Versicherung statt Mietkaution? Jetzt warnt der Mieterverband

tmxh

8.11.2019 - 12:23

Die Credit Suisse will ihre Kunden zum Wechsel zu einer Mietkautionsversicherung bewegen.
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Die Credit Suisse will Kunden dazu bringen, die Mietkaution gegen eine Versicherung zu tauschen. Davor warnt nun der Mieterverband.

Die meisten Mieter besitzen ein Mietdepot, auf dem zwei bis drei Monatsmieten blockiert sind, um für allfällige Schäden aufzukommen. Für die Banken, bei denen insgesamt Milliarden Franken lagern, ist das gerade angesichts der tiefen Zinsen ein schlechtes Geschäft. Das bringt so manches Kreditinstitut auf neue Ideen.

So will die Credit Suisse aktuell ihre Kunden davon überzeugen, das Konto mit der Mietkaution aufzulösen und durch eine Versicherung bei SwissCaution zu ersetzen. «Mietkautionskonten sind ein Verlustgeschäft, da wir für Einlagen bei der Nationalbank Negativzinsen entrichten müssen. Deshalb ist es auch im Interesse der Bank, wenn Kunden eine flexible Alternative zu Mietkautionskonto wählen», erklärt CS gegenüber dem SRF.

Warnung des Mieterverbands

Gelockt werden die Kunden dabei mit einer günstigen Beitrittsprämie sowie dem freiwerdenden Geld ihres Mietdepots. Doch lohnt sich der Wechsel wirklich? Der Mieterverband warnt davor – eine gleichwertige Alternative sei die Versicherung nicht. «Für ein Depot bezahlt man keine Gebühren. Bei der Versicherung hingegen fallen Einschreibe- und wiederkehrende Gebühren an», zitiert der SRF Natalie Imboden, Generalsekretärin des Schweizerischen Mieterinnen- und Mieterverbands.

Attraktiv sei eine solche Versicherung nur für Personen, die sich die geforderte Kaution nicht leisten können. Dennoch würden für eine Mietkautionsversicherung letztlich höhere Kosten anfallen. Zudem fordere eine Kautionsversicherung die Kosten im Fall eines Schadens vom Mieter an: «Mieter haben oft den Eindruck, dass die Kautionsversicherung auch als Haftpflichtversicherung dient. Doch das stimmt nicht. Sie zahlt keine Schäden, sondern ist eine Art Bank», so Imboden.

Derweil könnte die Credit Suisse ihre Kunden bald mehr unter Druck setzen. In einem Brief heisst es laut SRF: «Bezüglich des Credit-Suisse-Mietkautionskontos haben wir die Zinsentwicklung stets im Auge und behalten uns deshalb vor, in Zukunft Gebühren einzuführen.»

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