BAG meldet 108 Neuinfektionen – Daniel Koch fordert Disziplin

Agenturen/red

11.7.2020 - 17:55

In der Schweiz wurden am Samstag 108 neue Infektionen mit dem Coronavirus verzeichnet. Damit liegt die Fallzahl zum dritten Mal in dieser Woche über der Hundertermarke. Insgesamt gab es bisher 32'798 laborbestätigte Covid-19-Fälle, wie das BAG am Samstag mitteilte. Ausserdem sorgte der Bericht über einen möglichen weiteren Superspreader-Fall im Zürcher Nachtleben für Aufsehen. Einige Tage nach dem Besuch im Lokal Jade am 27. Juni hätten sich bei mehreren Gästen Symptome des Coronavirus gezeigt, hiess es in einem Bericht der «Neuen Zürcher Zeitung».

Bis zur Maskenpflicht ist es zudem ein langer Weg voller harter Debatten im Nationalrat gewesen, wie aus einem Artikel von «Blick» hervorgeht. Demnach hätten sich in zahlreichen Sitzungen des Gremiums zwischen 25. März und 18. Juni zwei Lager gebildet: Während sich BAG und Wissenschaft für eine Maskenpflicht aussprachen, seien Wirtschaft und Verkehr dagegen gewesen.

Weiterhin mit rapide steigenden Fallzahlen zu kämpfen haben die USA. Innert 24 Stunden wurden über 66’000 Neuinfektionen verzeichnet – so viel wie nie zuvor in der Pandemie. Die Zahl der Gesamterkrankungen stieg auf fast 3,2 Millionen Infektionen. Trotz der hohen Zahlen feierte der Freizeitpark «Walt Disney World» in Orlando, Florida seine Wiederöffnung. US-Präsident Donald Trump teilte währenddessen einmal mehr in Richtung China aus. «Sie hätten die Pest stoppen können, sie hätten sie stoppen können. Sie haben sie nicht gestoppt», beklagte Trump gegenüber Reportern der Air Force One.

Das Wichtigste im Überblick:

  • In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) innerhalb eines Tages 108 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet worden.
  • Donald Trump hat China einen leichtsinnigen Umgang mit dem Coronavirus vorgeworfen. «Sie hätten die Pest stoppen können», so die Anschuldigung des US-Präsidenten.
  • Im Zürcher Nachtleben ist es offenbar erneut zu einem sogenannten Superspreader-Vorfall mit dem Coronavirus gekommen. 
  • Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den USA ist weiterhin alarmierend: Innert 24 Stunden wurden mehr als 66'000 Neuinfektionen verzeichnet.
  • Brasilien hat die Marke von 70'000 Corona-Toten überschritten.

17.55 Uhr: Wir beenden unseren heutigen Live-Ticker

17.37 Uhr: Daniel Koch appelliert an Disziplin der Schweizer

Über weite Strecken der Corona-Pandemie war Daniel Koch eines der wichtigsten Gesichter des Bundesamts für Gesundheit (BAG). Ende Mai verabschiedete sich «Mr. Corona» in den Ruhestand – was aber nicht heissen muss, dass er nichts mehr von sich hören lässt.

In einem Instagram-Video wendete er sich nun an die Schweizer Bevölkerung und betonte, wie wichtig es sei, sich weiter an die Hygienemassnahmen zu halten – also auf Abstände achten, Hände gründlich waschen und auch das Tragen einer Maske. «Wir freuen uns auf den nächsten Winter, aber wir müssen uns Mühe geben, damit er gut wird», appellierte Koch.

