Parmelin stellt Gratistests für Ungeimpfte in Frage +++ Epidemiologen sprechen sich für Lockerungen aus 

Agenturen/toko

1.8.2021

Bundespräsident Guy Parmelin stellt in einem Interview Gratistests für Ungeimpfte in Frage, die Schweiz habe das Ende der Krise im Blick. Unterdessen sprechen sich mehrere Epidemiologen für Lockerungen aus. Die Ereignisse des Tages im Überblick. 

Agenturen/toko

1.8.2021

Die Schweiz hat in der Corona-Pandemie nach Ansicht von Bundespräsident Guy Parmelin den schwierigsten Teil überstanden. Man habe demnach das Ende der Krise im Blick. Zwar respektiere er jene Menschen, die sich nicht gegen Covid-19 impfen lassen wollten, sagte Parmelin in einem Interview mit dem «SonntagsBlick».

Die Frage werde sich aber stellen, ob die Mehrheit der Bevölkerung, die geimpft sei oder noch eine Impfung plane, bereit sei, die Konsequenzen mitzutragen, wenn eine Minderheit sich verweigere. Vor diesem Hintergrund geht Parmelin davon aus, dass die Gratistests für nicht geimpfte Personen bald der Vergangenheit angehören werden. Die Impfung bleibe gratis.

Epidemiologen sprechen sich für Lockerungen aus

Die Epidemiologen, die in der Corona-Pandemie lange Zeit vor zu raschen Lockerungen der Massnahmen gewarnt hatten, sprechen sich nunmehr für eine rasche Normalisierung aus. Der Zeitpunkt sei gekommen, dass der Staat die Vorschriften lockere, sagte der Epidemiologe Marcel Tanner, ehemals Mitglied der Covid-19-Taskforce, gegenüber der «SonntagsZeitung».

Die aktuelle epidemiologische Lage erlaube es, dass der Bundesrat die Normalisierung bereits im Verlauf des Augusts einleiten könne. Ähnlich hatten sich zuvor bereits die Wissenschaftler Marcel Salathé und Andreas Cerny geäussert. Das Bundesamt für Gesundheit steht vorerst noch auf der Bremse.


Die Ereignisse des Tages im Überblick:

Das Wichtigste in Kürze:

  • In den USA könnten mit dem Auslaufen eines Moratoriums inmitten einer neuen Corona-Welle Hunderttausenden Mietern Räumungsklagen drohen.
  • In Italien sind nun 60 Prozent der Bevölkerung über 12 Jahren vollständig geimpft.
  • Aus Sicht des Bundespräsidenten Guy Parmelin hat die Schweiz das Ende der Krise im Blick.
  • Mehrere Schweizer Epidemiologen sprechen sich für Lockerungen der Corona-Massnahmen aus.
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  • 17.09 Uhr
    Youtube sperrt Sky News Australia wegen Corona-Berichterstattung

    Das Videoportal Youtube hat den Sender Sky News Australia wegen dessen Corona-Berichterstattung für eine Woche gesperrt. Eine Youtube-Sprecherin bestätigte am Sonntag den Vorwurf an den Sender, falsch über die Pandemie informiert zu haben. Man habe klare und gesicherte Grundsätze, um die Verbreitung von Covid-19-Fehlinformationen zu verhindern, hiess es in einer Stellungnahme. Die einwöchige Sperre ist seit Donnerstag (29.7.) in Kraft.

    Detaillierte Angaben zu den beanstandeten Inhalten machte Youtube nicht. Laut einem Bericht der britischen Zeitung «The Guardian» hatte Sky News Australia zahlreiche Videos gepostet, die die Existenz von Covid-19 leugneten oder dazu ermunterten, gegen Corona das Malaria-Mittel Hydroxychloroquin oder das Anti-Wurmmittel Ivermectin einzunehmen.

