Neue Technik soll «Millionen Menschen gleichzeitig erreichen»

phi

5.11.2021

Un telephone est photographie devant la plateforme AlertSwiss qui annonce une panne du reseau de telecommunication et ainsi que les numeros d'urgence (112, 117, 118, 144), ce vendredi 9 juillet 2021 a Geneve. Les numeros d'urgence etaient affectes par des pannes dans toute la Suisse dans la nuit de jeudi a vendredi. Dans certains cantons tous les numeros sont inatteignables. (KEYSTONE/Martial Trezzini)
Vom Ausfall der Notrufnummern bis zum Unwetter: «AlertSwiss» warnt vor Gefahren.
Archivbild: KEYSTONE

Nur wer «Alertswiss» hat, wird derzeit vor drohenden Gefahren gewarnt. Mit «Cell Boradcast» bekommen dagegen alle Handy-Nutzer in einem Gebiet einen Hinweis: Viola Amherd prüft nun die Einführung des Systems.

phi

5.11.2021

Die Flutkatastrophe 2021 hat Spuren hinterlassen. Nicht nur, weil in den Wassermassen im Juli in Deutschland insbesondere im Ahrtal 184 Menschen gestorben sind, sondern weil seither eine Frage offen ist: Hätten die Menschen gerettet werden können, wenn sie auf breiter Fläche via SMS vor der Flut hätten gewarnt werden können?

Während es im nördlichen Nachbarland dafür keinerlei Handhabe gibt, kann in der Schweiz zumindest die App «Alertswiss» auf solche besonderen Bedingungen hinweisen – doch diese müssen die Nutzer*innen selbst herunterladen und installieren. Nun hat Viola Amherd am Donnerstag an der Bevölkerungsschutz-Konferenz in Davos ein neues System ins Spiel gebracht.

Bundesraetin Viola Amherd besucht anlaesslich des 25-Jahre-Jubilaeums das Felslabor Mont Terri in Saint-Ursanne am Donnerstag, 4. November 2021. Seit 1996 werden im Felslabor Mont Terri Experimente im Opalinuston durchgefuehrt. Opalinuston ist ein festes Tongestein, das guenstige Eigenschaften fuer die Tiefenlagerung von radioaktivem Abfall aufweist. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)
Viola Amherd geht auf Nummer sicher: Die Bundesrätin besucht am 4. November das Felslabor Mont Terri in Saint-Ursanne.
KEYSTONE

Die Vorsteherin des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) will prüfen, ob die Einführung von «Cell Broadcast» zwecksmässig ist, kündigte die Mitte-Politikerin an. Mit «Cell Broadcast» können alle Handys in einem bestimmten Gebiet unabhängig vom Service-Provider angewählt werden und eine Nachricht bekommen.

Das neue System biete «eine Technologie, mit der wir Millionen Menschen gleichzeitig im gleichen Funksystem mit einer Mitteilung erreichen können», sagt VBS-Sprecherin Sandra Walker dem SRF. Die Evaluation der Behörde sei bereits im Gange: Im Notfall würden Schweizer*innen zwar keine Bilder, dafür aber kurze Textnachrichten als Warnung bekommen.

«Cell Broadcast» wird bereits in Frankreich und Italien genutzt. Deutschland und Österreich wollen das System im kommenden Jahr einführen. Weil in der Schweiz wohl erst Gesetze geändert werden müssten, rechnet das VBS hierzulande aber nicht mit einer derart schnellen Umsetzung, falls sich die Technik bewährt.