16.11 Uhr: «Walt Disney World»-Freizeitpark wieder geöffnet

Trotz steigender Coronavirus-Fallzahlen im US-Bundesstaat Florida hat der Freizeitpark «Walt Disney World» seine Türen wieder für Besucher geöffnet. «Der Magic Kingdom-Park und der Disney's Animal Kingdom-Park sind jetzt geöffnet», hiess es am Samstag auf der Webseite des Freizeitparks nahe der Stadt Orlando. Am Eingang werde die Körpertemperatur gemessen und Abstands- und Hygieneregeln müssten eingehalten werden, hiesss es weiter. «Es wird anders sein als beim letzten Mal, als du uns besucht hast. Aber gemeinsam können wir neue Wege finden, magische Momente zu schaffen – und kostbare Erinnerungen.»

Die «Walt Disney World» in Orlando, Florida empfängt ab sofort wieder Gäste.
Bild: Keystone

Normalerweise kommen fast 60 Millionen Menschen jedes Jahr in den Freizeitpark in Florida, der wegen der Coronavirus-Pandemie seit März geschlossen war. Ein ebenfalls vom US-Unterhaltungsriesen Walt Disney betriebener Vergnügungspark im US-Bundesstaat Kalifornien blieb zunächst weiter geschlossen, nur ein angeschlossenes Einkaufszentrum öffnete in der vergangenen Woche.

15.24 Uhr: Ruhani gegen Lahmlegung der Wirtschaft im Iran

Irans Präsident Hassan Ruhani lehnt eine Abkehr von Lockerungen in der Corona-Krise ab. «Langfristig die Wirtschaft lahmzulegen, wäre für das Volk inakzeptabel», sagte Ruhani am Samstag laut Webportal des Präsidentenamtes. Eine Corona-Phobie sei genauso gefährlich, wie die Pandemie auf die leichte Schulter zu nehmen. Die Normalität müsse trotz Corona weitergehen, aber unter strikten Hygieneauflagen.

Millionen Iraner haben während der Corona-Krise ihre Arbeitsplätze verloren. Die Wirtschaft steckt in einer akuten Krise, und die nationale Währung Rial ist nur noch weniger als die Hälfte wert. Im Parlament wird deswegen schon intensiv über eine Einbestellung und Rücktrittsforderung an Ruhani diskutiert. Kommentatoren, aber auch Offizielle, warnen sogar vor Unruhen.

Irans Präsident Hassan Ruhani hält in der Corona-Krise an den Lockerungen fest. (Archivbild)
KEYSTONE/EPA IRANIAN PRESIDENCY/IRANIAN PRESIDENCY OFFICE HANDOU

Nach dem dramatischen Anstieg der Fallzahlen in den vergangenen Wochen steht Ruhani mit seiner Lockerungspolitik in der Kritik. Seit den Lockerungen Ende Mai haben die Iraner die Hygienevorschriften nicht mehr ernstgenommen. Folgerichtig stieg die Zahl der Neuinfektionen und Opfer drastisch. Ohne ein Ende der Lockerungen befürchten Experten einen noch höheren Anstieg.

Die offiziellen Zahlen geben den Experten recht. Laut Gesundheitsministerium am Samstag gab es in den letzten 24 Stunden wieder über 180 Tote und fast 2'400 Neuinfizierte. Damit liegt die Zahl der Todesopfer aktuell bei 1'635, die der Infizierten bei 255'117.

14.48 Uhr: USA meldet mehr als 66'000 neue Corona-Fälle

Die USA haben erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie mehr als 66'000 Neuinfektionen an einem einzelnen Tag verzeichnet. Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität (JHU) vom Samstag lag die Zahl der am Vortag registrierten Neuansteckungen bei 66'627. Erst am Donnerstag war die Zahl auf einen Rekordwert von 63'247 gestiegen. Die Zahl der Neuansteckungen in den USA, einem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern, hat seit Mitte Juni im Zuge der Lockerung der Corona-Auflagen dramatisch zugenommen.

Seit Beginn der Pandemie haben die Forscher der JHU in den USA insgesamt fast 3,2 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus verzeichnet. Mehr als 134'000 Menschen starben demnach infolge einer Covid-19-Erkrankung. Die Zahl der täglich verzeichneten Toten liegt in den USA zwar weiterhin deutlich niedriger als zum Höhepunkt der Krise, hat in den vergangenen Tagen aber wieder zugenommen. Am Freitag verzeichnete die Statistik der Universität 802 Tote.

