Rekord an Neuinfektionen in Spanien +++ In der Schweiz macht sich der Pandemie-Blues breit

Agenturen/red

25.1.2021

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) erwartet in den kommenden Tagen die nächste Lieferung des Impfstoffs von Pfizer/Biontech. Die Herstellerfirmen haben derzeit mit Lieferschwierigkeiten zu kämpfen. In Zürich musste bereits der Impfplan angepasst werden. Das BAG überwacht die Entwicklung der Produktionskapazität.

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem BAG am Montag innerhalb von 72 Stunden 4320 neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet worden, gegenüber 4703 am Montag vor einer Woche. Gleichzeitig registrierte das BAG 85 neue Todesfälle und 129 Spitaleinweisungen.

Die Positivitätsrate für die vergangenen zwei Wochen lag bei 10,5 Prozent, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) weiter mitteilte. Im gleichen Zeitraum wurden pro 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner 328,83 laborbestätigte Coronavirus-Infektionen gemeldet.

Einklang mit strengeren Corona-Massnahmen

In der Schweiz sind bislang fast 1000 Ansteckungen mit den mutierten und ansteckenderen Formen des Coronavirus entdeckt worden. Der Grossteil davon ist keiner der bekannten Mutationen aus Grossbritannien und Südafrika zuzuschreiben.

Wegen der Pandemie gilt ab heute die Maskenpflicht ab der vierten Primarschulklasse im Kanton Zürich. Gleichzeitig diskutiert der dortige Kantonsrat über die Erweiterung der Härtefallmassnahmen.

Ein grosser Teil der Schweizer Bevölkerung spricht sich laut einer Umfrage für strengere Corona-Massnahmen aus: Gut ein Drittel (38 Prozent) gibt an, die aktuellen Massnahmen des Bundes und der Kantone gingen zu wenig weit. Für ein weiteres Drittel sind sie gerade richtig, während das verbleibende Drittel findet, die Massnahmen seien zu strikt. Das geht aus einer neuen Umfrage von Tamedia und «20 Minuten» mit 15'000 Teilnehmenden hervor.

US-Kliniken am Limit

Mehr als 40 Prozent der US-Bürger leben einer Analyse der Nachrichtenagentur AP zufolge in einem Gebiet mit überlasteten Intensivstationen mit höchstens 15 Prozent freien Betten. Angesichts der drastischen Corona-Fallzahlen in den USA sind landesweit Hunderte Intensivstationen schwer in Bedrängnis. Es mangelt an Platz und an Zubehör, zugleich stehen die Spitäler in einem Wettbewerb um befristete Mitarbeiter.

Das Wichtigste im Überblick

  • In Spanien sind am Wochenende 93’822 Corona-Neuinfektionen registriert worden. Das ist der höchste Wochenend-Wert seit Beginn der Pandemie.
  • Das BAG meldet fürs Wochenende 4320 neue Fälle bei 55'071Tests. Das entspricht einer Positivitätsrate von 7,8 Prozent. Innert 72 Stunden starben 85 Personen an Covid-19, 129 wurden hospitalisiert. 
  • Ab heute gilt im Kanton Zürich ab der vierten Primarschulklasse eine Maskenpflicht.
  • Im Rahmen des Weltwirtschaftsforums treffen sich heute zahlreiche Staats- und Regierungschefs mit Wirtschaftsvertretern zur virtuellen «Davos Agenda Week».
  • US-Präsident Joe Biden erneuert den Einreisestopp für Ausländer aus Europa.

22.00 Uhr: Wir beenden den heutigen Nachrichten-Ticker

21.42 Uhr: Zweiten Tag in Folge Ausschreitungen wegen Corona-Ausgangssperre in Niederlanden

In mehreren niederländischen Städten ist es den zweiten Tag in Folge zu Ausschreitungen wegen der neuen nächtlichen Ausgangssperre zur Eindämmung der Corona-Pandemie gekommen. In der Grossstadt Rotterdam und der südlichen Stadt Geleen in der Nähe von Maastricht kam es zu Zusammenstössen zwischen Sicherheitskräften, wie Polizei und Medien am Montag berichteten. Die Polizisten gingen mit Wasserwerfern gegen die Demonstranten vor.

In Geleen gebe es «Zusammenstösse zwischen der Bereitschaftspolizei und jungen Leuten, die Feuerwerkskörper auf sie werfen», teilte die örtliche Polizei auf Twitter mit. Ein Mensch sei festgenommen worden. In Rotterdam gab es auch Festnahmen, wie die Stadtverwaltung twitterte.

epa08965127 A large group of young people seeks confrontation with the police and pelts the police present with stones and fireworks on Beijerlandselaan in Rotterdam, The Netherlands, 25 January 2021. Police's mobile unit is present and has carried out charges to clear the street. Some arrests have also been made and a water cannon has been used. Nationwide protest against coronavirus restrictions and curfew imposed by Dutch government broke out during the weekend in many Dutch cities, leading to some violent riots and clashes with Police. EPA/MARCO DE SWART
Eine grosse Gruppe junger Menschen sucht die Konfrontation mit der Polizei in Rotterdam.
Bild: Keystone

21.37 Uhr: Biden verhängt Reisebeschränkungen wegen Coronavirus

US-Präsident Joe Biden hat Coronavirus-Reisebeschränkungen gegen Einreisende aus Brasilien, Irland, dem Vereinigten Königreich und 26 europäischen Ländern im Schengenraum wieder eingeführt. Südafrika sei am Montag der Liste zugefügt worden, weil es Bedenken wegen einer Variante des Coronavirus gebe, die sich von dort ausgebreitet habe, teilte die Pressesprecherin des Weissen Hauses, Jen Psaki, mit. «Dies ist nicht die Zeit, um Beschränkungen für internationale Reisen aufzuheben», sagte sie.

Zu den vom Verbot betroffenen Ländern gehören Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Island, Italien, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Malta, die Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, die Slowakei, Slowenien, Spanien, die Schweiz, Tschechien und Ungarn.

20.51 Uhr: US-Regierung will regelmässig Corona-Pressekonferenzen geben

Die Regierung von US-Präsident Joe Biden will dreimal pro Woche in Pressekonferenzen über die Corona-Pandemie informieren. Das erste Briefing finde am Mittwoch statt, kündigte die Sprecherin des Weissen Hauses, Jen Psaki, am Montag an. Das Ziel sei, die Öffentlichkeit mit «klaren und richtigen Informationen» zu versorgen. Die Corona-Arbeitsgruppe der Vorgängerregierung hatte in der frühen Phase der Pandemie zunächst täglich Pressekonferenzen abgehalten, die Ex-Präsident Donald Trump oft überwiegend für sich beanspruchte. In den letzten Monaten von Trumps Präsidentschaft gab es diese Corona-Briefings nur noch äusserst selten und ohne Trumps Teilnahme.

epa08965108 White House Press Secretary Jen Psaki holds a press briefing at the White House in Washington, DC, USA, 25 January 2021. EPA/KEVIN DIETSCH / POOL
Die Pressesprecherin des Weissen Hauses, Jen Psaki, bei einer Pressekonferenz im Weissen Haus. (Archivbild)
Bild: Keystone

19.48 Uhr: Spanien meldet mehr als 90’000 Neuinfektionen am Wochenende 

In Spanien sind am Wochenende 93’822 Corona-Neuinfektionen registriert worden. Das ist der höchste Wochenende-Wert seit Beginn der Pandemie. Insgesamt sind damit in dem besonders stark von der Pandemie betroffenen Land jetzt fast 2,6 Millionen Ansteckungen gemeldet, wie das Gesundheitsministerium mitteilt. 56’208 Menschen sind in Zusammenhang mit dem Virus gestorben.