    Sky News Autralia bewertete die Sperrung als einen «Anschlag auf die Gedankenfreiheit». «Sky Australia wurde zeitweilig davon suspendiert, auf der von Google betriebenen Plattform Youtube zu posten, weil es Meinungen veröffentlichte, mit denen der Tech-Riese nicht übereinstimmt», hiess es auf der Seite des Senders. Unter den Videos, die als unangemessen beurteilt wurden, seien unter anderem Debatten darüber, ob Atemschutzmasken nützlich oder Lockdowns gerechtfertigt seien. Der Sender warf Youtube vor, in der Covid-19-Debatte «willkürlich» gegen konservative Stimmen fokussiert zu sein.

  • 16.40 Uhr
    Zwei Sumatra-Tiger im Zoo von Jakarta von Covid-19 genesen

    Im Zoo der indonesischen Hauptstadt Jakarta haben sich zwei seltene Sumatra-Tiger von einer Infektion mit dem Coronavirus erholt. Der neunjährige Tino erkrankte am 9. Juli, er litt an Kurzatmigkeit, Niesen und einer laufenden Nase, wie Suzi Marsitawati von der Park- und Forstbehörde am Sonntag erklärte. Zudem habe Tino seinen Appetit verloren. Zwei Tage später habe der zwölfjährige Hari dieselben Symptome gezeigt.

    Beide Tiger seien positiv auf das Coronavirus getestet worden und sofort mit Antibiotika, Antihistaminen, entzündungshemmenden Medikamenten und Multivitaminen behandelt worden. Nach zehn bis zwölf Tagen sei es ihnen besser gegangen, inzwischen seien sie genesen. «Ihr Appetit ist zurückgekehrt, und sie sind aktiv», sagte Marsitawati.

    Wie sich die beiden infizierten, ist unklar. Der Zoo ist im Rahmen der Corona-Beschränkungen geschlossen. Unter den Pflegern und anderen Zoomitarbeitern habe es keine Infektionen gegeben, sagte Marsitawati.

    Sumatra-Tiger sind eine Unterart des Tigers, die vom Aussterben bedroht ist.

    In this photo released by Jakarta province government, a sumatran tiger who contracting COVID-19 looks out from a cage at the Ragunan Zoo in Jakarta, Indonesia, July 31, 2021. Two rare Sumatran tigers at the zoo in the Indonesian capital are recovering after being infected with COVID-19. (Dadang Kusuma WS/Jakarta Province Government via AP)
    Ein Sumatra-Tiger mit Corona-Infektion schaut aus einem Käfig im Ragunan Zoo. Zwei seltene Sumatra-Tiger im Zoo der indonesischen Hauptstadt erholen sich von ihrer Corona-Erkrankung.
    Dadang Kusuma WS/Jakarta Province Government via AP/Keystone
  • 16.01 Uhr
    USA droht nach Pause während Pandemie Welle an Zwangsräumungen

    In den USA ist am Wochenende ein wegen der Pandemie verhängtes Moratorium für Zwangsräumungen von säumigen Mietern ausgelaufen. Experten zufolge könnten damit inmitten einer neuen Corona-Welle Hunderttausenden Mietern Räumungsklagen drohen — exakte Zahlen dazu gibt es allerdings nicht. Gleichzeitig werden Milliarden Dollar Hilfsgelder für Mieter nicht eingesetzt, weil Bundesstaaten und Kommunen die Mittel nicht abgerufen haben.

    Das bisher gültige landesweite Moratorium der Gesundheitsbehörde CDC gegen Zwangsräumungen wurde wegen eines Einwandes des Obersten Gerichts nicht über Ende Juli hinaus verlängert. Bemühungen, eine gesetzliche Neuregelung zu verabschieden, waren am Freitag im Repräsentantenhaus gescheitert. Mehrere demokratische Abgeordnete schliefen daraufhin am Wochenende aus Protest auf den Stufen des Kapitols, dem Sitz des US-Parlaments in Washington. Die Gruppe linker Abgeordneter erklärte, bis zu sechs Millionen Mieter seien mit ihren Zahlungen im Rückstand und müssten nun die Räumung fürchten.

