Lagebericht der Experten

Masserey: «Es ist möglich, dass wir die Spitze erreicht haben»

smi/uri/SDA

18.1.2022

Virginie Masserey, Leiterin Sektion Infektionskontrolle, Bundesamt fuer Gesundheit BAG, spricht waehrend einer Medienkonferenz zur aktuellen Situation des Coronavirus, am Dienstag, 18. Januar 2022 in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)
Virginie Masserey, Leiterin Sektion Infektionskontrolle, Bundesamt für Gesundheit (BAG), spricht auf der Medienkonferenz zur aktuellen Corona-Situation. 
Bild: Keystone

Die Fallzahlen bleiben hoch, Virginie Masserey vom BAG zeigt sich trotzdem optimistisch. Der oberste Kantonsarzt Rudolf Hauri gesteht derweil ein, dass das Contact Tracing überlastet sei.

smi/uri/SDA

18.1.2022

Laut Virginie Masserey, Leiterin Sektion Infektionskontrolle im Bundesamt für Gesundheit (BAG), stagnieren die Corona-Fallzahlen auf sehr hohem Niveau. In den vergangenen Tagen beobachte man nur noch einen «sehr langsamen Anstieg», sagte Masserey am Dienstag vor den Medien in Bern. Jedoch sei davon auszugehen, dass die Dunkelziffer hoch sei. Viele Personen dürften sich symptomfrei infizieren.

Die Situation auf den Intensivstationen sei derzeit stabil, so Masserey. Die Inzidenzen zwischen den Kantonen variierten jedoch sehr stark und das würden sich mit Verzögerung auch bei den Spitaleinweisungen zeigen. Es sei aber noch zu früh, die von der Taskforce des Bundes vorgelegten Modelle zu verwerfen: Wo die Omikron-Welle besonders hoch sei wie in der Westschweiz habe die Zahl der Spitaleintritte zugenommen.

Welle bei Hospitalisierungen blieb bislang aus

Auch der oberste Kantonsarzt Rudolf Hauri bestätigte, dass seit der Ausbreitung der Omikron-Variante eine Welle von Hospitaliserungen ausgeblieben ist. Allerdings verwies auch er vor den Medien auf regionale Unterschiede. Die Spitäler blieben indes weiterhin auf eine hohe Belastung eingestellt.

Auch zeige die Praxis, dass ein guter Schutz durch die Impfung bestehe. Geimpfte würden zwar erkranken, müssten allerdings selten ins Spital und würden noch seltener eine Intensivbehandlung benötigen, so Hauri.

Die Zusammenhänge zwischen Ansteckungen mit dem Coronavirus können gemäss Hauri indes nicht mehr in vollem Umfang erfasst werden. Das sei angesichts der hohen Fallzahlen nicht überraschend. Die meisten Menschen würden sich weiterhin am häufigsten im engen Familien- und Freundeskreis anstecken.

Contact-Tracing eingeschränkt

Auch in den Schulen, an Unis und anderen Weiter- und Ausbildungsorten, in Zusammenhang mit Reisen und dem Sport, gebe es Häufungen. In diesem Punkt würden sich auch Veranstaltungen bemerkbar machen, wenn auch nicht übermässig.

Die hohen Fallzahlen hätten dazu geführt, dass die Testkapazitäten und die Kontakt-Nachverfolgung ihre Arbeit nicht mehr in gleichem Umfang oder gleichem Tempo ausführen können. Das habe auch zur Folge, dass repetitive Reihentests reduziert worden seien.

Zudem gebe es Einschränkungen bei der Kontaktaufnahme durch die Teams der Kontaktnachverfolgung. Positiv getestet Personen bekämen nun automatisch eine SMS, damit sie ihre Kontaktpersonen selber informierten. «Die erhebliche Virusaktivität lässt keine andere Wahl», sagte Hauri.

Das Protokoll der heutigen Medienkonferenz:

  • Liveticker
    Neue Beiträge
  • Liveticker beendet
  • 15 Uhr 
    Die Medienkonferenz ist beendet

    Vielen Dank für das Interesse.

  • 14.59 Uhr
    Wie viele IPS-Plätze sind wegen Omikron belegt? 