19.18 Uhr: Travail.Suisse verlangt höhere Kurzarbeitsentschädigung

Der Dachverband Travail.Suisse verlangt für eine 100-Prozent-Kompensation der Kurzarbeit höhere Einkommensgrenzen. Die Einkommen müssten bis 4000 Franken im Monat garantiert werden und die Kurzarbeitsentschädigung müsse auf mindestens 5000 Franken erhöht werden, verlangt der Verband.

Für Arbeitnehmende in Kurzarbeit seien nur 80 Prozent des Einkommens gesichert, schreibt Travail.Suisse am Montag nach einem Treffen am Runden Tisch mit Bundespräsident und Wirtschaftsminister Guy Parmelin. Das stelle gerade für tiefere Einkommen eine Existenzbedrohung dar.

18.56 Uhr: Fast vier von fünf über 80-Jährigen in Grossbritannien geimpft

In Grossbritannien haben fast vier von fünf der über 80-Jährigen bereits eine erste Corona-Impfdosis bekommen. 78,7 Prozent dieser Gruppe habe eine Impfung erhalten, teilte Gesundheitsminister Matt Hancock am Montag in London mit. Insgesamt sind im Land mittlerweile 6,6 Millionen Menschen mit der ersten Dosis geimpft worden. Derzeit sei die Lieferung der Impfdosen das grösste Problem, so Hancock. Dennoch waren im Land am Montag mehr als 30 neue Impfzentren eröffnet worden.

Es sei jedoch nicht an der Zeit, den aktuellen harten Lockdown zu lockern. «Es sind derzeit mehr Menschen an Beatmungsgeräten als zu jedem anderen Zeitpunkt in dieser Pandemie», sagte Hancock. Der staatliche Gesundheitsdienst NHS stehe weiter extrem unter Druck. Pro 100’000 Einwohnern zählte Grossbritannien in den vergangenen sieben Tagen rund 390 Neuinfektionen.

18.42 Uhr: Dubai verspricht Restaurantbesuchern mit Corona-Impfung Rabatte

In Dubai gewähren einige Restaurants Kunden mit einer Corona-Impfung Rabatte. Die Kampagne mit dem Titel «Verbreite Liebe, nicht Corona» wurde am Montag in den Online-Netzwerken bekanntgegeben. Lokale der Kette Gates Hospitality versprachen Einwohnern, die eine erste Impfdosis gegen das Virus erhalten haben, einen Preisnachlass von zehn Prozent. Wer bereits beide Impfdosen erhalten hat, wird demnach mit 20 Prozent Rabatt belohnt.

Um verbilligte Speisen zu erhalten, müssen die Gäste einen Nachweis über die Impfung, beispielsweise ein ärztliches Attest, vorlegen. Mit der Kampagne will das Emirat eine Schliessung des wirtschaftlich wichtigen Tourismussektors verhindern.

18.16 Uhr: Geiz bei Impfstoffverteilung bringt Billionen Wirtschaftsverluste

Wenn reichere Länder sich den Grossteil der Corona-Impfstoffe sichern und Entwicklungsländer vorerst weitgehend leer ausgehen, kann das die Weltwirtschaft Verluste in Billionen-Höhe kosten. Das berichtete die Internationale Handelskammer (ICC) am Montag. Sie hatte eine Studie dazu in Auftrag gegeben. Wenn Impfstoffe nicht weltweit fair verteilt werden, könne dies die globale Wirtschaftsleistung allein in diesem Jahr um bis zu 9,2 Billionen Dollar (7,6 Billionen Euro) schmälern, heisst es darin. Die Hälfte des Ausfalls betreffe Industrieländer.

«Die Studie zeigt die möglichen Konsequenzen eines Impfstoff-Nationalismus, die deutlich grösser sind als die besten bisherigen Schätzungen», teilte das ICC mit. Sie zeige, dass Investitionen in den ACT-Accelerator sich auszahlten. Der ACT-Accelerator ist das Programm der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für die Entwicklung, Produktion und faire Verteilung von Covid-19 Tests, -Medikamenten und -Impfstoffen. Wenn reichere Länder die 27,2 Milliarden Dollar, die in dem Programm noch fehlten, zahlten, sei der Nutzen 166 mal so hoch wie die Investition.

17.56 Uhr: Mutiertes Virus aus Grossbritannien erreicht Kanton Schaffhausen

Die Virusvariante B 1.1.7 aus Grossbritannien hat nun auch den Kanton Schaffhausen erreicht. Am Sonntag wurde dort erstmals eine Ansteckung mit dieser Mutation des Corona-Virus nachgewiesen.

Die positiv getestete Person befindet sich bereits seit Samstag in Isolation, wie das Schaffhauser Gesundheitsamt am Montag mitteilte. Der Ansteckungshergang ist unbekannt.

Angesichts der hohen Übertragbarkeit der neuen Variante wurde Contact Tracing in einer erweiterten Form durchgeführt, um Infektionsketten möglichst schnell zu unterbrechen,

Eine Quarantäne wurde nicht nur für alle engen Kontaktpersonen der positiv getesteten Person angeordnet, sonder wiederum auch für enge Kontakte dieser Personen. Die Kontakte wurden im Zeitraum von fünf Tagen vor Symptombeginn der positiv getesteten Person ermittelt.

Das erweiterte Contact Tracing wird im Kanton Schaffhausen ab sofort bei jedem bestätigten Fall einer Virusmutation aus England oder Südafrika erweitert durchgeführt.

Die britische Mutation des Corona-Virus ist im Kanton Schaffhausen nachgewiesen worden. (Symbolbild)
Bild: Keystone

17.50 Uhr: Corona verhagelt die Stimmung

Die Covid-19-Pandemie schlägt den Schweizerinnen und Schweizern aufs Gemüt. Verglichen mit dem Januar vor Jahresfrist fühlen sich im Januar 2021 über ein Drittel schlechter. Besonders auf den Wecker geht die Pandemie den Jungen: Über 40 Prozent der 15- bis 29-jährigen fühlen sich schlechter.

Das fand das Institut Link in einer Online-Umfrage mit 1019 Beteiligten in der Deutsch- und Westschweiz heraus, wie es am Montag mitteilte. Gefragt wurde nach der persönlichen Situation und jener von Familie und Freunden.

Sieht es beim persönlichen Befinden schon düster aus, gibt es auch bei der Einschätzung von Familie und Freunden keine Aufhellung. Bei den Kindern stellte 30 Prozent der Befragten eine Verschlechterung fest, bei den Grosseltern sogar knapp die Hälfte. Spezifisch nach den eigenen Kindern und jenen von Freunden befragt, gab ein Fünftel einen schlechteren psychischen Zustand des Nachwuchses zu Protokoll. Auch liessen die schulischen Leistungen leicht nach.

Amelie and her sister Camille watch from their front window as the lockdown enters it's third week along with their parents Victoria and Damian Kerr in Berkhamsted, England, Saturday, April 4, 2020. Victoria and Damian are both working full-time from home, but are enjoying the chance the lockdown has given them to spend more time together as a family despite it's challenges. (AP Photo/Elizabeth Dalziel)
Es ist so eine Sache mit der «Happiness»: Die Corona-Pandemie schlägt jedenfalls immer mehr Schweizerinnen und Schweizern aufs Gemüt. (Symbolbild)
Bild: Keystone

17.13 Uhr: SVP lanciert Petition «Beizen für Büezer» 

Tausende von Berufsleuten müssen auch bei Kälte draussen arbeiten. Da wegen der Covid-19-Pandemie die Restaurants geschlossen sind, können sich viele von ihnen über Mittag nicht aufwärmen. Die SVP lanciert eine Petition, die Restaurants ab sofort als "Kantinen" zu öffnen.

Von der Petition "Beizen für Büezer" sollen all jene profitieren, die über Mittag weder in eine geheizte Kantine mit Strom und Toilette noch nach Hause können, teilte die Partei am Montag mit. Mit der Restaurantöffnung hätten sie wieder eine Gelegenheit zu einer warmen Mahlzeit sowie zum Aufwärmen.

