«2G ist in der Schweiz zurzeit nicht gerechtfertigt»

tafi/uri/SDA

9.11.2021

Die Corona-Fallzahlen steigen weiter, die Impfwoche ist gestartet. Könnte 2G auch ein Thema werden? Virginie Masserey vom BAG und der oberste Kantonsarzt Rudolf Hauri haben informiert.

tafi/uri/SDA

9.11.2021

Zusammenfassung der Medienkonferenz

Die Tendenz bei den Corona-Fällen geht weiter nach oben: Die Zahl der Fälle in der Schweiz nimmt laut Virginie Masserey, Leiterin Sektion Infektionskontrolle beim BAG, seit Mitte Oktober wieder zu. Derzeit verdoppelten sich die Fallzahlen rund alle zwei Wochen. Dabei sei vor allem in der Zentralschweiz und der Ostschweiz das Infektionsgeschehen hoch, so Masserey. Die weitere Entwicklung sei – auch mit Blick ins Ausland – allerdings schwer vorherzusehen.

Ebenfalls würden die Spitaleintritte wieder mehr, wobei diese «nicht so schnell» nach oben gingen «wie die Ansteckungen». Die meisten Infektionen gibt es laut Masserey bei jungen Erwachsenen, wohingegen die meisten Hospitalisierungen auf ältere Personen entfallen.

Einem Zertifikat nur für Geimpfte oder Genesene in der Schweiz erteilt Masserey nach derzeitigem Stand dennoch eine Abfuhr: «Die Zahlen sind nicht so schlecht, dass eine 2G-Regel in der Schweiz derzeit gerechtfertigt ist.» Geteilt wird diese Meinung vom Zuger Kantonsarzt Rudolf Hauri, Präsident der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte. Dieser ergänzt jedoch, man müsse die Situation genau beobachten. Für die Zukunft sei eine 2G-Regel seiner Meinung nach nicht ganz auszuschliessen.

In Bezug auf die laufende Impfwoche meint Massery, man wolle die Öffentlichkeit damit weiter zum Mitmachen überzeugen, auch um das eigene Umfeld und die Gesellschaft zu schützen und um aus der Pandemie herauszukommen: «Wir möchten unsere Freiheit zurück», appelliert Masserey an die Öffentlichkeit. 

Für die Kampagne, die vier bis sechs Wochen dauern solle, gebe es aber kein Ziel, hinsichtlich der zu verabreichenden Impfungen. Klar sei aber: «Wir haben genügend Impfstoff, alle Impfstoffe stehen zudem zur Verfügung.» Positiv bewertet die Expertin in Sachen Impfung, dass es vor allem bei den 16- bis 19-Jährigen in letzter Zeit mehr Zuspruch gegeben hat. Bei den höheren Alterskategorien stellt man indes eine Stagnation fest. 

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  • 14.34 Uhr 
    Ende der Medienkonferenz

    Damit ist die Medienkonferenz auch schon zu Ende. Wir bedanken uns für das Interesse.

  • 14:30
    Warum hat man nicht direkt nach der Bewilligung durch Swissmedic begonnen, Booster-Impfungen zu verabreichen?

    Virginie Masserey: «Es ist ein ganzes Prozedere, das wir organisieren müssen. Selbst wenn wir vor der Zulassung durch Swissmedic damit begonnen hätten, hätten wir nicht direkt nach der Zulassung mit den Booster-Impfungen beginnen können. Wir müssen uns auch bewusst sein, dass es bei der Booster-Impfung nicht darum geht, die Immunität von 0 auf 95 Prozent zu erhöhen, sondern nur darum, wenige Prozent wieder auf den alten Stand zu bringen. Darum ist es richtig, jetzt die Impfung der noch nicht Immunisierten zu priorisieren.»

  • 14.33 Uhr 
    Könnte es eine übergeordnete Botschaft der bekannten Persönlichkeiten geben?

