen hat ein Corona-Massentest unter den Angestellten der Hotels im Ort nur einen positiven Fall hervorgebracht. Insgesamt wurden 255 Menschen getestet.

Im persönlichen Umfeld der infizierten Person wurden zudem zwei weitere Personen positiv getestet, wie die Staatskanzlei des Kantons Bern mitteilte. Für die Fälle wurde die Kontaktverfolgung aktiviert.

Mit welcher Virusvariante sich die Personen angesteckt hatten, war zunächst unklar. Die Resultate der Abklärungen waren am Sonntag noch ausstehend. Der kantonsärztliche Dienst ordnete keine weiteren Massnahmen an.

Die positive getestete Person wusste laut Angaben eines Sprechers der bernischen Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion (GSI) nicht, dass sie infiziert war. Die Person habe keine Symptome gezeigt, sagte der Sprecher der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Der Massentest beim Hotelpersonals war vom Kanton angeordnet worden, nachdem zuvor in mehreren Hotels Mitarbeitende positiv auf hochansteckende Virusvarianten getestet worden waren. Dabei hätten die Übertragungsketten nicht klar nachvollzogen werden können, hiess es.

Vor ein paar Tagen hatten die Behörden verfügt, dass nach einem Corona-Ausbruch ein Wengener Hotel für zehn Tage schliessen muss. Dies, nachdem zwei Hotelangestellte und vier Gäste positiv auf das Coronavirus getestet worden waren. Tests in diesem Hotel und in weiteren Unterkünften fielen negativ aus.

11.58 Uhr: T.C. Boyle könnte aus der Perspektive des Coronavirus schreiben

Der US-Schriftsteller T.C. Boyle («América», «Willkommen in Wellville») kann sich vorstellen, eine Geschichte aus der Perspektive des Coronavirus zu schreiben. Dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) sagte der 72-Jährige: «Es ist Teil meines künstlerischen Credos: Ich schlüpfe in den Kopf von jedem – oder von allem.» Er könne auch die Perspektive eines tödlichen Virus einnehmen.

«In den Berichten darüber, wie sich das Virus ausbreitet, wie es mutiert, klingt es ja auch oft so, als ginge es kalkuliert vor», sagte der Bestsellerautor. «Und das tut es ja auch! Nicht bewusst, aber aus dem gleichen Antrieb wie ein Lebewesen: Es will sich vermehren, vervielfältigen, überleben – wie unsere Spezies auch. Es ist programmiert, in jede andere Spezies einzudringen ... genau wie ein Schriftsteller!»

In seinem kürzlich erschienenen Roman «Sprich mit mir» erzählt Boyle unter anderem aus der Perspektive eines Schimpansen.

11.13 Uhr: Präsident der Impfkommission kritisiert Finanzminister Maurer

Der Präsident der Eidgenössischen Kommission für Impffragen, Christoph Berger, hat die Äusserungen von Finanzminister Ueli Maurer kritisiert. «Es ist wichtig, dass die Behörden klar und konsistent zu den Impfungen kommunizieren», sagte Berger gegenüber dem «Tages-Anzeiger» (kostenpflichtiger Inhalt).

Mit dem Verzicht auf die zweite Dosis gehe Maurer ein unnötiges Risiko ein. Berger forderte den Finanzminister auf, die zweite Impfung durchzuführen: «Wir können während einer Pandemie nicht auf unseren Finanzminister verzichten.»

Finanzminister Ueli Maurer hatte in einem Video-Livestream seiner Partei erklärt, auf die zweite Impfung verzichtet zu haben. «Ich bin zäh» führte er als Begründung an.

