Desinfektionsmittel getrunken: vier Tote in den USA – BAG meldet 182 Neuinfektionen

Agenturen/red.

8.8.2020 - 17:45

Das Wichtigste im Überblick

  • Nach 161 Neuinfektionen am Freitag wurden heute laut dem BAG in der Schweiz und in Lichtenstein 182 neue Fälle bekannt.
  • In England und Schottland gilt ab dem heutigen Samstag in den meisten Innenräumen eine Maskenpflicht.
  • Die Zahl der Corona-Infektionen in Deutschland liegt den dritten Tag in Folge über der Schwelle von 1’000 neuen Fällen.
  • Die Verhandlungen über ein neues Corona-Hilfspaket in den USA sind vorerst gescheitert.
  • Die italienische Regierung hat ihre Anti-Corona-Massnahmen bis zum 7. September verlängert.

In der Schweiz und in Liechtenstein sind laut dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Samstag 182 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus innert eines Tages gemeldet worden. Am Freitag waren es 161 neue Covid-19-Infizierte, an den beiden Tagen davor je 181.

Insgesamt gab es seit Beginn der Pandemie bisher laut den neusten BAG-Zahlen 36'451 laborbestätigte Fälle. Gleichzeitig meldete das BAG im Vergleich zum Vortag sieben neue Hospitalisierungen. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung blieb unverändert bei 1’712.

In Isolation aufgrund der Kontaktrückverfolgung befanden sich 1’301 infizierte Personen, wie das BAG weiter mitteilte. In Quarantäne waren 4’071 Personen, die mit Infizierten in Kontakt waren. Die Zahlen stammten aus 25 Kantonen und aus Liechtenstein. 13'856 weitere Menschen waren nach der Rückkehr aus einem Risikoland in Quarantäne.

Die Zahl der durchgeführten Tests auf Sars-CoV-2, den Erreger von Covid-19, beläuft sich bisher auf insgesamt 835'724. Bei 5,2 Prozent dieser Tests fiel das Resultat positiv aus.

Das Coronavirus hat im Kanton Bern ein weiteres Todesopfer gefordert. Insgesamt beläuft sich die Zahl der an Covid-19 verstorbenen Personen damit auf 98. Es ist dies der erste Todesfall seit mehreren Wochen. Eine zweite Ansteckungswelle hat die Coronainfektionen jüngst wieder ansteigen lassen. Von Freitag auf Samstag kamen acht Neuinfektionen dazu, wie der Kanton Bern auf seiner Internetseite mitteilte.

In England und Schottland gilt ab dem heutigen Samstag in den meisten Innenräumen eine Maskenpflicht. Unter anderem sei in Gottesdiensten, Museen, Kinos, Banken und Büchereien ein Mund- und Nasenschutz vorgeschrieben, teilten die Behörden mit. Zuvor galt die Maßnahme vornehmlich für Geschäfte und den öffentlichen Nahverkehr. Die Regierung in London will mit der Ausweitung der Maskenpflicht einen Anstieg von Corona-Neuinfektionen in den Griff bekommen, der auf eine Lockerung der Beschränkungen folgte.

18.00 Uhr: Wir beenden unseren heutigen Ticker

17.45 Uhr: Taiwans Airlines starten in Corona-Krise Sightseeing-Rundflüge

Um die Geldeinbussen in der Corona-Krise abzufedern, bieten taiwanische Fluggesellschaften seit Neuestem Sightseeing-Flüge mit Passagierjets über den Inselstaat an. Kinder erhalten dabei eine Flugbegleiter-Kurzausbildung.

Am Samstag hob eine Maschine der China Airlines in Taoyuan mit 50 aufgeregten Kindern und ihren Eltern zu einem zweitstündigen Rundflug ab. Zunächst erhielten die Kinder eine kurze Einführung in die Kunst des Bordservice in einer nachgebauten Flugzeugkabine, anschliessend konnten die Kleinen in schicken Kinder-Flugbegleiteruniformen während des Rundflugs über Taiwan ihre Eltern bedienen.

17.40 Uhr: Corona-Testpflicht an deutschen Flughäfen weitgehend reibungslos angelaufen

Die seit Samstag geltende Corona-Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten hat an vielen deutschen Flughäfen zunächst keine Probleme verursacht. Am grössten deutschen Airport in Frankfurt liessen zahlreiche Rückkehrer am ersten Tag der Testpflicht Abstriche machen. Probleme sehen die Betreiber der Testzentren nicht. «Das ist minimal mehr als in den vergangenen Tagen», sagte Benedikt Hart, Leiter des vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) betriebenen Testzentrums am Flughafen, der Deutschen Presse-Agentur. «Die Leute haben Verständnis. Es gibt keine verärgerten Passagiere.»