    Können die Persönlichkeiten, die sich für die Impfwoche eingesetzt haben, noch eine weitere und übergeordnete Botschaft mit auf den Weg geben? Masserey sagt, man habe den Persönlichkeiten überlassen, eine persönliche Botschaft abzugeben. Die übergeordnete Botschaft sei aber: «Mit der Impfung kommen wir gemeinsam aus der Pandemie heraus.» 

  • 14.32 Uhr 
    Sind Sie mit der Impfwoche zufrieden?

    Masserey sagt, man habe derzeit keine konkreten Zahlen, wie viele Leute sich bislang in der Impfwoche hätten impfen lassen. Aber man sei sehr zufrieden mit der Sichtbarkeit der Aktion und auch den Massnahmen der Kantone.

  • 14.31 Uhr 
    Braucht es noch weitere Massnahmen?

    Ein Journalist fragt nach weiteren notwendigen Massnahmen neben den Impfungen. Masserey verweist auf die herkömmlichen Hygienemassnahmen, Zertifikatspflicht, aber auch die Maskenpflicht an Orten mit vielen Personen.

  • 14:30
    Wie viel kosteten die Gratis-Tests den Bund und wäre es angezeigt, diese wieder einzuführen?

    Die Tests auf Kosten des Bundes kosteten 359 Millionen in einem Trimester. Für Leute ohne Symptome muss nicht die Allgemeinheit bezahlen, damit diese an einer Veranstaltung teilnehmen können. Es ist ihre Entscheidung, sich nicht impfen zu lassen, dafür muss die Allgemeinheit nicht bezahlen. Die Öffentlichkeit übernimmt die Reihentests in Firmen und Schulen.

  • 14.26 Uhr
    Warum gibt es keine Meldepflicht bei Geimpften mehr?

    Masserey erklärt, man habe die Meldepflicht bei Geimpften aufgehoben, weil hier nicht alle Fälle gemeldet worden seien. Man habe die entsprechenden Informationen nicht erheben können.

  • 14.23 Uhr
    Lässt sich die Grippe- mit der Corona-Impfung verbinden?

    Hauri sagt, man könne Grippe- und Corona-Impfung gleichzeitig verabreichen. 

  • 14.21 Uhr
    «Situation muss beobachtet werden»

    Auch Hauri wird gefragt, wie er zu 2G steht. Hauri sagt, epidemiologisch gesehen sei es auch seiner Meinung nach gerechtfertigt, derzeit bei 3G zu bleiben. Man müsse die Situation aber beobachten. Für die Zukunft könne man 2G nicht ausschliessen. 

  • Ist es richtig, den Booster erst nach der Impfwoche anzubieten, wenn das Interesse daran offensichtlich höher ist?

    Rudolf Hauri: «Ja, das ist immer noch richtig. Wir wollen ja die Impfquote insgesamt erhöhen.»

  • 14.18 Uhr 
    Die Fragerunde beginnt: Kann man 2G rechtfertigen?

    Eine Journalistin will wissen, wie es mit 2G in der Schweiz steht. Masserey sagt, in Österreich sei die Massnahme wegen der hohen Fallzahlen richtig: «In der Schweiz ist das derzeit nicht zu rechtfertigen.»

  • 14.16 Uhr
    Massnahmen zeigen Wirkung

    Die Massnahmen zeigen laut Hauri bislang Wirkung. Derzeit registriere man vor allem lokale Ausbrüche, in Restaurants oder bei Veranstaltungen sehe man indes keine grösseren Ausbrüche. Das zeige, dass die Zertifikatspflicht Sinn mache. Zudem lobt Hauri die Kantone, die viele Aktionen für Impfwillige vorsehen würden. 

  • 14.12 Uhr
    «Die Situation hat sich nicht beruhigt»

    Rudolf Hauri warnt, die Situation habe sich nicht beruhigt. Das Virus zeige eine hohe Aktivität. Nun sei die grosse Frage, ob die Immunität der Bevölkerung sich vorteilhaft auf das Spitalgeschehen auswirken könne. «Schwere Verläufe sind bei Erwachsenen keine Seltenheit», sagt Hauri. Man sehe indes, dass die Impfung gut schütze. 