13.04 Uhr: Merkel sieht Bereitschaft zu globaler Solidarität

Die Corona-Krise lässt sich aus Sicht der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nur mit internationaler Solidarität und Zusammenarbeit bewältigen. «Nur wenn wir auf diese globale Bedrohung globale Antworten finden, haben wir die Chance, aktuell und künftig Pandemien zu besiegen. Das gilt insbesondere bei einer wachsenden Weltbevölkerung», sagte Merkel in ihrer am Samstag veröffentlichen wöchentlichen Videobotschaft.

Deswegen unterstütze die deutsche Bundesregierung die Anstrengungen im Kampf gegen das Coronavirus, und Deutschland beteilige sich «an den Programmen der internationalen Organisationen, allen voran WHO, IWF und Weltbank», betonte die Kanzlerin. Darüber hinaus helfe Deutschland vielfältig in den Bereichen Gesundheit und Forschung – auch um zu einer globalen und gerechten Verteilung von Impfstoffen, Medikamenten und Diagnostika zu gelangen.

Im Kampf gegen das Coronovirus ist globale Solidarität laut der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel der Schlüssel zum Erfolg. (Archivbild)
Bild: Keystone

Sie sehe in vielen Staaten eine «grosse Bereitschaft, diese Herausforderungen gemeinsam anzugehen», sagte Merkel. Das stimme sie hoffnungsvoll.

Die USA hatten vergangene Woche offiziell ihren Rücktritt aus der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eingereicht. US-Präsident Donald Trump macht der WHO schwere Vorwürfe im Umgang mit der Pandemie: Er beschuldigt die Organisation, zu spät über die Gefahr des Coronavirus informiert zu haben und unter der Kontrolle der chinesischen Regierung zu stehen.

12.39 Uhr: 108 Neuansteckungen in der Schweiz

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) innerhalb eines Tages 108 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Damit liegt die Fallzahl zum dritten Mal in dieser Woche über der Hundertermarke.

Am Freitag waren beim BAG 104 Meldungen über neue bestätigte Fälle eingegangen, am Donnerstag 88, am Mittwoch 129, am Dienstag 54 und am Montag 47. Insgesamt gab es bisher 32'798 laborbestätigte Covid-19-Fälle, wie das BAG am Samstag mitteilte.

Bisher starben gemäss den Angaben 1'686 Menschen, die positiv auf Covid-19 getestet worden waren. Auf 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner gerechnet entspricht das 19,6 Opfern. Das BAG bezieht sich auf die Meldungen, die die Laboratorien sowie Ärztinnen und Ärzte im Rahmen der Meldepflicht bis am Samstagmorgen übermittelt hatten.

Insgesamt mussten seit Beginn der Pandemie 4'084 Personen hospitalisiert werden, im Vergleich zum Vortag ist das eine mehr. In Isolation aufgrund der Kontaktrückverfolgung befanden sich mit Stand Samstagmittag 640 Personen, wie das BAG weiter mitteilte. In Quarantäne sassen 2586 weitere Menschen. Die Zahlen stammen aus 25 der 26 Kantone und aus dem Fürstentum.

Die Zahl der durchgeführten Tests auf Sars-CoV-2, den Erreger von Covid-19, beläuft sich bisher auf insgesamt 678'679. Bei 5,8 Prozent dieser Tests fiel das Resultat positiv aus.

