BAG meldet 276 neue Coronafälle, der Bund verschickt Mahnungen und will Babys impfen

Agenturen/tafi

23.8.2020 - 18:00

Die Corona-Pandemie breitet sich global weiter aus. Allein in diesem Monat sind schon mehr als 100'000 Menschen nach einer Infektion gestorben. Die WHO sprach am Sonntag von weltweit bislang 23 Millionen bestätigten Infektionen und 801'000 Todesfällen.

Den weltweit höchsten Anstieg an Neuinfektionen gibt es derzeit in Indien. In Südkorea werden die Corona-Beschränkungen drastisch verschärft. Reisende in Europa müssen sich auf Einschränkungen einstellen. An der Grenze zwischen Österreich und Slowenien bildete sich ein Zwölf-Stunden-Stau.

In der Schweiz und in Liechtenstein bleiben die Zahlen auf dem hohen Niveau der letzten tage. Dass BAG meldete 276 Neuinfektionen, darunter waren 42 Nachmeldungen. Mittlerweile stehen 13 der 26 Kantone auf der Corona-Warnliste Belgiens.

Das EDA beklagt sich über die nachlässige Zahlungsmoral der Touristen, die im Frühjahr in einer beispiellosen Aktion aus der ganzen Welt zurückgeholt worden sind. 1500 Personen haben ihre Rückholflüge noch nicht bezahlt.

Probleme haben auch die Schulen: Weil sie nach einem Entscheid des BAG zur Risikogruppe gehören, melden sich immer mehr schwangere Lehrerinnen vom Dienst ab. Derweil rät das BAG, Säuglinge ab dem Alter von sechs Monaten und Kinder gegen die saisonale Grippe impfen zu lassen. Damit solle das Gesundheitswesen im Herbst bei einem allfälligen Anstieg von Corona-Patienten entlastet werden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Belgien setzt die Hälfte der Schweizer Kantone auf die Corona-Warnliste und empfiehlt für Reisende Quarantäne oder einen Coronavirus-Test.
  • Das EDA sitzt auf 1500 unbezahlten Rechnungen für Rückführungsflüge für wegen der Covid-19-Pandemie gestrandete Touristen.
  • Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) verzeichnet 276 neue Corona-Fälle in der Schweiz und in Liechtenstein.
  • Der Bund will Babys vorsorglich gegen die Grippe impfen, um eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern.
  • Durch die Einstufung von Schwangeren in die Corona-Risikogruppe verschärft sich der Personalmangel an den Schulen.
  • Erstmals seit Mai überschreiten die Neuinfektionen in Italien wieder die 1000er-Grenze.
  • US-Präsident Donald Trump gerät wegen seiner Einflussnahme auf die Zulassung eines Corona-Impfstoffs zunehmend unter Druck.

18 Uhr: Wir beenden den heutigen Nachrichtenticker.

17.50 Uhr: Aktuelle Zahlen zur Corona-Pandemie

17.25 Uhr: Busse und Züge werden wieder voller

Die Passagierzahlen im öffentlichen Verkehr nehmen mit dem Ende der Schulferien in allen Kantonen wieder deutlich zu. Bei den SBB beträgt die Auslastung der Züge aktuell rund 70 Prozent im Fern- und 75 Prozent im Regionalverkehr, zitiert der «SonntagsBlick» SBB-Sprecher Reto Schärli.

Vor den Sommerferien lag die Auslastung im Vergleich zur Vorjahresperiode bei rund 55 Prozent im Fern- und 65 Prozent im Regionalverkehr. Auch Postautos, Privatbahnen und Städtische Verkehrsbetriebe verzeichnen eine wachsende Zahl an Passagieren. Der Trend gehe in die richtige Richtung, hiess es.

16.45 Uhr: Südkorea führt wieder drastische Corona-Beschränkungen ein

Nach einer stetigen Zunahme der Corona-Neuinfektionen hat Südkorea am Sonntag zahlreiche Beschränkungen wieder eingeführt. Kirchen blieben ebenso geschlossen wie zahlreiche Bars und Strände, Sportveranstaltungen fanden nach wenigen Wochen mit limitierter Zuschauerzahl wieder vor leeren Rängen statt. Die südkoreanische Gesundheitsbehörde KCDC meldete 397 Neuinfektionen von Samstag auf Sonntag, der zehnte Tag in Folge mit dreistelligen Zahlen. KCDC-Direktor Jeong Eun Kyeong sagte, es werde vermutlich schlechter werden, bevor es besser werde.