    Ein Journalist will wissen, ob es stimmt, dass mehr als 90 Prozent der Infektionen derzeit auf Omikron zurückgehen und nur 10 Prozent auf Delta, während das Verhältnis bei der Belegung der Intensivstationen wegen der Varianten genau andersherum sei.

    «Ich kann mich da nicht festlegen», sagt Masserey zu den aufgeworfenen Zahlen. In der Tendenz sei es aber so, dass sich das Verhältnis bei den Infektionen und den Hospitalisierungen bei den Varianten momentan umkehre und Omikron weniger schwere Fälle verursache. Man müsse das aber noch genauer beobachten, so Masserey.

  • 14.58 Uhr 
    Welches sind die grössten Herausforderungen der Kantone?

    Rudolf Hauri: Die Kontrolle der Schutzkonzepte ist eine grosse Aufgabe, aber auch in der Auskunft für Personen, die sich melden, diese Kontakte haben stark zugenommen.

  • 14.57 Uhr
    Wäre es nicht gut, jede Woche einen Bericht der Taskforce zu bekommen?

    Masserey sagt, nach ihrem Wissen berichte die Taskforce nicht regelmässig, sondern lediglich dann, wenn sie etwas zu vermelden habe.

  • 14.54 Uhr
    Sind ab 20 Prozent Covid-19-Fällen in der IPS Wahleingriffe noch nachzuholen?

    Hauri: Ich würde mich nicht auf eine Prozentzahl festlegen. Im Kanton Zug funktioniert es, wir können die Eingriffe nachholen. Bei uns haben sich die Intensivstationen fast vollständig geleert von Covid-Patienten.

  • 14.53 Uhr 
    Werden Wahleingriffe bereits verschoben?

    «Man verschiebt nicht einfach Eingriffe», sagt Hauri. Und in vielen Spitälern würde es derzeit keine Verschiebungen geben. Man könne aber nicht ausschliessen, dass es vielleicht mal dazu komme. Die Spitäler würden aber versuchen, das zu verhindern.

  • 14.52 Uhr
    BAG-Kampagne für Boosterimpfungen

    Masserey: Wir bereiten eine Kampagne vor, um weitere Personen zu motivieren, die Boosterimpfung machen zu lassen. Sie werden das demnächst sehen und hören.

  • 14.50 Uhr
    Wie steht es um Herzmuskelentzündungen nach der Boosterimpfung?

    Masserey sagt, hier bestehe tatsächlich nur ein geringes Risiko. Zudem gebe es bei einer Covid-Infektion bedeutend mehr Herzerkrankungen als nach einer Impfung. Betroffen seien häufig Männer unter 30 Jahren. Deshalb lese man da auch oft von Sportlern, die damit an die Öffentlichkeit treten würden. Was die Impfstoffe angehe, würden Herzmuskelerkrankungen bei Biontech etwas seltener auftreten als bei Moderna.

  • 14.48 Uhr
    Gibt es Anlass zu Optimismus?

    Masserey: Wir sind eher positiv gestimmt, angesichts der Entwicklung, auch auf der Grundlage dessen, was wir in anderen Ländern beobachten. Bei uns sind die Intensivstationen nicht überlastet. Wir haben uns vorbereitet auf viele Patient*innen und es sind nicht so viele geworden, wie wir befürchteten.

  • 14.47 Uhr 
    Wie sieht es bei der Versorgung von Long-Covid-Patienten aus?

    Masserey sagt, sie wisse, dass es an den Universitätsspitälern Beratungen zu Long Covid gebe und hier könnten sich auch die Ärzte informieren. Hauri ergänzt, kein Kanton baue ein entsprechendes Long-Covid-Zentrum auf, doch die Ärzte könnten sich informieren und es würden spezielle Long-Covid-Sprechstunden angeboten. «Hier ist noch einiges im Fluss», sagt Hauri.

  • 14.44 Uhr
    Schützen zwei Impfungen und eine Genesung besser?

    Bisherige Studien bestätigen, dass man ähnlich gut geschützt ist gegen eine Infektion und eine Hospitalisierung. Vielleicht sind Personen noch besser geschützt, wenn sie genesen und zweimal geimpft sind. Aber wir haben noch nicht so viele Informationen dazu. Es fehlt noch an Vergleichsstudien. 

  • 14.43 Uhr
    Unterscheiden sich die Nebenwirkungen der zweiten und dritten Impfdosis?

