Sommaruga eröffnet Ceneri-Festakt

SDA

4.9.2020 - 11:33

Vor der offiziellen Eröffnung des Ceneri-Basistunnels hat Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga den «weitsichtigen» Entscheid der Schweizer Bevölkerung für die Neat gelobt. Der Tunnel bringe die Schweiz näher zusammen.

In ihrer Rede im Festzelt in Camorino erzählte Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga von ihrer Kindheit. Damals habe sie fast alle Ferien im Tessin verbracht, und zwar in Bellinzona, also im Sopraceneri – obwohl der Heimatort ihrer Familie im Sottoceneri liege.

«Die Reise nach Lugano dauerte eine gefühlte Ewigkeit. Sie führte über den Berg, den Monte Ceneri», erinnerte sich Sommaruga. Statt über den Berg gehe es jetzt durch den Berg. «Wer von Bellinzona nach Lugano fährt, braucht nur noch 15 Minuten.»

Der Ceneri-Tunnel stärke den öffentlichen Verkehr – «und er stärkt das Tessin», fuhr die Bundespräsidentin fort. Der Tunnel bringe die Schweiz näher zusammen.

Weitsichtiger Entscheid

Sommaruga lobte weiter den «weitsichtigen» Entscheid der Schweizer Bevölkerung, die sich 1992 an der Urne für die Neat ausgesprochen hatte. Viele Länder würden die Schweiz um deren «intelligente Verlagerungspolitik» beneiden.

Der Ceneri-Basistunnel sei zusammen mit Gotthard und Lötschberg «das Herzstück des wichtigsten Bahnkorridors zwischen Nordsee und Mittelmeer», fuhr Sommaruga fort. Einer der vielen Pfeiler des Bahn-Viadukts vor dem Nordportal nenne man «la Ballerina», erzählte die Bundespräsidentin. Dieser Pfeiler sei etwas schmaler als die anderen, und er drehe sich leicht.

La Ballerina sei extra so gedreht, dass spätere Generationen eine weitere Zufahrt zum Ceneri bauen könnten. «Das ist klug, weitsichtig, vorausschauend: So wollen wir weiterhin unsere Verkehrspolitik gestalten», schloss die Bundespräsidentin.

Tunnel lobt Tunnelbauer

An der Eröffnungszeremonie des Ceneri-Basistunnels in Camorino bezeichnete Aussenminister Ignazio Cassis die Tunnelerbauerin AlpTransit Gotthard AG als «Klebestoff», der die Schweiz verbinde.

Der Ceneri-Basistunnel verbinde das Reich des Luganeser Stadtpräsidenten Macro Borradori (Lega) mit jenem von Mario Branda (SP), Stadtpräsident von Bellinzona.

Dank den schnelleren Verbindungen ab Mitte Dezember könne man zwischen dem Festival del Film in Locarno und dem Estival Jazz in Lugano munter hin- und herhüpfen, prophezeite Cassis.

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