Finanzminister Ueli Maurer hat am Mittwoch die Aufstockung der Härtefallgelder auf zehn Milliarden Franken bekanntgegeben. (Archivbild)
Der Präsident der Impfkommission hat Finanzminister Ueli Maurer (im Bild) für dessen Verzicht auf die zweite Impfung kritisiert.
KEYSTONE/PETER SCHNEIDER (Archivbild)

11.02 Uhr: Schweiz prüft Verkauf von AstraZeneca-Impfstoff

Die Schweiz prüft laut einer Meldung der «NZZ am Sonntag» die Weitergabe des Coronavirus-Impfstoffes von AstraZeneca. Die Zeitung beruft sich dabei auf Aussagen des Bundesamtes für Gesundheit BAG. «Die Schweiz ist in der heutigen Ausgangslage nicht auf die Dosen von AstraZeneca angewiesen», hiess es. «Noch ist unklar, was mit AstraZeneca passieren würde. Es gibt Überlegungen, den Stoff weiterzugeben», bestätigte die BAG-Vizedirektorin Nora Kronig dem Blatt.

Ein Rücktritt vom Kaufvertrag sei zwar momentan keine Option. Falls der Coronavirus-Impfstoff jedoch bei der Zulassung durch Swissmedic durchfalle, würde dies allenfalls geprüft, sagte Kronig. Der Hersteller wisse aber davon offenbar noch nichts, schrieb das Blatt. AstraZeneca bereite sich auf die Auslieferung vor, hiess es von der Pharmafirma gegenüber der «NZZ am Sonntag».

10.49 Uhr: Kritik an Diktator-Vergleich

Zahlreiche Politiker haben den aus SVP-Kreisen stammenden Diktator-Vergleich mit SP-Bundesrat und Gesundheitsminister Alain Berset kritisiert. «Es ist nicht der Moment, mit Begriffen wie Diktator auf einzelne Personen zu zielen», sagte etwa Ständeratspräsident Alex Kuprecht zum «SonntagsBlick». Berset sei einer von sieben Bundesräten und falls er sich durchsetze, stelle sich die Frage, warum die bürgerliche Mehrheit dies zulasse, sagte er. Auch Nationalratspräsident Andreas Aebi verwahrte sich gegen den Diktator-Vergleich: «Diese Wortwahl ist nicht meine. Solche Begriffe gebrauche ich nicht», sagte er gegenüber dem «SonntagsBlick».

Und selbst Alt-Bundesrat Adolf Ogi (SVP) äusserte sich in dem Blatt ebenfalls zum Diktator-Vorwurf gegen Berset. «Ich finde diese Wortwahl falsch», erklärte er. Und generell gegen den SVP-Plan, den Bundesrat in der Coronavirus-Krise zu schwächen, wehrt sich die Partei Mitte. «Wir dürfen den Bundesrat in der Corona-Politik nicht entmachten, er muss seine Handlungskompetenzen behalten und aufgrund der epidemiologischen Entwicklung rasch reagieren und entscheiden können», sagte die Chefin der Mitte-Fraktion Andrea Gmür, gegenüber der «SonntagsZeitung». Damit versuche sie, den Plan der SVP zu stoppen, wonach der Bundesrat per Gesetz gezwungen werden soll, Restaurants schnell und ohne Rücksicht auf die epidemiologische Lage wieder zu öffnen.

10.16 Uhr: Umfrage: Schweizerinnen und Schweizer sehnen sich nach Familie und Reisen

Die Menschen in der Deutschschweiz sehnen sich nach Wochen der Einschränkungen wegen des Coronavirus am meisten danach, Freunde und Familien wieder unbeschwert treffen zu können. Das Essen im Restaurant gehört laut einer Umfrage nicht zu den erstgenannten Vorfreuden.

35 Prozent der Befragten gaben an, dass sie sich mit den Lockerungen am meisten auf unbeschwerte Treffen mit Freunden und den Familien freuten. An zweiter Stelle sehnen sich die Befragten nach dem freien Reisen (26 Prozent), wie die Umfrage des Markt- und Meinungsforschungsinstituts Marketagent Schweiz zeigt.