    In einzelnen Bundesstaaten und Kommunen gibt es zumindest weiter örtliche Moratorien gegen Zwangsräumungen. Die Vorsitzende des Repräsentantenhauses, die Demokratin Nancy Pelosi, erklärte am Samstagabend (Ortszeit), es sei ein «moralischer Imperativ», dass jede Familie in den USA die Würde und Sicherheit eines eigenen Zuhauses habe. Die Abgeordneten stünden bereit, für eine Abstimmung aus der Sommerpause zurückzukommen, zunächst müsse aber der Senat handeln, forderte sie. Dort wären die Demokraten allerdings auf die Unterstützung einiger Republikaner angewiesen. Ein Erfolg schien daher sehr unwahrscheinlich.

    Menschen in Boston protestieren gegen Zwangsräumungen in den USA. (AP Photo/Michael Dwyer) Foto: Michael Dwyer/AP/dpa
    Menschen in Boston protestieren gegen Zwangsräumungen in den USA. 
    Michael Dwyer/AP/dpa/Keystone

    US-Präsident Joe Biden forderte Bundesstaaten und Kommunen am Freitag auf, die bereitstehenden Hilfen für Mieter auszuzahlen, «damit wir jede Zwangsräumung verhindern, die wir verhindern können». Es gebe «keine Entschuldigung» für Staaten und Kommunen, die Auszahlung nicht zu beschleunigen. In den Corona-Konjunkturpaketen waren fast 47 Milliarden Dollar (rund 42,5 Milliarden Franken) Hilfen für Mieter enthalten. Bis Ende Juni waren aber nur rund 3 Milliarden abgerufen worden.

  • 15.25 Uhr
    Frankreich rechnet mit 50 Millionen ausländischen Sommerurlaubern

    Trotz der anhaltenden Corona-Pandemie hofft Frankreich auf 50 Millionen ausländische Sommerurlauber in diesem Jahr. «Wir rechnen damit, in diesem Jahr 50 Millionen ausländische Touristen willkommen heissen zu können — gegenüber 35 Millionen im Vorjahr und 90 Millionen im Jahr 2019», sagte Tourismus-Staatssekretär Jean-Baptiste Lemoyne der Zeitung «Journal du Dimanche».

    Den Grossteil der Touristen machen laut Lemonye derzeit Reisende aus den EU-Ländern Deutschland, Niederlande und Belgien aus. Aus Grossbritannien kämen hingegen wegen der dort geltenden strikten Quarantäne-Regeln nach wie vor wenige Touristen. Auch der vor allem für die Hauptstadt Paris wichtige Tourismus aus Asien sei noch nicht wieder in die Gänge gekommen.

    Laut Lemoyne verbringen auch in diesem Jahr viele Franzosen ihren Urlaub im eigenen Land. Bereits jetzt hätten sich 80 Prozent der französischen Reisenden für einen Urlaub in der Heimat entschieden, sagte Lemoyne. Im vergangenen Jahr waren laut Lemoyne sogar 94 Prozent der französischen Urlauber in Frankreich geblieben.

  • 14.32 Uhr
    Cyberattacke legt Buchungsportal für Impftermine in Rom lahm

    Hacker haben die offizielle Website der italienischen Region Latium, zu der auch die Hauptstadt Rom gehört, angegriffen und dabei das Buchungsportal für Impftermine lahmgelegt. Es werde daran gearbeitet, «die Unterbrechung der Leistungen» zu beheben, teilte die Regionalverwaltung auf Twitter mit.

    Sowohl die offizielle Website www.regione.lazio.it als auch das Corona-Buchungsportal der Region waren vorerst nicht erreichbar. Nach Behördenangaben liegt die Impfquote in Latium derzeit bei rund 66 Prozent der erwachsenen Bevölkerung. Der Anteil der hochansteckenden Delta-Variante an den Corona-Infektionen betrage aktuell rund 80 Prozent.