«Wir sehen die derzeitige Lage nicht als Spitze an ... wir glauben, dass die Infektionen weiter zunehmen können», sagte er. Nicht nur im besonders betroffenen Grossraum Seoul, sondern in 17 Städten im ganzen Land gebe es steigende Zahlen.

In Seoul wurden bereits am Mittwoch neue Beschränkungen eingeführt. Ab Sonntag sind nun im ganzen Land Versammlungen von mehr als 50 Menschen in Innenräumen und 100 Personen im Freien verboten. Geschlossen wurden unter anderem Nachtclubs, Karaoke-Bars, Buffet-Restaurants und Computer-Cafés. Ab Montag ist in Seoul das Tragen von Masken an öffentlichen Plätzen vorgeschrieben, in Gebäuden und im Freien.

15.55 Uhr: Belgien setzt Hälfte der Schweizer Kantone auf Corona-Warnliste

Belgien hat seine orange Liste mit den Coronavirus-Risikogebieten auf sechs weitere Kantone ausgeweitet. Genf steht immerhin nicht mehr auf der roten Liste der Hochrisikogebiete. Gemäss der orangen Liste des Königreichs gilt für die betroffenen Kantone «erhöhte Wachsamkeit» bei Reisen.

Bei den sechs neu hinzu gekommenen Kantonen handelt es sich um Appenzell-Ausserrhoden, Freiburg, Solothurn, Thurgau, Uri und Wallis. Bereits auf der Liste standen Basel-Stadt, Genf, Glarus, Luzern, Schaffhausen, die Waadt und Zürich. Belgien empfiehlt Quarantäne oder einen Coronavirus-Test, erklärt beides aber nicht für obligatorisch.

Die Liste des belgischen Aussenministeriums ist im Internet aufgeschaltet. Gestrichen wurden demnach Schwyz und Zug.

Anfang August hatte Belgien Genf, die Waadt und das Wallis auf die rote Liste gesetzt und damit Reisen in diese Kantone verboten. Nach einer Intervention von Aussenminister Ignazio Cassis strichen die Belgier die Waadt und das Wallis.

Schon im Juli stand das Tessin auf der orangen Liste, die belgischen Behörden schrieben damals sogar Quarantäne und Test für Reisende aus dem Tessin vor. Eine bundesrätliche Intervention führte auch hier zu einer Streichung. Die Schweiz setzte Belgien am 20. August auf die Liste der Risikoländer mit Quarantänepflicht nach der Rückkehr.

Seit Sonntag stehen neu 13 Schweizer Kantone auf der Corona-Warnliste Belgiens.
KEYSTONE

15.15 Uhr: Corona-Kontrollen in Österreich – 12-Stunden-Stau an slowenischer Grenze

Wegen verschärfter Corona-Grenzkontrollen in Österreich sind Reisende am Wochenende mehr als 12 Stunden in Slowenien festgesteckt. Vor dem Karawanken-Tunnel kam es nach Angaben slowenischer Medien in der Nacht auf Sonntag zu einem Stau von bis zu zwölf Kilometern Länge. Um die Situation zu entschärfen, lockerten die Behörden am Sonntagmorgen die Kontrollen.

Am Samstag hatte Österreich wegen der steigenden Zahl von Corona-Infektionen in Kroatien die Grenzkontrollen verschärft. Daraufhin mussten nicht nur Einreisende einen negativen Test vorweisen oder sich in Quarantäne begeben. Alle Durchreisenden, die in Kroatien waren, mussten ein Formular ausfüllen und sich registrieren.

Der Landeschef des Bundeslandes Kärnten, Peter Kaiser, sah nun aber eine akute Gefahrensituation für die vielen Wartenden und ihre Kinder und ordnete an, Transitreisende nur stichprobenartig zu kontrollieren. «Das Menschenwohl steht da im Mittelpunkt», sagte er. Die Wartezeit verkürzte sich, betrug aber am Karawanken-Tunnel sowie bei dem kleineren Grenzübergang am Loiblpass noch immer mehrere Stunden, wie der Automobilclub ÖAMTC meldete.

14.50 Uhr: Indien hat mehr als drei Millionen Infizierte

In Indien hat die Zahl der Corona-Fälle die Marke von drei Millionen überschritten. Dies geht aus Daten der Regierung hervor, die am Sonntag veröffentlicht wurden. Indien verzeichnet seit fast drei Wochen den weltweit grössten täglichen Anstieg von Corona-Fällen. Das Land rangiert an dritter Stelle hinter Brasilien und den USA bei den weltweit höchsten Fallzahlen.