Gerade bei grosser Kälte braucht der Körper Erholungspausen, vor allem bei körperlichen Tätigkeiten, wie die SVP schreibt. Das Aufwärmen reduziere zudem das Risiko von Betriebsunfällen. Wenn das Bundeshausrestaurant während der Session zur Kantine werde, müsse das auch für jedes Restaurant befristet möglich sein.

16.48 Uhr: Brasilianische Polizei löst Party mit 1200 Gästen auf

Im Süden Brasiliens ist inmitten der Corona-Pandemie eine Rave-Party mit rund 1200 Gästen aufgelöst worden. Dies berichtete am Montag das Nachrichtenportal «G1» unter Berufung auf die Polizei. Dem Bericht zufolge floh der Verantwortliche für die Party nach dem Eintreffen der Polizei. Schon vor Sonntagabend hatte die Polizei in São José dos Pinhais im Grossraum Curitiba mehrere kleinere Partys aufgelöst. Bei einem Fest mit 400 Gästen nahm die Stadtpolizei dem lokalen Portal «Banda B» zufolge sechs Personen fest.

Brasilien ist einer der Brennpunkte der Corona-Pandemie. Eine womöglich besonders ansteckende Virus-Mutation verschärft die Lage. Bislang haben sich im grössten Land Lateinamerikas rund 8,8 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert – nur in den USA und in Indien sind die absoluten Zahlen höher.

Parkplatz vor dem Gelände, auf dem der Rave stattfand. 
Bild: Divulgação/Guarda Municipal

16.22 Uhr: Mehrere Minister in Afrika sterben an Covid-19

Im südlichen Afrika fallen nun zunehmend auch Spitzenpolitiker dem Coronavirus zum Opfer. Im Bergkönigreich Eswatini (früher: Swasiland) starben innerhalb weniger Wochen drei Kabinettsmitglieder – zuletzt Arbeitsminister Makhosi Vilakati, dessen Tod am späten Sonntagabend bekanntgegeben worden war. Wenige Tage zuvor war der Minister für den öffentlichen Dienst, Cristian Ntshangase, an Covid-19-Komplikationen gestorben. Premierminister Ambrose Dlamini war Mitte Dezember als einer der weltweit ersten Staatslenker überhaupt den Folgen einer Corona-Infektion erlegen.

In dem Kap-Staat kursiert eine neue Variante des Coronavirus, die als Treiber für eine neue Infektionswelle gilt. Seit Bekanntgabe des mutierten Virus haben viele Länder daher Beschränkungen für Reisende aus Südafrika verhängt.

Davon betroffen ist auch der Krisenstaat Simbabwe. Dort hatte am Wochenende innerhalb weniger Stunden zwei Kabinettsmitglieder durch das Coronavirus ihr Leben verloren. Seit Beginn der Pandemie starben insgesamt vier Minister an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung. Nach offiziell unbestätigten Medienberichten sollen mehrere weitere Kabinettsmitglieder infiziert sein. In Südafrika war am Wochenende der Minister im Präsidialamt, Jackson Mthembu, beerdigt worden. Auch er starb an den Folgen einer Covid-19-Infizierung.

16.12 Uhr: Brüssel will Erfassung der Impfstoff-Exporte

Wegen der Knappheit bei Corona-Impfstoffen sollen alle Exporte solcher Mittel aus der Europäischen Union künftig erfasst und genehmigt werden. Die EU-Kommission schlug dafür am Montag ein sogenanntes Transparenzregister vor. Zugleich machte die Brüsseler Behörde Druck beim Hersteller Astrazeneca, zugesagte Impfstoffmengen ohne Abstriche und ohne Verzug zu liefern.

Die Kommission steht selbst in der Kritik, weil sie Rahmenverträge mit den Herstellern ausgehandelt hat, vorerst aber nur relativ wenig Corona-Impfstoff in den 27 Ländern ankommt. Die Impfkampagne lahmt, während sich neue Virus-Varianten ausbreiten und die Staaten das tägliche Leben und auch das Reisen weiter einschränken.

Nach dem Hersteller Pfizer hatte am Freitag auch der Pharmakonzern Astrazeneca verringerte Lieferungen an die EU angekündigt. Die Kommission reagierte verärgert und hielt am Montag dagegen. So telefonierte Präsidentin Ursula von der Leyen mit Astrazeneca-Chef Pascal Soriot und stellte nach Angaben eines Sprechers klar, dass die EU auf den vertraglich zugesicherten Lieferungen besteht: «Wir erwarten von der Firma, Lösungen zu finden und alle möglichen Spielräume auszunutzen, um schnell zu liefern.» Soriots Reaktion blieb zunächst offen.

25.01.2021, Großbritannien, Aberdeen: Ein Mitglied der «Royal Scots Dragoon Guards», ein schottisches Kavallerie-Regiment der britischen Streitkräfte, trägt während der letzten Vorbereitungen für die Einrichtung eines Corona-Massenimpfzentrums in der P&J Live Arena ein Paket auf der Schulter. Foto: Jane Barlow/PA Wire/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Ein Soldat der britischen Streitkräfte trägt während der letzten Vorbereitungen für die Einrichtung eines Corona-Massenimpfzentrums am 25. Januar in der P&J Live Arena in Aberdeen ein Paket auf der Schulter. (Symbolbild)
Bild: Jane Barlow/PA Wire/dpa

15.38 Uhr: 1000 Fälle mit mutierten Viren in der Schweiz 

In der Schweiz sind bislang fast 1000 Ansteckungen mit den mutierten und ansteckenderen Formen des Coronavirus entdeckt worden. Der Grossteil davon ist keiner der bekannten Mutationen aus Grossbritannien und Südafrika zuzuschreiben.

Von der britischen Varianten sind bislang 474 Fälle entdeckt worden, von den südafrikanischen deren 16, wie das Bundesamt für Gesundheit BAG) am Montag auf Anfrage von Keystone-SDA mitteilte. 484 Fälle konnten demnach keiner der beiden Varianten zugeo et werden. Insgesamt waren es am Montag also 974 nachgewiesene Ansteckungen mit mutierten Viren.

Diese breiten sich damit in der Schweiz weiter aus: Am Freitag hatte das BAG Kenntnis von 674 Fällen, am Donnerstag von 582 und am Mittwoch von 479.

In Brasilien war kürzlich eine weitere Coronavirus-Mutation nachgewiesen worden. In der Schweiz sei diese Variante bislang nicht aufgetaucht, heisst es beim BAG auf Nachfrage. Für Brasilien gilt bereits ein Einreiseverbot, zudem wurde das südamerikanische Land am Mittwoch auf die Quarantäneliste gesetzt.

Eine Laborantin verwendet am 22. Januar ein COBAS-Analysegerät zur Erkennung von Mutationen des Coronavirus bei PCR-Tests im EOLAB in Bellinzona.
Bild: Keystone

15.05 Uhr: Moderna-Impfstoff soll gegen Varianten schützen

Der US-Biotechkonzer n Moderna geht davon aus, dass sein Covid-19-Impfstoff auch gegen die ansteckendere britische und südafrikanische Variante des Coronavirus schützt. Das Vakzin erzeuge virusneutralisierende Antikörper auch gegen die beiden neuen Varianten, teilte Moderna am Montag mit.

Zwar sei bei der südafrikanischen Variante eine Reduktion neutralisierender Titer festgestellt worden. Ihr Niveau liege aber immer noch deutlich über der Schwelle, die als schützend angesehen werde. Es sei daher zu erwarten, dass der Impfstoff nach der Verabreichung von zwei Dosen gegen die bisher nachgewiesenen Varianten wirke.

Gleichwohl wolle Moderna sicherheitshalber ein klinisches Programm starten, um die Immunität gegen neu auftretende Varianten zu stärken, hiess es. So soll vor allem speziell gegen die südafrikanische Variante ein verstärkter Impfstoff entwickelt werden.