  • 14.10 Uhr
    Zur Impfwoche

    Masserey sagt, bei der Impfwoche gelte nun: «Jede Impfung zählt.» Man habe darüber hinaus aber keine Zielvorgaben definiert. Bei den Jüngeren habe man bereits eine Zunahme der Impfungen erzielen können.

    Derzeit stünden für alle genug Impfstoffe zur Verfügung – man könne jedem eine Impfung anbieten. «In allen Kantonen haben wir kreative Massnahmen, etwa ein Impfschiff in Basel.» Man wolle so alle von einer Impfung überzeugen. Für sich selbst und für die Angehörigen und die Freunde. «Wir alle wollen jetzt unsere Freiheit zurück», sagt Masserey. 

  • 14.06 Uhr 
    Impfung bleibt das Mittel der Wahl

    Die Immunitätsrate müsse hochgebracht werden, um die Ansteckungsrate zu senken, so Masserey. Das beste und sicherste Mittel dazu sei und bleibe die Impfung. «Eine Ansteckung bleibt riskant», sagt Masserey. Derzeit seien nur 85 Prozent der erwachsenen Bevölkerung geimpft. 

  • 14.04 Uhr 
    «Die Entwicklung ist schwer vorherzusehen»

    Bei Tests und auch bei den Todesfällen bewegt man sich laut Masserey derzeit auf ähnlichem Niveau wie zuvor. Die Infektionen gehen demnach vor allem bei den Jungen in die Höhe, während von den Hospitalisierungen vor allem die Alten betroffen sind. Masserey sagt: «Die Entwicklung ist schwer vorherzusehen.» Weiterhin müssten die geltenden Massnahmen eingehalten werden. 

  • 14 Uhr
    Die Medienkonferenz beginnt

    Virginie Masserey vom BAG eröffnet die Medienkonferenz. Sie sagt, dass die Zahl der Fälle seit Mitte Oktober wieder stark zunimmt und sich alle zwei Wochen verdoppelt. Auch die Zahl der Spitaleintritte nehme zu, allerdings langsamer. Heute seien fast 3000 neue Fälle gemeldet worden. Betroffen seien vor allem die Zentral- und die Ostschweiz. Auch in den Nachbarländern gebe es einen starken Anstieg der Fälle. 

Die Corona-Fälle steigen weiter an, die Experten des Bundesamts für Gesundheit (BAG) schätzen die epidemische Situation seit einigen Wochen als ungünstig ein. Impfen sei der einzige Weg aus der Pandemie, wiederholen Politiker und Fachleute beinahe täglich und setzen grosse Hoffnungen in die nationale Impfwoche.

Derweil plädieren Experten bereits für die Einführung der 2G-Regel in der Schweiz. Braucht es diese zusätzliche Massnahme, um die vierte Welle zu brechen? Wie erfolgreich ist die Impfwoche? Und wie wird die aktuelle Lage in der Schweiz eingeschätzt? An der wöchentlichen Medienkonferenz informieren Virginie Masserey vom BAG und der oberste Kantonsarzt Rudolf Hauri ab 14 Uhr über die Situation.

Sie treten heute vor die Medien:

  • Virginie Masserey, Leiterin Sektion Infektionskontrolle, Bundesamt für Gesundheit (BAG)
  • Rudolf Hauri, Kantonsarzt Zug und Präsident der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte VKS
Virginie Masserey, Leiterin Sektion Infektionskontrolle BAG, spricht am Point de Presse des Bundes mit Fachexperten zum Coronavirus, am Dienstag, 5. Oktober 2021, in Bern. (KEYSTONE/Marcel Bieri)
Virginie Masserey, Leiterin Sektion Infektionskontrolle BAG, informiert die Medien zum Coronavirus.
Bild: Keystone