In dem Land mit insgesamt 1,3 Milliarden Einwohnern seien seit Beginn der Pandemie 3'044'940 Infektionen registriert worden. Allein in den vorangegangenen 24 Stunden seien 69'239 neue Fälle hinzugekommen. Die Zahl der Todesfälle erhöhte sich den Angaben zufolge auf 56'706. Rund 2,2 Millionen Menschen seien bisher genesen.

14.20 Uhr: Bund verschickt Mahnungen – 1500 haben  Rückholflüge nicht bezahlt

Über 7000 Reisende hat der Bund in der Coronakrise mit Spezialflügen zurück in die Heimat geflogen. Für die Kosten müssen die Geretteten zum grossen Teil selber aufkommen. Doch die Zahlungsmoral nach Ablauf der Frist von 30 Tagen lässt zu wünschen übrig.

Aktuell seien rund 1500 Zahlungen in Verzug, zitiert die «SonntagsZeitung» EDA-Sprecherin Elisa Raggi. Allen säumigen Zahlerinnen und Zahlern hat das Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) diese und letzte Woche Mahnungen verschickt. Die unbezahlten Rechnungen belaufen sich auf insgesamt 1,7 Millionen Franken.

Die grösste Rückholaktion der Schweizer Geschichte kostete rund zehn Millionen Franken. Viele der wegen der Corona-Pandemie vom EDA zurückgeholten Schweizer und Schweizerinnen haben ihre Tickets noch nicht bezahlt. 
Keystone/STEFFEN SCHMIDT

13.35 Uhr: Wegen Corona – die Schweizer wollen wieder aufs Land

Der Lockdown im Zuge der Coronakrise wirkt sich auch auf den Immobilienmarkt aus. Immer mehr Menschen wollen laut «SonntagsBlick» raus aus den Zentren und ab aufs Land. Die Schweizer Immobilien-Portale vermelden eine markante Zunahme der Besuche.

Rund acht Millionen Aufrufe habe ImmoScout24 allein im Juni verzeichnet. Das seien 62 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das Ziel der Suchenden seien Regionen ausserhalb der Zentren. Einen massiven Anstieg der Suchanfragen gebe es in den Tourismusgebieten sowie in kleinen und mittelgrossen Städten inklusive Umland.

12.55 Uhr: BAG meldet 276 neue Coronafälle

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Sonntag innerhalb eines Tages 276 neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet worden. Am Samstag waren es 295 bestätigte Fälle gewesen, am Freitag 306. 

In den Zahlen vom Sonntag sind 42 Nachmeldungen aus den letzten Tagen enthalten, die durch Meldeverzögerungen entstanden, wie das BAG mitteilte. Am Samstag etwa hatte ein Labor technische Schwierigkeiten und konnte keine Daten liefern.

Mit 276 neuen bestätigten Fällen bewegten sich am Sonntag die täglich bestätigten neuen Ansteckungen mit dem Coronavirus auf ungefähr dem Niveau von Mitte/Ende April, also gegen Ende des Lockdowns. Mit dem Unterschied, dass die Kurve nicht nach unten zeigt, wie vor vier Monaten, sondern eher leicht nach oben.

So vermeldete das BAG in dieser Woche von Montag bis Sonntag 1779 neue bestätigte Fälle. Insgesamt gab es seit Beginn der Pandemie bisher laut den neuesten BAG-Zahlen 39'903 laborbestätigte Fälle.

Gleichzeitig kam es im Vergleich zum Vortag zu sieben neuen Spitaleinweisungen. Damit mussten seit Anfang der Pandemie 4490 Personen wegen einer Covid-19-Erkrankung im Spital behandelt werden. Die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung blieb seit Samstag stabil bei 1720.

12.15 Uhr: Frankreich warnt vor Anstieg von Corona-Infektionen unter Jüngeren

Frankreichs Gesundheitsminister hat vor einer vermehrten Übertragung des Coronavirus von jüngeren auf ältere Menschen gewarnt. Das Virus zirkuliere viermal häufiger unter den Menschen jünger als 40 Jahre als unter den über 65-Jährigen, sagte Olivier Véran in einem Interview mit der französischen Sonntagszeitung «Journal du Dimanche».

