SBB lässt Behinderte am Bahnhof stehen

6.12.2018 - 09:03, hst

An vielen Schweizer Bahnhöfen werden Behinderte weiterhin Hilfe brauchen.
Symbolbild: Keystone

Bis Ende 2023 werden weitere 580 Schweizer Bahnhöfe für Behinderte umgebaut. Doch an vielen Stationen bleibt die Situation schwierig.

745 von 1800 Schweizer Bahnhöfen sind so auf die Bedürfnisse von Behinderten ausgerichtet, wie es das Behindertengleichstellungsgesetz vorschreibt. Das geht aus einer Mitteilung des Bundesamts für Verkehr (BAV) hervor. Bis Ende 2023 sollen weitere 580 Bahnhöfe umgebaut werden. Dann werden also 74 Prozent der Bahnhöfe die gesetzlichen Auflagen erfüllen. 

Bei rund 100 Projekten werde «trotz Intervenieren des BAV» die Anpassungsfrist auf 2023 voraussichtlich überschritten, heisst es im Bericht. Es handle sich in der Regel um grosse Bahnhöfe wie Bern, Lenzburg, Neuenburg oder Zürich SZU, bei denen sehr grosse Bauprojekte koordiniert werden müssen. Der grösste Teil davon könne «wenige Jahre» nach 2023 gesetzeskonform in Betrieb genommen werden. Die Verantwortung für diese Verzögerung liege bei den jeweiligen Bahnen, so das BAV.

Umbauten schwierig

Bei zehn Prozent der Bahnhöfe erweise sich eine bauliche Anpassung als unverhältnismässig, ist im BAV-Bericht zu lesen. An solchen Bahnhöfen wird beispielsweise zusätzliches Personal aufgeboten, das beim Ein- und Aussteigen behilflich sein wird. Behinderte müssen sich in solchen Fällen aber vorher anmelden, was die Spontaneität beim Reisen merklich mindert.

Für 180 Bahnhöfe ist noch nicht entschieden, ob sie behindertengerecht umgebaut werden. Dazu zählen Zürich-Oerlikon, Olten, Sargans und Zug. 

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