    Italien-weit wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Rom vom Sonntag inzwischen 60 Prozent aller Menschen über zwölf Jahren vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Insgesamt wurden demnach 68,5 Millionen Impfstoffdosen verabreicht.

  • 13.47 Uhr
    Impfanreize von Fahr- und Lieferdiensten für junge Menschen in Grossbritannien

    Um die Corona-Impfquote bei jungen Leuten zu steigern, bieten mehrere Fahr- und Essenslieferdienste in Grossbritannien nun spezielle Anreize. Bisher haben rund zwei Drittel (67 Prozent) der 18- bis 29-Jährigen eine erste Impfung erhalten. Zuletzt war das Impftempo aber gesunken. Die Regierung fürchtet zudem, dass einige junge Leute ihre zweite Impfung nicht wahrnehmen. Mit Hilfe von Unternehmen wie Uber, Bolt und Deliveroo will die Regierung nun diese Altersgruppe zur Impfung animieren.

    So bietet der Fahrdienstleister Uber günstigere Fahrten und Mahlzeiten für Menschen, die sich impfen lassen. Bei Konkurrent Bolt sind Fahrten zu Impfzentren kostenlos, Deliveroo verteilt Gratis-Gutscheine, und die Kette Pizza Pilgrims will zwei Filialen in Impfzentren umwandeln und dort kostenlose Pizzastücke verteilen.

    «Dies soll viele unserer jungen Mitarbeiter wie auch die allgemeine Bevölkerung dazu ermutigen, ihre Spritze zu bekommen», sagte Pilgrims-Manager Gavin Smith dem Sender Sky News. Gesundheitsminister Savid Javid betonte, mit der Impfung beschützten junge Leute nicht nur sich selbst, ihre Familien und Freunde. Damit würden sie auch dazu beitragen, dass alle Menschen «wieder die Dinge tun können, die Sie versäumt haben».

  • 13.04 Uhr
    Tschechen dürfen in Discos auch wieder auf Tanzfläche

    In Tschechien sind heute Sonntag weitere Corona-Lockerungen in Kraft getreten. Wer geimpft, getestet oder von einer Covid-Erkrankung genesen ist, darf in den schon länger wieder geöffneten Diskotheken nun auch wieder auf die Tanzfläche. Bislang war Tanzen wegen des Infektionsrisikos verboten. Schwimmbäder dürfen wieder Badegäste ohne Beschränkung der Personenzahl aufnehmen. An Sport- und Kulturveranstaltungen dürfen wieder bis 7000 Menschen im Freien und 3000 in Innenräumen teilnehmen, wenn alle einen Covid-Pass haben.

    Auch zahlreiche andere Begrenzungen der Besucherzahlen fallen weg oder werden abgemildert. Das gilt etwa für Ausstellungen sowie Kultur- und Sportveranstaltungen. Nicht in allen Fällen ist ein Covid-Zertifikat als Bedingung für die Lockerungen vorgeschrieben. So sind etwa Besichtigungen von Schlössern oder Führungen durch Zoos auch ohne Nachweis erlaubt, wenn die Teilnehmerzahl die 20 nicht überschreitet.

    Die Regierung begründet die Lockerungen damit, dass sich die Lage stabilisiert habe. Nach Angaben des Europäischen Zentrums für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) fiel die Zahl der Neuinfektionen pro 100'000 Einwohner in Tschechien binnen 14 Tagen zum Ende der Woche auf 26,75.

  • 12.31 Uhr
    Britische Behörde warnt vor Panne bei Kontrollgeräten für Corona-Patienten

    Der britische Gesundheitsdienst (NHS) hat vor einer technischen Panne bei Geräten zur häuslichen Kontrolle des Blutsauerstoffgehalts bei Corona-Patienten gewarnt: Diese sogenannten Pulsoximeter können demnach die Blutwerte bei Menschen mit dunklerer Hautfarbe  weniger genau anzeigen, erklärte der NHS. Die Geräte, die vom staatlichen Gesundheitsdienst an Corona-Patienten verteilt werden, hätten in einigen Fällen zu hohe Werte angezeigt.