16.32 Uhr: Dänische Region erlaubt pro Patient nur noch einen Besucher

Wegen eines Anstiegs der Corona-Zahlen beschränkt eine Region in Dänemark wieder die Möglichkeiten zum Besuch von Patienten im Krankenhaus. Von nun an dürfe pro Patient nur noch ein Begleiter oder Besucher kommen, teilte die Region Mitteljütland (Midtjylland) am Samstag mit. Kinderstationen sind ausgenommen. Hier sind zwei Begleiter erlaubt.

Alle Patienten und Krankenhausbesucher müssen zudem Mundschutz tragen, sofern sie keinen negativen Corona-Test vorweisen können. Allgemeine Maskenpflicht gilt in Dänemark nicht. Das Land hatte im März früh und strikt auf den Coronavirus-Ausbruch reagiert und seine Infektions- und Todeszahlen damit schnell unter Kontrolle gebracht. Seit einigen Tagen gehen die Zahlen aber wieder nach oben, unter anderem durch einen Ausbruch im mitteljütländischen Aarhus.

15.10 Uhr: Desinfektionsmittel mit Methanol getrunken – vier Tote in den USA

Desinfektionsmittel auf Alkoholbasis können vor der Ausbreitung des Coronavirus schützen – doch für vier Menschen in zwei US-Staaten endete die Einnahme der Produkte nun tödlich. Im Mai und Juni hätten sich 15 Erwachsene in Arizona und New Mexico vergiftet, indem sie Handdesinfektionsmittel getrunken hätten, teilten Vertreter von Gesundheitsämtern diese Woche mit. Danach gab es vier Todesfälle. Drei der Betroffenen litten noch immer unter Sehstörungen, ergänzte das Zentrum für Seuchenkontrolle und Prävention.

Alle Personen hatten Handdesinfektionsmittel mit Methanol intus. Die keimtötende Hauptzutat in handelsüblichen Produkten ist Ethanol, das auch konsumierbare ist. Doch andere Unternehmen haben es durch das gefährliche Methanol ersetzt, das etwa als Frostschutzmittel zum Einsatz kommt.

Erst im Juni hatte die US-Lebensmittel- und Arzneibehörde (FDA) vor Desinfektionsgels aus mexikanischer Produktion gewarnt, die große Mengen Methanol beinhalteten. Seitdem hat die Behörde die Liste ausgeweitet. Dutzende Produkte mit Methanol wurden in den USA zurückgerufen.



14.46 Uhr: Turkmenistan erlaubt WHO Coronavirus-Tests im Land

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) darf in Turkmenistan unabhängige Corona-Tests vornehmen. Präsident Gurbanguli Berdimuchamedow habe der Organisation dafür die Erlaubnis erteilt, erklärte die WHO am Freitag. Turkmenistan beteuert bis heute, keinen einzigen Corona-Infektionsfall zu haben. Die WHO hingegen warnte vor steigenden Fallzahlen von Lungenentzündungen in der ehemaligen Sowjetrepublik.

13.34 Uhr: Deutschland Hunderte protestieren in Stuttgart gegen Corona-Einschränkungen

Einige Hundert Menschen haben sich am Samstag zur «Querdenken»-Demo gegen Corona-Einschränkungen in Stuttgart versammelt. Die Teilnehmer planten nach einer ersten Versammlung auf dem Marienplatz einen Zug durch die Innenstadt. Demonstranten zeigten Transparente mit Aufschriften wie «Mit Maske - Ohne Mich» oder «Wir haben Euch durchschaut». Sie skandierten «Freiheit, Freiheit». Organisiert wurde die Demonstration von der Initiative «Querdenken 711».

In Berlin hatten am vergangenen Wochenende Tausende gegen die Corona-Beschränkungen protestiert. Weil viele Demonstranten weder Abstandsregeln einhielten noch Masken trugen, hatte die Polizei die Kundgebung aufgelöst. Für den Sonntag ist eine Demonstration in Dortmund geplant. Dort werden rund 1’500 Menschen erwartet.



13.00 Uhr: Covid-19 fordert im Kanton Bern ein weiteres Todesopfer

Das Coronavirus hat im Kanton Bern ein weiteres Todesopfer gefordert. Insgesamt beläuft sich die Zahl der an Covid-19 verstorbenen Personen damit auf 98.

Es ist dies der erste Todesfall seit mehreren Wochen, wie aus dem vom Kanton Bern im Internet veröffentlichten Zahlen vom Samstag hervorgeht.

12.16 Uhr: 182 neue Covid-19-Infizierte innert 24 Stunden

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Samstag 182 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus innert eines Tages gemeldet worden. Am Freitag waren es 161 neue Covid-19-Infizierte, an den beiden Tagen davor je 181.

Insgesamt gab es seit Beginn der Pandemie bisher laut den neusten BAG-Zahlen 36'451 laborbestätigte Fälle. Gleichzeitig meldete das BAG im Vergleich zum Vortag sieben neue Hospitalisierungen. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung blieb unverändert bei 1’712.