Wenn sich die Ausbreitung des Virus unter den Jüngeren beschleunige, bestehe die Gefahr, dass ältere Menschen infiziert würden, die häufiger an der schwereren Form von Covid-19 erkrankten, sagte Véran. «Wir befinden uns in einer riskanten Situation», betonte der Minister.

In Frankreich steigt seit einigen Wochen die Zahl der Neuinfektionen wieder an. Dabei handele es sich nicht um eine «Wiederholung» der Pandemie, da diese nie aufgehört habe, betonte Véran. Die Situation sei nicht dieselbe wie im Februar, da das Virus nun mehr unter jüngeren Menschen zirkuliere, die zwar häufiger keine Symptome zeigten, deshalb aber nicht immun seien, erklärte der Minister. Im Vergleich zum Frühjahr sei jedoch auch die Test-Kapazität gestiegen.

11.35 Uhr: Singen für die Wissenschaft

Test-Konzert mit Tim Bendzko – Popmusik für die Coronaforschung

Test-Konzert mit Tim Bendzko – Popmusik für die Coronaforschung

Forschende einer deutschen Universität haben mit dem Musiker Tim Bendzko und 1500 Freiwilligen eine Studie zur Corona-Ausbreitung bei Grossveranstaltungen durchgeführt.

23.08.2020

11.15 Uhr: Corona-Vorsorge: Auch Babys sollen gegen Grippe geimpft werden

Das Bundesamt für Gesundheit rät, Säuglinge ab dem Alter von sechs Monaten und Kinder gegen die saisonale Grippe impfen zu lassen. Während Kinder nur leicht an Covid-19 erkrankten und das Virus schlecht auf andere Personen übertrügen, könne sie eine Grippe schwer treffen.

Zudem seien Kinder oft Überträger von Influenza-Viren und Treiber der Grippewelle, wie die «SonntagsZeitung» schreibt. Es solle verhindert werden, dass zu viele Grippeinfizierte das Gesundheitswesen belasten, damit es wegen der befürchteten Corona-Patienten nicht an den Anschlag kommt.

Für eine Impfung der Kinder spreche ferner, dass sie bei kleinen Kindern einen besonders guten Schutz böten. Der Bund versuche, 1,8 Millionen Impfdosen bereitzustellen, 50 Prozent mehr als im Vorjahr.

Mit der Impfung von sechs Monate alten Babys gegen die Grippe will der Bund im Herbst und Winter die Spitäler entlasten.
KEYSTONE/Christian Beutler

10.20 Uhr: Mehr als 60'000 Corona-Tote in Mexiko

In Mexiko ist die Zahl der Corona-Toten auf mehr als 60'000 gestiegen. In den vergangenen 24 Stunden seien 644 Menschen an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben, teilte das Gesundheitsministerium am Samstag (Ortszeit) mit. Insgesamt gebe es damit landesweit 60'254 nachgewiesene Todesfälle durch das neuartige Coronavirus.

Der Unterstaatssekretär im Gesundheitsministerium, Hugo López-Gatell, hatte Anfang Juni gesagt, dass es im Falle eines «sehr katastrophalen Szenarios» mehr als 60'000 Tote durch das neuartige Coronavirus in Mexiko geben könne. Zuletzt hatte sich López-Gatell mit Blick auf die Fortschritte bei der Pandemie-Bekämpfung optimistisch geäussert. Am Dienstag erklärte er, die Pandemie befinde sich in einer «Phase des Niedergangs».

Experten gehen indes von einer sehr hohen Dunkelziffer bei den Infektions- und Todesfallzahlen aus. Die offiziell gemeldeten Todesfälle seien allesamt nachgewiesene Todesfälle, betonte der Experte Malaquias López. Möglich sei aber, dass viele weitere Todesfälle fälschlicherweise nicht auf das Coronavirus zurückgeführt worden seien.

9.30 Uhr: Risikogruppe Schwangere – Immer mehr Lehrerinnen melden sich vom Dienst ab

Der Entscheid des Bundesamtes für Gesundheit, dass auch schwangere Frauen zur Corona-Risikogruppe gehören, zeigt Wirkung. Schwangere Lehrerinnen meldeten sich vermehrt vom Dienst ab, sagte Thomas Minder, Präsident des Verbandes der Schulleiterinnen und Schulleiter Schweiz, gegenüber der «SonntagsZeitung».