    Menschen mit Corona-Symptomen, die älter als 65 Jahre sind oder aufgrund von Krankheiten als Risikopatienten gelten, erhalten vom NHS ein Pulsoximeter zu Selbstkontrolle. Wird ein bestimmter Wert unterschritten, müssen die Betroffenen ins Krankenhaus eingeliefert werden. Die Geräte, die an den Finger geklemmt werden, messen den Sauerstoffgehalt im Blut, indem sie mit einem Licht durch die Haut des Menschen leuchten.

    Grossbritannien meldete 129'583 Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus. Zuletzt breitete sich die hochansteckende Delta-Variante des Coronavirus auf der Insel stark aus.

  • 12.04 Uhr
    Deutscher Innenminister will Testpflicht mit strengen Kontrollen und Bussen durchsetzen

    Der deutsche Innenminister Horst Seehofer will die seit heute geltende Corona-Testpflicht für Einreisende mit engmaschigen Kontrollen durchsetzen. «Bei Einreisen aus Ländern ausserhalb der EU, an den Flug- und Seehäfen wird jeder kontrolliert, ohne Ausnahme», sagte Seehofer der «Bild am Sonntag». An den Binnengrenzen werde nur stichprobenartig kontrolliert, um kilometerlange Staus im Urlaubsverkehr zu verhindern. Bei Verstössen drohten aber «empfindliche Bussgelder».

    Der Politiker sprach sich mit Nachdruck gegen die Einführung einer allgemeinen oder teilweisen Impfpflicht aus. «Wir sollten die Bevölkerung nicht mit dem ständigen Gerede über eine mögliche Impfpflicht verunsichern», sagte er. Die Impfung müsse für alle freiwillig bleiben. Dies gelte auch etwa für Mitarbeiter im Gesundheitswesen. «Ich hielte es für fatal, wenn man wegen fehlender Impfung vom Arbeitgeber oder einer Versicherung benachteiligt würde», sagte Seehofer.

    Zugleich betonte der Innenminister, er sei «sehr dafür, noch stärker als bisher für die Impfung zu werben». Sie sei der «einzige Weg, der uns aus der Pandemie herausbringt». Ohne eine ausreichende Impfquote in der Bevölkerung «hüpfen wir nur von Welle zu Welle».

  • 11.39 Uhr
    60 Prozent in Italien voll geimpft

    Italien hat in seiner Impfkampagne gegen das Coronavirus ein Etappenziel erreicht. Mit 32,4 Millionen Menschen seien 60 Prozent der Bevölkerung über 12 Jahren vollständig geimpft, teilte der ausserordentliche Kommissar für den Corona-Notfall, Francesco Figliuolo, heute Sonntag mit. Bis Ende September wolle Italien die Marke von 80 Prozent und damit ihm zufolge eine Herdenimmunität erreicht haben.

    Am Wochenende demonstrierten in Italien wieder Tausende Menschen gegen die geplanten Corona-Massnahmen. Die Regierung hatte diese wegen der steigenden Fallzahlen beschlossen. Ab dem 6. August müssen Menschen, die etwa innen im Restaurant essen oder ins Museum wollen, einen Nachweis über mindestens eine Corona-Impfung, die Genesung von der Krankheit oder einen negativen Corona-Test vorlegen. Auch im Parlament kam es zu tumultartigen Protesten rechter Politiker gegen die Massnahmen.

    Gesundheitsexperten appellieren immer wieder an die Bevölkerung, sich gegen die Viruskrankheit impfen zu lassen und sich an die Corona-Regeln zu halten. Ein Streitthema war zuletzt auch eine mögliche Impfpflicht für Lehrer, damit das kommende Schuljahr ab September wieder mit Präsenzunterricht starten kann. Die Regierung will Medien zufolge unter der Woche darüber entscheiden. Laut Gesundheitsminister sind 15 Prozent der Lehrkräfte noch nicht geimpft.