    Masserey sagt, es gebe beim Booster nichts Unerwartetes. Die Symptome seien ähnlich wie nach der ersten oder zweiten Impfdosis. Hauri ergänzt, das decke sich auch mit seinen Erkenntnissen aus der Praxis.

  • 14.41 Uhr 
    In den USA wird Impfung für genesene Kinder zwischen fünf und elf Jahren empfohlen. Wie ist es in der Schweiz?

    Masserey sagt, in der Schweiz empfehle man Kindern in dieser Altersgruppe, die bereits eine Covid-Infektion durchgemacht hätten, die Impfung nicht. Sie seien durch die Erkrankung wahrscheinlich schon ausreichend geschützt.

  • 14.40 Uhr
    Warum steigt die Anzahl der Personen in Quarantäne trotz verkürzter Dauer?

    Virginie Masserey: Die neue Regelung ist noch zu kurz in Kraft, um sich auszuwirken. 

  • 14.39 Uhr
    Wie steht es um die Hospitalisierungen in der Region Genf?

    Ein Journalist will wissen, warum eine Grafik des BAG für die Region Genfersee eine sinkende Zahl der Hospitalisierungen anzeige, Masserey aber von einem Anstieg spreche. Masserey entgegnet, in der Region seien die Hospitalisationen mit den steigenden Fallzahlen angestiegen. Man könne hier aber keine Vorhersagen treffen. Es gebe häufig noch Nachmeldungen. Man müsse vorsichtig dabei sein.

  • 14.37 Uhr 
    Wie steht das BAG zur Forderung eines Long-Covid-Registers?

    Virginie Masserey: Wir haben diese Forderung zur Kenntnis genommen, sind aber nicht überzeugt, dass das die aktuellen Fragen besser beantwortet. Klinische Forschung wird betrieben. Zwei oder drei Gruppen werden geprüft. Wir hoffen auf genügend Antworten, die diese Fragen beantworten. Dann können wir uns mit der Schaffung eines Registers befassen. Ein solches Register muss auch einen Zweck erfüllen und einen Nutzen erbringen.

  • 14.36 Uhr 
    Sind die gemeldeten BAG-Fallzahlen realistisch?

    Masserey sagt, man gehe tatsächlich von einer viel höheren Dunkelziffer aus, weil sich etwa Leute ohne oder mit wenigen Symptomen nicht testen lassen würden. Sie halte es für möglich, dass die Zahlen in Wirklichkeit mehr als drei- bis viermal so hoch seien. Zudem sei auch weiterhin ein exponentieller Anstieg möglich. Hauri ergänzt, durch die zuverlässigen Reihentests in den Schulen könne man ein hohes, aber stabiles Niveau nachweisen.

  • 14.33 Uhr 
    Besteht die Gefahr einer Doppelwelle mit der Grippe?

    Masserey sagt, sie könne derzeit noch nicht sagen, ob es zu einer Doppelwelle mit der Grippe komme. Derzeit seien die Fallzahlen bei der Grippe aber noch niedrig. Man verfolge aber auch hier, wie es weitergehe.

  • 14.32 Uhr
    Ist der Höhepunkt erreicht?

    Masserey: Ob wir den Höchststand schon überschritten haben, lässt sich nicht sagen. Ich wage keine Prognose, ob wir den erreicht haben oder nicht. In den Kantonen gibt es grosse Unterschiede.

  • 14.29 Uhr 
    Funktioniert die Covid-App bei Omikron noch?

    Die App informiere alle Kontakte einer infizierten Person und das sei wichtig, sagt Masserey. Sonst gebe es ja wenig Möglichkeiten, zu erfahren, ob man einen entsprechenden Kontakt hatte. Da das Contact Tracing inzwischen aber langsamer werde, sei die App natürlich nicht mehr so effektiv, weil die Codes später eingegeben würden. Hauri sagt: «Man muss uns dafür erreichen», und das gehe auch. Aber es dauere dann leider etwas länger, bis die Tests gemacht seien.

  • 14.27 Uhr
    Sollten wir die Zertifikate abschaffen?

    Masserey: Wir befinden uns in einer neuen Situation. Der Immunitätsgrad der Bevölkerung ist hoch. Wir haben ein Virus, das weniger aggressiv ist, es ist schwierig, die Zukunft vorauszusagen. Da wir heute sehr viele Fälle haben, scheint es mir angebracht, die Vorsichtsmassnahmen einzuhalten.

