Self-Scanning-Rüpel und Arbeiter im Elend? Jetzt reden Coop und Migros

12.10.2018 - 11:28, tsch

Die Digitalisierung  im Detailhandel wird für die Angestellten zum Problem, behauptet eine Gewerkschaftsstudie.  Migros und Coop weisen Pauschalkritik nun zurück.
Keystone

Agressive Kunden und permanenter Stress: Leidet das Detailhandel-Personal unter Self-Checkout und Digitalisierung? Coop und Migros antworten nun auf eine entsprechende Studie.

Eine Studie der Gewerkschaft Unia hat am Detailhandel kein gutes Haar gelassen: Die Angestellten leiden demnach massiv unter der Digitalisierung in der Branche. In Interviews klagen Mitarbeiter insbesondere über die neu eigeführten Self-Scanning-Kassen.

Das Problem: Die Studie ist nicht repräsentativ – und dadurch angreifbar. Für die vom Zentrum für Geschlechterforschung der Uni Bern durchgeführte Ministudie wurden lediglich Interviews mit zehn anonymen Mitarbeitenden geführt, wie der «Tagesanzeiger» berichtet.

Die derart wenigen Personen kritisierten Missstände können nicht auf das gesamte Personal übertragen werden, kontern nun die Kritiserten: Migros und Coop halten die Ergebnisse der Studie kaum aussagekräftig und weisen die Vorwürfe entschieden zurück.

Horror-Jobs? Detailhandel widerspricht

So stimme beispielsweise nicht, dass sich das Personal nicht hinsetzen dürfe oder dass es verboten sei, weährend er Schicht etwas zu trinken, widerspricht Coop-Mediensprecherin Alena Kress in der «Aargauer Zeitung».

Auch dass sich Kunden im Self-Scanning-Bereich schlecht verhalten würden, hätte man in den eigenen Filliale bisher nicht festgestellt. Gleichwohl will Coop die Studie «aufmerksam studieren und mit der Unia besprechen», versichert der Konzern.

Migros verspricht ebenfalls, Missstände anzugehen, wenn «Handlungsbedarf bestehen» sollte. Mediensprecher Patrick Stöpper betont in der «Aargauer Zeitung»: «Die Migros nimmt ihre Verantwortung als Arbeitgeberin und somit auch den Schutz ihrer Angestellten sehr ernst.»

Bilder aus der Schweiz
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