    In Italien stieg die Sieben-Tage-Inzidenz zuletzt auf landesweit 58 Fälle je 100'000 Einwohner. Immer wieder wird diskutiert, welchen Einfluss die Menschenmassen zur Fussball-Europameisterschaft hatten. Einen Hinweis darauf sahen Experten des Obersten Gesundheitsinstituts in einem Bericht vom Freitag: Ab Ende Juni habe es mehr Ansteckungen bei Männern im Alter zwischen 10 und 39 Jahren als bei Frauen gegeben.

  • 11.11 Uhr
    Hotels hoffen auf Aufschwung durch Impfungen

    Dank strengen Regeln und mit Zertifikaten hofft der Schweizer Tourismus, den Aufschwung zu schaffen. Weil die Impfung eine wichtige Voraussetzung für die Normalisierung ist, setzt sich der Geschäftsführer von HotellerieSuisse Graubünden, Jürg Domenig, für eine möglichst hohe Impfquote bei Gästen und Angestellten ein.

    Die Impfung sei der Weg für sichere Ferien und gesunde Betriebe, sagte Domenig gegenüber der «SonntagsZeitung». (kostenpflichtiger Inhalt). Derzeit sei der Aufwand in den Hotels zum Schutz vor dem Coronavirus noch hoch. Mittelfristig sei die Impfung deshalb das Eintrittsticket für Hotels.

  • 10.37 Uhr
    Corona-Lockerungen in Dänemark: Immer seltener Impfnachweis nötig

    Trotz vergleichsweiser hoher Infektionszahlen hat Dänemark mehrere Corona-Regeln gelockert. So gibt es etwa in öffentlichen Verkehrsmitteln keine Kapazitätsgrenzen mehr. Die Pflicht zu zwei Tests pro Woche für Schüler und Studenten wird in eine Empfehlung geändert. Veranstaltungsorte wie Theater und Kinos mit weniger als 500 Zuschauern sowie Museen, Vergnügungsparks und Zoos müssen keinen Impfnachweis oder Test mehr für den Eintritt verlangen.

    Auch in Sportstätten ist kein Nachweis mehr nötig, in Fitnessstudios sind allerdings zufällige Kontrollen möglich. Bei Fussballspielen dürfen wieder Auswärtsfans ins Stadion kommen.

    Das Leben in Dänemark lief schon bisher beinahe beschränkungsfrei. Als Datum für weitere Lockerungen ist der 1. September vorgesehen. Dann fallen Beschränkungen fürs Nachtleben: Alkohol darf nachts wieder verkauft werden, Discos können öffnen. Beim Besuch von Restaurants, Festivals oder körpernahen Dienstleistungen sind dann keine Impfnachweise und Tests mehr nötig. Am 1. Oktober soll der Corona-Pass genannte Nachweis dann ganz auslaufen.

  • 10.18 Uhr
    Zahl der Corona-Schwerkranken in Israel überschreitet wieder 200

    Die Zahl der Corona-Schwerkranken in Israel hat erstmals seit April wieder die 200er-Marke überschritten. Von insgesamt 362 Patienten, die im Krankenhaus behandelt werden, seien 212 schwer erkrankt, teilte das Gesundheitsministerium in Tel Aviv mit. 37 müssen künstlich beatmet werden. Auf dem Höhepunkt der Pandemie in Israel im Januar hatte die Zahl der Schwerkranken bei etwa 1200 gelegen.

    Angesichts steigender Infektionszahlen hat Israel als erstes Land damit begonnen, Menschen über 60 Jahren eine dritte Impfdosis gegen das Coronavirus zu geben. Ein Expertenteam hatte eine solche Auffrischungsimpfung mit dem Biontech-Pfizer-Präparat empfohlen, obwohl es noch keine entsprechende Vorgabe der Arzneimittelbehörde FDA gibt.