In der Schweiz haben sich innert 24 Stunden 108 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. (Symbolbild)
Bild: Keystone

12.29 Uhr: Kalifornien will tausende Gefangene freilassen

Wegen der Corona-Pandemie will der US-Bundesstaat Kalifornien bis zu 8'000 weitere Strafgefangene vorzeitig freilassen. «Diese Massnahme dient der Gesundheit und Sicherheit der Insassen und des Personals», teilte die kalifornische Gefängnisbehörde am Freitag (Ortszeit) mit. Bis Ende August könnten die Gefangenen demnach aus den überbelegten Haftanstalten entlassen werden. Seit Beginn der Corona-Krise durften in dem schwer von der Pandemie betroffenen Westküstenstaat bereits 10'000 Häftlinge das Gefängnis vorzeitig verlassen.

Die Ankündigung der weiteren Freilassungen erfolgte kurz nach Bekanntwerden von zahlreichen Corona-Neuinfektionen im Gefängnis San Quentin. In der Haftanstalt, die zu den ältesten in den USA gehört, waren mehr als tausend Insassen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Insgesamt sitzen in Kalifornien 113'000 Menschen im Gefängnis.

Ab in die Freiheit: Wegen der Corona-Pandemie werden in Kalifornien tausende Häftlinge vorzeitig entlassen. (Symbolbild)
Bild: Keystone

Eine Woche nach ihrer Entlassung sollen die Menschen erneut auf eine Corona-Infektion getestet werden. Der bevölkerungsreichste US-Bundesstaat Kalifornien hat bisher mehr als 300'000 Infektionen und mehr als 6'800 Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus gemeldet.

12.06 Uhr: Daimler will deutlich mehr Stellen streichen

Wegen der Corona-Krise will der Autobauer Daimler deutlich mehr Stellen streichen als bisher bekannt. Im Interview mit der «Stuttgarter Zeitung» und den «Stuttgarter Nachrichten» (Samstagsausgaben) schloss Personalvorstand Wilfried Porth trotz einer bis 2029 geltenden Beschäftigungssicherung bei dem Konzern auch betriebsbedingte Kündigungen nicht mehr aus. Mehr als 15'000 Mitarbeiter müssten auf freiwilliger Basis ausscheiden, damit dies vermieden werden könne, sagte Porth. Von den Personalsparmassnahmen betroffen sein könnte demnach auch die Produktion.

Bislang setzt Daimler beim Stellenabbau vor allem auf Abfindungen, Altersteilzeit und Frühpensionierung. Laut «Stuttgarter Zeitung» und «Stuttgarter Nachrichten» liegen allerdings erst rund 700 unterschriebene Verträge über solche freiwilligen Ausscheidungen vor. Intensive Trennungsgespräche starteten demnach Anfang des Monats.

11.22 Uhr: Trump attackiert erneut China

Er spricht wiederholt vom «China-Virus» und spekulierte, das Coronavirus sei in einem Labor in Wuhan gezüchtet worden: Donald Trump hat im Laufe der Pandemie bereits mehrmals China attackiert. Nun liess der US-Präsident eine weitere verbale Spitze ab. Wie «Bild» berichtet, erhob Trump gegenüber Reportern der Air Force One schwere Anschuldigungen gegen das Vorgehen Chinas in der Pandemie.

US-Präsident Donald Trump hat erneut schwere Vorwürfe gegen China erhoben.
Bild: Keystone

«Sie hätten die Pest stoppen können, sie hätten sie stoppen können. Sie haben sie nicht gestoppt», sagte Trump. Die Beziehung zu China sei «schwer beschädigt». Ein neues Handelsabkommen könne er sich unter diesen Umständen nicht vorstellen, so Trump: «Ehrlich gesagt, ich habe viele andere Dinge im Sinn.»

10.55 Uhr: Harter Kampf um Maskenpflicht in der Schweiz

Während viele Länder in Europa – unter anderem Österreich und Deutschland – schon vor Monaten die Maskenpflicht einführten, ist das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes in der Schweiz erst seit vergangenem Montag obligatorisch. Wie hart es in der Debatte im Bundesrat hergegangen ist, machen nun Protokolle des Corona-Krisenstabs deutlich, die «Blick» vorliegen.