  • 14.26 Uhr 
    Sind fünf Tage Isolation nicht zu knapp?

    Masserey sagt, wer Symptome habe, sei länger infektiös, und dann dauere auch die Isolation länger. Hauri ergänzt, man stelle auch fest, dass Leute sich häufig melden würden, weil sie auch nach den fünf Tagen noch Symptome hätten und entsprechend einen Nachweis bräuchten, weil sie dann ja nicht arbeiten gehen könnten.

  • 14.25 Uhr
    Ungerechtfertigte Heilsversprechen.

    Hauri: Es gibt Ärzte und Therapeuten, die Heilsversprechen machen, die nicht wissenschaftlich gestützt sind. Da greifen wir ein, denn das ist nicht erlaubt. 

  • 14.23 Uhr
    Warum steigen die Hospitalisierungen nicht?

    Massery sagt, dort, wo es hohe Infektionsraten gebe, seien auch mehr Hospitalisierungen festzustellen. Hauri ergänzt: «Bei uns sind viel mehr Jüngere bis jetzt betroffen und von denen sind wenige im Spital gelandet.» Das könne sich aber noch ändern.

  • 14.19 Uhr
    Wie viele Personen sind in den Kantonen in Quarantäne?

    Hauri: Die Kantone sind sehr beschäftigt und die Meldungen treffen verspätet ein. Manche gehen auch einfach vergessen. 

  • 14.17 Uhr 
    Die Fragerunde beginnt

    Virginie Masserey: Ich weiss nicht, ob in allen Kantonen Daten zu den Omikron-Fällen vorhanden sind. In Genf haben sie zugenommen.

    Rudolf Hauri: Die Hospitalisierungen nehmen ab, das sind Delta-Patienten. Wir haben bis jetzt nicht merklich Omikron-Patienten aufgenommen.

  • Liveticker
    Neue Beiträge
  • Liveticker beendet
  • 14.16 Uhr 
    Kantone müssen sich um Schutzkonzepte kümmern

    Hauri sagt, dass die Kantone sich auch mit der Kontrolle von Schutzkonzepten beschäftigten müssen, etwa auch um gefälschte Zertifikate. Hier stehe man mit dem Bund im Kontakt. 

  • 14.15 Uhr 
    «Eine eigentliche Patientenwelle hat sich nicht eingestellt»

    Hauri sagt, man könne noch nicht von einer Welle in den Spitälern sprechen, aber es gebe auch Ausnahmen in der Westschweiz und im Süden. 

  • 14.13 Uhr
    Infektionen häufig in der Familie

    Die Infektionen liegen laut Hauri weiterhin am häufigsten in den Familien, gefolgt von Schule, Reisen und Sport. Die Zahl der Infizierten bei den Geimpften sei hoch, allerdings würden sie bedeutend weniger im Spital oder sogar auf der Intensivstation landen, sagt Hauri. Das spreche für die Impfung.

  • 14.12 Uhr
    Infizierte müssen das Contact Tracing in Eigeninitiative unterstützen

    Rudolf Hauri, Kantonsarzt Zug und Präsident der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte, sagt, dass das Contact Tracing ans Limit komme. Positiv getestete Personen werden nun per SMS gebeten, ihre engsten Kontaktpersonen selbst zu kontaktieren.

  • 14.10 Uhr
    Massnahmen einhalten bleibt wichtig

    Wer immun ist, weil man geimpft ist oder infiziert war, sollte weiterhin vorsichtig bleiben und die bestehenden Massnahmen konsequent einhalten, damit die Lage nicht entgleite. Man beobachte die Situation weiter. 

  • 14.08 Uhr
    Verkürzte Isolation und Quarantäne

    Masserey sagt, man müsse aufgrund neuer Erkenntnisse Einschränkungen bei den Zertifikaten für Genesene und doppelt Geimpfte machen. Nur mit Booster sei der Schutz wieder gut. Zu Isolation und Quarantäne sagt Masserey, diese mache Sinn, denn man sei in den ersten fünf Tagen am ansteckendsten. Wer sich danach aus der Isolation herausbegebe, könne immer noch ansteckend sein. Man solle konsequent Maske tragen, sich nicht etwa in Altersheime begeben und sich weiterhin regelmässig testen. 