    Fast 58 Prozent der 9,3 Millionen Israelis sind vollständig geimpft. Von den Menschen über 50 Jahren sind es sogar 88 Prozent. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums hat die Effektivität des in Israel verwendeten Biontech/Pfizer-Impfstoffs seit Anfang Juni aber deutlich nachgelassen. Die Zahl der innerhalb eines Tages gemeldeten Corona-Neuinfektionen liegt seit sechs Tagen in Folge bei mehr als 2000.

  • 9.45 Uhr
    Parmelin: «Haben das Ende der Krise im Blick»

    Die Schweiz hat in der Corona-Pandemie nach Ansicht von Bundespräsident Guy Parmelin den schwierigsten Teil überstanden. Man habe demnach das Ende der Krise im Blick. Zwar respektiere er jene Menschen, die sich nicht gegen Covid-19 impfen lassen wollten, sagte Parmelin in einem Interview mit dem «SonntagsBlick».

    Die Frage werde sich aber stellen, ob die Mehrheit der Bevölkerung, die geimpft sei oder noch eine Impfung plane, bereit sei, die Konsequenzen mitzutragen, wenn eine Minderheit sich verweigere. Vor diesem Hintergrund geht Parmelin davon aus, dass die Gratistests für nicht geimpfte Personen bald der Vergangenheit angehören werden. Die Impfung bleibe gratis.

    Bundespräsident Guy Parmelin hat sich optimistisch über das Ende der Coronakrise geäussert — und stellt Gratistests für Ungeimpfte in Frage.
    KEYSTONE/Anthony Anex
  • 9.12 Uhr
    Epidemiologen sprechen sich für Lockerungen aus

    Die Epidemiologen, die in der Corona-Pandemie lange Zeit vor zu raschen Lockerungen der Massnahmen gewarnt hatten, sprechen sich nunmehr für eine rasche Normalisierung aus. Der Zeitpunkt sei gekommen, dass der Staat die Vorschriften lockere, sagte der Epidemiologe Marcel Tanner, ehemals Mitglied der Covid-19-Taskforce, gegenüber der «SonntagsZeitung».

    Die aktuelle epidemiologische Lage erlaube es, dass der Bundesrat die Normalisierung bereits im Verlauf des Augusts einleiten könne. Ähnlich hatten sich zuvor bereits die Wissenschaftler Marcel Salathé und Andreas Cerny geäussert. Das Bundesamt für Gesundheit steht vorerst noch auf der Bremse.

  • 8.54 Uhr
    Corona-Impfstoffhersteller Biontech expandiert

    Der deutsche Corona-Impfstoff-Hersteller Biontech expandiert. Für die kommenden Monate sei ein umfangreicher Stellenaufbau geplant, erklärte das Unternehmen laut einem Bericht der deutschen Zeitung «Welt am Sonntag». 500 neue Stellen quer durch alle Abteilungen seien derzeit ausgeschrieben.

    Vor der Corona-Pandemie beschäftigte Biontech gut 1300 Mitarbeiter. Das Unternehmen arbeitete in erster Linie an neuen Therapiemöglichkeiten gegen Krebserkrankungen.

    Gemeinsam mit dem US-Konzern Pfizer entwickelte Biontech dann im vergangenen Jahr den ersten in vielen Ländern — darunter der Schweiz — zugelassen Impfstoff gegen das Coronavirus. Dafür verwendete das Unternehmen die neuartige mRNA-Technologie, die auch bei der Entwicklung von Krebsimmuntherapien zum Einsatz kommt. In den vergangenen anderthalb Jahren stieg die Zahl der Biontech-Mitarbeiter bereits auf rund 2000.

    Laut dem Bericht der «Welt am Sonntag» will der Hersteller nun zum ersten Mal in ein eigenes Vertriebsteam von 60 Mitarbeitern investieren, um die Vermarktung zugelassener Produkte selbst voranzubringen. «Wir haben Biontech von Anfang als vollintegriertes Unternehmen aufgestellt. Mit eigener Forschung und Entwicklung, Produktion und nun auch einem Vertrieb», sagte Vorstandsmitglied Sierk Poetting der Zeitung.