Auch die Vorfreude auf kulturelle Aktivitäten wie der Besuch in einem Museum, im Kino, Zoo oder eine Aufführung im Theater ist gross (12 Prozent). Erst an vierter Stelle der Vorfreude-Rangliste wird der Besuch in einem Restaurant genannt (10 Prozent).

Weniger vermisst wurden zudem offenbar das Shopping (4 Prozent), das Ausgehen im Nachtleben (4 Prozent) und die Sportmöglichkeiten in einem Fitnesszenter oder im Team-Sport (3 Prozent). Drei Prozent der Befragten gaben an, sich auf nichts spezielles zu freuen.

Die repräsentative Online-Umfrage wurde vom 7. bis 16. Januar bei 755 Personen im Alter von 14 bis 74 Jahren in der Deutschschweiz durchgeführt.

10.07 Uhr: Sorgentelefon: Zahl der Hilferufe von Jugendlichen steigt

Die Zahl der Hilferufe von Jugendlichen in der Coronavirus-Pandemie nimmt laut einer Meldung vom «Sonntagsblick» deutlich zu. So liefen derzeit die Drähte des Sorgentelefons bei der Stiftung Pro Juventute heiss. Viel mehr Jugendliche äusserten Ängste, berichteten von Konflikten mit Eltern und Geschwistern, von häuslicher Gewalt und Einsamkeit, hiess es von der Organisation gegenüber dem Blatt. Zudem seien die Psychiatrien des Landes momentan stark gefordert.

Die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie der Universität Bern verzeichne eine Zunahme von rund 50 Prozent bei den Notfällen. «Wir sind überfüllt und können bei weitem nicht alle aufnehmen», bestätigte Direktor Michael Kaess dem «SonntagsBlick». Bereits seit Monaten müsse triagiert werden, hiess es weiter. In der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie der Universität Zürich sei ausserdem die Zahl Notfälle in den vergangenen zwölf Monaten um rund 40 Prozent gestiegen.

«Wir kommen an unsere Grenzen und mussten deshalb Jugendliche auf Erwachsenen-Stationen verlegen», sagte Direktorin Susanne Walitza. «Der Anmeldedruck in der Poliklinik und den stationären Abteilungen für Kinder und Jugendliche ist seit Herbstbeginn 2020 so hoch wie noch nie», hiess es von Alain Di Gallo, Direktor der Klinik für Kinder und Jugendliche der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel. Beunruhigend sei obendrein vor allem die Zunahme von ernsthaften Suizidversuchen.

9.43 Uhr: Irland will Gastgewerbe nicht vor Hochsommer öffnen

Irland will angesichts der hohen Coronavirus-Infektionszahlen das Gastgewerbe nicht vor dem Hochsommer öffnen. Dies sagte der Ministerpräsident des Landes, Micheál Martin, dem Sender RTE.

Bars, Restaurants, Cafés und Hotels in Irland waren in den vergangenen zwölf Monaten die meiste Zeit geschlossen. Die Regierung wolle bei der Öffnung vorsichtig vorgehen, da rund 90 Prozent der Neuinfektionen die britische Coronavirus-Mutation darstellten, führte der Politiker zur Begründung aus.

9.21 Uhr: Israelisches Gesundheitsministerium: Pfizer-Impfstoff verhindert Corona-Erkrankung zu 95,8 Prozent

Der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer verhindert laut Angaben des israelischen Gesundheitsministeriums nach der zweiten Impfung zu rund 99 Prozent schwere Krankheitsverläufe oder Todesfälle. Das geht aus Daten hervor, die das Ministerium veröffentlichte. Israel hatte am 19. Dezember begonnen, den Impfstoff zu verabreichen. Die Daten reichen bis zum 13. Februar.

Demnach wurde eine Corona-Erkrankung zu 95,8 Prozent verhindert, zu 98 Prozent das Auftreten von Symptomen wie Fieber und Atembeschwerden und zu rund 99 Prozent Krankenhausaufenthalte, schwere Erkrankungen und Tod. Gemessen wurde der Grad der Wirksamkeit des Impfstoffs 14 Tage nach der zweiten Impfung. Das Ministerium verglich die Erkrankungs- und Sterberaten zwischen denen, die geimpft worden waren und jenen, die nicht geimpft wurden.