  • 14.07 Uhr
    Die Boosterimpfung schützt

    Der Schutz der Grundimpfung bei Omikron sinkt nach rund vier Monaten, sagt Masserey. Man brauche deshalb nach dieser Zeit einen Booster. Damit sei man selber besser geschützt, aber auch selbst weniger ansteckend und schütze somit auch andere. 

  • 14.05 Uhr
    Süden und Westen stärker betroffen

    Die höchsten Inzidenzen in den letzten zwei Wochen gibt es laut Masserey im Süden und Westen. Im Tessin und der Westschweiz gebe es entsprechend auch mehr Hospitalisationen. Omikron beherrsche das Infektionsgeschehen wohl zu rund 90 Prozent. Man wisse das aber nicht genau, weil man bei den Tests an die Grenzen komme. 

  • 14.02 Uhr 
    Junge und arbeitende Bevölkerung stark betroffen

    Während die Zahlen in der Schweiz derzeit stagnierten, würden sie in Österreich und Deutschland stark steigen, in Grossbritannien seien sie hingegen bereits wieder am Fallen, sagt Masserey. Besonders betroffen in der Schweiz sei die junge arbeitende Bevölkerung. Im Schnitt gebe es derzeit 20 Covid-Tote täglich, die Situation auf den Intensivstationen sei stabil. Sie seien zu etwa 70 Prozent ausgelastet, rund 30 Prozent würden auf Covid-Patienten entfallen. 

  • 14 Uhr
    Es geht los

    Virginie Masserey, Leiterin Sektion Infektionskontrolle beim Bundesamt für Gesundheit (BAG), eröffnet die Medienkonferenz. Sie sagt, dass sich Omikron weiter in der Schweiz durchsetzt und sich entsprechend die Fallzahlen stark erhöhen. Die echten Fallzahlen dürften wegen der hohen Dunkelziffer noch höher liegen, so Masserey.

Ausgangslage

Die Omikron-Welle ist noch nicht vorbei, die Fallzahlen in der Schweiz steigen weiter: Am Montag meldete das Bundesamt für Gesundheit (BAG) 67'906 neue Coronavirus-Ansteckungen. In der Vorwoche waren es noch 63'647 bestätigte Neuinfektionen gewesen.

Immerhin blieb die Zahl der Spitaleinweisungen im Wochenvergleich stabil. Also jener Wert, dem der Bundesrat am meisten Beachtung schenkt. 

Wie der Bundesrat in dieser fragilen Situation weiter verfahren will, ist bekannt: Er will die geltenden Corona-Regelungen bis Ende März verlängern, weil aufgrund der vielen Infektionen auch mit steigenden Hospitalisationen zu rechnen sei.

Und wie schätzen die Expert*innen von Bund und Kantonen die Lage ein? Klarheit schafft der heutige Point de Presse in Bern. Ab 14 Uhr begleitet blue News diesen im Liveticker. 

Vor die Presse treten

  • Virginie Masserey, Leiterin Sektion Infektionskontrolle beim Bundesamt für Gesundheit (BAG).
  • Rudolf Hauri, Kantonsarzt Zug und Präsident der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte.
Rudolf Hauri, Präsident Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte (links), und Virginie Masserey, Leiterin Sektion Infektionskontrolle vom BAG, äussern sich auf einer Medienkonferenz in Bern zur aktuellen Corona-Lage. (Archiv)

Der Bundesrat hat seine Vorschläge in die Vernehmlassung gegeben, die gestern geendet hat. Es geht dabei nicht nur um die Verlängerung der Massnahmen: Die Landesregierung schlägt ausserdem vor, die Gültigkeitsdauer von Covid-Zertifikaten für Geimpfte und Genesene von einem Jahr auf 270 Tage zu verkürzen. Damit solle sichergestellt werden, dass das Zertifikat auch weiterhin von der EU anerkannt wird.

Für Personen, die also vor Mai 2021 ihre zweite Impfdosis erhalten haben und bislang noch nicht geboostert sind, würde das bedeuten, dass sie schon ab dem 1. Februar ohne Covid-Zertifikat dastehen, wie das BAG bestätigte.

Umfrage
Sollten die Corona-Massnahmen verlängert werden?