Demnach hätten sich in zahlreichen Sitzungen des Gremiums zwischen 25. März und 18. Juni zwei Lager gebildet: Während sich BAG und Wissenschaft für eine Maskenpflicht aussprachen, seien Wirtschaft und Verkehr dagegen gewesen. Vor allem zwischen «Mr. Corona» Daniel Koch, der nichts vom Tragen einer Maske hielt, und BAG-Direktor Pascal Strupler, der sich für eine Einführung des Maskenzwangs einsetzte, soll es zu Meinungsverschiedenheiten gekommen sein.

Der Ex-Corona-Delegierte des Bundes, Daniel Koch, sprach sich vehement gegen eine Maskenpflicht aus. (Archivbild)
Bild: Keystone

Gegen die Einführung der Maskenpflicht sprach sich auch der Präsident der Economiesuisse, Heinz Karrer, aus. Gemäss der Protokolle forderte er in der Sitzung vom 20. Mai: «Bei der Maskenpflicht sollte man zurückhaltend bleiben.» Wenige Wochen später mutmasste er, man würde aus «dem Maskenthema» zu viel machen. Abgesehen davon ein prominenter Maskengegner: Matthias Ramsauer, der Generalsekretär der Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga.

10.33 Uhr: Neue Fallzahlen in Deutschland bekannt

Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Samstag mit 198'556 angegeben – ein Plus von 378 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 199'332 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte 9'060 Todesfälle und damit sechs mehr als am Vortag. Die JHU zählte 9'063 Tote.

10.03 Uhr: Massen demonstrieren in Serbien

Die Stimmung in Serbien bleibt weiter aufgeheizt: Nach den angekündigten Beschränkungen aufgrund stetig zunehmender Corona-Fälle gingen tausende Demonstranten in der Hauptstadt Belgrad auf die Strasse – und das den vierten Tag in Folge. Die Ausschreitungen der gewaltbereiten Demonstranten vor dem Parlamentsgebäude versuchte die Polizei unter anderem mit Tränengas zu beenden.

Serbien: Erneut Proteste gegen Corona-Politik der Regierung

Serbien: Erneut Proteste gegen Corona-Politik der Regierung

Den vierten Tag in Folge haben in Serbien tausende Menschen gegen die Corona-Politik der Regierung protestiert. Vor dem Parlamentsgebäude in Belgrad kam es zu Ausschreitungen. Die Polizei setzte Tränengas ein.

11.07.2020

9.20 Uhr: Möglicherweise neuer Superspreader-Fall in Zürich

Im Zürcher Nachtleben ist es offenbar erneut zu einem sogenannten Superspreader-Vorfall mit dem Coronavirus gekommen. Dies bestätigte die Zürcher Kantonsärztin ad interim Christiane Meier der «Neuen Zürcher Zeitung» vom Samstag. Einige Tage nach dem Besuch im Lokal Jade am 27. Juni hätten sich bei mehreren Gästen die Symptome des Coronavirus gezeigt, hiess es. «Wir müssen wohl davon ausgehen, dass es sich bei dem Fall im Jade-Klub ebenfalls um einen möglichen Superspreader handeln könnte», sagte Meier.

Teilweise hätten sich symptomatische Personen erst spät testen lassen, so dass die Gesundheitsdirektion erst mit einigen Tagen Verspätung von positiv getesteten Personen an der Party erfahren habe, schrieb die Zeitung weiter. Auch hätten Leute verschwiegen, dass sie zum Zeitpunkt der Party bereits Symptome zeigten. «Wir sind darauf angewiesen, dass die Leute ehrlich mit uns sind», betonte Meier gegenüber der «NZZ».

Im Zürcher Club Jade soll sich ein weiterer Superspreader-Fall mit dem Coronavirus ereignet haben. (Archivbild von 2013)
KEYSTONE/WALTER BIERI

Wie viele Personen sich an diesem Abend mit dem Coronavirus angesteckt haben, wisse die Kantonsärztin allerdings noch nicht. Die Verantwortlichen des Klubs wollten sich zudem gegenüber der Zeitung nicht zu dem Fall äussern. Sie schlossen das Lokal nach dem Vorfall. Wann der Klub wieder geöffnet werde, sei unklar, hiess es.