14.58 Uhr: Merck&Co scheitert bei Corona-Impfstoffen

Der US-Pharmakonzern Merck & Co ist bei der Entwicklung eines möglichen Covid-19-Impfstoffs gescheitert. Das Unternehmen wird seine Entwicklung von zwei Impfstoffkandidaten beenden, wie Merck am Montag mitteilte.

Die beiden Vakzine hätten in frühen klinischen Studien nur Immunantworten erzeugt, die niedriger ausgefallen seien als die bei ehemaligen Covid-19-Patienten. Die Ergebnisse seien zudem schwächer gewesen als die anderer Covid-19-Impfstoffe in klinischen Studien. Merck will sich nun nur noch auf Medikamente zur Behandlung von Covid-19 konzentrieren.

Die Merck-Aktie drehte nach Bekanntgabe der Nachricht vorbörslich ins Minus. Auch die US-Aktienfutures gerieten leicht unter Druck.

14.32 Uhr: Riesen-Quarantänecamp in China nimmt Form an

Einem neuen Corona-Ausbruch im Norden Chinas versucht die Führung mit der Errichtung eines riesigen Quarantänezentrums Herr zu werden. Satellitenbilder der Europäischen Weltraumorganisation belegten die dramatischen Veränderungen in den vergangenen zehn Tagen auf einstigem Flachland im Bezirk Zhengding in der Provinz Hebei seit Beginn der Bauarbeiten am 13. Januar. Reihen von Fertighäusern sind zu sehen. Wie die Parteizeitung «Renmin Ribao» berichtete, waren bis zum 19. Januar bereits mehr als 600 Zimmer in der Anlage bezugsfertig. 3600 weitere sollen hinzukommen.

Aus dem ganzen Land wurden laut Staatsmedien Bauarbeiter und Material geschickt, um den Bau des Zentrums zu bewerkstelligen. Dort sollen Menschen isoliert werden, die Kontakt mit Covid-19-Patienten hatten. Vorgeschrieben ist ein Zimmer pro Person, das 18 Quadratmeter gross, mit Bettzeug, einem Tisch, einer Klimaanlage, einem Fernseher und W-Lan ausgestattet sei, meldete die amtliche Nachrichtenagentur China News Service. Zhengding ist ein Randgebiet im Norden von Shijiazhuang, eine Stadt mit mehr als zehn Millionen Einwohnern, in der es einen Corona-Ausbruch gab.

This combination of satellite images released by Copernicus, the European Union's Earth observation program, shows a massive quarantine camp built in Shijiazhuang in China's Hebei province. China is building a COVID quarantine center with more than 4,000 rooms in the northern city of Shijiazhuang, at a speed that's rarely seen in other countries. The satellite images show dramatic changes over 10 days in an area where there had been only flat land before construction started on Jan. 13, 2021. (European Union, Copernicus Sentinel-2 imagery via AP)
Ein Satellitenbild zeigt den Baufortschritt zwischen 12. und 22. Januar. 
Bild: Keystone

14 Uhr: Impfstoff-Nachschub ist unterwegs

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) erwartet in den kommenden Tagen die nächste Lieferung des Impfstoffs von Pfizer/Biontech. Die Herstellerfirmen haben derzeit mit Lieferschwierigkeiten zu kämpfen. In Zürich musste bereits der Impfplan angepasst werden. Das BAG überwacht die Entwicklung der Produktionskapazität.

Pfizer habe aktuell in ganz Europa Lieferverzögerungen, weil das Unternehmen die Produktionskapazitäten ausbaue, teilte das Bundesamt für Gesundheit (BAG) der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit. Es handle sich aber um eine Verlangsamung und nicht um einen Lieferstopp. Das BAG gehe davon aus, dass diese Lieferverzögerungen im ersten Trimester ausgeglichen sein werden. In den kommenden Tagen sollten die nächsten Dosen eintreffen.

13.30 Uhr: 4320 neue Ansteckungen innert 72 Stunden

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Montag 4320 neue Coronavirus-Ansteckungen bei insgesamt 55‘071Tests innert 72 Stunden gemeldet worden. Das entspricht einer Positivitätsrate von 7,8 Prozent. Zudem registrierte das BAG für diesen Zeitraum 85 neue Todesfälle und 129 Spitaleinweisungen.

Die Positivitätsrate für die vergangenen zwei Wochen lag bei 10,5 Prozent, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) weiter mitteilte. Im gleichen Zeitraum wurden pro 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner 328,83 laborbestätigte Coronavirus-Infektionen gemeldet.

Die Reproduktionszahl R, die angibt, wie viele Personen eine infizierte Person im Durchschnitt ansteckt, lag vor rund zehn Tagen bei 0,93.

Seit Beginn der Pandemie wurden in der Schweiz und in Liechtenstein 4'190'785 Tests auf Sars-CoV-2 durchgeführt, den Erreger der Atemwegserkrankung Covid-19. Insgesamt gab es 513'599 laborbestätigte Fälle von Ansteckungen mit dem Coronavirus.

21'358 Personen mussten bisher wegen einer Covid-19-Erkrankung im Spital behandelt werden. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung belief sich auf 8430.

Eine Laborantin bereitet am 22. Kanuar in Bellinzona eine Probe mit extrahierter RNA für PCR-Tests vor, bei denen Mutationen des Coronavirus erkannt werden sollen. 
Bild: Keystone

12.55 Uhr: Über eine Million Israelis bereits zwei Mal geimpft

Mehr als eine Million Menschen in Israel hat die beiden nötigen Impfungen gegen das Coronavirus erhalten. Dies teilte Gesundheitsminister Juli Edelstein am Montag bei Twitter mit. Die erste Dosis bekamen bislang rund 2,6 Millionen Menschen verabreicht.

In Israel leben etwas mehr als neun Millionen Menschen. Dem Unternehmen Pfizer zufolge beträgt der Impfschutz eine Woche nach der zweiten Impfung 95 Prozent.

Israel steckt in einer dritten Corona-Welle mit hohen Infektionszahlen. Mit 68 wurden am Montag so viele Tote binnen 24 Stunden vermeldet wie nie zuvor seit Beginn der Pandemie. Das Gesundheitssystem ist nahe der Belastungsgrenze, die Zahl der Schwerkranken liegt sehr hoch. In dem Land infizierten sich bislang offiziell mehr als 600'000 Menschen mit dem Virus.

Um das Einschleppen weiterer Virus-Mutanten zu verhindern, soll parallel zum geltenden Lockdown der Flughafen Ben Gurion bis Monatsende weitgehend geschlossen werden. Die Schliessung sollte in der Nacht auf Dienstag beginnen. Über ihn wird nahezu der gesamte internationale Luftverkehr des Landes abgewickelt.

epa08955745 People wait in line to be aministered the COVID-19 vaccine in Jerusalem, Israel, 21 January 2021. Israel is one of the first countries to have received vaccines and has so far vaccinated some 2.2 million of its around nine million citizens, yet the rate of infection with the Sars-CoV-2 coronavirus that causes COVID-19 is rising drastically. EPA/ABIR SULTAN
Menschen stehen am 21. Januar in Jerusalem für ihre Corona-Impfung an. 
Bild: Keystone

12.25 Uhr: Grippewelle bleibt aus

Die Grippesaison in der Schweiz fällt bisher aus. Influenzaviren sind landesweit nicht feststellbar. Andere respiratorische Infektionen stehen im Vordergrund. Grund dafür dürften die Schutzmassnahmen im Zug der Covid-19-Pandemie sein. Allerdings ist die Sentinella-Überwachung derzeit wegen der Covid-19-Situation nur eingeschränkt zuverlässig, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Montag in seinem Bulletin mitteilte. Deswegen kann auch kein verlässlicher Epidemiewert für die Grippesaison 2020/21 berechnet werden.