Der Corona-Dispens bringe erste Schulen an den Anschlag. Laut Philipp Grolimund, Co-Präsident des Aargauer Schulleiterverbandes, verschärft sich dadurch der bestehende Personalmangel an den Schulen. Die Lehrerschaft plane von Woche zu Woche. Hier und dort müssten Stunden ausfallen oder Klassen würden zusammengelegt.

Schwangere zählen zur Corona-Riskogruppe: Immer mehr Lehrerinnen melden sich deswegen vom Dienst ab. (Symbolbild)
Christin Klose/dpa-tmn

9 Uhr: Party trotz Corona – 13 Tote in Peru bei Massenflucht vor Polizei

Mindestens 13 Teilnehmer einer unerlaubten Party in Peru sind bei einer Massenpanik auf der Flucht vor der Polizei ums Leben gekommen. Die Sicherheitskräfte waren am Samstagabend (Ortszeit) von Nachbarn zu einem Lokal am Rande der Hauptstadt Lima gerufen worden, weil dort rund 120 Menschen feierten, wie das Innenministerium des südamerikanischen Landes mitteilte. Die Versammlung verstiess demnach gegen die Massnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus.

Als die Beamten eintrafen, versuchten die Party-Gäste den Angaben zufolge, durch den einzigen Ausgang zu fliehen. Dabei hätten sie einander überrannt und seien zwischen der Tür und einer Treppe eingequetscht worden. Drei Polizisten und drei Feiernde seien verletzt worden.

Das Ministerium wies Medienberichte zurück, wonach die Polizisten in dem Lokal Tränengas eingesetzt hätten und die Opfer daran erstickt sein sollen. Verantwortlich für die Todesfälle sei eine skrupellose Geschäftsperson. Es werde ermittelt, um die Eigentümer des Lokals und Verantwortlichen für das Unglück zu identifizieren. 23 Personen seien festgenommen worden.

8.45 Uhr: Heftige Kritik an Trump wegen Drucks bei Corona-Impfung

Gesundheitsexperten und führende Demokraten haben US-Präsident Donald Trump dafür kritisiert, die für die Zulassung eines Corona-Impfstoffs zuständige Behörde unter Druck zu setzen. Trumps Einmischung in die wissenschaftliche Arbeit der Lebens- und Arzneimittelbehörde (FDA) gefährde die Gesundheit aller US-Amerikaner, erklärte die Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, am Samstag (Ortszeit). Die FDA müsse aufgrund der Verträglichkeit und Wirksamkeit eines Impfstoffs entscheiden, «nicht wegen politischen Drucks aus dem Weissen Haus», schrieb die Demokratin auf Twitter.

Die Epidemiologin Caitlin Rivers von der Universität Johns Hopkins in Baltimore erklärte: «Eine Impfung muss sicher, wirksam und vertrauenswürdig sein.» Alle drei Kriterien müssten erfüllt werden. «Es wäre eine Tragödie, wenn Politiker aus politischen Gründen die eine Sache in Gefahr bringen würden, die uns erlauben könnte, zu unserem normalen Leben zurückzukehren», schrieb Rivers auf Twitter. Der frühere Chef der US-Gesundheitsbehörde CDC, Tom Frieden, mahnte, bei der Entwicklung von Impfstoffen dürften keine Abkürzungen genommen werden. Der Prozess müsse transparent und rigoros sein.

Trump hatte zuvor auf Twitter behauptet, bei der FDA erschwerten ihm feindlich gesinnte Beamte die Entwicklung von Corona-Medikamenten und Impfstoffen, damit es vor der Wahl am 3. November keine Erfolgsmeldung geben könne.

8.30 Uhr: Italien wieder mit mehr als 1000 Corona-Neuinfektionen

In Italien sind am Samstag mehr als 1000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden - der grösste Anstieg von Fällen seit dem 12. Mai. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden binnen 24 Stunden 1071 Menschen positiv auf Sars-CoV-2 getestet. Damit stieg die Zahl der Infektionen auf insgesamt 258'136. Die Gesamtzahl der gemeldeten Todesfälle bisher stieg auf 35'430.

Den grössten Anstieg bei Neuinfektionen meldete die mittelitalienische Region Lazio mit der Hauptstadt Rom. Hier wurden nach Angaben der Behörden 215 neue Fälle gezählt. In knapp zwei Drittel der Fälle handle es sich um Reiserückkehrer, die innerhalb Italiens oder im Ausland unterwegs gewesen seien, hiess es. Viele der Betroffenen seien jung und zeigten keine Symptome.

Zurück zur Startseite