Was die drei Bundesrätinnen vom Frauenstreik halten

Anna Kappeler

4.6.2019 - 14:04

Eine Frau pfeift an gegen Ungleichberechtigung zwischen den Geschlechtern.
Bild: Keystone/Salvatore Di Nolfi

Wie eigentlich positionieren sich die drei höchsten Frauen zum Frauenstreik? Und werden die amtierenden Bundesrätinnen am 14. Juni auf die Strasse gehen?

In zwei Wochen rufen die Gewerkschaften zum nationalen Frauenstreik auf. Wenn also am 14. Juni Sprechchöre wie «Gleiche Arbeit, gleicher Lohn» durch die Schweizer Strassen schallen und viele Frauen streiken, sind dann auch die drei amtierenden Bundesrätinnen dabei? SP-Bundesrätin Simonetta Sommaruga wird an jenem Tag die Gleichstellung thematisieren. Am Vormittag wird sie im Kanton Waadt sein, wie ihre Mediensprecherin Annetta Bundi auf Anfrage von «Bluewin» mitteilt.

Dort trifft die Umweltministerin die fünf Regierungsrätinnen sowie eine Schulklasse. Der Kanton Waadt habe Schülerinnen und Schüler motiviert, sich unter dem Motto «Toutes 1’ Histoires» im Rahmen eines einminütigen Films Gedanken zur Stellung der Frauen in der Gesellschaft zu machen.



Am Tag des Frauenstreiks tagt das Parlament im Rahmen der Sommersession bis 13 Uhr, am Nachmittag findet die Bundesratssitzung statt. An dieser wird auch Bundesrätin Sommaruga teilnehmen. «In welcher Form Bundesrätin Sommaruga sonst noch am diesjährigen Frauenstreik teilnimmt, ist offen», sagt Sprecherin Bundi.

Amherd will Frauenanteil im Kader erhöhen

Auf die Bundesratssitzung an jenem Tag bezieht sich auch CVP-Magistratin Viola Amherd. Aufgrund dieser Sitzung nimmt die Armeevorsteherin nicht am Frauenstreik teil. Gleichwohl wünsche sie sich, dass alle Anliegen des Frauenstreiks ernstgenommen und die entsprechenden Massnahmen umgesetzt werden. «An erster Stelle stehen für mich die Realisierung der Lohn- und Chancengleichheit», sagt Amherd zu «Bluewin». Auch für Fragen der sozialen Sicherheit brauche es Lösungen.

Die Bundesverwaltung nehme die Gleichstellung ernst und setze sich dafür konsequent in allen Belangen ein. Die Rahmenbedingungen seien vorhanden. Handlungsbedarf sieht Bundesrätin Amherd vor allem bei der Betriebskultur – Möglichkeiten wie etwa flexible Arbeitsformen müssten besser ausgeschöpft werden.

Auf die Frage, was im Armeedepartement VBS konkret für mehr Gleichstellung getan werde, sagt Bundesrätin Amherd: «Einige Verwaltungseinheiten stehen vor der Herausforderung, den Frauenanteil im Kader zu erhöhen.» Andere mit hohem Anteil an militärischen Aufgaben oder MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) bemühten sich, den Frauenanteil generell zu erhöhen. Der Fokus bei der Förderung liege im Moment vor allem in der Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben.

Keller-Sutter ist für bessere Vereinbarkeit

Eine klare Haltung zum Frauenstreik hat auch FDP-Bundesrätin und Justizministerin Karin Keller-Sutter. «Ich habe mich schon beim ersten Frauenstreik nicht beteiligt und werde es auch jetzt nicht tun», sagt Keller-Sutter zu «Bluewin». In der Frauenfrage gebe es unterschiedliche Positionen. «Die Frauen sind dann stark, wenn sie die politische Vielfalt unter sich anerkennen. Zudem braucht es zur Erreichung der Chancengleichheit aus meiner Sicht ein partnerschaftliches Vorgehen von Frauen und Männern.» Der Schlüssel zur Gleichstellung liege in der Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

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