Wegen Grippeverdachts hatten die 194 Meldeärztinnen und -ärzte in der zweiten Januarwoche acht Konsultationen. Hochgerechnet ergibt das 63 Konsultationen auf 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner. Die Zahl der Konsultationen zeigte leicht nach oben. Die Konsultationsrate wegen Grippeverdachts war in der zweiten Jahreswoche bei den 15- bis 29-Jährigen am höchsten. In keiner Region wurden im Sentinella-System in den ersten beiden Wochen indessen Influenzaviren nachgewiesen.

Auch international blieb eine Grippeepidemie bisher aus. Während der Grippesaison der südlichen Hemisphäre wurden trotz dauernder und sogar vermehrter Tests nur wenige Grippeerreger nachgewiesen.

A girl with the flu sleeps on the sofa, photographed on February 19, 2016, in Rigi KLoesterli, Switzerland. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Ein Maedchen mit Grippe schlaeft auf dem Sofa, aufgenommen am 19. Februar 2016 in Rigi Kloesterli. (KEYSTONE/Gaetan Bally)
Ein Mädchen hat sich die Grippe eingefangen: Diese Saison ist die Influenza wegen der Corona-Massnahmen so gut wie im Keim erstickt worden. (Symbolbild) 
Bild: Keystone

12.02 Uhr: Spekulationen um dritten Lockdown in Frankreich

In Frankreich mehren sich die Spekulationen um einen möglichen dritten Lockdown wegen der Corona-Pandemie. Die Sonntagszeitung «Journal du Dimanche» hatte berichtet, dass Präsident Emmanuel Macron noch in dieser Woche landesweite Ausgangsbeschränkungen verkünden könnte.

Frankreichs Regierung betont unterdessen, dass noch nichts entschieden sei. «Es gibt zu diesem Zeitpunkt noch keine Entscheidung», sagte Europa-Staatssekretär Clément Beaune am Montagmorgen im Gespräch mit Radio Classique. Ähnlich äusserte sich Regierungssprecher Gabriel Attal. Er sagte dem Sender France 3, man wolle schauen, ob die abendlichen Ausgangsbeschränkungen ab 18 Uhr Wirkung zeigten. 

Für den Leiter des Wissenschaftlichen Rates, Jean-François Delfraissy, ist es wahrscheinlich, dass Frankreich auf einen weiteren Lockdown zusteuert. Dies sei vor allen Dingen der Mutation des Virus geschuldet. «Aber es steht nicht nur gesundheitlich, sondern auch wirtschaftlich und gesellschaftlich viel auf dem Spiel», sagte er dem Sender BFMTV.

11.30 Uhr: Niederlande geschockt von Corona-Krawallen 

Am Tag nach den schweren Krawallen von Gegnern der Corona-Massnahmen in den Niederlanden bieten viele Städte ein Bild der Verwüstung. Strassen und Plätze sind besät mit Glasscherben, ausgebrannten Autos und Steinen.

Ministerpräsident Mark Rutte verurteilte die Gewalt scharf. «Das ist absolut unzulässig, das hat nichts zu tun mit Protesten, sondern ist kriminelle Gewalt», sagte Rutte am Montag in Den Haag.

In mehr als zehn Städten im Land waren am späten Sonntagabend Proteste gegen die Corona-Massnahmen und Ausgangssperren eskaliert. Die Polizei sprach von den schlimmsten Krawallen in 40 Jahren und rechnet mit weiteren Unruhen in den kommenden Tage

Besonders heftig waren die Krawalle in Eindhoven, im Osten des Landes. Der Bahnhof wurde demoliert, Läden geplündert. «Hooligans kamen aus allen Ecken des Landes, sie hatten sich über die sozialen Medien verabredet», sagte der Bürgermeister von Eindhoven, John Jorritsma. «Wenn man auf diese Weise das Land in Brand steckt, dann ähnelt das einem Bürgerkrieg.»

epa08962316 The police remove protesters from the 18 Septemberplein in Eindhoven, the Netherlands, 24 January 2021. Hundreds of people had gathered here in protest against the corona policy. Several people have been arrested. Mayor John Jorritsma had banned the demonstration for fear of disturbances. EPA/ROB ENGELAAR
In Eindhoven prallen Hooligans und Polizei am 24. Januar 2021 aufeinander. 
Keystone

11.07 Uhr: Massentests in Schule in Wangen an der Aare

Der Kanton Bern lässt Corona-Massentests in Wangen an der Aare durchführen. Das teilte er am Montag mit. Er will so klären, ob in dem Ort im Oberaargau tatsächlich eine Häufung des mutierten Virus aus Grossbritannien aufgetreten ist.

Testen will der Kanton sämtliche Schülerinnen und Schüler, alle Lehrpersonen und allenfalls auch das administrative Personal. Die Tests seien wie immer freiwillig, sagte Gundekar Giebel, Sprecher der bernischen Gesundheitsdirektion, auf Anfrage.

An insgesamt drei Primarschulklassen gab es in den letzten Tagen Ansteckungen, darunter auch solche mit dem mutierten Virus. Das Kantonsarztamt schickte die drei Klassen in Quarantäne, wie am Sonntag bekannt geworden war. Dabei geht es um insgesamt rund 60 Schulkinder und um ihre Lehrkräfte.

Das Contact-Tracing-Team setzte zudem alle engen Kontaktpersonen in Quarantäne. Wie viele das insgesamt sind, war am Montag zunächst nicht in Erfahrung zu bringen.

Eine Schuelerin unterzieht sich einem PCR Test, an der Evangelischen Mittelschule Schiers, am Freitag, 8. Januar 2021, in Schiers. In der Schule Malans, vor Ort und im Bildungszentrum Palottis wurden Mitarbeitende und Schueler freiwillig auf das Coronavirus getestet. Dies im Rahmen eines Pilotversuches. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)
Corona-Test an einer Schweizer Schule. (Symbolbild)
Bild: Keystone

10.31 Uhr: Mehr als 130'400 Neuinfektionen in den USA

In den USA haben sich 130'485 Menschen binnen 24 Stunden mit dem Coronavirus infiziert. Die Zahl der erfassten Toten erreichte am Sonntag 1769, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore am Montagvormittag (MEZ) hervorging.

Der Höchstwert war am 12. Januar mit 4462 Toten registriert worden. Der bislang höchste Wert an Neuinfektionen wurde am 02. Januar mit 298'031 Neuinfektionen binnen 24 Stunden verzeichnet.

Insgesamt haben sich in dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern mehr als 25,1 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Seit Beginn der Pandemie starben mehr als 419'200 Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2. In absoluten Zahlen gemessen sind das mehr als in jedem anderen Land der Welt.

9.50 Uhr: Massentests an Schule in Tafers FR

An der Orientierungsschule von Tafers FR ist eine Klasse der 2. Stufe unter Quarantäne gestellt worden, um weitere Ansteckungen zu verhindern und den Covid-Ausbruch an der Schule weiter zu untersuchen.

Wie die Schule auf ihrer Website mitteilte, seien von bislang neun positiv auf Covid-19 getesteten Schülerinnen und Schülern zwei Fälle einer Mutation registriert worden, die als ansteckender gilt. Das Kantonsarztamt habe deshalb entschieden, dass alle Schülerinnen und Schüler sowie Lehrpersonen und die Mitarbeitenden der Schule schnellstmöglich getestet werden sollten. Das geschehe ab heute durch ein mobiles Team vor Ort. 

Der Test sei für die Schülerinnen und Schüler nicht verpflichtend, heisst es weiter auf der Seite, werde aber «aufs Dringendste empfohlen». Wer sich nicht testen lasse, werde auf Anweisung des Kantonsarztamtes zu Hause unter Quarantäne gestellt.