Israels Corona-Beauftragter Nachman Asch sagte dem Armeesender am Sonntag, die Daten seien mit Vorsicht zu geniessen: «Wir wissen noch nicht genug über Infektionen, das ist der grosse Unbekannte.» Es sei klar, dass die Impfung schwere Krankheitsverläufe verhindere. «Ich weiss aber nicht, in wieweit sie verhindert, dass Geimpfte das Virus in sich tragen und weitergeben.» Er hoffe, dass man in den kommenden Wochen mehr darüber herausfinden werde.

Der Generaldirektor des Gesundheitsministeriums, Professor Chesi Levy, sagte, die Daten zeigten einen signifikanten Rückgang der Krankheits- und Todesfälle. «Wir sind das erste Land der Welt, das die Wirkung des Corona-Impfstoffs in der realen klinischen Welt nachweisen konnte.»

9.04 Uhr: Marcel Salathé verlässt Taskforce

Der Epidemiologe Marcel Salathé hat die Covid-19-Taskforce verlassen. Er ist beteiligt an der Gründung einer neuen Organisation, die die wissenschaftlichen und technologischen Kompetenzen von Politik, Behörden und Gesellschaft stärken will.

Die Pandemie habe ihm aufgezeigt, wie rückständig die Schweiz in vielen technologischen Bereichen sei – insbesondere in der Digitalisierung, sagte Salathé in einem Interview mit der «Sonntagszeitung». «Wir sind im Daten-Blindflug; statt mit schnellen IT-Systemen versuchen wir, rasanten Entwicklungen mit Fax-Übermittlung beizukommen», sagte der Epidemiologe der ETH Lausanne.

Dem will Salathé mit der neuen Organisation entgegenwirken: «Unsere Hauptaufgabe sehen wir darin, technisches Know-how überall dort zu fördern, wo es der Gesellschaft als Ganzes nützt». Die neue Organisation mit dem Namen CH++ solle zudem aufzeigen, wo öffentliche Institution technologisch im Rückstand seien.

Der Epidemiologe Marcel Salathé verlässt die wissenschaftliche Covid-19-Taskforce des Bundes. Er will beim beim Aufbau einer neuen Organisation unabhängig sein.
Der Epidemiologe Marcel Salathé verlässt die wissenschaftliche Covid-19-Taskforce des Bundes. Er will beim beim Aufbau einer neuen Organisation unabhängig sein.
KEYSTONE/PETER KLAUNZER

8.43 Uhr: Bundespräsident Parmelin kritisiert Kantone

Bundespräsident Guy Parmelin ist mit den Kantonen in Bezug auf die Corona-Tests unzufrieden. «Die Kantone müssen jetzt wirklich vorwärtsmachen. Ich appelliere an sie, mehr zu testen.» Einige der Kantonen forderten die sofortige Öffnung von Restaurants, würden aber gleichzeitig zu wenig testen. «Das geht nicht.» Dies sagtee Parmelin in einem, Interview mit der «NZZ am Sonntag».

Weil der Bund die Kosten für Massentests übernehme, sei es eine Frage des Willens und des verfügbaren Personals, sagte Parmelin. Der Bund könne aber die Kantone gesetzlich nicht zu Massentests zwingen. Solche seien aber auch im wirtschaftlichen Interesse der Kantone selbst.

Durch Tests könnten Infizierte ohne Symptome rasch ausfindig gemacht und isoliert werden. So würden Ansteckungsketten unterbrochen. Mit gezielten Testaktionen könnte zum Beispiel verhindert werden, dass Schulen für längere Zeit geschlossen werden müssten, sagte Parmelin. Und auch in Unternehmen könnten Arbeitsausfälle und Quarantänen verhindert werden.

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