11.42 Uhr: Maskenpflicht in meisten Innenräumen in England und Schottland

In England und Schottland gilt ab dem heutigen Samstag in den meisten Innenräumen eine Maskenpflicht. Unter anderem sei in Gottesdiensten, Museen, Kinos, Banken und Büchereien ein Mund- und Nasenschutz vorgeschrieben, teilten die Behörden mit. Zuvor galt die Massnahme vornehmlich für Geschäfte und den öffentlichen Nahverkehr. Die Regierung in London will mit der Ausweitung der Maskenpflicht einen Anstieg von Corona-Neuinfektionen in den Griff bekommen, der auf eine Lockerung der Beschränkungen folgte.

Erst kürzlich waren Kontaktbeschränkungen für Teile Nordenglands verschärft worden. So dürfen sich Mitglieder verschiedener Haushalte in betroffenen Regionen nicht mehr in Innenräumen treffen.

Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus liegt in Großbritannien nach offiziellen Angaben bei mehr als 46’500 – die höchste Sterberate in Europa.

Der britische Premierminister Boris Johnson hat sich lange Zeit gegen eine Maskenpflicht gesträubt. Die Regierung wird kritisiert, zu spät und falsch auf das Virus reagiert zu haben. (Archivbild)
Bild: Keystone/AP/Jeremy Selwyn

9.59 Uhr: Direktor für Arbeit im Seco relativiert «Hype» um Homeoffice

Homeoffice sei ein Zustand, der trotz Corona nicht länger andauern könne, sagt Boris Zürcher vom Staatssekretariat für Wirtschaft Seco in einem Interview. Die Führung werde anspruchsvoller, man spüre nicht wirklich, wie es den anderen gehe.

Zudem sei es schwierig, die Arbeitgeberpflichten einzuhalten, sagte der frühere Chefökonom beim liberalen Thinktank Avenir Suisse und beim Forschungsinstitut BAK Basel im Tamedia-Interview vom Samstag.



5.08 Uhr: Erneut mehr als 1’000 Corona-Fälle in Deutschland

Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Samstag mit 215’336 angegeben – ein Plus von 1’122 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 216’325 Infizierte.

Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte insgesamt 9’195 Todesfälle und damit zwölf mehr als am Vortag. Die JHU zählte 9200 Tote. Die Zahl der Genesenenlag laut RKI bei etwa 196’400.

4.15 Uhr: Verhandlungen um Billionen-Konjunkturpaket in den USA vorerst gescheitert

Die Corona-Krise macht der US-Wirtschaft zu schaffen, Hilfszahlungen für Millionen Arbeitslose sind ausgelaufen und unzähligen Mietern droht die Zwangsräumung. Doch die zähen Verhandlungen zwischen Demokraten, Republikanern und der Regierung um ein weiteres grosses Corona-Konjunkturpaket sind vorerst gescheitert. Zunächst wurde keine weitere Gesprächsrunde anberaumt. Der Senat verabschiedete sich am Freitagabend (Ortszeit) planmässig für einen Monat in die Sommerpause. Präsident Donald Trump droht dem Kongress nun damit, Teile des Pakets ohne das Parlament durchzusetzen.

Die Demokraten hatten zuletzt noch einen Kompromissvorschlag in Höhe von rund zwei Billionen Dollar (1,7 Billionen Euro) vorgelegt, die Republikaner wollten aber offenbar nicht über das von ihnen vorgeschlagene Paket von rund einer Billion Dollar hinausgehen. «Wir liegen weit auseinander», sagte die Vorsitzende des Repräsentantenhauses, die Demokratin Nancy Pelosi.

3.34 Uhr: Trotz Corona: Trump verteidigt bei Pressekonferenz Gäste ohne Maske

US-Präsident Donald Trump hat Gäste seines Golfclubs verteidigt, die bei seiner Pressekonferenz in einem geschlossenen Raum trotz der anhaltenden Corona-Pandemie keine Maske trugen. Es gebe Ausnahmen von der Maskenpflicht für «politische Aktivitäten», sagte Trump am Freitagabend (Ortszeit) in seinem Golfclub in Bedminster im Bundesstaat New Jersey. Seine offizielle Pressekonferenz als US-Präsident sei auch ein "friedlicher Protest", behauptete Trump unter dem Jubel der Gäste weiter.

0.26 Uhr: Italien verlängert Corona-Massnahmen bis 7. September

Die italienische Regierung hat ihre Anti-Corona-Massnahmen bis zum 7. September verlängert. Das Kabinett von Ministerpräsident Giuseppe Conte verabschiedete am Freitagabend ein Dekret, in dem unter anderem die Maskenpflicht in geschlossenen, öffentlichen Räumen und die Abstandsregeln weiter vorgeschrieben werden. Auch grössere Menschenansammlungen bleiben verboten. Regierungschef Conte sprach von «ausgewogenen Massnahmen, die der aktuellen Situation gerecht werden». Italien, das im Frühjahr eines der am stärksten von der Corona-Pandemie heimgesuchten Länder war, habe sich dank der Massnahmen gefangen. Man müsse aber wachsam bleiben, sagte Conte.



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