9.42 Uhr: Migros-Tochter Denner profitiert stark von Krise

Denner hat seinen Umsatz im Corona-Jahr 2020 um 15,7 Prozent gesteigert und einen Nettoumsatz von 3,8 Milliarden Franken erzielt. Das ist rund eine halbe Milliarde mehr als im Vorjahr. Dabei hat unter anderem der Mehrkonsum im Inland dem Discounter in die Hände gespielt, wie Denner am Montag mitteilte.

Die 570 eigenen Denner-Filialen hätten rund 3 Milliarden zum Umsatz beigetragen und seien um 15,6 Prozent gewachsen, hiess es weiter. Die 268 Partnerbetriebe wuchsen mit 16,2 Prozent und einem Umsatz von 0,8 Milliarden noch etwas stärker. Dieses Wachstum sei unter anderem darauf zurückzuführen, dass die Bevölkerung während der Corona-Krise mehrheitlich im Inland einkaufte.

Die Kundenfrequenz ging zwar laut der Mitteilung um 0,4 Prozent zurück, weil die Kunden weniger oft einkaufen gingen. Sie haben jedoch pro Besuch im Laden deutlich mehr eingekauft. Der Wert des durchschnittlichen Warenkorbs sei entsprechend um 16 Prozent gestiegen.

Une signalisation au sol est mise en place dans le supermarche Denner du centre commercial de Migros Balexert afin de canaliser les clients pour respecter les regles l'office federale de la sante publique (OFSP) en raison du risque de propagation du COVID-19, lors de l'etat d'urgence en Suisse en raison du coronavirus COVID-19, ce mardi 5 mai 2020 a Geneve. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)
Eingang zu einer Denner-Filiale während der Corona-Pandemie im März 2020 in Genf. (Archiv)
Bild: Keystone

9.14 Uhr: Bus bei Protesten in Israel in Brand gesetzt 

Bei Protesten gegen die Durchsetzung der Corona-Regeln ist es in der vor allem von Strengreligiösen bewohnten israelischen Stadt Bnei Brak zu schweren Ausschreitungen gekommen. Wie die Polizei am Montagmorgen mitteilte, setzten Randalierer unter anderem einen Bus in Brand. Sie versuchten demnach auch, ein Gebäude der Feuerwehr zu stürmen. Die städtische Polizei forderte Unterstützung aus anderen Distrikten an. Medienberichten zufolge setzten die Beamten unter anderem Blendgranaten ein. Vier Verdächtige wurden nach Angaben der Polizei festgenommen.

In der Stadt nahe Tel Aviv – aber auch in Aschdod und Jerusalem – hatte es in den vergangenen Tagen wiederholt Konfrontationen zwischen der Polizei und Ultraorthodoxen gegeben. Viele Strengreligiöse befolgen die Regeln zur Pandemie-Bekämpfung nicht. Ein einflussreicher Rabbiner etwa hatte dazu aufgerufen, die Schulen im ultraorthodoxen Sektor trotz eines allgemeinen Verbots zu öffnen.

Israeli police officers march by burning garbage during clashes with ultra-Orthodox Jews in Bnei Brak, Israel, Sunday, Jan. 24, 2021. Ultra-Orthodox demonstrators clashed with Israeli police officers dispatched to close schools in Jerusalem and Ashdod that had opened in violation of coronavirus lockdown rules, on Sunday. (AP Photo/Oded Balilty)
Polizisten gehen am 24 Januar in Bnei Brak, Israel, gegen Menschen vor, die gegen die Corona-Bestimmungen protestieren. 
Bild: Keystone

7.40 Uhr: Vorerkrankte Schwangere sollen sich impfen lassen

Schwangere gehören zur Corona-Risikogruppe. Einerseits verläuft die Krankheit bei ihnen häufig schwerer als bei gleichaltrigen Frauen, andererseits steigt das Risiko für eine Fehlgeburt. Trotzdem haben die Behörden schwangeren Frauen bis anhin davon abgeraten, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Diese Empfehlung hat das BAG nun angepasst, wie SRF berichtet. 

Neu empfiehlt die Behörde Schwangeren eine Impfung – sofern sie eine Vorerkrankung aufweisen. Leidet eine werdende Mutter beispielsweise an Diabetes oder Übergewicht, wird ihr – unter Abwägung der Vor- und Nachteile – eine Impfung nahegelegt. Für Schwangere ohne zusätzlichen gesundheitlichen Risiken gilt nach wie vor keine Impfempfehlung. Das hat vor allem damit zu tun, dass es kaum Daten zu möglichen Nebenwirkungen einer Covid-Impfung bei Schwangeren gibt. 

ARCHIV - 02.05.2018, Nordrhein-Westfalen, Münster: Eine Hebamme tastet den Bauch einer Frau ab, die im Neunten Monat schwanger ist. ie Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) warnt vor Kaiserschnitten, die mit der Coronakrise begründet werden. (Zu dpa "Gynäkologische Gesellschaft: Corona rechtfertigt keinen Kaiserschnitt") Foto: Caroline Seidel/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ (KEYSTONE/DPA/Caroline Seidel)
Das BAG hat die Impfempfehlung für Schwangere angepasst.
Bild: Keystone

6.40 Uhr: Jeder dritte Schweizer will schärfere Massnahmen

Ein grosser Teil der Schweizer Bevölkerung spricht sich laut einer Umfrage für strengere Corona-Massnahmen aus: Gut ein Drittel (38 Prozent) gibt an, die aktuellen Massnahmen des Bundes und der Kantone gingen zu wenig weit. Für ein weiteres Drittel sind sie gerade richtig, während das verbleibende Drittel findet, die Massnahmen seien zu strikt. Das geht aus einer neuen Umfrage von Tamedia und «20 Minuten» mit 15'000 Teilnehmenden hervor. 

Sollte sich die epidemiologische Lage verschlechtern, ist gut die Hälfte der befragen Personen bereit, die Skigebiete zu schliessen. Eine knappe Mehrheit befürwortet PCR-Tests für Personen, die in die Schweiz einreisen wollen. Andere Massnahmen wie Grenzschliessungen (39 Prozent), Schulschliessungen (35 Prozent) oder eine Maskenpflicht im Freien (21 Prozent) finden weniger Zustimmung. 

Skifahrer geniessen den schoenen aber kalten Wintertag auf den Skipisten von Soerenberg im Kanton Luzern unter den Corona Massnahmen am Sonntag, 10. Januar 2021. (KEYSTONE/Urs Flueeler).
Gut die Hälfte der Schweizerinnen und Schweizer sind bereit, die Skigebiete zu schliessen, sollte es wieder mehr Corona-Ansteckungen geben. 
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6.13 Uhr: Australien lässt erstmals Impfstoff zu

Mit dem Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer hat Australien erstmals ein Vakzin gegen den Erreger Sars-CoV-2 zugelassen. Mit den Impfungen solle gegen Ende Februar begonnen werden, teilte das Büro von Premierminister Scott Morrison am Montag mit. Morrison sprach von einem wichtigen Schritt im Kampf gegen das Coronavirus. Wie die Nachrichtenagentur AAP berichtete, sollen die Impfungen in 30 bis 50 Krankenhäusern beginnen, wo zunächst ältere und behinderte Patienten sowie Gesundheitsarbeiter geimpft werden sollen.

Australien ist bisher vergleichsweise glimpflich durch die Corona-Pandemie gekommen. In dem Land mit rund 25 Millionen Einwohnern wurden laut Johns-Hopkins-Universität bisher erst 28'777 Ansteckungen und 909 Todesfälle registriert. Vor Weihnachten hatte es während rund sieben Wochen überhaupt keine nachgewiesenen Neuinfektionen gegeben.

5.52 Uhr: Immer mehr Intensivstationen in USA am Limit

Mehr als 40 Prozent der US-Bürger leben einer Analyse der Nachrichtenagentur AP zufolge in einem Gebiet mit überlasteten Intensivstationen mit höchstens 15 Prozent freien Betten. Angesichts der drastischen Corona-Fallzahlen in den USA sind landesweit Hunderte Intensivstationen schwer in Bedrängnis. Es mangelt an Platz und an Zubehör, zugleich stehen die Spitäler in einem Wettbewerb um befristete Mitarbeiter.