In Zürich hatten sich bereits zwei Superspeader-Fälle ereignet. So infizierten sich etwa bereits im Juni im Flamingo-Klub zahlreiche Personen mit dem Coronavirus. Hunderte mussten sich daraufhin in Quarantäne begeben. Superspreader-Events sind Anlässe, an denen eine infizierte Person zahlreiche andere Menschen ansteckt.

9.12 Uhr: USA melden über 63'000 Neuinfektionen

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den USA ist weiterhin alarmierend: Binnen 24 Stunden sind nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität vom Freitagabend (Ortszeit) 63'643 neue Ansteckungsfälle registriert worden. Die Zahl der Corona-Toten sei um 774 auf fast 134'000 gestiegen. Erst am Donnerstag hatten die USA mit 65'551 Corona-Fällen einen Höchststand bei den täglich festgestellten Neuinfektionen verzeichnet.

In den USA breitet sich das neuartige Virus seit einigen Wochen wieder verstärkt aus. Betroffen sind vor allem Bundesstaaten im Süden und Westen. Insgesamt liegt die Zahl der erfassten Infektionsfälle im Land den Angaben der Johns-Hopkins-Universität inzwischen bei 3,18 Millionen.

In den USA sind und waren mittlerweile deutlich über drei Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. (Symboldbild)
BIld: Keystone

Die USA sind das mit Abstand am härtesten von der Pandemie betroffene Land der Welt. Dies gilt sowohl für die Infektions- als auch die Totenzahlen. Zuletzt waren immer neue Rekordstände bei den Ansteckungszahlen verzeichnet worden.

9.07 Uhr: WHO schickt Expertenteam nach China

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) entsendet auf der Suche nach dem Ursprung des neuartigen Coronavirus am Samstag ein Expertenteam nach China. Den chinesischen Behörden zufolge ging das Coronavirus von einem Wildtiermarkt in Wuhan auf den Menschen über. Immer wieder wurde aber auch ein Labor in Wuhan mit dem Ausbruch der Pandemie in Verbindung gebracht, unter anderem von US-Präsident Donald Trump.

Die USA und andere Staaten fordern seit längerem von Peking mehr Transparenz über den Ursprung der Pandemie. Die WHO hatte China seit Anfang Mai gedrängt, seine Experten ins Land einzuladen, um bei der Erforschung des Ursprungs des Coronavirus mitzuhelfen. Das Coronavirus hat sich in aller Welt ausgebreitet. Mittlerweile wurden mehr als zwölf Millionen Ansteckungen nachgewiesen, mehr als 555'000 Infizierte starben.

9.01 Uhr: Mehr als 70'000 Corona-Tote in Brasilien

Brasilien hat in der Corona-Pandemie die Schwelle von 70'000 Todesopfern überschritten. 1'214 Infizierte seien in den vergangenen 24 Stunden gestorben, teilte das brasilianische Gesundheitsministerium am Freitag mit. Die Gesamtzahl der Corona-Toten habe sich damit auf 70'398 erhöht.

Brasilien ist nach den USA das am härtesten von der Pandemie betroffene Land der Welt. Mehr als 1,8 Millionen Menschen haben sich in dem grössten Staat Lateinamerikas bereits mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt, alleine am Freitag wurden mehr als 45'000 Neuinfektionen gemeldet.

Die Zahl der Corona-Todesopfer in Brasilien steigt weiter drastisch an.
Bild: Keystone

Am Dienstag hatte der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro bekanntgegeben, mit dem neuartigen Virus infiziert zu sein. Der Staatschef hatte die Gefahr durch die Corona-Pandemie wiederholt kleingeredet.

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