Nur 150'000 Franken gesammelt – Grundeinkommen-Versuch scheitert

uri

4.12.2018

Die Initiantin Rebecca Panian ist sich sicher, dass das Projekt den Bewohnern von Rheinau bereits jetzt viel gebracht hat – auch wenn es nicht zustande kommt. 
Bild: Keystone/Archiv

Das Experiment mit dem bedingungslosen Grundeinkommen in Rheinau ZH steht vor dem Aus. Nur rund 150'000 Franken anstatt der notwendigen sechs Millionen kamen bisher zusammen. 

Die Initianten gaben sich lange optimistisch, die nötige Summe von 6,1 Millionen Franken für ein bedingungsloses Grundeinkommen in Rheinau ZH einsammeln zu können. Ereignet sich bis heute Mittag aber kein Wunder, ist das Projekt gescheitert. Bis gestern Abend hatte das Team um die Filmemacherin Rebecca Panian lediglich etwas über 150'000 Franken beisammen, wie der «Tages-Anzeiger» berichtet.

Im Rahmen der Aktion «Dorf testet Zukunft» sollten rund 770 Personen – also etwas mehr als die Hälfte der Einwohnerinnen und Einwohner von Rheinau – ab Januar ein Jahr lang monatlich ein bedingungsloses Grundeinkommen von 2'500 Franken erhalten. Für Kinder und junge Erwachsene unter 25 Jahren wäre der Betrag tiefer ausgefallen.

Bisher nur 1'225  Spender

Die dafür nötige Summe von gut sechs Millionen Franken hätte etwa erreicht werden können, wenn die knapp 570'000 Personen, die bei der eidgenössischen Volksabstimmung zum bedingungslosen Grundeinkommen mit Ja gestimmt hatten, alle einen Betrag von zehn Franken gespendet hätten, wie der «Tages-Anzeiger» vorrechnet. Bis gestern hätten hingegen nur 1'225 Personen gespendet.

Die Initiantin Rebecca Panian will heute noch die Medien informieren. Sie wertete das Projekt allerdings bereits im November als Erfolg, denn in Rheinau hätte sich eine grosse Dynamik entwickelt. Die Bewohner hätten intensiv über das Verhältnis zur Arbeit diskutiert und wie man in Zukunft zusammenleben wolle.

Am 10. Dezember wollen die Initianten und Beteiligte in Rheinau bilanzieren und daraufhin festlegen, wie es weitergeht. Sollte das Ende des Projekts beschlossen werden, erhalten die Spender ihr Geld zurück. Andernfalls soll der gesammelte Betrag in ein neues Projekt fliessen.

Zurück zur Startseite