Besonders hart getroffen sind Einrichtungen im Süden und Westen des Landes. Allein im Staat Texas etwa wurden zuletzt durchschnittlich 20'000 Neuinfektionen pro Tag verzeichnet, mehr als 13'000 Menschen liegen dort mit Symptomen der Krankheit Covid-19 in Spitälern. Insgesamt gibt es im Süden und Westen der USA nach Angaben der AP derzeit mehr als 80'000 Corona-Patienten in Spitälern.

4.40 Uhr: Schule in Wangen an der Aare wegen Corona zu

In Wangen an der Aare BE schliesst wegen des Coronavirus die ganze Schule mit 350 Kindern. Grund dafür sind mehrere Ansteckungen mit dem Coronavirus, darunter auch solche mit dem mutierten Virus aus Grossbritannien. Wie Schulleiter Andreas Oetliker am Sonntagabend auf Anfrage sagte, hat das bernische Kantonsarztamt drei Klassen in Quarantäne geschickt, aber auch die Schliessung der ganzen Schule angeordnet. Die Massnahme gilt bis zum kommenden Samstag. Oetliker präzisierte damit Informationen auf der Schul-Website der Gemeinde.

Am Montag entfällt der Unterricht für die Schülerinnen und Schüler. Dieser soll ab Dienstag im Fernunterricht wieder aufgenommen werden. Laut der Schulleitung sind die Schülerinnen und Schüler nicht verpflichtet, einen Corona-Test zu absolvieren. Die «Berner Zeitung» machte am Sonntagabend auf ihrer Website auf die neueste Entwicklung in der Gemeinde aufmerksam.

Treiber der Pandemie sind Kinder wohl nicht. Aber wenn die Infektionszahlen enorm hoch sind, können Schulschliessungen einiges bewirken.
Das Coronavirus führt zur Schliessung von Schulen – angesagt ist Fernunterricht. (Symbolbild)
Bild: Keystone/dpa/Klaus-Dietmar Gabbert

4.30 Uhr: Im Kanton Zürich gilt Maskenpflicht ab vierter Klasse

Wegen der Pandemie gilt ab heute die Maskenpflicht ab der vierten Primarschulklasse im Kanton Zürich. Gleichzeitig diskutiert der dortige Kantonsrat über die Erweiterung der Härtefallmassnahmen.

4.25 Uhr: Virtuelle «Davos Agenda Week» statt WEF

Im Rahmen des Weltwirtschaftsforums (WEF) treffen sich heute zahlreiche Staats- und Regierungschefs mit Wirtschaftsvertretern zur virtuellen «Davos Agenda Week». Die Online-Meetings sind der Ersatz für das WEF 2021 in Davos, das wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden musste. Nach der Eröffnungsrede von Bundespräsident Guy Parmelin am Sonntagabend stehen heute unter anderem virtuelle Treffen mit dem chinesischen Staats- und Parteichef Xi Jinping (13:00 Uhr), mit dem US-Immunologen Anthony Fauci (14:15 Uhr), mit der Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde (17:15 Uhr), sowie mit Uno-Generalsekretär Antonio Guterres (18:00 Uhr) auf dem Programm. Ende Mai wollen sich die WEF-Teilnehmerinnen und Teilnehmer persönlich in Singapur treffen.

4.19 Uhr: Ärger in Tschechien über verschärfte Testpflicht für Grenzgänger

Die verschärften deutschen Einreiseregeln für Berufspendler aus Tschechien stossen im Nachbarland auf Kritik. Seit Sonntag müssen die Grenzgänger bei jeder Fahrt in die Bundesrepublik einen negativen Corona-Test vorlegen, der nicht älter als 48 Stunden sein darf. Hintergrund ist die Einstufung Tschechiens als Hochrisikogebiet. Nur in Sachsen genügen zwei Tests pro Woche. Den grenzüberschreitenden Arbeitskräften und ihren Familien werde das Leben erschwert, sagte Jan Triska von der tschechischen Pendlervereinigung (APCR). Wer es sich leisten könne, werde sich nach einer neuen Arbeit in Tschechien umsehen. Für viele gehe es indes um ihre Existenz. «Die Unsicherheit ist wahnsinnig gross», sagte Triska. Viele seien der Ansicht, dass die Verschärfung politisch motiviert sei. «Die Politiker in Deutschland schieben die ungünstige Corona-Lage auf die Pendler, auf die Tschechen, auch wenn es dafür keine relevanten Daten gibt», sagte der Vertreter der Interessengruppe.

Nach Schätzungen fahren 35'000 bis 60'000 Tschechen regelmässig zur Arbeit nach Deutschland. Auf ein anderes Problem machte der Präsident der Verwaltungsregion Karlsbad (Karlovy Vary), Petr Kulhanek, im Fernsehsender CT aufmerksam. Die Forderung, die Pendler alle 48 Stunden neu zu testen, sei eine «enorme Belastung» für das Corona-Testsystem. Es drohe, dass echte Verdachtsfälle keinen Termin mehr für einen Test auf das Virus Sars-CoV-2 bekommen würden.

4 Uhr: Neuseeland bestätigt ersten Corona-Fall seit Monaten

In Neuseeland verzeichnen die Behörden erstmals seit Monaten wieder eine Corona-Infektion. Betroffen sei eine 56-Jährige, die am 30. Dezember von einer Auslandsreise zurückgekehrt sei, teilte die Regierung mit. Während der zweiwöchigen Zwangsquarantäne sei die Frau zunächst zweimal negativ getestet worden. Doch nach der Quarantäne sei bei einem weiteren Test die südafrikanische Variante des Virus nachgewiesen worden. 15 engere Kontaktpersonen seien identifiziert und kontaktiert worden. Ihr Ehemann sei negativ getestet worden.

Eine Zunahme der Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet China. Insgesamt zählte das bevölkerungsreichste Land der Welt am Sonntag 124 neu infizierte Personen. Am Vortag waren es 80 Personen gewesen. 67 der neuen Fälle wurden in der nordöstlichen Provinz Jilin verzeichnet, wie aus offiziellen Daten hervorgeht.

2.58 Uhr: Mexikos Präsident an Covid-19 erkrankt

Der mexikanische Staatspräsident Andrés Manuel López Obrador ist an Covid-19 erkrankt. Er sei positiv auf das Coronavirus getestet worden, habe leichte Symptome und werde medizinisch behandelt, teilte der 67-jährige Staats- und Regierungschef am Sonntag (Ortszeit) auf Twitter mit. «Ich bin, wie immer, Optimist», schrieb er.

Mexiko ist nach offiziellen Zahlen das Land mit den viertmeisten Todesfällen infolge der Corona-Pandemie – knapp 150'000 Todesopfer wurden bislang registriert. Allerdings wird in dem nordamerikanischen Land mit fast 130 Millionen Einwohnern – Platz zehn der bevölkerungsreichsten Länder – äusserst wenig auf das Virus getestet. Ausserdem ist die sogenannte Übersterblichkeit dort sehr hoch. Die mexikanische Regierung hat trotz der Pandemie bislang keine Ausgangsbeschränkungen verhängt und die Grenzen des Landes nicht geschlossen. 

López Obrador sagte einmal, nicht zu lügen und zu stehlen schütze vor einer Corona-Infektion. Eine Maske werde er erst tragen, wenn in Mexiko die Korruption ausgelöscht sei. Am Wochenende nahm der Linkspopulist an Veranstaltungen in den Bundesstaaten Nuevo León und San Luis Potosí teil. Fotos von ihm in den vergangenen Tagen in geschlossenen Räumen mit anderen Menschen, bei denen niemand eine Maske trägt, kursierten in sozialen Medien. Eines davon hatte der Präsident selbst veröffentlicht: Es zeigt ihn am Freitag, neben Aussenminister Marcelo Ebrard sitzend, beim Telefonat mit dem neuen US-Präsidenten Joe Biden.

2.15 Uhr: Viel mehr Notrufe bei britischem Kinderschutzbund

In Grossbritannien gibt es seit Beginn der Corona-Krise deutlich mehr Hinweise auf Gewalt und Missbrauch in der Familie. Die Zahl der Anrufe von um das Kindeswohl besorgten Erwachsenen habe um 53 Prozent im Vergleich zur Zeit vor der Pandemie zugelegt, teilte die Kinderschutzorganisation NSPCC in der Nacht zum Montag mit. Jeden Tag gingen mehr als 30 Notrufe ein. Die Organisation warnte, die Zahl könne weiter steigen, wenn der Lockdown mit Schulschliessungen sowie weitreichenden Ausgangsbeschränkungen andauere. «Das Risiko von häuslichem Missbrauch hat in den vergangenen neun Monaten zugenommen, da Familien unter zunehmendem Druck und hinter verschlossenen Türen leben», sagte NSPCC-Vertreterin Anna Edmundson. Ausserdem falle eine Gefährdung von Kindeswohl nun häufiger auf, weil die Nachbarn wegen der Pandemie zu Hause arbeiteten. Es gebe vor allem mehr Hinweise auf stundenlangen Streit und Kindergeschrei.

Die Regierung müsse in ihrem Gesetzentwurf über häuslichen Missbrauch zusätzliche Vorkehrungen für Kinder treffen, forderte die NSPCC. Ohne Verpflichtung für die Kommunen, staatliches Geld zum Kindesschutz einzusetzen, könnten die Mittel in andere Projekte fliessen. Das Papier geht an diesem Montag in die Parlamentsausschüsse. Die NSPCC warnte, dass Menschen, die als Kinder häuslichen Missbrauch erleben, später häufig Lernschwierigkeiten, Depressionen, Ernährungsprobleme und Abhängigkeit erleiden. Als Missbrauch gilt etwa auch, wenn Kinder gewalttätigen Streit zwischen Eltern erleben.

1.17 Uhr: Mehr als 25'000 Corona-Tote in der Türkei

Mehr als 25'000 Menschen sind in der Türkei an oder mit dem Coronavirus gestorben. Das gab das Gesundheitsministerium in Ankara am Sonntag bekannt. Seit der ersten bekannten Infektion am 11. März 2020 hat das Land mehr als 2,4 Millionen Ansteckungen mit dem Virus Sars-CoV-2 gezählt.

Am 14. Januar hat die Türkei ein Impfprogramm gestartet. Bis Samstagnacht hatten mehr als 1,2 Millionen Menschen nach Angaben von Gesundheitsminister Fahrettin Koca eine erste Dosis des chinesischen Sinovac-Impfstoffs gegen das Coronavirus erhalten. Im Dezember hatte die Regierung wieder Restriktionen wie Lockdowns an Wochenenden und Ausgangsbeschränkungen abends auch unter der Woche eingeführt, um einer zweiten Infektionswelle entgegenzuwirken. Restaurants und Cafés dürfen Lebensmittel nur noch liefern oder zur Abholung anbieten, Hochzeiten und Beerdigungen sind auf eine Teilnehmerzahl von 30 Personen beschränkt.

Joe Biden: «Wir sind nicht über Nacht in den Schlamassel geraten»

Joe Biden: «Wir sind nicht über Nacht in den Schlamassel geraten»

US-Präsident Joe Biden hat davor gewarnt, dass sich die Corona-Pandemie in den kommenden Monaten weiter verschlimmern werden, bevor die Lage besser werde.

24.01.2021

0.27 Uhr: US-Präsident Biden erneuert Einreisestopp

US-Präsident Joe Biden wird Medienberichten zufolge schon heute den Einreisestopp für Ausländer aus Europa erneuern. Zudem sollen zum Schutz vor einer neuen Variante des Coronavirus auch Einreisen aus Südafrika gleichermassen begrenzt werden, wie am Sonntag unter anderem die Sender CNN und NBC übereinstimmend berichteten.



Der scheidende US-Präsident Donald Trump hatte vor etwa einer Woche ein Ende des Einreisestopps angeordnet. Bidens Team erklärte aber umgehend, dass die Beschränkungen für Reisende aus dem Schengen-Raum, aus Grossbritannien, Irland und Brasilien nach dem Amtsantritt der neuen Regierung wieder eingeführt würden. Trumps Team hatte bei der Ankündigung der Lockerung der Vorschriften darauf verwiesen, dass Einreisen in die USA ab 26. Januar ohnehin nur noch nach Vorlage eines aktuellen und negativen Corona-Tests möglich seien.

Bidens Sprecherin Jen Psaki hatte die Ankündigung der Trump-Regierung im Namen des neuen Präsidenten sofort zurückgewiesen: «Mit der Verschlimmerung der Pandemie und dem Auftauchen weiterer ansteckender Varianten auf der ganzen Welt ist dies nicht der richtige Zeitpunkt, um Einschränkungen für internationale Reisen aufzuheben», erklärte sie über Twitter.

Seit März dürfen ausländische Reisende, die sich innerhalb eines Zeitraums von 14 Tagen vor der Einreise in die USA im Schengenraum, Grossbritannien oder Irland aufgehalten haben, bis auf wenige Ausnahmen nicht in die USA einreisen. Trump hatte zudem strikte Einreisestopps für Ausländer aus China, dem Iran und Brasilien erlassen. US-Staatsbürger sind von den Auflagen bisher ausgenommen. Die neue Auflage, vor einem Flug in die USA einen negativen Corona-Test vorlegen zu müssen, wird aber für alle Reisenden gelten.



0 Uhr: Skigebiete in Freiburg und Waadt mit Grossandrang 

Wegen des wetterbedingt grossen Andrangs hat Freiburg am Sonntag mehrere Zufahrten zu den Skigebieten des Kantons teilweise gesperrt. Auch die Waadt sperrte Zufahrtsstrecken. Betroffen waren in Freiburg die Gebiete Moléson, Les Paccots, Rathvel, Schwarzsee, La Chia und Villarlod sowie in der Waadt Mollendruz. Die Sperren wurden in Absprache mit den Gemeinden und Skistationen von Verkehrsdiensten, Feuerwehren, Gemeindepolizeien und Sicherheitsfirmen errichtet, wie die Freiburger Kantonspolizei mitteilte. Langsam brachten diese Dienste den Verkehr wieder ins Fliessen. Die Kantonspolizei sorgte für freie Zufahrt der Rettungsdienste.

Zu Zwischenfällen kam es nicht. Die Zufahrtsstrassen wurden zwischen 14:30 und 15:30 Uhr wieder geöffnet. Die Polizei rät, sich ein nächstes Mal in den Medien über die Verkehrssituation zu informieren.

In der Waadt haben die Wintersportorte sowohl in den Alpen als auch im Jura einen nie gesehenen Ansturm erlebt, wie Jean-Christophe Sauterel sagte, der Kommunikationschef des kantonalen Verkehrsstabs. Der Parkplatz in Mollendruz war bereits um 10 Uhr früh voll. Rund tausend Autos mussten wieder umkehren. Zwischen Mont-la-Ville und der Vallée de Joux wurde der Verkehr einspurig geführt. Von Mont-la-Ville bis zur Passhöhe des Mollendruz gab es sechs Kilometer Stau.

St-Georges, normalerweise nicht für seine Massen bekannt, wurde am Sonntag buchstäblich überschwemmt. Sie etwas habe er noch nie erlebt, sagte Sauterel. Die Parkplätze der Langlauf-Loipen von Rasses, Cluds und der Station Mauborget im Neuenburger Jura waren ebenfalls bereits ab 10 Uhr voll. In den Waadtländer Alpen in Villars, Les Diablerets, Leysin und am Col des Mosses sah es nicht anders aus.

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